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10 Filme, in denen die Sexszenen nicht nur gespielt waren

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Einige dieser Filme guckst du bestimmt und fragst dich, wie diese Szenen überhaupt durchgegangen sind...

Übersetzt von einem Post von Mike Spohr.

1. Chloë Sevigny hat ihren Co-Star Vincent Gallo während des Höhepunkts von „Brown Bunny“ aus dem Jahr 2003 oral befriedigt.

Chloë Sevigny und ihr Co-Star Vincent Gallo, die sich fast küssen

Ein experimenteller Film mit sehr erotischem Inhalt... © Wellspring

In diesem eher experimentellen Film geht es um einen Motorradrennfahrer (Gallo), der von den tragischen Erinnerungen an seine Ex-Freundin (Sevigny) heimgesucht wird. Der Film ist aber eigentlich nur wegen dieser einen Szene und der Zuschauerreaktionen beim Cannes Film Festival wirklich berühmt geworden.

Gallo, der auch Regisseur des Films war, hat Film Freak Central erzählt, wie er das erste Mal mit Sevigny über das Projekt gesprochen hat. (Hierzu musst du wissen, dass die beiden vorher mal was miteinander hatten). Er habe ihr gesagt: „Erinnerst du dich noch an unsere Nacht in Paris, als ich das eine bei dir, du es aber nicht bei mir gemacht hast? Tja, vielleicht musst du das jetzt machen. Vor der Kamera.“ Er hat erklärt, dass die Szene in seinen Augen der einzige Weg war, den Zusammenhang zwischen männlicher Sexualität und Selbsthass darzustellen.

Es war sehr verwunderlich, dass Sevigny dieser eher anrüchigen Szene zugestimmt hat - schließlich war sie eine sehr bekannte Schauspielerin, die sogar für einen Academy Award nominiert wurde. Als sie jedoch ein Jahrzehnt später danach gefragt wurde, erklärte sie Variety deutlich, dass sie weiterhin zur ihrer Entscheidung steht: „Ich glaube, dass ich es heute immer noch tun würde. Ich glaube an Vincent als Künstler und stehe zu dem Film.“

Nur leider zahlte sich dieses Risiko nicht aus. Die Premiere des Films beim Cannes Film Festival endete mit einer Welle von Buhrufen und den Worten vom gefeierten Filmkritiker Roger Ebert, der das Werk den schlimmsten Film nannte, den er je beim Festival gesehen habe.

2. Robert Pattinson fand, dass seine simulierte Masturbationsszene beim Dreh von „Little Ashes“ nicht realistisch genug rüberkam - also hat er sich dazu entschieden, sich einfach wirklich vor der Kamera selbst zu befriedigen.

Robert Pattinson auf dem roten Teppich und Robert Pattinson bei einem Orgasmus im Film „Little Ashes“

Wenn man es nicht gespielt bekommt, dann... © IMAGO / agefotostock / PT Films/Aria Films

Wenn es sich surreal anhört, am Set eines solch großen Blockbusters zu masturbieren, dann passt es doch wenigstens, dass Pattinson den surrealistischen Künstler Salvador Dalí gespielt hat.

Bei einem Interview mit dem deutschen „Interview“ Magazin erzählte Pattinson, dass sein echtes Orgasmus-Gesicht im Film zu sehen ist. Als er daraufhin gefragt wurde, warum er es nicht einfach gespielt hätte, sagte er: „Versuch‘ das mal. Es funktioniert nicht.“ Weiterhin gab er zu, dass er Angst davor hatte, dass diese Szene seine Karriere ruinieren würde. Kurz nachdem die Dreharbeiten vorbei waren, wurde ihm jedoch seine Rolle in „Twilight“ angeboten.

Glücklicherweise haben sich seine schauspielerischen Fähigkeiten seitdem verbessert. Bis heute hat er in vier Filmen seine Selbstbefriedigung simuliert: „High Life“, „Smoking Gun – Nicht jede Frau will gerettet werden“, „The Devil All The Time“ und „Der Leuchtturm“.

