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9 absurde Dinge über die weibliche Sexualität, die Leute früher wirklich geglaubt haben (und teilweise immer noch tun)

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Von: Claire Weiss

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Ein traurig aussehender Uterus mit Pflaster auf der Stirn. In der Hand hält er ein Schild auf dem „Help“ steht. Darüber steht: „Der Uterus wandert auf der Suche nach Sperma durch den Körper“
9 absurde Dinge über die weibliche Sexualität, die Leute früher wirklich geglaubt haben (und teilweise immer noch tun) © Giphy/@nerdbugs

Diese neun Mythen sollten wir ein für alle Mal vergessen!

1. Bei hysterischen Frauen wandert der Uterus auf der Suche nach Sperma durch den Körper.

Ja, das hat man in der Antike wirklich geglaubt! Hysterie gilt als die älteste aller beobachteten psychischen Störungen. Heute ist der Begriff weitgehend veraltet. Auch, weil der Name vom altgriechischen „Hystera“ abgeleitet wurde, was im deutschen Uterus heißt. Man ging also davon aus, dass das Leiden vom Uterus ausging und somit nur Frauen hysterisch sein konnten. Zu den Symptomen zählten wildes um sich schlagen, Lähmungen, ekstatische Körperverrenkungen, Halluzinationen, Blindheit und Taubheit.

Platon beschreibt den Uterus in Timaios als „Lebewesen, das nach der Kinderzeugung begehrt“. Wird ihr dieses Verlangen verwehrt, irre sie im Körper umher, auf der Suche nach Samen. Bei ihrer Wanderung durch den Körper übe der Uterus auf andere Organe Druck aus, weshalb es zu den oben genannten Symptomen komme. Heute weiß man, dass nicht nur Frauen unter psychischen Erkrankungen leiden können. Der Begriff der Hysterie wurde durch die Bezeichnungen dissoziative Störung und histrionische Persönlichkeitsstörung abgelöst.

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2. Frauen beneiden Männer unbewusst um deren Penis.

Ach ja, der gute Sigmund Freud. 1908 deutete er in seinem Aufsatz „Über infantile Sexualtheorien“ erstmals an, dass Frauen einen Penisneid hätten. Laut dem Psychoanalytiker bemerken Mädchen im Laufe ihrer Kindheit den körperlichen Unterschied zu Jungen. Im Alter von etwa drei bis fünf Jahren stellen sie fest, dass sie keinen Penis haben. Daraufhin entwickeln sie angeblich einen Kastrationskomplex, sie glauben, dass ihnen ihr männliches Genital gestohlen wurde. Daraus folge auch der Grund, warum Frauen Sex wollen: Um sich den Penis eines Mannes zumindest kurzzeitig anzueignen. Indem sie das Geschlechtsteil in und auf sich spüren, das sie ja so vermissen.

3. Einen richtigen Orgasmus können Frauen nur dank des männlichen Glieds erfahren.

Wenn wir schon mal bei Freud sind, bleiben wir doch gleich dabei. Der Begründer der Psychoanalyse legte nämlich fest, dass klitorale Orgasmen ein Zeichen sexueller und psychischer Unreife seien. Der klitorale Orgasmus sei „minderwertig“. Erst wenn Frauen Sex mit Männern hätten, würden sie einen „reifen“ Orgasmus erleben. Die klare Botschaft: Frauen brauchen einen Mann, um wirklich sexuell befriedigt zu werden. *Schaltet ihren Satisfyer ein und beweist Freud das Gegenteil*

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4. Der vaginale Orgasmus ist etwas anderes als der klitorale.

Vergiss generell am besten, was du über vaginale und klitorale Orgasmen gelernt hast. Denn selbst beim vaginalen Orgasmus ist die Klitoris im Spiel. Es gibt keinen Orgasmus ohne die Klitoris! Denn auch Bewegungen innerhalb der Vagina können das Schwellkörpergewebe der Klitoris stimulieren und zum Höhepunkt führen.

