1. BuzzFeed
  2. Buzz

Therapeutin teilt auf TikTok 15 Anzeichen dafür, dass Kinder unter Angstzuständen leiden

Erstellt:

Kommentare

„Der erste Schritt, um deinen Kindern dabei zu helfen, mit Angst umzugehen, ist, ihnen dabei zu helfen, zu verstehen, was sie fühlen, wenn sie es fühlen.“

Mit Mitte 20 wurden bei mir endlich eine Angststörung und eine Panikstörung diagnostiziert, aber rückblickend war ich auch als Kind sehr ängstlich. Die Angst hat sich auf alles ausgewirkt, von meinen Noten bis hin zu meinen Freundschaften. Mir war jeden Morgen vor der Schule schlecht. Ich finde, dass es wirklich wichtig ist, über psychische Gesundheit zu sprechen und darüber, wie Angstzustände bei Kindern aussehen können, damit andere Kinder nicht im Stillen leiden und ohne Hilfe auskommen müssen.

Zeichnung: Ein kleines blondes Kind sitzt zitternd auf dem Boden vor einem dunklen Hintergrund.
Angstzustände sind ein ernstzunehmendes Problem. © Panthermedia/IMAGO

Meine Ängste zu erkennen und zu verstehen, hat mein Leben definitiv zum Besseren verändert. Dank der Therapie, der Medikamente und der neuen Bewältigungsstrategien, die ich gelernt habe, habe ich jetzt viel mehr gute als schlechte Tage und kann mein Leben viel mehr genießen. 

Als ich also zufällig ein virales TikTok-Video von Melissa Griffing (@momtherapist), einer ausgebildeten Therapeutin, gesehen habe, wusste ich, dass ich mehr darüber lernen will.

In dem Video erzählt die 33-jährige Kindertherapeutin und Mutter von 15 Dingen, die Kinder sagen, die auf Ängste hindeuten können.

Ich kann mich daran erinnern, dass ich so ziemlich alles davon gesagt habe, als ich selbst ein Kind war.

Sie beginnt das Video, das bereits über eine Million Mal angeklickt worden ist, mit den Worten: „Wusstest du, dass Kinder auf ganz unterschiedliche Weisen über ihre Ängste sprechen, die Eltern oft nicht bemerken?“ Dann listet sie 15 verschiedene Ausdrücke auf, die Kinder verwenden, um zu signalisieren, dass sie nervös, besorgt oder ängstlich sind.

Das sind diese Ausdrücke:

In den Kommentaren sprechen Leute darüber, wie sehr sie ihre Kinder und ihr jüngeres Ich in diesem Video wiedererkennen.

Screenshot: Kommentare unter einem Tiktok. Leute teilen ihre eigenen Erfahrungen mit Angststörungen und denen ihrer Kinder.
Angststörungen bei Kindern sind keine Seltenheit. © @momtherapist via tiktok.com

„Verdammt, meine Tochter hat jeden einzelnen Satz schon gesagt. Vor allem das mit dem Spucken/Krankwerden.“

„Als Kind hatte ich definitiv eine Angststörung und habe es nicht verstanden. Deswegen versuche ich meinem Sohn immer zu helfen, wenn er ängstlich ist. Ich hoffe, es hilft ihm für später.“

„‚Mein Bauch tut weh‘, ‚Ich will nicht zur Schule gehen‘, das war ich während meiner ganzen Kindheit.“

Melissa hat ein paar Folgevideos gedreht, in denen sie Eltern einige Tipps gibt, wie sie ihren Kindern helfen können, ihre Ängste zu verstehen und zu bewältigen. In einem TikTok erklärt sie: „Der erste Schritt, um deinen Kindern dabei zu helfen, mit Angst umzugehen, ist, ihnen dabei zu helfen, zu verstehen, was sie fühlen, wenn sie es fühlen – was bedeutet, dass du erkennen musst, dass dein Kind ängstlich ist.“

Dann zeigt sie in einem Clip, eine Fähigkeit, die man „Gefühlsspiegelung“ nennt. Als Beispiel zeigt sie einen ihrer Söhne. Das Kind kämpft damit, eine Tür zu öffnen und Melissa weist sanft darauf hin, wie es sich fühlt, indem sie sagt: „Du bist frustriert.“ Dann erklärt sie ihm in aller Ruhe, wie er eine Lösung findet und löst so die Situation auf.

Screenshot: In einem Tiktokvideo erklärt eine Frau „Skill: reflecting feeling“.
Eine wichtige Fähigkeit © @momtherapist via tiktok.com

Melissa erklärte gegenüber BuzzFeed US: „Kinder verstehen oft nicht, dass sie sich ängstlich oder besorgt fühlen. Stattdessen äußern sie sich als körperliche Symptome … ‚Mein Bauch tut weh‘; ‚Mein Kopf tut weh‘; ‚Ich will nicht gehen‘; ‚Ich habe keine Lust‘. Das sind alles Wege, um die Sache zu vermeiden, die sie ängstlich macht und alles Sätze, die ich schon oft von Kindern oder Eltern gehört habe, die genau so ein Problem beschreiben.“