3. „Love“ von 2015 wurde auf Netflix in diesem Jahr zu einem Hit. Zu verdanken ist das einer Challenge, die sich TikTok-User*innen gestellt haben und die darin bestand, die sehr graphische Eröffnungsszene des Films anzugucken.

Die Startseite von Netflix, auf der der Film „Love“ in den Top 10 landete.

Auch schon gesehen? © Netflix

Der Film von Gaspar Noé erhielt nach seiner Veröffentlichung kaum Aufmerksamkeit. Er handelt von einem jungen Pärchen, das sich dazu entscheidet, eine dritte Person in ihr Intimleben aufzunehmen. Erst fünf Jahre später landete der Film plötzlich in den Top 10 von Netflix - Grund hierfür war eine TikTok Challenge, bei der Leute sich dabei gefilmt haben, wie sie die erste Szene des Filmes gucken, ohne zu wissen, worum es geht. Der Film ist leider nicht mehr auf Netflix, aber er beginnt damit, dass das Pärchen gemeinsam nackt im Bett liegt und sich gegenseitig mit den Händen zum Orgasmus bringt. Es ist zwar kein Indiana Jones auf der Suche nach der goldenen Götzenfigur in einem peruanischen Tempel, aber es ist trotzdem eine sehr interessante Art, einen Film zu beginnen.

Noé hat gegenüber Esquire erzählt, dass es zwar sehr viel Sex gab, der nicht simuliert war, die Schauspieler*innen vorher aber keinen Übungssex hatten. „Sie haben sich das erste Mal am allerersten Drehtag geküsst. Im Film sind die meisten Szenen echt, andere sind simuliert. Wir werden aber nicht verraten, welche was sind.“

4. Alle Stars - darunter Shia LaBeouf, Charlotte Gainsbourg, Stellan Skarsgård und Uma Thurman - die in Lars von Trier‘s „Nymphomaniac“ auftreten, haben im Film Sexszenen, die nicht gespielt waren... Nur nicht ganz so, wie du dir das gerade vorstellst.

Ein Mann und eine Frau, die sich küssen und ein Bild von dem beiden beim Sex.

Körperdouble?! © Zentropa Entertainments

Der Produzent Louise Vesth hat vor der Premiere des Filmes gegenüber Hollywood Reporter erklärt, dass die Schauspieler*innen die Szenen simuliert haben - und dann Körperdouble reingeholt wurden, die dann beim wirklichen Sex gefilmt wurden. In der Postproduktion wurden dann digitale Effekte genutzt, um beide Szenen zu kombinieren: „Ab der Hüfte sind es die Stars - alles darunter sind die Double“ erklärte Vesth.

5. Bob Guccione, der Gründer des Erwachsenenmagazins „Penthouse“, hat nur einen einzigen Film gemacht: „Caligula“, der 1979 herauskam und in dem renommierte Schauspieler*innen wie Peter O‘Toole und Helen Mirren mitgespielt haben. Was jedoch auch im Film vorkam, waren echte, harte Sexszenen.

Viele Menschen, die gemeinsam eine Orgie veranstalten

So macht man seinen Film auch interessanter (?) © Penthouse Films

Die Produktion sah wie folgt aus: Der Film wirkte, wie eine ganz normale, wenn auch etwas anrüchigere Darstellung der römischen Geschichte. Es wurde gedreht und alle Stars wurden nach Hause geschickt. Nur ist der Regisseur dann mit einer Gruppe seiner Penthouse-Leute zurück zum Set gekommen, um orgienhafte Szenen zu drehen, in denen die Schauspieler*innen echten Sex hatten. Er hat sie dann in den fertigen Film eingebunden.

Der Film - der dank der neuen Szenen nun etwa drei Stunden lang war - war in den italienischen Kinos ein großer Erfolg. Nur wurde er anschließend von den Behörden konfisziert, weil er als zu obszön angesehen wurde. In Amerika wurde der Film mit 23 Millionen US-Dollar Einnahmen zum umsatzstärksten Independent Film zu der Zeit - nur bekam er auch hier viele Klagen, die ihm Obszönität vorwarfen.

