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Diese Frau arbeitet einfach unter ihrem Tisch und ich hinterfrage mein ganzes Arbeitsleben

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„Finde heraus, wie du am besten arbeiten kannst und bleib dann dabei.“

In einem Großraumbüro arbeiten, ist nicht jedermanns Sache. Von hellen LED-Lampen über Mikrowellengestank bis hin zu ALL. DIESEN. GERÄUSCHEN. So kann ein Arbeitsplatz ganz schön ablenkend sein.

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Als Minnie Katzen Mayer also auf LinkedIn geteilt hat, wie sie mit dieser Reizüberflutung umgeht, ist der Post schnell durch die Decke gegangen.

Sie schreibt: „Immer wenn ich das in der Arbeit mache, schauen mich die Leute komisch an. Ich kann es ja verstehen: Ich bin 36 Jahre alt, erwachsen, habe einen völlig ausreichenden, ergonomischen Bürostuhl und sitze unter meinem Stehtisch.“

Ein LinkedIn Post von Minnie Katzen Mayer, indem sie über ihren Umgang mit Reizüberflutung schreibt.
Was hältst du davon? © Minnie Katzen Mayer via LinkedIn.com

Diese Sachen sehen sie dabei nicht:

- Stress
- Geräusche
- Helle Lampen
- Ein Meeting, das nicht so gut gelaufen ist
- Ein überwältigendes Projekt
- Dauernd Bewegung um mich herum

In einem Wort, Reizüberflutung:
Wenn ich alles um mich herum ausblenden will, nehme ich meinen Laptop und setze mich unter meinen Tisch. Ich genieße die Ruhe und die körperliche Abgrenzung, die ich dadurch habe. Ich sitze unter meinem Stehtisch, bis mein Rücken mich daran erinnert, dass ich 36 bin, erwachsen und einen völlig ausreichenden, ergonomischen Bürostuhl habe.“

Sie hat ein Foto von ihrem Arbeitsplatz unter dem Tisch hinzugefügt, der echt ganz süß und bequem aussieht. Ich persönlich hätte vielleicht noch ein Sitzkissen dazugelegt, aber im Großen und Ganzen könnte ich (glaube ich) auch viel an so einem Platz schaffen.

Minnie Katzen Mayer sitzt mit ihrem Laptop unter ihrem Stehtisch.
Ein paar mehr Kissen noch und ich würde nie wieder unterm Tisch rauskommen © Minnie Katzen Mayer via LinkedIn.com

Über 100.000 Leute haben auf den Post reagiert und mehr als 4.000 Kommentare hinterlassen, von denen die meisten positiv und verständnisvoll waren.

Ein Kommentar auf LinkedIn, in dem die Person über ihr ADHS schreibt und betont, nicht die eigen Gesundheit für die Arbeit zu opfern.
Ich fühle diesen Kommentar. © Via LinkedIn.com

„Ich versteh dich voll, ich habe ADHS, also ist der Ton bei meinem Computer aus, ich arbeite an einem Monitor, um konzentriert zu bleiben und an helleren Tagen mache ich alle Lichter im Büro aus und arbeite nur mit natürlichem Licht.“

„Zwar sind unsere täglichen Anstrengungen unterschiedlich, aber es ist doch immer das gleiche Thema: Opfere nicht dein Wohlbefinden für Produktivität und opfere nicht Produktivität für Wohlbefinden. Finde heraus, wie du am besten arbeiten kannst und bleib dann dabei.“

Andere User:innen haben außerdem angemerkt, dass viele von uns sich besser konzentrieren können, wenn wir über den Tag hinweg nicht immer am gleichen Platz sind. Aber unsere Arbeitsplätze sind oft nicht für diese Veränderungen gemacht.

Ein Kommentar auf LinkedIn, in dem die Person über die Balance zwischen Ruhe und Stimulation am Arbeitsplatz schreibt.
Auch diesem Kommentar kann ich nur zustimmen. © Via LinkedIn.com

„Das ist total verständlich: Es hat viel Ähnlichkeit mit ‚Nach zwei Jahren von Zuhause aus arbeiten, will ich wieder ins Büro.‘“

Jemand schreibt dazu: „Leute haben Phasen und brauchen Ruhe. Genauso wie Stimulation und Lärm, um die Balance für ihre Arbeit zu finden ... Es gibt Aufgaben, die ich nur in absoluter Stille machen kann und es gibt Sachen, die ich gerne mit Musik im Hintergrund mache. Das wirkliche Problem ist, dass weder unsere Büros, noch unsere Arbeitsplätze zu Hause so designt sind, dass sie uns diese Balance geben können: Es gilt alles oder nichts.“

Viele, die jetzt wieder im Büro arbeiten, haben erzählt, dass sie nach ein paar Jahren Homeoffice dort viel schneller abgelenkt sind als früher.

