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Diese Frauen erzählen offen und ehrlich, warum sie keine Kinder kriegen möchten

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Lachende Frau in wehendem Kleid

Wenn Frauen keinen Kinderwunsch verspüren, stößt das immer noch oft auf Unverständnis. © Imago

Frauen, die keine Kinder haben wollen, schlägt in der Gesellschaft immer noch viel Skepsis entgegen. Sie werden entweder dafür belächelt, keine Mutter werden zu wollen, oder als egoistisch beschimpft.

Das Thema verdient mehr Akzeptanz und weniger gesellschaftlichen Druck. Daher haben wir die Frauen der BuzzFeed Community gebeten, uns zu erzählen, warum sie keinen Kinderwunsch haben. Dies ist eine Auswahl von fast 500 Antworten:

1. „Ich habe Angst, dass ich so ende wie meine leibliche Mutter und dass die Kinder dann ins Pflegeheim kommen. Ich weiß nicht, ob ich ihnen das antun will.“ —keke98

2. „Ich habe einige Gründe: Zum einen gefällt mir die Vorstellung nicht, ein Kind zu gebären und meinen Körper den Veränderungen zu unterziehen.“
„Zum Anderen möchte ich nicht mein ganzes Leben für Kinder umkrempeln. Meine Neffen reichen mir völlig. Außerdem wüsste ich gar nicht, wie ich einen Nachnamen für das Kind auswählen soll. Nehme ich meinen oder den meines Partners? Ich habe das Gefühl, die Person ist dann das Oberhaupt der Familie.“ —chapstick

3. „Ich habe eine bipolare Störung, genau wie mein Vater. Mein Kind hätte die gleiche genetische Veranlagung für die Erkrankung.“
Zwar lässt sich damit umgehen, aber sie erschwert das Leben auch. Mir wäre auch nicht wohl dabei, in der Schwangerschaft und Stillzeit meine Stimmungsstabilisierer zu nehmen. Ohne die Einnahme würde ich jedoch eine postpartale Depression oder Psychose riskieren. Daher halte ich mich nicht für mental stark genug, eine Mutter zu sein. —eureka15

4. „Ich wusste schon als ich klein war, dass ich keine Kinder haben will. Ich hatte keine Lust auf Puppen und mochte auch Babys nicht.“
„Manche in meiner Familie wollten, dass ich meine Meinung ändere. Das habe ich nie getan. Ich habe einfach keinen Mutterinstinkt. Die gesellschaftlichen Anforderungen an Frauen, Kinder zu erziehen und den Haushalt zu schmeißen, haben meine Entscheidung noch verstärkt. Ich habe Genderklischees schon immer verabscheut und stets dafür gekämpft, als fähig wahrgenommen zu werden. Ich wollte nicht bestimmte Ideale erfüllen müssen.

Außerdem habe ich mitangesehen, wie mein Bruder mit der Erziehung meines Neffen zu kämpfen hatte, den er sehr jung bekam. Er hat viel für ihn aufgeben müssen und hatte finanzielle Schwierigkeiten. Ich wurde sowas wie ein weiteres Elternteil, wenn seine Eltern manches nicht geschafft haben oder nicht bezahlen konnten. Mir hat‘s Spaß gemacht, Zeit mit ihm zu verbringen, und Dinge mit ihm zu unternehmen. Das reicht mir. Ich fand‘s gut, dass mein Neffe am Ende des Tages auch wieder nach Hause gegangen ist.“ —panda_13

Eine Frau spielt mit einem Kind.

Manche Frauen sehen im Kinderkriegen ein gesellschaftliches Klischee, das sie nicht erfüllen wollen. © Imago

5. „Ich bin eine wandernde Seele und liebe es zu reisen. Meine bessere Hälfte möchte auch keine Kinder.“ —l44172b2d2

6. „Ich kann keine Kinder bekommen.“
„Als meine Mutter davon erfahren hat, war sie, im Gegensatz zu mir, am Boden zerstört. Ich hatte ehrlich gesagt das Gefühl, dass mein Körper mir einen Gefallen tut. Ich wollte nie Kinder haben, auch als ich noch gar nicht wusste, dass ich keine haben kann. Lieber bin ich die lustige Tante.“
—natalieg47790f622

7. „Ich glaube, ich bin zu selbstbezogen, um ein Kind zu haben.“
„Ich mag, dass mein*e Verlobte*r und ich essen können, was wir wollen, in die Restaurants unserer Wahl gehen und allgemein das tun können, wonach uns der Sinn steht. Wir müssen uns keine Gedanken um die Kinderbetreuung machen. Ich liebe unsere Freiheit.“ —b4e0a1c1c8

Pärchen entspannt auf dem Dach.