6. Im Film „Shortbus“ des Regisseurs John Cameron Mitchell gibt es ebenfalls viele echte Sexszenen. So viele, dass auch Mitchell selbst aus Solidarität mit seinen Schauspieler*innen jemandem im Film oral befriedigt hat.

Zwei Menschen, die sich küssen

Diese Ohrringe! © ThinkFilm

Der Film von Mitchell - der Co-Creator von und Star aus „Hedwig and the Angry Inch“ - handelt von einer jungen, diversen Gruppe, die versucht, ihren Platz in New York zu finden. Mitchell erklärte gegenüber Medium: „Ich wollte, dass echter Sex ein Teil der Geschichte ist, genau wie im realen Leben - wir schneiden da ja auch nicht raus, wenn wir das erste Mal mit einer Person Sex haben, in die wir verliebt sind. ... „Shortbus“ war ein Experiment und dafür brauchte ich Schauspieler*innen, die bereit dafür waren, sehr speziell sind und mir vertrauen. Wir haben zweieinhalb Jahre mit ihnen zusammengearbeitet, bevor wir gefilmt haben.“

7. Der Guardian bezeichnete Michael Winterbottoms Film „9 Songs“ als den „explizitesten britischen Mainstream-Film, der je existiert hat“. Unter anderem wird im Film jemand mit dem Fuß befriedigt.

Eine Frau und ein Mann, die sich küssen

So viel Engagement. © Optimum Releasing

Die Stars des Films - Margo Stilley und Kieran O‘Brien - haben fast alles im Film gemacht, was gemacht werden konnte. Neben der Fußgeschichte masturbieren die beiden zusammen mit und ohne Vibrator, sie haben Oralsex und O‘Brien ejakuliert sogar Onscreen.

Am Ende hat sich diese ganze Arbeit aber leider nicht ausgezahlt, da der Film weder die Kritiker*innen, noch die Zuschauer*innen beeindruckte. Die Einschätzung der Kritiker*innen auf Rotten Tomatoes ist: „Die unerotischen Sexszenen werden schnell anstrengend und die beiden Liebenden haben nicht genug Persönlichkeit, als dass man sich irgendwie dafür interessiert, was mit ihnen passiert.“

8. Andy Warhol‘s „Blue Movie“ war der erste Film mit echten Sexzenen, der in Amerika größere Aufmerksamkeit erlangte.

Louis Walden, der aussieht, als würde er im Sterben liegen und eine Viva Walden, die ihn festhält

Wusstest du vielleicht auch noch nicht über Andy Warhol. © Contantin Film / Via Everett Collection

Heute ist Warhol als revolutionärer Pop-Künstler bekannt, der die Siebdruckgemälde von Campbell Suppendosen und Marilyn Monroe kreiert hat. Er war aber auch ein sehr produktiver Filmproduzent. Seine Filme sind nur nicht unbedingt das, was man sich normalerweise unter einem Film vorstellt: Sein viereinhalbstündiger Film „Sleep“ zeigte beispielsweise nur Aufnahmen von seinem schlafenden Freund.

Die Handlung von „Blue Movie“, die 133 Minuten geht, ist etwas aktiver, wenn auch sehr simpel: Ein Pärchen (gespielt von Viva und Louis Walden) hängen zusammen in ihrem Apartment in New York herum. Sie reden über den Vietnamkrieg, kochen zusammen, duschen und haben letztendlich auch Sex, der nicht nur von den Schauspieler*innen simuliert wurde.

Der Film erlebte in New York einen sehr erfolgreichen Start und wurde dann auch in Berkeley, Kalifornien gespielt. Es war aber nicht alles nur positiv: Ein Kino in New York City, in dem der Film lief, wurde mit einer Geldstrafe von 250 US-Dollar bestraft - wegen Obszönität.

9. Der Film „Pink Flamingos“ von 1972 wurde mit dem Aufhänger „Eine Übung im schlechten Geschmack“ beworben - und das war nicht nur so daher gesagt. Der Film zeigt Divine, wie sie einen Schauspieler - der ihren Sohn spielt - oral befriedigt.

