1. BuzzFeed
  2. Buzz

13 Abnehm-Lügen, denen du ab jetzt nie wieder glauben solltest

Erstellt: Aktualisiert:

Zum Beispiel, dass du überhaupt abnehmen musst.

Beim Thema Abnehmen gibt es mehr als genug Ratschläge. Zum Beispiel, wie du es machen solltest. Und überhaupt: Warum du abnehmen musst.

BuzzFeed.de © Diana Pietrzyk / Via giphy.com

Es gibt jedoch wenig kritische Analysen und wissenschaftliche Untersuchungen zu diesen Tipps und Tricks — sind sie zum Beispiel körperlich und emotional gesund? Und funktionieren diese Tipps wirklich? Es hinterfragt auch kaum jemand den "Rat", dass wir immer alle unbedingt abnehmen müssen.

Wir von BuzzFeed haben einiger unserer liebsten Ernährungsberater, Personal Trainer und Gesundheits-Coaches kontaktiert und sie gebeten, die größten Mythen und Lügen zum Abnehmen mit uns zu teilen – damit wir sie ab jetzt bitte aus unserem Leben schmeißen.

1. Dass du überhaupt abnehmen musst.

BuzzFeed.de © @jennifer_rollin / Via instagram.com

"Ich habe über die Jahre viele Kunden kennengelernt, die ständig 'drei Kilo über ihrem Wunschgewicht' sind. Wenn sie ihrem willkürlichen Ideal näherkommen, sind sie immer noch nicht zufrieden. Es ist wie eine Abnehm-Lawine — ein Zustand, in dem sie konstant unzufrieden mit ihren Körpern sind. Wie wäre unser Verhältnis zum Abnehmen, wenn es kein Body- und Fat-Shaming gäbe? Ich weiß, wir sind noch lange nicht da, aber wir sollten dafür kämpfen. Und ich würde sagen, das ist ein extrem wichtiger Kampf."

—Rob Sulaver, Trainer und Gründer von Rumble Boxing und Bandana Training

2. Dass gewisse Lebensmittel Fett verbrennen oder den Stoffwechsel anregen.

BuzzFeed.de © @damnthediets / Via instagram.com

"Ich kann es nicht ausstehen, wenn selbst renommierte Medien verkünden, dass wir gewisse Lebensmittel essen sollten, um 'Fett zu verbrennen' und 'unseren Stoffwechsel anzuheizen'. Das ist das beste Beispiel dafür, wie echte Wissenschaft verdreht und unverhältnismäßig aufgebläht wird.

Manche Lebensmittel — zum Beispiel eiskaltes Wasser oder Chilischoten — tendieren dazu, die Stoffwechselrate zu erhöhen. Das ist jedoch nicht das Ende der Geschichte. Die Erhöhung des Stoffwechsels ist winzig — vielleicht fünf Kalorien oder so — und nur von kurzer Dauer; der Effekt vergeht also ziemlich schnell wieder, wenn du das Essen konsumiert hast. Außerdem: Wie viele Chilischoten kannst du überhaupt essen?

Jedes Mal, wenn du eine Schlagzeile über Ernährung siehst, solltest du die Quelle prüfen oder besser noch die wirkliche Studie dahinter lesen."

—Abby Langer, RD, Abby Langer Nutrition

3. Um ehrlich zu sein: dass Diäten überhaupt funktionieren.

BuzzFeed.de © @buffalodietitian / Via instagram.com

"Ich denke, der größte Mythos rund ums Abnehmen ist, dass Abnehmdiäten tatsächlich funktionieren. Während sie für eine kurze Dauer vielleicht funktionieren, sind sie tatsächlich nicht geeignet, um über längere Zeit Gewicht zu verlieren. Das liegt daran, dass die meisten Abnehmdiäten nicht ausgewogen sind, und ganze Lebensmittelgruppen ausklammern (z. B. low Carb / no Carb). Es ist nicht sehr realistisch, das für den Rest des Lebens durchzuerhalten. Sobald du mit dieser Diät aufhörst, wirst du das Gewicht wieder zunehmen. Dazu kommt, dass es auf Dauer nicht gesund ist, ganze Lebensmittelgruppen auszulassen!"

—Anjali Shah, zertifizierter Gesundheitscoach im Vorstand und Gründerin von The Picky Eater

"Es ist Fakt, dass 95 % der Leute das Gewicht über einen Zeitraum von fünf Jahren wieder zunehmen. Wir müssen aufhören, eine Maßnahme zu verschreiben, für deren Nachhaltigkeit es keine Beweise gibt."

—Aaron Flores, RDN, Privatpraxis, Calabasas, Kalifornien und Mitmoderator von Dietitians Unplugged

4. Dass jeder eine Low-Carb-Diät machen sollte.

BuzzFeed.de © @fat2fitwcrossfit / Via instagram.com

"Die meisten Menschen verlieren Gewicht mit einer Ernährung, die NICHT darauf aus ist, Kohlenhydrate zu reduzieren. Jap, ich habe die Fakten mit meinen eigenen Augen gesehen und selbst mit 30 meiner Klienten ausprobiert. Nach meiner Erfahrung nehmen Leute am besten mit einer Ernährung ab, die zu mindestens 45 % aus Kohlenhydraten besteht. In meiner Zeit als Coach habe ich Klienten gesehen, die ihre Kohlenhydratzunahme verdoppelt haben und endlich anfingen, Gewicht zu verlieren."

