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Breaking Bad: Alles über die erfolgreiche Serie von AMC

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Jesse Pinkman (Aaron Paul) and Walter White (Bryan Cranston) in Breaking Bad
Jesse Pinkman (Aaron Paul) and Walter White (Bryan Cranston) in Breaking Bad © Frank Ockenfels / IMAGO

Ein Chemielehrer auf Abwegen als Drogenhändler – so einfach klingt die Prämisse von Breaking Bad, doch Schöpfer Vince Gilligan gelang damit eine tiefgründige Erzählung über das Scheitern des Amerikanischen Traums. Die Serie wurde mit zahlreichen Preisen ausgezeichnet, erhielt ein Spin-off und einen Film sowie Remakes in mehreren Ländern.

Los Angeles – Wenn sich Jugendliche ab 2008 auf einmal brennend für den Physiker Werner Heisenberg interessierten oder chemische Formeln auf dem T-Shirt spazieren trugen, dann steckte vermutlich die amerikanische Serie Breaking Bad dahinter. Nach ihrem Start beim amerikanischen Kabelsender AMC entwickelte sie sich innerhalb kürzester Zeit vom Geheimtipp zum weltweiten Phänomen.

Breaking Bad: die Story

In der ersten Staffel der auf fünf Staffeln ausgelegten Serie erfährt der Chemielehrer Walter White, dass er lebensbedrohlich an Lungenkrebs erkrankt ist. Seine Krankenkasse will jedoch nicht für die lebensrettende teure Behandlung aufkommen. Sein bei der Anti-Drogen-Behörde DEA arbeitender Schwager Hank inspiriert ihn unwissentlich zu der Idee, selbst Crystal Meth zu kochen und mit Drogen das benötigte Geld zu verdienen. Dazu holt er sich Hilfe in Form seines Ex-Schülers Jesse Pinkman, der ihm als Kleindealer bekannt ist.

Der noch fast komödiantische Unterton wird in den folgenden Staffeln von Breaking Bad immer dunkler. Das von Walter und Jesse gekochte ungewöhnlich blaue Meth wird rasend populär und ruft die Drogenkartelle der Region auf den Plan. Zugleich fällt es ihm immer schwerer, seine Aktivitäten vor seiner Familie zu verbergen. Zu Beginn der dritten Staffel kommt ihm seine Ehefrau Skyler auf die Schliche und will zunächst die Scheidung einreichen. Später unterstützt sie ihn jedoch bei seinen Geschäften.

Aus Walter White wird Heisenberg

Walter geht eine Zusammenarbeit mit dem Dealer Gus Fring ein, der seinerseits wiederum Probleme mit dem mexikanischen Clan der Salamancas hat. Für seine Aktivitäten in der Unterwelt legt sich Walter das Alias Heisenberg nach dem berühmten deutschen Physiker Werner Heisenberg zu. In der vierten Staffel entwickelt Walter einen Plan, wie er sowohl Gus als auch die Salamancas aus dem Weg räumt. Schließlich scheint es, als hätte er alle Pläne realisiert und könnte mit dem Geld für seine Krebs-OP aus dem Drogengeschäft aussteigen. Doch dann kommen ihm Schwager Hank und die DEA auf die Schliche. Hank gelingt es, den längst desillusionierten Jesse zur Zusammenarbeit zu überreden und die Situation eskaliert.

Breaking Bad: Eine Begriffserklärung

Der Titel der Serie leitet sich vom umgangssprachlichen amerikanischen Ausdruck für „breaking bad“ ab. Dieser bedeutet so viel wie „aus der Spur geraten“ und „kriminell werden“. Autor Vince Gilligan verfolgte eine Philosophie, wonach jede Aktion Konsequenzen habe, und stellte die moralische Frage, was einen Mann zu einem schlechten oder guten Menschen macht.

Wie die Helden des klassischen griechischen Dramas hat auch Walter White eine entscheidende Schwäche – in seinem Fall Stolz. Der Titel der preisgekrönten Folge „Ozymandias“ in der fünften und letzten Staffel spielt direkt darauf an. Er bezieht sich auf das gleichnamige Gedicht von Percy Bysshe Shelley, über den stolzen altägyptischen Pharao, dessen prachtvolle Bauten Hunderte Jahre später nur noch ein Trümmerfeld in der Wüste sind.

