Diese emotionalen Fotos zeigen die letzten Augenblicke zwischen Menschen und ihren Haustieren

Taylor richtet seine Kamera auf ein Trauma, das viele von uns erlebt haben oder einmal erleben werden.

Dr. Dani McVety hält einen Pfotenabdruck, den sie kurz nach deren Tod von Asias Pfote gemacht hat.

Ross Taylor ist ein Dozent an der University of Colorado Boulder, der mehr als 20 Jahre lang als Fotojournalist gearbeitet hat.

In dieser Zeit haben seine Fotos den harten Alltag in einigen der widrigsten Lebensumstände der Welt eingefangen und sich oft auf soziale Probleme konzentriert, die mit traumatischen Ereignissen verbunden sind oder direkt daraus resultieren.Meine Hoffnung ist, dass solche dokumentarische Arbeit in diesem Bereich helfen kann, Mitgefühl mit anderen zu entwickeln, indem sie mehr Einsicht in die Umstände vermittelt, die wir zeigen“, so Taylor gegenüber BuzzFeed News.

Für seine neue Serie, Last Moments , hat Taylor seine Kamera auf ein bestimmtes Trauma gerichtet, das viele von uns erlebt haben oder einmal erleben werden – den Verlust eines geliebten Haustiers. Unter Anleitung zugelassener Tierärzte bekam Taylor den Zugang, um die letzten Augenblicke von Besitzer*innen mit ihren Haustieren einzufangen. Die Bilder sind eine ehrliche und respektvolle Darstellung der engen Bande zwischen Menschen und ihren tierischen Gefährten.

Hier spricht Taylor mit BuzzFeed News über seine emotionale Reise durch Last Moments und teilt eine Auswahl der Bilder der Serie mit uns:

Der Fokus von Last Moments ist es zum Teil, diejenigen, die diesen Prozess durchmachen, wissen zu lassen, dass sie nicht alleine sind und dass ihre Trauer von anderen weder übersehen, noch verharmlost werden sollte.

Sie ist echt und sie ist schmerzhaft.

In den USA ist die Entscheidung, sein Haustier zu Hause einschläfern zu lassen, Teil eines sich abzeichnenden Trends, am Ende des Lebens zu Hause statt in einer Klinik gepflegt zu werden.

Marquita Leibe weint bei ihrer Hündin Daisy, ein paar Minuten, nachdem sie eingeschläfert wurde. Bei ihr ist ihr Mann Donald (links). Kurz danach ging er nach draußen, um sich zu sammeln, von Trauer überwältigt.

Die Arbeit an diesem Werk war eines der intensivsten Dinge, die ich je erlebt habe. Sie hat die Art und Weise, wie ich reagiere, wenn jemand mir sagt, dass er ein Haustier verloren hat oder dass ein Haustier stirbt, fundamental verändert. Mein Herz ist offener für diejenigen, die diese Erfahrung durchmachen, und ich habe ungemein tiefen Respekt für Tierärzte und –ärztinnen, die das jeden Tag tun. Sie sind beeindruckende Menschen.

Ich war jedes Mal berührt, wenn ich Zeuge der Gefühle wurde. In fast jedem Fall waren alle zu Tränen gerührt und haben manchmal heftig geschluchzt. Aber all diese Familien sind den Tierärzten und -ärztinnen so dankbar für ihr Mitgefühl. Die Mischung aus großer Trauer und Empathie ist ergreifend. Die Arbeit, die sie machen, ist wichtig.

Es gibt ein bestimmtes Bild einer Frau, die vor Schmerz um ihren Hund laut schreit, nur Augenblicke, nachdem sie begreift, dass ihr Hund gestorben ist. Sie wiegt das Gesicht ihres Haustiers sanft in ihrer rechten Hand, während ihr Mann und die Tierärztin Dr. Dani McVety ihre Hände ausstrecken, um sie zu trösten. Es war einer der ersten Momente, die ich dokumentiert habe, und es hat einen tiefen Eindruck bei mir hinterlassen. Es war der Moment, in dem ich verstand, wie wichtig es ist, die Intensität dieser Verbindung zu zeigen.

Ihr Schmerz in diesem Moment brach mir das Herz.

Leigh Zahn küsst ihren Hund Spencer ein letztes Mal, kurz nachdem er gestorben ist. Dr. Erica Unz (rechts) half bei der Einschläferung.

Mein Interesse an diesem Projekt wurde vor ein paar Jahren geweckt. Eine gute Freundin von mir quälte sich wegen des bevorstehenden Todes ihres Hundes und entschied sich, ihn zu Hause einschläfern zu lassen. Sie wollte nicht, dass das Tier durch einen Besuch in der Klinik beunruhigt würde, und dachte, zu Hause wäre es einfacher für ihren Hund. Es war ein intensives und emotionales Erlebnis für sie. In vielerlei Weise war es das Schlimmste, was sie seit Jahren erlebt hatte.

