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16 Orte, die wegen Massentourismus einfach nicht mehr sind, was sie früher mal waren

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Einheimische warnen davor, dass ihre Heimatstädte zu einer Art Disneyland verkommen.

1. Barcelona, Spanien

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Spanien erlebt einen riesigen Tourismus-Boom, vor allem auch in Barcelona.

Die einst trendige und elegante Las Ramblas, die Haupt-Fußgängerzone der Stadt, hat inzwischen vor allem Souvenirläden, Fastfood-Ketten und Menschenmengen zu bieten.

Auch der nahegelegene Mercat de la Boqueria, der einst ein unter Einheimischen beliebter Markt mit einer großen Vielfalt an Obst, Gemüse und Gewürzen war, ist von Touristen überlaufen. Vor der Sagrada Familia und anderen architektonischen Meisterwerken von Gaudí bilden sich so lange Schlangen wie in Disneyland.

Das stört vor allem Barcelonas Anwohner*innen. Während der Hochsaison im Juli haben Aktivisten Touri-Busse mit Anti-Tourismus-Schildern und Rauchsignalen besetzt.

Aktuell wird ein Plan ausgearbeitet,Las Ramblas für die Einheimischen zurückzugewinnen. Außerdem wird härter gegen illegale Ferienwohnungen auf Airbnb durchgegriffen.

2. Palau

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Wenn man Besucherstatistiken betrachtet, ist Palau weit von der Spitze entfernt. Doch auch mit „nur“ 150.000 Touristen im Jahr zahlt die winzige Pazifikinsel einen schweren Preis: enorme Umweltverschmutzung, Wilderei und schlimme Schäden an den Korallenriffen.

In einer Bemühung, nachhaltigen Tourismus zu fördern, hat die Regierung die Palau Pledge ins Leben gerufen: eine Vereinbarung, die in die Pässe ankommender Besucher*innen gestempelt wird und mit der diese sich einverstanden erklären, die Umwelt zu schützen, in die sie sich gerade begeben.

3. Venedig, Italien

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Die Bewohner*innen dieses italienischen Juwels beklagen sich schon lange über die Touristenscharen, die ihre Stadt wie eine "Invasion" befallen.

Amtsträger*innen haben auch schon mit Ideen experimentiert, um die Massen zu kontrollieren und einheimische Gemeinden zu schützen.

In den Aprilferien um den Markustag und den Tag der Befreiung Italiens haben Behörden für den Touristenstrom zur Rialto-Brücke und zum Markusplatz spezielle Routen eingerichtet und zudem Drehkreuze aufgestellt, um Anwohner*innen vor überlaufenen Bereichen abzuschotten.

Einheimische haben daraufhin die Drehkreuze abgerissen, um klarzumachen, dass Venedig kein Themenpark ist.

4. Amsterdam, Niederlande

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Im Dezember kündigte der Bürgermeister von Amsterdam an, das berühmte Rotlichtviertel der Stadt zu reformieren und verstärkt gegen betrunkene Tourist*innen durchzugreifen, die dort arbeitende Menschen belästigen.

5. Maya Bay, Koh Phi Phi, Thailand

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Die Maya Bay hat weltweite Bekanntheit erlangt, nachdem der Film The Beach mit Leonardo DiCaprio dort gedreht wurde. Heute hat das Gebiet jedoch rein gar nichts mehr mit der einsamen Insel gemein, die der Streifen verspricht.

Die thailändische Tourismusbehörde war 2018 gezwungen, den Zugang zum Strand vier Monate lang komplett zu sperren, damit sich die Landschaft halbwegs regenerieren konnte. In dieser Zeit wurden Besuche der Bucht streng kontrolliert; Boote durften sich dem Strand nur noch auf 400 Meter nähern.

6. Machu Picchu, Peru

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Die Tourismuskommission von Peru experimentiert seit Anfang dieses Jahres mit verschiedenen Regulierungen, um die heilige Inka-Stätte zu schützen. Dazu gehören geregelte Ein- und Ausgangszeiten, festgelegte Fußwege, Kontrolle von mitgebrachten Gegenständen, sowie das Eingrenzen der Größe von Reisegruppen.

7. Dubrovnik, Kroatien

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Dubrovnik versucht, mit dem Touri-Ansturm fertigzuwerden, die ihren Balkanurlaub mit der ultimativen Game-of-Thrones-Experience verbinden möchten. Laut dem Intrepid Adventure Index besetzt Kroatien die Spitze der Liste, in der das Verhältnis von Tourist*innen zu Einheimischen aufgeführt ist, mit unfassbaren mit 1380 Prozent.

Viele Reisende erreichen Dubrovnik auf Kreuzfahrtschiffen. Die Dalmatinische Küste, die Kroatien im Westen begrenzt, war zwischen Januar und Oktober Anlegestelle für insgesamt 644 Kreuzfahrten und über 50 Prozent davon hatten Dubrovnik als End-Destination.

8. Hanauma Bay, Hawaii

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Ein Großteil der Schäden an Korallenriffen wird dem Klimawandel und der daraus resultierenden Erwärmung der Weltmeere zugeschrieben. Aber eine Studie stellte fest, dass auch Chemikalien aus regulären Sonnenschutzmitteln Korallen vergiften. Nach wissenschaftlichen Erkenntnissen hinterlassen die rund 2.600 Gäste, die pro Tag an die Hanuama Bay strömen, täglich etwa187 kg Sonnenschutzmittel in den Gewässern des hawaiianischen Schnorchel-Hotspots.