Divine, die die Hose eines Mannes öffnet

Hast du den Film gesehen? © New Line Cinema

John Waters ist ironischerweise - und das findet er sicherlich selbst sehr lustig - heutzutage am besten für den sehr schönen, eher unschuldigen Familienfilm „Hairspray!“ bekannt. Die meiste Zeit seiner Karriere verbrachte er aber damit, einige der schlüpfrigsten, anstößigsten Kultfilme aller Zeiten zu produzieren.

Der berühmteste davon ist „Pink Flamingos“, bei dem die Dragqueen Divine mitspielt, mit der Waters schon lange zusammenarbeitet. Der Film ist etwas schwer zu beschreiben. Zusammengefasst geht es um Divine, eine Frau, die den Titel „dreckigste Person der Welt“ besitzt und ihre Rival*innen, die versuchen, ihr diesen zu klauen. Wenn du diesen Film kennst, weißt du sicherlich, dass die Schlussszene Divine dabei zeigt, wie sie echte Hundekacke aufhebt und isst.

Genauso unheimlich ist die Szene, in der Divine - angetrieben von der Beschmutzung der Häuser ihrer Rival*innen - den Schauspieler oral befriedigt, der ihren Sohn Crackers darstellen soll. Es ist im Jahr 2021 wahrscheinlich etwas schwierig zu verstehen, worauf Waters mit dem Film hinauswollte. Waters erklärte der Washington Post in einem Interview zum 25. Geburtstag des Films, dass dieser sich über die Werte der Mittelklasse und Vororte in Amerika lustig machen sollte: „Wir wollten auf lustige Weise Kulturterrorismus machen.“

Der Film wurde in den Untergrund-Kinos in Amerika zum Hit, während er in anderen Orten wie Hicksville, New York und der Schweiz verboten wurde.

10. Und zuletzt: Julie Christie und Donald Sutherland - ja, Präsident Coriolanus Snow aus „Die Tribute von Panem“ - hatten im Film „Don‘t Look Now...“ vor der Kamera Sex... Vielleicht.

Julie Christie, die nachdenklich aussieht und Donald Sutherland, der seine Krawatte öffnet

Oh, oh, Snow... © Universal

Über die grafische Sexszene in dem übernatürlichen Thriller - in der Sutherland Oralsex performte - wurde schon vor der Premiere des Filmes viel gesprochen. Regisseur Nicolas Roeg musste die Szene aber etwas zuschneiden, damit der Film in den USA noch für Zuschauer ab 17 („Rated R“) gespielt werden konnte. In England bekam der Film ein X-Rating.

Noch Jahre nachdem der Film rauskam gab es noch Gerüchte, in denen behauptet wurde, dass Christies damaliger Freund Warren Beatty Lobbyarbeit betrieben hat, um die Szene aus dem Film zu bekommen. Andere behaupteten, dass ungeschnittene Aufnahmen in Hollywood kursierten, auf denen zu sehen war, dass die beiden wirklich Sex hatten.

2011 veröffentliche der ausführende Produzent und Variety-Chefredakteur Peter Bart ein Memorandum namens „Infamous Players“, in dem er sagte, dass er am Set der berühmt-berüchtigten Szene dabei war. Er hat geschrieben: „Es war deutlich zu erkennen, dass die beiden nicht mehr nur geschauspielert haben. Sie hatten vor der Kamera Sex.“

Dann wäre ja alles geklärt, oder? Nicht wirklich. Sutherland hat die Behauptung von Bart heftigst bestritten und gesagt, dass der Sex sehr wohl nur gespielt war und dass Bart die Szene gar nicht gesehen haben könnte, weil insgesamt nur vier Leute anwesend waren: die beiden Schauspieler*innen, der Regisseur und der Kameramann. Peter Katz, einer der Produzenten, unterstützte diese Aussage, indem er sagte „Obwohl es eine Sexszene im Film gab, war es keine, aus der ein Baby hätte entstehen können“.

Aber weißt du was? Gespielt oder nicht, irgendwas müssen sie ja richtig gemacht haben, wenn 50 Jahre später immer noch alle drüber reden.

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