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Rassismus bei Aldi: Berliner wehrt sich mit einem Video, nachdem er mit Karton beworfen wird

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Von: Michelle Anskeit, Nadja Rödig

Ein Kunde wehrt sich in einer Berliner Aldi-Filiale gegen die Benutzung des N-Worts und wird daraufhin aus dem Geschäft geworfen.

Berliner prangert Rassismus in Aldi-Filiale an.

Prince O. Kyere sagt, er wollte nur bei Aldi einkaufen gehen. Dann habe er überhört, wie Leute von N***rküssen gesprochen haben. Die Konfrontation, die daraufhin entstand, hat O. Kyere gefilmt.

Ein Video, das Prince Perspektive beim Einkaufen bei Aldi Nord zeigt. Er sagt „Leute, ich bin jetzt gerade hier im Aldi.“ und „Hier sind gerade diese Menschen und die greifen mich sogar an.“

O. Kyere berichtet von seinen Erfahrungen bei einem Einkauf bei Aldi Nord. © Instagram: u/prince.m.i.k

In dem Video erklärt er, er habe versucht, die Leute über das N-Wort aufzuklären.

Prince sagt in die Kamera, dass er versucht habe, die Einkäufer*innen bei Aldi aufzuklären und ihnen beizubringen, dass es das N* nicht mehr gebe.

O. Kyere erklärt, dass er versucht habe, den Leuten zu erklären, dass niemand mehr das N-Wort benutzen sollte.“ © Instagram: u/prince.m.i.k

Als O. Kyere daraufhin offenbar sagte, dass es nicht in Ordnung sei, dieses Wort zu benutzen und begann die Situation mit dem Handy zu filmen, wurde er angeschrien und mit Kartons beworfen.

O. Kyere wird mit Kartons beworfen. © https://www.instagram.com/prince.m.i.k/

Er sagt in dem Video, er habe die Leute aufklären wollen. Die anderen Kund*innen sollen ihm vor Beginn der Aufnahme gesagt haben, dass sie ein Recht darauf hätten, das N-Wort zu benutzen, weil sie damit groß geworden seien. Auch sie filmen ihn, worauf O. Kyere im Video hinweist. Er könne nicht verstehen, warum niemand vor der Kamera wiederhole, was vorher gesagt wurde. Eine Kundin entgegnet: „Weil sie uns bedrohen.“

Der gleiche Mann, der O. Kyere in dem Video mit einem Karton bewirft, verweist ihn des Ladens. Er ist dem Anschein nach Filialleiter.

Der Aldi-Filialleiter sagt Prince „Verlassen Sie jetzt bitte den Laden“ und „Ja, sie bedrohen mich.“

O. Kyere wird vom Filialleiter aus dem Laden gebeten. © Instagram: u/prince.m.i.k

Vor dem Geschäft besteht der Mann darauf, dass es kein Gesetz gebe, dass die Verwendung des Wortes verbiete.

Der Filialleiter will von Prince wissen, wo geschrieben steht, dass man das N-Wort nicht mehr sagen soll. Prince fragt ihn daraufhin, ob er sich bewusst sei, dass es ein Schimpfwort ist,

Der Filialleiter will von O. Kyere wissen, wo geschrieben steht, dass man das N-Wort nicht mehr sagen soll. © Instagram: u/prince.m.i.k

O. Kyere wirft dem Mann zum Schluss vor, ignorant zu sein, was dieser abstreitet.

Prince wirft dem Filialleiter vor, dass die Welt heute wegen solchen Leuten wie ihn so sei. Der Filialleiter sagt ihm noch, dass er nicht ignorant sei.

O. Kyere wirft dem Filialleiter vor, dass die Welt heute wegen solchen Leuten wie ihn so sei. © Instagram: u/prince.m.i.k

Hier nochmal das ganze Video, das Prince O. Kyere auf seinem Instagram-Profil geteilt hat. Das Video wurde über 2 Millionen mal gesehen und über 20.000 mal kommentiert

BuzzFeed Deutschland hat ALDI Nord kontaktiert. In seiner Stellungnahme entschuldigt sich das Unternehmen bei O. Kyere.

„Rassismus zerstört Vielfalt. Er vergiftet unser gesellschaftliches Klima, (...). Wir haben den Kunden kontaktiert, uns bei ihm entschuldigt und möchten gerne mit ihm persönlich über den Vorfall sprechen.“

Pressestelle, ALDI Nord

Außerdem sei dem betreffenden Mitarbeiter gekündigt worden.

„Uns ist aber auch bewusst, dass eine Entschuldigung allein nicht reicht. Die Ereignisse in unserem Markt in Berlin werden aufgearbeitet, um weitere Schlüsse daraus ziehen zu können. Als ersten Schritt haben wir uns von dem im Video handelnden Mitarbeiter aufgrund seines Fehlverhaltens getrennt.“

Pressestelle, ALDI Nord

Prince O. Kyere hat bisher nicht auf BuzzFeed Deutschlands Interviewanfrage geantwortet.

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