Ein Kommentar, der die Erfahrung einer neurodiversen Person in einem Großraumbüro nach zwei Jahren Home Office.
Wie Recht diese Person hat... © Via LinkedIn.com

„Ich liebe das. Ich bin neurodivers und finde es oft schwer zu beschreiben, was passiert, wenn ich überwältigt bin. Diese Großraumbüros sind theoretisch eine gute Idee, aber eben nicht für jeden.“

Eine Person hat kommentiert: „Ich war erst gestern im Büro und war so abgelenkt von all den Geräuschen um mich herum. Nach zwei Jahren, in denen ich die Kontrolle über meine Umgebung hatte, in der es sicher und angenehm war, ist es echt schwer in ein helles und lautes Büro, wo einen alles einen ablenkt, zurückzukommen.“

Wir sind hier im Internet, also waren natürlich nicht alle User:innen so verständnisvoll. Aber die haben für ihre Negativität ganz schön was zu hören bekommen:

Zwei Kommentare unter einem Post. Der eine macht sich über diesen lustig, der andere verteidigt die Posterin.
Manchmal sollte man vielleicht erst nachdenken und dann kommentieren. © Via LinkedIn.com

Ein Mann hat auf Minnies Post hiermit geantwortet: „Es gibt nichts Erwachseneres, als sich vor seinen Problemen unter einem Tisch zu verstecken.“ Jemand anderes hat ihn zurechtgewiesen: „Es gibt nichts Unhöflicheres, als ein Mann, der einer Frau vorschreibt, wie sie sich verhalten soll, wenn ihr alles zu viel wird.“

Wieder andere haben kommentiert, dass Minnies Post sie inspiriert habe, ihren eigenen ruhigen und dunklen Rückzugsort zu finden, um sich auch in Großraumbüros wieder konzentrieren zu können.

Ein Kommentar unter einem Post, in dem die Person schreibt, dass er/sie auch einen ruhigen Platz finden möchte, wenn er/sie wieder ins Büro muss.
Probierst du es auch aus? © Via LinkedIn.com

Jemand beschreibt es so: „Ich habe mich in solchen Großraumbüros immer schwergetan. Alles ist überwältigend, die Umgebung, die Geräusche. Wenn ich jemals wieder ins Büro zurückmuss, sollte ich diesen Trick vielleicht mal ausprobieren.“

„Die ganzen Antworten zu meinem Post haben mich Demut gelehrt. Es haben so viele Leute ihre eigenen Erfahrungen geteilt und wie sie mit Stress und Reizen am Arbeitsplatz umgehen“, erzählt Minnie BuzzFeed.

Eine Frau meditiert an ihrem Arbeitsplatz.
In der Ruhe liegt die Kraft. © Westend61 / IMAGO

Was ihre Arbeitskolleg:innen angeht, sagt Minnie: „Bis jetzt hat noch niemand etwas Negatives gesagt. Sie haben mich neugierig angeschaut oder ein paar scherzhafte Fragen gestellt. Meine Freunde wissen mittlerweile, was es bedeutet, wenn ich unter meinem Tisch sitze und wollen manchmal mit drunter oder fragen, ob ich etwas brauche.“

Minnie erzählt, dass sie angefangen habe, ab und zu unter ihrem Tisch zu arbeiten, weil sie das Gefühl hatte, dass sie das brauche. „Ich finde, dass es natürlich ist, in geschlossenen Räumen Komfort zu finden, fast schon wie ein Instinkt.“

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„Das erste Mal, als ich es gemacht habe, habe ich einfach ein paar Minuten für mich gebraucht, um nachzudenken und eine Strategie für eine große Veränderung zu entwerfen. Ich hatte dieses überwältigende Gefühl, dass es mir helfen würde, meine Gedanken zu ordnen, wenn ich mich kurz unter meinen Tisch setze. Es hat funktioniert und zehn Minuten später bin ich aufgestanden und hatte wieder Kraft und war konzentriert.“

„In einer schnelllebigen Umgebung zu arbeiten ist aufregend und lohnt sich oft, aber jeder braucht manchmal ein paar Minuten Zeit, um nachzudenken und durchzuatmen. Manche gehen raus und rauchen, andere machen einen kleinen Spaziergang. Ich sitze unter meinem Tisch.“

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„Ich finde, dass mein Arbeitgeber mich gut unterstützt. Wir können uns aussuchen, ob wir ins Büro kommen oder von zu Hause aus arbeiten und wir können unseren Arbeitsplatz so gestalten, wie es für uns am besten passt. Für mich ist es wichtig, unsere Unterschiede zu akzeptieren. Verschieden Dinge funktionieren für verschiedene Leute und Arbeitgeber sollten das anerkennen und verschiedene Arbeitsplätze und Lösungen anbieten, die auf unterschiedliche Bedürfnisse eingehen.

Jetzt bin ich neugierig! Also, was hilft dir, dich während der Arbeit zu konzentrieren und durchzuatmen? Schreib es uns in die Kommentare!

Wie ist es bei dir auf der Arbeit? Ist dein Arbeitgeber verständnisvoll? Diese Arbeitgeber jedenfalls nicht, die 14 Leuten nicht freigegeben haben, nicht mal für die eigene Hochzeit.

Dieser Post wurde von einem Post von Megan Liscomb übersetzt.

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