Wieso gibt es keine vernünftige Berichterstattung über K-Pop?

14 Dinge, die K-Pop Fans einfach nur leid sind

  • Michelle Anskeit
    vonMichelle Anskeit
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Wirst du auch täglich als verrückter, kreischender Fan abgestempelt, der jedes Mitglied seiner*ihrer Lieblingsgruppe daten möchte? Musstest du dir anhören, dass dein Idol nur eine Marionette ist, die überproduzierte Musik verkauft? Dann bist du hier richtig und du und ich können uns gemeinsam aufregen.

Mit freundlicher Unterstützung der K-Pop Twitter Gemeinde.

1. Die deutsche Berichterstattung über K-Pop ist jedes Mal unterirdisch schlecht.

Keiner gibt sich je die Mühe, das Thema mal richtig zu recherchieren. Da wird bei NCT ein Bild von BTS gezeigt, Namen werden schrecklich falsch ausgesprochen, Entertainment Companies nicht erklärt... Ich kann gar nicht beschreiben, wie sich das für die Fans anfühlt, sich selbst und die Idols immer wieder in so einem schlechten Licht dargestellt zu sehen.

2. Das Vorurteil, das du dir dabei besonders oft anhören darfst: K-Pop Fans sind alle 13-jährige, kreischende Mädchen.

Zuerst möchte ich einmal wissen: Was ist so schlimm an 13-jährigen, kreischenden Mädchen? Und dann möchte ich das Ganze außerdem richtigstellen und sagen, dass K-Pop Fans jedem Geschlecht und allen Altersstrukturen angehören:

3. Sowieso sind alle Fans „verrückt“.

Meistens wird das damit begründet, dass Fans ihre Idols sehr stark verteidigen oder gerne auch emotional werden, wenn es um sie geht. Das hängt aber eher damit zusammen, dass die Musik der Idols ihren Fans oft Motivation und Stärke gibt und diese entsprechend sensibel darauf reagieren, wenn sich andere hierüber lustig machen. Genau, wie es beispielsweise Fußballfans auch tun.

4. Und tun nichts anderes, als Fancams auf Twitter zu spammen.

Fancams sind kurze Videos, die Idols bei Auftritten oder in Musikvideos zeigen und ja, ich gebe zu, Fans spammen gerne mal Twitter damit zu. Viele sind davon genervt, wissen aber nicht, was für positive Seiten das auch hat: Als im Juni die „Black Lives Matter“-Bewegung besonders stark wurde, gab es auch eine Gegenbewegung, die sich „All Lives Matter“ nannte und mit diesem Hashtag Hass verbreitete. K-Pop Fans füllten diesen daraufhin mit Fancams, um somit den Hass wegzuspülen und #BLM zu unterstützen. Und das ist nur eines der vielen unterschiedlichen Projekte, für die sich Fans einsetzen.

5. Gerne kommt auch mal „Die Idols sehen ja eh alle gleich aus.“

Und diese Aussage ist wahnsinnig rassistisch, Margret.

6. Weshalb du bei jeder Person, die asiatisch aussieht, gefragt wirst, ob das nicht auch einer deiner „K-Pop Boys“ ist.

Bitte, bitte hört damit auf. Das ist auf so viele Arten einfach nur falsch.

7. Ihr dürft täglich die Frage beantworten, warum denn die Jungs Make-up tragen und ob sie nicht doch Mädchen seien.

Mir fällt es schwer zusammenzufassen, was alles an dieser Frage falsch ist. Anscheinend wollen manche Menschen Geschlecht immer noch darüber definieren, dass sich jemand schminkt oder längere Haare hat. Ist ja nicht mein Problem, dass sich dein Mann nicht pflegt, Karen.

8. Gerne kommen dann auch solche intelligente Anmerkungen wie „die sind doch alle schwul“.

Wir lieben Stereotypen und homophobe Menschen. Nicht.

9. Dir wird immer wieder gesagt: „Du magst die ja nur, weil du sie daten möchtest.“

Einfach nur nein. Fragst du deine Mutter auch, ob sie Peter Maffay daten möchte?

10. Die tägliche, schrecklich rassistische Frage: Warum du denn diese „Ching Chang Chong“-Musik hörst.

Es ist erschreckend und traurig, dass überhaupt noch solche Begriffe benutzt werden und nicht nur ein Genre, sondern eine ganze ethnische Gruppe immer wieder beleidigt wird.

11. Vor allem, weil du die Texte ja eh nicht verstehst.

Komischerweise stört das nie jemanden, wenn alle mit ihrem Hintern zu „Ai Se Eu Te Pego“ oder „Despacito“ wackeln, obwohl auch hier der Großteil den Text nicht versteht. K-Pop Fans organisieren sich sehr gut, um Songtexte zu übersetzen und durch die Beliebtheit des Genres haben auch immer mehr Personen angefangen, Koreanisch zu lernen. Gruppen wie BTS haben zudem selbst Videos und Bücher herausgebracht, in welchen sie Fans spielerisch Koreanisch beibringen.

12. Wenn es um die Idols selbst geht, kommt gerne: „Die schreiben ihre Songs ja eh nicht selbst.“

Tatsächlich gibt es aber eine Liste von Idols, die zeigt, wie viele Songs jeweils unter ihrem*seinem Namen existieren. Mit seinen 32 Jahren ist G-Dragon aus der K-Pop Gruppe Big Bang hier auf Platz 2: Mit 174 eigenen Songs.

13. Schließlich seien die Idols ja eh alle nur die willenlosen Marionetten, die nichts zu sagen haben.

Natürlich sind die Verträge um einiges strenger als in der westlichen Welt und es gibt einige Regeln und Entscheidungen, die niemand so ganz nachvollziehen kann. Aber zu behaupten, dass die Idols gar kein Mitspracherecht haben, ist dehumanisierend und spielt in das Vorurteil, dass asiatische Personen eh nur Unterhaltungs-Sklaven seien.

14. Und alles was die Gruppen können, ist hübsch auszusehen.

Abgesehen davon, dass fast jedes Idol mindestens zwei bis drei Jahre Trainee ist, um Gesang, Rap, Tanz und generellen Ausdruck zu perfektionieren, haben K-Pop Gruppen in den letzten Jahrzehnten Wahnsinniges geleistet. Beispiele hierfür ist BM der Gruppe Kard, der eine Kampagne gegen Mobbing und Diskriminierung gründete, sowie ganz BTS, die vor den United Nations für UNICEF eine Rede darüber hielten, dass es wichtig ist, die eigene Stimme zu nutzen und seine Meinung zu wichtigen Themen zu sagen:

Rubriklistenbild: © SM Entertainment / BigHit Entertainment

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