Holly Perkins, Autorin von Lift to Get Lean und Gründerin von Women’s Strength Nation

5. Dass du eine Menge trainieren und dich immer voll reinhängen musst.

BuzzFeed.de © Fox / Via instagram.com

"Leute wollen schnellstmöglich Ergebnisse, also ergreifen sie extreme Maßnahmen und tun Dinge, die nicht nachhaltig sind, weil sie schnelle und unmittelbare Ergebnisse wollen. Aber weil sie extrem sind, sind sie weder nachhaltig, noch mit einem ganz normalen Leben zu vereinbaren, ohne Kompromisse machen zu müssen.

Wenn man beispielsweise sechs Mal die Woche Bootcamp vor und Boxen nach der Arbeit macht, ist das für die meisten Menschen vermutlich mehr, als angebracht wäre. Außerdem passt es nicht in den Alltag der meisten Menschen.

Leute neigen dazu, das Extreme eine Weile durchzuziehen und vielleicht ein paar Ergebnisse zu sehen, jedoch keine großartigen. Währenddessen trainieren sie sich den Körper wund und kommen zum Schluss, dass das Ganze sich nicht lohnt. Es geht um kleine Änderungen über Zeit — das braucht dein Körper und damit kann er gut arbeiten."

—Albert Matheny, registrierter Ernährungsberater, Mitgründer von SoHo Strength Lab und Berater bei Promix Nutrition

6. Dass es eine "richtige" oder "beste" oder "perfekte" Diät gibt, und du sie nur finden musst.

BuzzFeed.de © Twitter: @pakalupapito

"Es ist reines Wunschdenken, dass sich auf einmal alles ändert und du deinen Körper komplett transformierst, sobald du nur die ideale Kombination an Nährstoffen, Lebensmitteln, 'Superfoods' und Essensmethoden findest. Dass du nie Hunger bekommst. Dass du immer Energie hast. Dass du deine Schmerzen auskurierst. Krebs heilst. Dem Tod entkommst. Im Grunde der Realität entkommst.

Stattdessen empfehle ich meinen Kunden eine erwachsene Herangehensweise, um Gesundheit und Fitness zu erlangen; eine die die Komplexität und die Realität anerkennt. Unsere Körper und Leben sind komplizierte Dinge.

Wenn wir uns verändern wollen – und dabei effektiv sein wollen – müssen wir ruhig, umsichtig und reif sein, um zu akzeptieren, dass es keine Perfektion gibt und wir ihr nicht hinterherjagen sollten. Alles, was wir tun können: versuchen, einfache, kleine Schritte in Richtung unseres Ziels zu gehen, und diese Schritte tagtäglich zu wiederholen.

—Krista Scott-Dixon, Bildungsdirektorin, Precision Nutrition

7. Dass Training, wenn es sich nicht unmöglich und ermüdend anfühlt, wahrscheinlich nicht effektiv ist.

BuzzFeed.de © Mike Hinson / Via buzzfeed.com

"Denke darüber nach, zum Tanzkurs, Rollerblading, Rudern, Schwimmen oder etwas anderem zu gehen. Training ist nicht auf Aktivitäten in einem Fitnesstudio limitiert. Finde eine aktive Routine, die dich interessiert, und mache sie zu einem Teil deines Alltags."

Anowa Adjah, Besitzerin und CEO von Anowa Adjah Works

8. Dass Abnehmen der beste Grund ist, um zu trainieren.

BuzzFeed.de © @combinefitness209 / Via instagram.com

"Einer der Irrtümer beim Abnehmen ist, dass es das wichtigste Ergebnis oder der größte Vorteil von Fitness ist. Es ist EIN Ergebnis, aber nicht das einzige, und in den meisten Fällen nicht das wichtigste. Es gibt eine Vielzahl von Vorteilen für unsere körperliche und geistige Gesundheit sowie unser allgemeines Wohlergehen – und die sind weit mehr als die Schönheitsideale, die die Gesellschaft uns schmackhaft machen will.

Die Prävention chronischer Krankheiten, verbesserte geistige Gesundheit, stärkere Knochen und Muskeln sowie die Prävention gegen den frühen Tod gehören zu den Nutzen regelmäßiger körperlicher Aktivität. Sicher, Abnahme und Gewichtsmanagement können ebenso ein Ergebnis sein, doch ich glaube, es wäre schlau von uns, den Fokus auf diese langfristigen, eventuell lebensrettenden, Effekte zu lenken.

Es geht nicht NUR ums Abnehmen.