Sie sagt, dass auch bestimmte Verhaltensweisen auf Angstzustände hinweisen können. „Angst hat viele Symptome. Bei kleinen Kindern wird oft die Kampf-oder-Flucht-Reaktion ausgelöst. Wenn also ein:e drei-, vier- oder fünf-Jährige:r ängstlich ist, zeigt er oder sie Verhaltensweisen wie Schreien, Weinen, Treten, Kämpfen, Beißen oder Weglaufen.“

Kleines Mädchen schreit.
Kinder drücken ihre Ängste anders aus. © Panthermedia/IMAGO

„Bei älteren Kindern kann es zu Vermeidungsverhalten, körperlichen Symptomen wie Kopf- oder Bauchschmerzen, zu Verschlossenheit und Ungehorsam, bis hin zu Unhöflichkeit und Respektlosigkeit kommen. In anderen Fällen reagiert der Körper bei Ängsten mit Erstarren. Scheint ein Kind faul, ungehorsam oder zögerlich, kann es in Wirklichkeit eine Lähmung des Gehirns durch Sorgen und Stress sein.“

Eine müde Teenagerin schaut gelangweilt auf ihren Laptop.
Nicht immer ist es Faulheit © Panthermedia/IMAGO

Aber die 15 Sätze, die sie in ihrem Video erwähnt, deuten nicht immer auf Angstzustände hin. Wie einige Eltern in den Kommentaren schreiben, könnte ein Kind sagen, dass es nicht schlafen kann, weil es eigentlich nur aufbleiben und Videospiele spielen möchte.

Melissa erklärt: „Kinder sind intelligent und wissen manchmal, was sie sagen müssen, um ihren Willen durchzusetzen. Das bringt einen wichtigen Punkt zur Sprache: Damit Angstzustände klinisch diagnostiziert werden können, müssen diese Sätze von anderen Symptomen begleitet sein. Eltern sollten auf Reizbarkeit, Konzentrationsschwierigkeiten, ständig angespannte Muskeln, Unruhe oder Ungeduld und/oder Schlafprobleme achten.“

Ein Vater, sein Sohn und seine Tochter sitzen in einem selbstgebauten Zelt und lesen ein Buch.
Am wichtigsten ist es, die Sorgen seiner Kinder ernstzunehmen. © agefotostock/IMAGO

„Das Ding ist, dass jede:r diese Symptome von Zeit zu Zeit erlebt. Entscheidend ist, dass die Symptome häufiger und länger auftreten als bei Gleichaltrigen und das Leben des Kindes stören. Wenn ein Kind zum Beispiel in der Schule zurückbleibt, weil es so ängstlich ist, dass es seine Aufgaben nicht erledigen oder nicht einmal zur Schule gehen kann.“

Ein Mädchen legt ihren Kopf auf ihren Armen ab. Sie sitzt an einem Schreibtisch.
Angstzustände können das Leben für Kinder sehr schwer machen. © photothek/IMAGO

Und schließlich möchte sie Eltern, die ihr Kind in ihren Videos wiedererkennen, einige Ratschläge mit auf den Weg geben. „Ich denke, es ist wichtig, dass Eltern daran denken, dass die Themen, über die sich Kinder Sorgen machen, für sie die größten Probleme sind. Sie müssen sich noch keine Gedanken über Miete, Politik, die Versorgung eines anderen Menschen oder andere Dinge machen, über die sich Erwachsene Gedanken machen.

Ein Vater spricht mit seinem Sohn auf einem Sofa.
Es ist wichtig, mit seinem Kind zu reden. © Wavebreak Media Ltd/IMAGO

„Wenn deine Teenager:innen also mit Teenager-Drama zu dir kommt und du die Sorgen abtust, weil du mit deiner ganzen Lebenserfahrung weißt, dass es wirklich keine große Sache ist, dann denk daran, dass er oder sie diese Lebenserfahrung noch nicht gemacht hat und dass es für ihn oder sie eine große Sache ist.“

Eine Mutter redet mit ihrer Tochter.
Unterstütze dein Kind auch bei „Teenager-Drama“ © Image Source/IMAGO

„Hör also zu, sei einfühlsam, nimm ihre Gefühle wahr und begleite sie dabei. Denk auch daran, dass all diese Dinge, um die du dich als Elternteil kümmern musst, wirklich stressig sind! Nimm dir die Zeit, dich um dich selbst zu kümmern, damit du die nötige Energie hast, um der geduldige, verständnisvolle, fürsorgliche und einfühlsame Elternteil zu sein, der wir alle gerne sein möchten.

Und wenn du dich nach dem Lesen dieses Artikels fragst, ob du oder dein Kind Hilfe beim Erlernen neuer Fähigkeiten zur Bewältigung von Stress und Ängsten braucht, such dir jemanden! Wenn du dir nicht sicher bist, an wen, dann wende dich an deinen Hausarzt oder Kinderarzt. Sie können dir oft weiterhelfen und dich an die richtige Person verweisen!“

Eine Ärztin redet mit einem Mädchen und deren Mutter.
Ärzt:innn können auch bei Angstzuständen helfen © Westend61/IMAGO

Du kannst Melissa auf Tiktok und Instagram folgen.

Häufig spielt die Erziehung eine große Rolle darin, wie Kinder mit Angst umgehen. Neulich haben wir einen Artikel über 20 problematische Erziehungstrends veröffentlicht, welche Kindern im schlimmsten Fall schaden können.

Dieser Post von Megan Liscomb wurde aus dem Englischen übersetzt.

Auch interessant

Kommentare