Deshalb hat Hawaii den Verkauf von Sonnenschutzmitteln verboten, die Oxybenzon und Octinoxat enthalten.

9. Island

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Pro Bewohner*in Islands kamen im vergangenen Jahr 5,5 Touris. Zwar ist diese Zahl im Vergleich zu den Vorjahren, in denen das Land einen kometenhaften Touristen-Boom erlebte, leicht zurückgegangen, die Branche bleibt jedoch die zweitgrößte Einkommensquelle des Landes.

Trotzdem ist die Sorge um den Erhalt gängiger Touristengebiete wie Reykjavík und den Golden Circle groß. María Reynisdóttir vom isländischen Ministerium für Industrie und Innovation sagte gegenüber CN Traveler, dass man zwar nicht versuche, Besucherzahlen im Allgemeinen zu reduzieren, sich aber vermehrt darauf konzentriere, andere isländische Regionen zu bewerben.

10. Uluru, Australien

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Die traditionellen Besitzer von Uluru versuchen schon lange, Besucher*innen klar zu machen, den Felsen nicht zu erklimmen – in erster Linie aus kulturellen Gründen, aber auch, weil die Besteigung an sich sehr gefährlich ist. Ende 2017 hat sich der Vorstand des Uluṟu-Kata-Tjuṯa-Nationalparks einstimmig dafür ausgesprochen, den Felsen-Aufstieg ab Oktober 2019 ein für alle Mal zu sperren.

Seit dieser Ankündigung hat sich die Besucherzahl dort von 50–140 auf 300–500 Personen täglich erhöht.

11. Insel Boracay, Philippinen

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Die Party-Insel auf den Philippinen wurde von April bis Oktober 2018 vorübergehend gesperrt, um den Strand zu entmüllen und der Umwelt Gelegenheit zu geben, sich zu erholen.

Zu diesem Zeitpunkt gab es auf Boracay kein Abfallbeseitigungssystem, das den Besucheransturm bewältigen konnte. Präsident Rodrigo Duterte bezeichnete das Wasser in der Umgebung von Borocay außderdem als „Jauchegrube“.

12. Cinque Terre, Italien

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Die Gemeinde an der italienischen Riviera wäre ohne die majestätischen Klippen, die von farbenfrohen, pittoresken Häusern übersät sind, nicht das begehrte Reiseziel, das es heute ist. Den perfekten Ausblick darauf bietet der Friedhof Manarola. Der Aussichtspunkt, der einst DER Geheimtipp abseits überlaufener Trampelpfade war, ist inzwischen fester Bestandteil eines jeden Besuches und kann sich vor Tourist*innen kaum retten.

Nun hat die Gemeinde Freiwillige damit beauftragt, den Friedhof zu überwachen, um respektlosem Verhalten von Besucher*innen entgegenzuwirken.

13. Santorini, Griechenland

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2018 empfing Griechenland rund 32 Millionen Besucher*innen; doppelt so viele wie noch 2010. Viele davon strömten auf die Inseln, unter anderem auf das unheimlich beliebte, malerische Santorini.

Die Flitterwochen- und Party-Insel zählte im vergangenen Jahr 5,5 Millionen Übernachtungen, was Einheimische um ausreichende Wasser- und Energieversorgung bangen ließ. Behörden waren gezwungen, die Zahl der anlegenden Schiffe zu begrenzen.

14. Kyoto, Japan

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Für den Großteil der Japan-Tourist*innen ist und bleibt Tokio der Ausgangspunkt ihrer Reise. Von dort aus bringt eine zweistündige Fahrt mit dem Hochgeschwindigkeitszug Shinkansen etliche Besucher*innen nach Kyoto. Grund dafür sind vor allem Insta-worthy Fleckchen wie der Bambuswald Arashiyama, die Shinto-Schreintore oder die Kiyomizu-Zaka-Straße.

Der plötzliche Ansturm von Menschenmassen, die ihre engen Gässchen verstopfen, stört die Einwohner*innen enorm. Busunternehmen können den Andrang nicht bewältigen und Einheimische haben Probleme, überhaupt noch einen Platz in ihren Restaurants zu bekommen.

15. Budapest, Ungarn

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Auch wenn sie es eigentlich nie wollte, ist die osteuropäische Perle zu einer der angesagtesten Party-Städte überhaupt geworden. Für Einheimische ist dies eine spürbare Belastung. Horrorstorys von viel zu lauter Musik, die in die Häuser der Innenstadt dröhnt und von volltrunkenen Tourist*innen, die durch die Straßen ziehen und die Anwohnerschaft aufwecken, wenn sie vor deren Haustüren kotzen, gehören in Budapest längst zum Alltag.

Manche sahen sich genötigt, in ruhigere Gegenden zu ziehen, während andere sich für mehr Kontrolle des Nachtlebens engagieren, zu der auch frühere Sperrstunden in den Bars gehören.

16. Große Pyramide, Ägypten

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Der Zugang zu den Pyramiden ist in dem Versuch, die antiken Bauwerke zu erhalten, streng geregelt. Aber dreistere Tourist*innen suchen weiterhin den Nervenkitzel, das Gesetz zu brechen und auf die Spitze zu klettern. Das wohl bekannteste Beispiel hierfür ist das Paar, das sich nackt auf der Spitze der Großen Pyramide gefilmt hat und so tat, als hätte es dort Sex.

Das ägyptische Ministerium für Altertümer hat eine Untersuchung des Vorfalls eingeleitet.

Dieser Artikel erschien zuerst auf Englisch.

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