— Dr. Shauna Harrison, Bay Area Trainerin, Kreativdirektorin und Lifestyle-Athletin, Zenrez, Yogalehrerin, Markenbotschafterin

9. Dass es eine "korrekte" Tageszeit zum Trainieren gibt, die maximale Ergebnisse gewährleistet.

BuzzFeed.de © Twitter: @CaseyGueren

"Wenn Leute mich fragen, wann die beste Zeit zum Trainieren ist, lautet meine Antwort: 'Wann ist die beste Zeit für DICH?'

Stell dir selbst diese drei Fragen: Wann ist es in meinem Zeitplan möglich, zu trainieren? Wann trainiere ich mit der höchsten Intensität? Wann fühle ich mich mit dem Training am wohlsten? Strukturiere dein Training um die Antworten dieser drei Fragen.

Wenn du an der Hantel um 6 Uhr morgens bessere Ergebnisse ablieferst als um 18 Uhr abends, dann nichts wie los! Wenn du um 13 Uhr joggen gehen willst, um dir einen Energieschub gegen das Mittagstief um 15 Uhr zu geben, dann leg los! Wenn in deinem Zeitplan nur 20 Uhr funktioniert, nachdem du von einem übertrieben langen Tag auf der Arbeit heimkommst, dann ist das DEINE Zeit. Mach, was dir passt. 'DEINE'-Zeit ist immer die beste Zeit."

—Erica Giovinazzo, registrierte Ernährungsberaterin, CrossFit-Coach und Managerin von BRICK Los Angeles

10. Dass du den Konsum gewisser Lebensmittel vermeiden oder reduzieren musst.

BuzzFeed.de © @swme1406 / Via instagram.com

"Du musst kein Essen auslassen, das du liebst, um gesund zu sein." Und tatsächlich führt das Vermeiden dieser Lebensmittel wahrscheinlich dazu, dass du sie später übermäßig isst. Auf lange Zeit ist das nicht nachhaltig. Mit meinen Kunden schaue ich mir erst Dinge an, die sie ihrer Ernährung hinzufügen können, statt Dinge, die sie auslassen sollten. Zum Beispiel mehr Gemüse! Oder mehr Ausgewogenheit bei gewissen Mahlzeiten, damit sie eine Stunde später nicht wieder hungrig sind. Gesund zu essen und Essen tatsächlich zu genießen müssen einander nicht ausschließen."

—Anne Mauney, MPH, RD, von fANNEtasticfood.com

11. Dass die Waage nützliche Informationen liefert.

BuzzFeed.de © @ellas_leap_of_faith / Via instagram.com

"Wenn du deinen Körper verändern willst, achte am besten darauf, wie dir deine Klamotten passen. Das ist ein besserer Indikator für die Verbrennung von Fett, wovon Leute wirklich reden, wenn sie Gewicht verlieren wollen. Aus einer gesundheitlichen Perspektive ist Fettverbrennung (im Gegensatz zum Abbau von Muskel- und Wassergewicht) optimal. Eine normale Waage misst nur die Masse deines Körpers, nicht das Verhältnis von Fett, Muskeln und Wasser."

—Ben Sit, RD, Vorsitzender von Evolved Sport and Nutrition

12. Dass du jeden Tag in deinem Leben die exakt gleiche (kleine) Menge von Essen zu dir nehmen solltest.

BuzzFeed.de © @kezwink / Via instagram.com

"Leute denken oft, dass gesundes Essen immer leicht, reduziert und klein portioniert sein muss. Tatsächlich steckt das Leben voller Höhen und Tiefen, genauso wie deine Ernährung. An einem Tag isst du vielleicht weitaus mehr, als es deinem Kalorienbedarf entspricht (z. B. deinem Geburtstag!), und am nächsten Tag hast du total Lust auf einen Smoothie und einen Salat. Dasselbe Muster gilt manchmal vielleicht sogar für Wochen — ein Zeitraum, in dem man mehr isst, gefolgt von einem Zeitraum, in dem man weniger isst. Ich nenne das gerne den Wellen-Effekt. Gesundes Leben ist fließend und du musst mit dem Strom schwimmen."

—Kath Younger, RD, Gründerin von Kath Eats Real Food

13. Dass du deinen Gewichtsverlust mit einer Kur "auf Touren bringen" kannst.

BuzzFeed.de © @goodvibes0712 / Via instagram.com

"Die Vermarkter hinter Kuren wollen uns glauben lassen, dass es irgendwie einen neuen gesunden Lebensstil herbeiführt, wenn wir unseren Körper von innen 'säubern', als würden wir unser Wohnzimmer entrümpeln, um neu anfangen zu können. Doch die Wahrheit ist: Du musst deinem Körper Zeit geben – und keine einzelne Zutat oder Kombination verschiedener Zutaten (Zitrone, Essig, Cayennepfeffer, Kräuter, grüner Saft) hat wirklich Auswirkungen auf deine Fähigkeit, Gewicht zu verlieren. Wenn wir Gewicht verlieren wollen, müssen wir unsere Essgewohnheiten und unseren Lebensstil im Allgemeinen verändern, und das für eine lange Zeit. Leider gibt es keine Abkürzungen."

Amelia Winslow, MS, MPH, Schöpferin von Eating Made Easy

Dieser Artikel erschien zuerst auf Englisch.

Auch interessant