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Medizinische Angestellte teilen 10 Dinge, die sie sich von Patient:innen anhören mussten

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Von: Michelle Anskeit

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Eine Frau in OP-Kleidung, die auf dem Boden sitzt und verzweifelt aussieht. Text: „Ein Patient hat die Klinik verklagt, weil sein Hals so weh tun würde, nachdem er zwei Wochen dank Corona beatmet werden musste.“
Medizinisches Personal teilt Dinge, die sie sich ständig von Patient:innen anhören müssen © Wavebreak Media Ltd / IMAGO

„Ein Patient wollte mich ins Gefängnis bringen, weil ich ihm die Schilddrüsentablette ordnungsgemäß vor dem Frühstück gebracht hab und nicht mit den anderen Tabletten zusammen.“

Neulich haben wir auf Facebook einen Post von uns geteilt, in dem 17 Leute Dinge über ihren Job verraten haben, die kaum jemand weiß. In den Kommentaren haben sich insbesondere Menschen zu Wort gemeldet, die einen Beruf im Gesundheitswesen ausüben. Sie haben erzählt, dass viele Patient:innen ihren Job häufig nicht richtig verstehen und sich das Personal oft mit Beleidigungen, Unverständnis oder sogar mit Drohungen oder Gewalt auseinandersetzen muss.

Wir haben deshalb diese Kommentare einmal gesammelt und außerdem noch einige Antworten aus dem Reddit-Post von u/Zottel27 hinzugefügt, in welchem medizinisches Personal von den undankbarsten Patient:innen berichten, die sie je erlebt haben.

1. „Ich arbeite in einer Radiologie im Krankenhaus und die Patienten können einfach nicht warten.“

„Da kommen wirkliche Notfälle, die ein Polytrauma haben, nicht ansprechbar sind und bluten und dann wird man noch von den Patienten angek*ckt, weil man wäre ja zuerst da gewesen. Ich kann es nicht nachvollziehen.“ -Jaqueline Reczio

2. „Eine Patientin war da, der absolut nichts gefehlt hat – sie war nur zum Durchchecken auf der Station und hat sich benommen, als wäre ich ihre Leibeigene.“

„Sie hatte von zu Hause eine Klingel, die sie abwechselnd mit der Bettglocke alle 15 Minuten geläutet hatte; damit ich ihr das Kopfpolster aufschüttle, die Decke weiter runterschiebe, weiter rauf, Fenster zu-auf, ein passendes TV-Programm suche, das ihr gefällt, Tee nachfülle, weil der zu heiß wäre – nach 10 Minuten war er zu kalt.

Ich bin irgendwann – und das war wirklich das erste und letzte Mal AUSGERASTET. Es war ihr egal – sie hat sich dann über mich beschwert :).“ -u/Zottel27

3. „Ein Patient meiner Frau hat die Klinik verklagt, dass sein Hals so weh tun würde, nachdem er zwei Wochen dank Corona beatmet werden musste und fast abgekratzt ist. Größerer Mittelfinger geht kaum.“

-dBExtended

Eine Frau, die OP-Kleidung trägt und erschöpft an einer Tür lehnt.
„Sie war nur zum Durchchecken auf der Station und hat sich benommen, als wäre ich ihre Leibeigene.“ © Wavebreak Media Ltd / IMAGO

4. „Manche stellen sich eine Blutuntersuchung so vor: Man schüttet das Blut 2,3 Mal um, gibt einen Tropfen Lösungsmittel dazu, das Blut wird plötzlich blau, grün oder gelb und fertig ist der Befund.“

 -Alexandra Elsa

5. „Meine Frau hatte jahrelang bei einem Belegarzt gearbeitet. Da sie Montag bis Freitag operiert haben, durften die Mädels abwechselnd noch Wochenenddienste einlegen.“

„Wegen was manche in die Notaufnahme gehen, ist unverständlich. Meine Frau hat mal eine meckernde Patientin gefragt, warum sie sich keinen Termin in der Praxis zur Ohrreinigung macht. Da bekam sie zur Antwort: ‚Na hören Sie mal. Ich bin voll berufstätig!‘ Joah. Da sagte meine Frau: ‚Stellen Sie sich vor. Ich auch.‘“ -Patrick Amann