Dadurch angetrieben, begann ich, das Thema zu recherchieren, und wandte mich an eine Reihe von Organisationen. Die erste, die antwortete, war Lap of Love in Tampa, Florida. McVety, die Gründerin und Geschäftsführerin der in Tampa ansässigen Organisation, war offen für meine Anfrage und, wichtiger noch, die Gründe dafür. Ungefähr einen Monat nachdem wir Kontakt aufgenommen hatten, fing ich an, mit ihnen zu arbeiten. Ich begann auch, mit Caring Pathways in Denver, Colorado zu arbeiten. Sie sind ebenfalls eine Organisation voller Anteilnahme und ich bin auch ihnen ungemein dankbar.

Zu guter Letzt hätte ich ohne die Familien, die mir erlaubt haben, anwesend zu sein, nichts von all dem tun können. Für sie habe ich Respekt. Ich denke, am Ende hatte der Grund, warum ich dabei sein durfte, viel mit der Tatsache zu tun, dass wir alle eine Geschichte zu erzählen haben, und ihre ist es wert, geteilt zu werden.

„Sie war immer meine Gefährtin. Coco war für mich da, wenn er im Einsatz war“, sagt Rebecca Cassity, während sie mit den Tränen kämpft. Ihr Mann Drew (rechts) war in der Armee und hatte in Cocos letzten Augenblicken ebenfalls zu kämpfen.

Seit Beginn dieser Serie ist die Anzahl der Leute, die auf dieses Projekt reagiert haben, überwältigend. So viele Leute haben mir geschrieben und ihre Geschichten geteilt. Die Bindung und der Schmerz, wenn sie getrennt wird, sind etwas, das Millionen Menschen nachfühlen können. Ich habe einige äußerst berührende E-Mails und Erzählungen von Leuten bekommen; es ist einfach unglaublich.

Ich hoffe, dass die Leute niemals zu jemandem, der ein Haustier verloren hat, sagen werden: „Oh, ist doch nur ein Hund“ oder „Ist doch nur eine Katze. Hol dir eine neue.“ Es ist sehr wichtig, den Schmerz, der damit verbunden ist, zu erkennen und zu respektieren. Ich hoffe, dass dadurch am Ende mehr Mitgefühl füreinander entsteht.

„Was werde ich tun?“, rief David Thompson, kurz bevor sein Hund Spartan auf seinem Hausboot in Port Hudson, Florida, eingeschläfert wurde. „Du bist der beste Freund, den ich je haben könnte, du bist mein Erster Offizier“, sagte er. Bei ihm ist seine Frau Marie.
Darcy Jones (links) spricht mit Dr. Loren Gassler über ihren Hund Alli, der mit ein paar Gleichgewichtsproblemen und einer Krebsdiagnose zu kämpfen hatte. Gassler kam zu einem Hospizbesuch vorbei, um einige Ratschläge zu geben, wie man die gemeinsame Zeit, die Jones und Alli noch bliebe, am besten bewältigen könnte.
„Ich fühle mich gerade nicht so gut“, sagt Jennifer Hoch (rechts), während sie ihre Katze Shadow zum Abschied küsst. Shadow starb an Krebs und Hoch war eindeutig in einem leichten Schockzustand. Ich war so traurig für sie und für ihre Freundin Ruby Nelms. Nelms sagte: „Ich konnte nicht zulassen, dass sie das alleine durchmacht.“ Als Shadow starb, waren einige der letzten Worte ihrer Besitzerin an sie: „Du bist mein Engel.“
Juliet Rubio liegt neben ihrem Hund Dingo, kurz bevor er eingeschläfert wird. „Ich hasse das, ich hasse das“, sagte sie vor der letzten Spritze wieder und wieder. „Er hat mir so viel Trost gegeben.“ Als er anfing zu sterben, weinte sie über ihm und wiederholte dabei immer wieder: „Ich hab dich lieb. Bald wirst du wieder frei sein.“
Ally, kurz bevor sie starb, schaut Dr. Erica Unz an, die die Familie im letzten Augenblick tröstet. Vanessa Gangadyal (Mitte) kämpft mit den Tränen und lehnt sich an ihren Mann Michael.
Kiara Manrique (rechts), kurz nachdem ihr Hund Sparky gestorben ist. „Ich habe versucht, mehr zu tun, ich habe alles versucht, was ich konnte. Aber sie haben gesagt, dass es nichts gäbe, was ich noch tun könnte“, sagte sie, während sie über den Verlust ihres Hundes weinte. Bei ihr ist ihre Schwester Kimberly.
Olesya Lykovi weint schmerzerfüllt über dem leblosen Körper ihres Hundes Sam. Kurz davor hat sie Dr. Dani McVety (rechts) angesehen und gefragt: „Ist er fort?“, woraufhin McVety nickend entgegnete: „Er hat jetzt Flügel.“
Wendy Lehr beginnt zu weinen, als sie ihren Hund Mimosa ein letztes Mal umarmt. Ihr Mann Rich (rechts) versucht sie zu trösten.

Um mehr von Ross Taylors Arbeiten anzuschauen, besuche

RossTaylor.net

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Dieser Artikel erschien zuerst auf Englisch.

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