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11 Dinge, die du nur kennst, wenn du schon einmal in Österreich ausgegangen bist

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Von: Emily Erhold

Fotomontage von Menschen in einer Disco und bei einem Heurigen.
Ob im Club oder beim Heurigen: Wer in Österreich fortgeht, sollte sich den Heimweg gut überlegen. © SKATA/viennaslide/Imago

Ausgehen heißt in Österreich Fortgehen. Auf österreichisch Fortgehen kann nicht jeder. Dazu muss man sich auf vieles einstellen.

Fortgehen in Österreich läuft so:

1. Wohnst du am Land oder in der Vorstadt, musst du erstmal genau deinen Hin- und Heimweg timen.

Wann geht der letzte Bus, die letzte S-Bahn? Geht überhaupt ein Bus oder eine S-Bahn? Hast du überhaupt Bock drauf, solange hin- und herzufahren oder tut es auch ein Bier am Sofa?

2. Nur für den Notfall: Fahren Taxis vom Club zu dir nach Hause? Gibt es Uber in der Gegend?

Hast du genug Geld, um überhaupt in ein Taxi zu steigen? Wie viele Leute müssen in die gleiche Richtung? Kann man sich ein Taxi teilen? Wie viel muss dann jede Person zahlen?

3. Der Transport ist jetzt erstmal geklärt. Nun geht‘s an die Kleidung.

Die muss je nach Zielort fancy, cool, understated, bequem oder schickimicki sein. Wer einen langen Heimweg hat und nicht mit Vans in den Club gelassen wird, sollte sich überlegen, ein zweites Paar Schuhe mitzunehmen - nur für den Notfall.

4. Muss man am Zielort Eintritt zahlen? Ja?

Dann muss man schon einmal mit 15 Euro aufwärts rechnen. Die Getränke sind auch teuer. Vorglühen ist also angesagt. Die Frage ist, wo? Bei jemanden zu Hause, in der S-Bahn, in einem Park oder in einer Bar? Gibt es gerade irgendwo ein Zeltfest oder Feuerwehrfest? Kann man schon tagsüber bei einem Heurigen trinken? Wer in Wien wohnt: Auf zum Donaukanal!

5. Du bist endlich am Ort des Vorglühens angekommen.

Der Schmäh rennt. Ottakringer, Gösser, Bacardi Cola, Vodka Makava, Vodka Bull: Jeder mischt sein Lieblingsgetränk. Eine ältere Dame geht mit ihrem Hund vorbei, schüttelt den Kopf und schimpft etwas in ihren Schal hinein. Ihr überlegt, ob ihr zu Fuß zum Club geht oder mit dem Lime-Scooter über den Gehsteig rast. Irgendwer streitet über Politik, zwei andere haben gerade eine tiefgründige, emotionale Unterhaltung.

6. Ihr seid ordentlich fett.

Die Motivation ist bei der einen Hälfte im Keller, die anderen starten jetzt los zum eigentlichen Ort des Feierns. Dort angekommen heißt es erstmal: Gästeliste oder anstellen!

7. Im Club oder in der Disco spielt es schlechte Musik.

Wer in Wien in die neue Pratersauna geht und alt genug ist, die originale Pratersauna erlebt zu haben, verflucht Martin Ho. Weitertrinken hilft. Auch wenn die Musik schlecht ist, heimgehen zahlt sich bei dem hohen Eintritt-Preis auch nicht aus.

8. Für alle, die etwas weiter entfernt wohnen, ist jetzt der Zeitpunkt gekommen, um ihre Optionen abzuwägen.

Fährt man jetzt schon mit dem letzten Zug nach Hause oder macht man die Nacht durch und geht dann gleich frühstücken? Kann man bei eine*r Freund*in schlafen? Wie war das jetzt mit dem Taxi? Ah ja, das geht nicht mehr. Das Geld ist für Eintritt und Getränke draufgegangen.

9. Die Entscheidung ist zu schwierig. Erstmal zum Würstelstand und einen Käsekrainer-Hot-Dog bestellen.

Danach kann man besser denken. Eine Dose Bier geht auch noch. Und weil es sich am Würstelstand besser unterhält, vergeht wieder mindestens eine Stunde. Die letzte Möglichkeit öffentlich heimzufahren ist dahin.

10. Es ist vier Uhr, alles hat zu. Heimfahren ist keine Option mehr.

Zum Frühstücken ist es noch zu früh. Zum Glück kannst du bei deiner Freundin in der WG übernachten. Ihr Mitbewohner ist auf „Auslandssemester“ in Budapest. Ihr fährt zwei Stationen mit den Öffis, werdet mindestens viermal von anderen Betrunkenen angepöbelt. Ein deutscher Studierender spricht euch an und fragt, wo man hier nett ausgehen kann, ihr antwortet grantig mit: „Nirgends“.

11. Ihr kommt heim, trinkt erstmal noch ein Bier und dann einen halben Liter Wasser.

Du merkst nicht einmal mehr, wie du dich zwischen ungespielten Musikinstrumenten, ungelesenen Büchern und einem Berg an Kleidung zum Bett des Mitbewohners kämpfst. Der Boden des Altbaus knarrt ein letztes Mal und du schmeißt dich auf‘s Bett, neben dir ein Glas Wasser für die Restfettn (Kater) am nächsten Tag.

Du willst wissen, was noch so abgeht in Österreich? Erfahre hier, welche Fehler du als Deutscher auf keinen Fall machen solltest, wenn du ins Alpenlans reist.

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