5. Masturbieren löst schlimme Krankheiten aus.

Über viele Jahrhunderte galt Selbstbefriedigung als schädlich. Man glaubte, dass Masturbation Krankheiten wie Tuberkulose und Pocken verursachen würde. Häufige Masturbation könne sogar zum Tod führen. Kalte Duschen sollten gegen unerwünschte Neigungen helfen, nachts mussten Kinder mit beiden Händen über der Bettdecke schlafen. Und sogar Keuschheitsgürtel kamen zum Einsatz, um sich vor sich selbst zu schützen.

Weibliche Selbstbefriedigung ist noch heute ein Tabuthema. Dabei weiß man mittlerweile, dass Masturbation einige positive Effekte auf die Gesundheit haben kann. So ist eine amerikanische Studie (Caerphilly Cohort Study) zum Schluss gekommen, dass Menschen, die mindestens zweimal wöchentlich Hand anlegen, eine deutlich höhere Lebenserwartung haben. Masturbieren senkt außerdem das Stresslevel und den Blutdruck und hilft beim Einschlafen.

6. Der weibliche Orgasmus ist Voraussetzung für die Zeugung eines Kindes.

Im Mittelalter glaubte man, der weibliche Orgasmus sei Voraussetzung, um ein Kind zeugen zu können. Über Jahrhunderte haben sich Männer deshalb beim außerehelichen Verkehr bemüht, ihrer Partnerin ja keinen Höhepunkt zu bescheren. Ganz falsch lag man damals nicht: Durch die Kontraktionen von Beckenboden und Scheidenmuskulatur werden Spermien schneller Richtung Eizelle transportiert. Ein weiblicher Orgasmus ist also tatsächlich förderlich, will man schwanger werden, aber nicht Voraussetzung.

7. Am Jungfernhäutchen kann man erkennen, ob eine Frau schon Sex hatte.

Um das Jungfernhäutchen ranken sich noch heute Mythen. Mal ganz ehrlich: Dachtest du als Teenie nicht auch, dass das Hymen die Vagina versiegelt und beim ersten penetrativen Geschlechtsverkehr durchstochen wird? Dabei ist das Jungfernhäutchen weder ein Häutchen, noch hat es etwas mit Jungfrauen zu tun. Vielmehr handelt es sich beim Hymen um einen Schleimhautsaum, beziehungsweise ein kleines Kränzchen, das den Eingang der Vagina umrahmt. Geschlossen wird die Vagina dadurch nicht, sonst könnte beispielsweise das Menstruationsblut gar nicht abfließen. OPs, bei denen das Hymen wiederhergestellt wird, sind also völliger Quatsch. Wie soll man eine Membran rekonstruieren, die es niemals gab?

8. Von zu viel Sex leiert deine Vagina aus.

Eine Vagina ist dazu da, um sich auszudehnen! Das bedeutet aber nicht, dass du nach zu viel Sex oder nach zu vielen Sexualpartnern irgendwann ausleierst (und ganz nebenbei: solange du dich dabei wohlfühlst, gibt es so etwas wie „zu viel Sex“ oder „zu viele Sexualpartner“ gar nicht)! Das ist ein hartnäckiges Gerücht, das sich leider bis heute hält. Woher es kommt, können wir uns alle denken: Es war eine Warnung an junge Frauen, um keusch zu bleiben und dem zukünftigen Ehemann zu gefallen. Doch es ist und bleibt ein Gerücht. Zwar wird die Vagina beim penetrativen Sex gedehnt. Die Muskeln im Genitalbereich sorgen aber auch dafür, dass nach dem Sex alles wieder beim Alten ist.

9. Die Klitoris ist nur ein kleiner Knopf.

Die Klitoris wird immer noch unterschätzt! Sie ist einzig und allein für die Lust, Erregung und den Orgasmus der Frau da. Vielleicht bleibt sie deshalb noch oft unbenannt? Auch heute denken viele Menschen noch, bei der Klitoris handele es sich nur um den „Kitzler“. In Wahrheit besteht sie allerdings aus Kopf, Schaft und zwei Schenkeln. Sie ist zwischen 7 und 12 Zentimeter lang. Bei Stimulation schwillt sie an und wird größer.

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