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Diese Karriere-Coachin teilt vier Red Flags, die auf toxische Vorgesetzte hinweisen

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„Sie stellen eine hohe Arbeitsbelastung als Chance oder Quelle der Motivation dar.“

Jedes Jahr kündigen Menschen in Scharen ihren Job. Nach Angaben von CNBC haben zwischen Januar und Juli 2022 jeden Monat mehr als 4 Millionen Menschen ihren Arbeitsplatz in den USA gekündigt und etwa 40 % der Arbeitnehmer:innen erwägen, dasselbe zu tun.

Notizzettel, auf dem auf Englisch „ich kündige“ steht.
Kündigungen sind nicht einfach, aber manchmal notwendig. © Richard Wareham/Imago

Warum also die ganzen Kündigungen? Nun, die Gründe dafür können auf niedrige Bezahlung, Burnout und, wie Karrierecoach Sam DeMase betont, schlechtes Management zurückgeführt werden.

Frau räumt ihre Gegenstände in eine Kiste.
Ein Kapitel geht zu Ende, ein neues fängt an. © Panthermedia/Imago

Nachdem sie 11 Jahre lang in den Bereichen Personalbeschaffung, Schulung und Führungskräfteentwicklung gearbeitet hat, ist Sam zum Coaching und zur Selbsthilfe übergegangen. Sie hofft, dass sie Mitarbeiter:innen dazu ermutigen kann, das zu bekommen, was sie wert sind. Und DAS kommt sehr gut an.

Kürzlich hat Sam ein Video über Warnhinweise veröffentlicht, auf die man achten sollte, wenn man es mit einer potenziell toxischen Manager:in zu tun hat und das Video wurde bereits über 300.000 Mal angesehen.

In dem Clip weist Sam auf vier Warnhinweise hin.

Erstens: „Alle Einzelgespräche, die du mit deiner Manager:in führst, sind lediglich Status-Updates, anstatt sich auf deine Entwicklung und deine Ziele zu konzentrieren“, oder ihr „habt keine Einzelgespräche mit den Manager:innen, weil sie ‚zu beschäftigt‘ sind. Was kannst du da denn machen? Keine Ahnung.“

Zweitens: Es ist ein Warnhinweis, wenn „sie keine klaren Erwartungen stellen“.

Sam DeMase
Sam DeMase gibt wertvolle Tipps. © TikTok: @apowermood / Via tiktok.com

Der dritte Punkt, auf den du achten solltest: „Sie setzen sich nicht lautstark dafür ein, dass du aufsteigst oder in ein anderes Team wechselst.

Und schließlich: „Sie stellen eine hohe Arbeitsbelastung als Chance oder Quelle der Motivation dar.

TikTok-Kommentar
Die Kommentare bestätigen nur Sams Aussagen. © TikTok: @apowermood / Via tiktok.com

In den meisten Fällen bezogen sich die Leute Sams Warnungen in ihren Kommentaren auf ihre eigenen Erfahrungen mit ihren Chefs. „Ich hatte in dreieinhalb Jahren nur zwei Feedbackgespräche“, beklagte sich eine Person.

TikTok-Kommentar
Feedback gibt es nur selten. © TikTok: @apowermood / Via tiktok.com

So stehst du für dich selbst ein

Um zu erfahren, wie Arbeitnehmer:innen für sich selbst einstehen können, wenn sie sich in einer der genannten Situationen befinden, wandte sich BuzzFeed-US an Sam. Diese sagte dazu: „Wenn Einzelgespräche nur Status-Updates sind oder wenn sie überhaupt keine Einzelgespräche mit dir führen, fordere am besten selbst ein wöchentliches oder zweiwöchentliches Einzelgespräch mit deinem direkten Vorgesetzten. Das ist für beide Seiten von entscheidender Bedeutung, da ihr euch in Bezug auf kurz- und langfristige Ziele, strategische Richtungsänderungen und laufende Entwicklungen abstimmen müsst.“

„Die Tagesordnung für Einzelgespräche sollten Fragen zu aktuellen Projekten, wöchentlichen Erfolgen und Herausforderungen, die Überprüfung des Status,der Ziele und mindestens 15 Minuten zu deiner beruflichen Entwicklung enthalten. Dazu gehören zum Beispiel Bereiche, in denen du besonders gut bist, Fähigkeiten, an denen du aktiv arbeitest und deine kurz- und langfristigen Karriereziele.“

Ähnlich verhält es sich, „wenn keine klaren Erwartungen gestellt werden. In dem Fall bitte um eine Liste mit Zielen auf drei Ebenen: für das Unternehmen insgesamt, für das Team im weiteren Sinne und für dich selbst“, so Sam. „Es ist wichtig zu sehen, wie deine individuelle Arbeit die strategischen Ziele des Unternehmens unterstützt. Deine Arbeit hat einen großen Einfluss auf das Unternehmen. Das ist auch sehr nützlich für die Leistungsbeurteilung, wenn du dich für eine Gehaltserhöhung und Beförderung einsetzt.“

