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10 Dinge, die dich diese Frau über das Leben mit Genitalherpes wissen lassen möchte

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Von: Philipp Jahner, Saba MBoundza

„Leute wollen immer wissen, was passiert ist. Als wäre Sex zu haben kein ausreichender Grund, um eine Geschlechtskrankheit zu bekommen.“

Das ist Laureen HD. Auf Youtube spricht sie offen über ihr Leben mit Genitalherpes, womit sie vor etwa fünf Jahren diagnostiziert wurde.

BuzzFeed Spritz hat sie zehn Fragen zu ihrer Diagnose und den Umgang mit Geschlechtskrankheiten beantwortet.

Was du zunächst wissen solltest ...

Wenn von Herpes gesprochen wird, ist meist vom Typ 1 und Typ 2 die Rede. Typ 1 trägt die Mehrheit der Erwachsenen in sich. Er äußert sich (wenn überhaupt) als Lippenherpes/Fieberbläschen, kann aber auch Ausbrüche im Genitalbereich hervorrufen. Die Übertragung findet durch Tröpfchen- oder Schmierinfektionen statt – also auch über Hautkontakt. Noch ist es aber Typ 2 des Virus, der durch Schleimhautkontakt vor allem Genitalherpes verursacht.

Nach der Infizierung mit Genitalherpes kommt es häufig zu diesen Symptomen:

- Rötungen, Schwellungen und Kribbeln im Intimbereich

- Bildung von Bläschen, die brennen oder jucken können, im Bereich der Vulva, des Penis und an angrenzenden Stellen

-vermehrter Ausfluss

- Kopfschmerzen

- Muskelschmerzen

- Fieber

- Schwellungen der Lymphknoten

Treten diese Symptome nach dem Sex auf, wende dich an einen Dermatologen oder eine Dermatologin, um einen Test durchführen und dich gegebenenfalls medikamentös behandeln zu lassen.

Die Verhütung von sexuell übertragbaren Krankheiten mithilfe von Kondomen oder Femidom ist immer sinnvoll. Jedoch muss beim Sex im Grunde stets mit einer möglichen Infektion gerechnet werden, da vor allem beim Typ 1 die Übertragung sehr schnell passieren kann.

Wir raten dazu, dich regelmäßig auf sexuell übertragbare Krankheiten testen zu lassen, wenn du (mit anderen) sexuell aktiv bist. Denn manche Geschlechtskrankheiten werden auch trotz der korrekten Anwendung von Kondomen übertragen – zum Beispiel eben: Genitalherpes.

In diesem Post findest du die nähere Informationen zu Genitalherpes.

Das hat Laureen über ihr Leben mit dem Virus zu sagen.

1. Die Diagnose ist erstmal ein Schock.

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„Ich habe mich erstmal wie betäubt gefühlt“, so Laureen. „Ich war geschockt darüber, dass ich mich damit angesteckt hatte. Ich hatte von Genitalherpes gehört, aber eigentlich auch nur, dass er nicht zu heilen ist. Dass ich sonst nichts darüber wusste, lastete schwer auf mir.“

2. Es ist okay, seiner Familie nichts davon zu erzählen.

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„Überraschung, ich habe zuerst niemandem davon erzählt“, sagt sie. „Ich dachte, meine Freunde würden mich verurteilen. Als ich mich ihnen irgendwann öffnete, wurde mir klar, dass auch manche von ihnen betroffen sind und ich mit dieser unheilbaren Geschlechtskrankheit nicht alleine bin.“ Laureen fügt hinzu: „Ich finde nicht, dass deine Familie davon erfahren muss, es sei denn, du wünschst dir ihre Unterstützung. Am wichtigsten ist vor allem, mit potenziellen Sexualpartner*innen darüber zu sprechen.“

3. Die Reaktionen fallen nicht unbedingt so aus, wie du vielleicht denken magst, ...

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„Ich habe damit gerechnet, dass Leute sehr negativ auf meine Diagnose reagieren. Jedoch habe ich weder traumatische oder beleidigende Reaktionen erfahren. Selbst als ich auf Tinder in meine Bio schrieb, dass ich Genitalherpes habe, hat das zu guten und aufrichtigen Konversationen geführt.“

4. ... aber Leute werden bestimmte Erwartungen haben.

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„Was ist passiert?" "Hattest du 'nen One Night Stand?" "Wurdest du betrogen?" – Die Leute fragen immer nach dem Grund. Sie suchen nach irgendeinem Verhalten, an dem sie die Diagnose festmachen können – als sei Sex zu haben als Ursache nicht gut genug, um eine Geschlechtskrankheit zu bekommen.“

5. Dein Alltag wird sich verändern, aber nicht drastisch.

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„Ich habe Veränderungen vorgenommen, um gesünder zu sein“, erklärt Laureen. „Das heißt, ich achte darauf, dass ich genug schlafe. Ich ernähre mich gut. Ich versuche mir meines Stresses bewusst zu sein und in solchen Momenten tief durchzuatmen. Ich tue also alles, um Ausbrüche zu vermeiden.“

6. Du setzt dich mit deinen eigenen Vorurteilen auseinander.

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„Mit Vorurteilen sah ich mich konfrontiert, als ich die Testergebnisse bekam. Ich dachte: Leute, die Genitalherpes bekommen, sind promiskuitiv. Ich hielt sie für schmutzig – sei es in hygienischer Hinsicht oder auch in sexueller Hinsicht.“

7. Genitalherpes klingt erstmal schlimmer, als es ist.

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„All die Gedanken und Ängste, die dir in dem Moment durch den Kopf schwirren, sind viel schlimmer als die Realität.“

8. Du denkst neu darüber nach, wie du zuvor in Beziehungen kommuniziert hast.

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„So vieles daran, wie ich mit Sex umgegangen bin, bevor ich mich mit einer Geschlechtskrankheit angesteckt habe. Ich habe überhaupt nicht über sexuelle Gesundheit gesprochen, bevor ich mit jemandem intim wurde. Und rückblickend denke ich mir da jetzt nur: WAS?! Heute weiß ich, dass Fragen wie ,Wann wurdest du das letzte Mal getestet' und ,Was waren die Ergebnisse' so wichtig sind. Einfach eine aufrichtige Unterhaltung darüber, was man miteinander teilen wird und welche Auswirkungen dieser Austausch haben kann.“

9. Wie du darüber sprichst, ist entscheidend.

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„Viele überlegen vor allem, was sie sagen wollen. Dabei finde ich, dass auch die Art, wie du darüber sprichst, wichtig ist. Redest du darüber voller Scham und entschuldigst dich; weinst und bist dramatisch – selbst wenn du das in dem Moment wirklich so empfindest – wird das deinen Gegenüber beeinflussen, weil er oder sie dich so betroffen erlebt. Dabei ist es letzten Endes ein Hautproblem. Du kannst zwischendurch auch einen Witz drüber machen. Denk also nicht nur daran, was du sagst, sondern auch, wie du es sagst.“

10. Betroffene sollten eine stärkere Stimme haben als das Stigma.

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„Ich wünsche mir, dass mehr Menschen darüber reden, was es bedeutet, eine Geschlechtskrankheit zu haben. Und dass es mehr Informationen darüber gibt, wie man darüber spricht – damit die, die Geschlechtskrankheiten haben (was ja statistisch gesehen viele sind) sich ermutigt und selbstbewusst fühlen, ihre Geschichten zu erzählen. Sie sollen wissen, dass das Stigma keine lautere Stimme hat als ihre eigene.

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Du erfährst über Laureen HD auf ihrem Youtube-Kanal und auf Facebook.

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