6. „Arztpraxis: kommt einer wegen eines Rezeptes für ein Medikament, welches mit dem Doc erst aber abgeklärt werden muss. Doc ist in der Behandlung. Patient schreit rum, weil er warten muss und seinen nächsten Termin verpasst.“

-Julia Isaak

Eine Ärztin, die an einem Schreibtisch sitzt, den Kopf auf einer Hand gestützt hat und erschöpft aussieht. Vor ihr liegen ein Zettel, ein Kugelschreiber und ein Laptop.
„Doc ist in der Behandlung. Patient schreit rum, weil er warten muss und seinen nächsten Termin verpasst.“ © Westend61 / IMAGO

7. „Ein Patient wollte mich ins Gefängnis bringen, weil ich ihm die Schilddrüsentablette ordnungsgemäß vor dem Frühstück gebracht hab und nicht mit den anderen Tabletten zusammen.“

„Da er das so nicht kennt, schließt er darauf, dass ich meine Arbeit nicht ordentlich mache → ist also Körperverletzung.“ -Anonym

8. „Patientin wünscht unbedingt Hauswirtschaft an bestimmten Tag. Kollegin, die kurz vor der Rente (aber noch voll einsatzfähig) ist, ging hin und die Antwort der Patientin war „Na toll, jetzt schicken die mir ne Alte“.

-schmoffl

9. „Als medizinisches Personal kann ich nur sagen, auf der Notaufnahme geht es WIRKLICH nach Schwere und Wartezeiten ergeben sich hauptsächlich aus dem immensen Personalmangel.“

„Wenn nur ein Arzt für Ambulanz und mehrere Stationen zuständig ist, geht es auch nicht schneller, wenn man mich schon drei Mal anpflaumt, warum man mit seinem juckenden kleinen Finger nicht dran kommt. Und oft haben diese undankbaren Dienste die jungen Assistenzärzte, die meist noch langsamer sind oder den Oberarzt anrufen müssen, weil sie sich bei etwas nicht sicher sind usw., das verlängert die Wartezeit zusätzlich.

Wir warten selber auch oft genug auf einen Arzt, weil wir unsere Arbeit teils nicht ohne ihn machen können. Darum sieht man uns auch mal nur hin und her gehen oder eben beim ‚Nichtstun‘. Am meisten regt es mich auf, wenn die Patienten fragen, ob wir sie vergessen haben, weil der Transport nach 10 Minuten noch nicht da ist. Und woher ich wissen soll, wann er kommt, frag ich mich auch, ich hab keinen Einblick in deren System und Auftragslage ... Mühselig, die Diskussionen mit vielen Patienten.“ -Alexandra Elsa

Eine junge Ärztin, die vor einer Frau steht, die in einem Wartebereich sitzt.
„Und oft haben diese undankbaren Dienste die jungen Assistenzärzte, die meist noch langsamer sind oder den Oberarzt anrufen müssen, weil sie sich bei etwas nicht sicher sind usw., das verlängert die Wartezeit zusätzlich.“ © Westend61 / IMAGO

10. „Nicht die Apotheke bekommt die Zuzahlung, sondern die Krankenkasse. Und die Apotheke ist verpflichtet, diese zu verlangen und an die Krankenkasse abzuführen.“

„Bitte hören Sie damit auf, PTAs und Apotheker wegen der Zuzahlung anzuschreien oder zu beschimpfen. Danke.“ -Nadl Sotter

Diese Antworten des Personals spiegeln das wieder, was sich schon lange über die Arbeit im Gesundheitswesen abzeichnet. Unsere News-Redaktion hat erst neulich zu diesem Thema mit einer 21-jährigen Auszubildenden gesprochen, die am Streik der Unikliniken in NRW beteiligt war. Sie erzählte: „Ich muss häufig zwischen Patient:innen hin und herrennen und weiß gar nicht, welche Aufgabe ich als Erstes übernehmen soll. Ich muss Patient:innen warten lassen, wenn sie auf Toilette müssen. Wenn sie Schmerzen haben, hab ich nicht direkt Zeit ihnen Schmerzmittel zu geben. Es klingeln immer viele gleichzeitig und ich kann mich nicht aufteilen.“

Hinweis: Die Beiträge wurden gekürzt und/oder der besseren Verständlichkeit halber bearbeitet.

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