Sam DeMase
Viele dieser Warnsignale sind mir neu. © TikTok: @apowermood / Via tiktok.com

Kommunikation ist das A und O

Der dritte Warnhinweis betrifft Manager:innen, die sich nicht für dich einsetzen, wenn du den Wunsch hast, aufzusteigen. Zu diesem Punkt sagt Sam: „Ich beginne das Gespräch dann einfach mit dieser direkten Frage: ‚Werden Sie sich in dieser Sache für mich einsetzen?‘ So erhältst auch du eine Antwort. Ein: Chef:in, der/die sich nicht für dich einsetzt, hat vielleicht kein Selbstvertrauen oder will sich nicht anstrengen (igitt).“

„In jedem Fall schießt er/sie massiv am Ziel vorbei. Dokumentiere das und sprich mit der Personalabteilung über eine Versetzung in ein anderes Team. Letztendlich hast du eine:n Chef:in verdient, der sich für dich einsetzt. Wenn du glänzt, glänzen auch dein:e Chef:innen auch. Eine gute Führungskraft erkennt das.“

Und wenn deine Chef:in eine hohe Arbeitsbelastung als Chance oder eine seltsame Motivationstaktik darstellt, „beginne damit, einen Dialog mit ihm/ihr zu eröffnen“, rät Sam. „Sei direkt. Sag so etwas wie: ‚Ich bin mit meinem derzeitigen Arbeitspensum überfordert. Können wir einen Blick auf meine Projektliste werfen, Prioritäten setzen und Aufgaben delegieren, damit ich in Zukunft erfolgreich sein kann?“

„Komm zu dem Treffen mit einer Liste von Aufgaben, die du für realistisch hältst und die eng mit der Stellenbeschreibung und deinem Aufgabenbereich übereinstimmen.“

Sam DeMase
Mit diesen Hinweise deckst du toxische Chefs sofort auf. © TikTok: @apowermood / Via tiktok.com

Tipps für das Vorstellungsgespräch

Eine der einfachsten Möglichkeiten, mit einer toxischen Manager:in umzugehen, besteht darin, ihn/sie von vornherein auszusortieren - und das beginnt schon beim Vorstellungsgespräch. „Sich für sich selbst einzusetzen und den Stil einer Manager:in zu verstehen, beginnt bereits beim Vorstellungsgespräch“, so Sam. „Bei Vorstellungsgesprächen ist es wichtig, zu wissen, woran man eine:n toxische:n Chef:in erkennt. Hier sind einige Dinge, die du tun kannst:

Erstens: Erkundige dich, während des Gesprächs mit der Person, der du unterstellt bist, nach deren Führungsstil. Du kannst zum Beispiel diese Fragen stellen: ‚Was ist Ihre Führungsphilosophie? Wie viele Mitarbeiter:innen haben Sie im letzten Jahr entwickelt und befördert? Was ist Ihr bevorzugter Kommunikationsstil? Wo liegen Ihre Grenzen am Arbeitsplatz? Wie fördern Sie ein gesundes Gleichgewicht zwischen Arbeit und Privatleben in Ihrem Team? Oder was lieben Sie an der Arbeit hier?‘ Wenn dies nicht der Fall ist, bitte immer um ein Vorstellungsgespräch oder ein informelles Gespräch mit jemandem, der zu deinem unmittelbaren Team gehört (d. h. jemand, der bereits demjenigen unterstellt ist, dem du auch unterstellt wärst).

Und schließlich: „Nimm eine Stelle nicht an, ohne vorher mit jemandem gesprochen zu haben, der deine Kolleg:in sein wird. Stell Fragen zum Arbeitsumfeld, zum Führungsstil, zur Anzahl der Beförderungen im letzten Jahr, zur Vereinbarkeit von Beruf und Privatleben und zu den Grenzen des Unternehmens, was sie an der Arbeit im Team schätzen, usw.“

Mit diesen Instrumenten hofft die 33-jährige Sam, dass die Arbeitnehmer:innen mehr Freude an ihrem Arbeitsplatz finden. Wenn du jedoch derzeit unter einer/einem Vorgesetzten arbeitest, bei der oder dem die Zeichen auf Rot stehen und du auch nicht in der Lage bist, deinen Arbeitsplatz zu wechseln, empfiehlt Sam eine Therapeut:in oder Freund:in zu finden, die dich unterstützen kann.

Wenn du mehr von Sam lernen möchtest, kannst du ihr auf TikTok und Instagram folgen.

Sieh dir, passend dazu, doch mal diese 13 schlimmen Bewerbungsgespräche an.

Dieser Post wurde übersetzt von einem Post von Alexa Lisitza.

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