Breaking Bad: die Charaktere und Darsteller*innen

Die wichtigsten Charaktere im Überblick:

RolleSchauspieler*in
Walter White alias HeisenbergChemielehrer aus Albuquerque, der nach seiner Lungenkrebsdiagnose zum Drogenboss von New Mexico wirdBryan Cranston
Skyler WhiteWalters Frau, die ihn schließlich bei seinen Geschäften unterstütztAnna Gunn
Jesse PinkmanEhemaliger Schüler, der zu Walters Assistent wird, sich aber schließlich gegen ihn wendetAaron Paul
Hank SchraderWalters Schwager, der bei der Anti-Drogen-Behörde DEA (Drug Enforcement Administration) arbeitetDean Norris
Marie SchraderSkylers Schwester und Hanks EhefrauBetsy Brandt
Walter JuniorWalters Sohn, der an infantiler Zerebralparese leidet und sich gegen seinen Vater stelltRJ Mitte
Gus FringScheinbar harmloser Betreiber der Fast-Food-Kette Los Pollos Hermanos, aber tatsächlich Kopf eines einflussreichen DrogenkartellsGiancarlo Esposito
Saul GoodmanWindiger Anwalt mit Verbindungen zur Unterwelt, der meist kriminelle Mandanten vertrittBob Odenkirk
Mike EhrmantrautGus Frings rechte Hand, der für ihn die Drecksarbeit erledigtJonathan Banks

Bryan Cranston

Für den zum Zeitpunkt der ersten Ausstrahlung 52-jährigen Bryan Cranston wurde die Rolle des Walter White zur Rolle seines Lebens. Zuvor war er in sieben Staffeln der erfolgreichen Sitcom „Malcolm in the Middle“ („Malcolm mittendrin“) als Vater Hal zu sehen gewesen und eher für das komödiantische Fach bekannt. Neben den zahlreichen Auszeichnungen für Breaking Bad wurde er 2015 für einen Oscar als bester Hauptdarsteller im Film „Trumbo“ nominiert und gewann 2014 den Tony Award, den wichtigsten amerikanischen Theaterpreis, für seinen Auftritt als Ex-Präsident Lyndon B. Johnson im Drama „All the Way“ am Broadway. Zuletzt war er in der Serie „Sneaky Pete“ zu sehen, die er selbst mit David Shore für Amazon Prime kreierte.

Aaron Paul

Aaron Paul zog im Alter von 17 Jahren nach Hollywood und schlug sich jahrelang mit kleineren Rollen durch, ehe er 2008 die Rolle des Kleinganoven und Drogendealers Jesse Pinkman ergatterte. Sie wurde für ihn zum großen Durchbruch. In den folgenden Jahren sprach er die Hauptfigur Todd Chavez in der beliebten Animationsserie „BoJack Horseman“ auf Netflix und war 2020 in der dritten Staffel der Serie „Westworld“ bei HBO zu sehen.

Anna Gunn

Auch Anna Gunn war vor Breaking Bad bereits in zahlreichen Serien zu sehen gewesen, darunter als Anwältin Jean Ward in „The Practice“ und als Martha Bullock in der HBO-Westernserie „Deadwood“. Zu dieser Rolle kehrte sie 2019 in „Deadwood: The Movie“ noch einmal zurück.

Breaking Bad: Auszeichnungen

Insgesamt gewannen Breaking Bad und seine Darsteller*innen 92 Fernsehpreise und andere Auszeichnungen. 2014 wurde die Serie als „bestbewertete Serie aller Zeiten“ ins Guiness Buch der Rekorde eingetragen. Einige der wichtigsten Preise sind diese:

Golden Globes

Emmy Awards

Zu den weiteren Auszeichnungen gehören vier Preise der Writers Guild of America für die Serie an sich und für Autor Vince Gilligan und der britische Fernsehpreis BAFTA für die beste internationale Serie 2014.

Breaking Bad: Spin-offs

Der windige Anwalt Saul Goodman, gespielt von Bob Odenkirk, erhielt 2013 seine eigene Serie „Better Call Saul“ bei AMC. Sie sollte seine Vorgeschichte bis zum ersten Aufeinandertreffen mit Walter White erzählen. Auch viele andere bekannte Gesichter aus Breaking Bad waren wieder mit von der Partie, darunter Jonathan Banks als Mike Ehrmantraut und Giancarlo Esposito als Gus Fring. 2022 soll sie mit der sechsten Staffel enden. In Deutschland ist „Better Call Saul“ auf Netflix zu sehen.

Ebenfalls bei Netflix erschien der von Vince Gilligan geschriebene Film „El Camino“. Dabei handelt es sich um ein Sequel von Breaking Bad, die die Geschichte von Jesse Pinkman nach seiner Flucht weitererzählt.

Weitere Adaptionen

Keine Spin-offs im eigentlichen Sinne sind die fremdsprachigen Neuauflagen von Breaking Bad. Bereits 2014 entstand die für Lateinamerika konzipierte spanische Fassung „Metástasis“, die die Handlung des Originals 1:1 kopierte und aus Walter White Walter Blanco machte. In Deutschland entstand die Serie „Morgen hör ich auf“, der eine gewisse Nähe zu Breaking Bad nicht abzusprechen war. Bastian Pastewka spielte hier einen bankrotten Druckereibesitzer, der anfängt, falsche Fünfziger zu drucken und sich in Mafia-Machenschaften verstrickt.

Der Komponist Sung Jin Hong vermischte die preisgekrönte Folge „Ozymandias“ mit dem gleichnamigen Sonett von Percy Bysshe Shelley zu einer Mini-Oper mit dem Titel „Breaking Bad – Oyzmandias“, die 2014 in New York uraufgeführt wurde.

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