Viele sehen im Kinderkriegen einen Einschnitt in ihre Freiheit. © Imago

8. „Ich war mal eine total mütterliche Person. Damals dachte ich, dass ich niemals in Erwägung ziehen würde, keine Kinder zu haben.“
„Dann hatte ich eine schwere Kopfverletzung, die mein Leben komplett verändert hat. Jetzt muss ich ständig so viele Dinge tun, ich brauche viel zu viel meiner Aufmerksamkeit, um sie zu teilen. Hinzu kommt, dass ich in meiner Schwangerschaft die Schmerzmittel absetzen müsste. Da ich eine Behinderung habe und auf staatliche Hilfe angewiesen bin, hätten Kinder nicht die gleichen Optionen, die ich hatte. Das würde ihr Leben viel schwieriger machen.

Hinzu kommt, dass ich keine Kinder in diese Welt setzen will. Ich würde vielleicht adoptieren oder ein Pflegekind aufnehmen. Doch selbst ein Kind bekommen möchte ich nicht.“

9. „Ich wurde mein ganzes Leben lang gemobbt, vor allem wegen meines Aussehens. Hinzu kommen Probleme mit der geistigen Gesundheit, die es in meiner Familie gibt.“
„Ich hatte Depressionen und kämpfe immer noch mit Angstzuständen. Ich möchte nicht, dass ein Kind dasselbe durchmachen muss. Ohne eigene Kinder kann ich mich auf meinen Neffen und meine Nichten konzentrieren.“

10. „Als ich 30 wurde und geheiratet habe, fand ich immer neue Gründe, keine Kinder zu bekommen: Arbeit, meine Hunde, ein bisschen mehr reisen und so weiter.“
„Als ich 34 war, habe ich meine Pille abgesetzt und bin innerhalb von zwei Wochen schwanger geworden. Doch statt mich zu freuen, hatte ich einfach Angst. Nicht nur die Vorstellung der Geburt, hat mir Angst gemacht (auch wenn die Schwangerenlektüre der Horror war). Mich hat einfach alles verängstigt: monatelang mit einem Neugeborenen zu Hause zu sein, keinen Schlaf bekommen, meine Identität, meine Karriere, meinen Körper, meine Freiheit verlieren ... Mir war außerdem furchtbar schlecht und ich habe schwanger sein einfach gehasst. Alle haben gesagt, das seien nur die Hormone. Nach elf Wochen hatte ich einen Abort. Dadurch bekam ich ein furchtbar schlechtes Gewissen. Wegen all dieser Gefühle, die ich im Vorfeld hatte, gab ich mir selbst die Schuld.

Einige meiner Freundinnen waren etwa zur gleichen Zeit schwanger. Als sie ihre Babys bekamen, hat das bei mir ganz unterschiedliche Gefühle ausgelöst: Trauer, Freude, Schmerz, doch vor allem Erleichterung. Dadurch habe ich mich wieder schuldig gefühlt. Ich habe wieder angefangen zu verhüten und beschloss, dass ich einfach noch nicht bereit war. Dieses Gefühl hat sich nie eingestellt.“ —elleboogie555

Eine Frau schaut zufrieden nach links

Eine Frau berichtet, nach einem Schwangerschaftsabort keinen Kinderwunsch mehr verspürt zu haben. © Imago


11. „Zwar würde ich gerne Kinder haben, doch seitdem ich 11 war, kämpfe ich mit PCOS (polyzystisches Ovarsyndrom).“
„Wegen meiner Familiengeschichte weiß ich, dass Schwangerwerden für mich nicht leicht sein würde. Ich komme aus einer hispanischen Familie und wurde schon früh dahingehend geprägt, dass Frauen irgendwann Mütter werden. Ja, das ist altmodisch, aber ich habe mir nichts anderes gewünscht. Als mir klar wurde, dass eine Schwangerschaft für mich unwahrscheinlich ist und viel emotionalen Schmerz bedeuten würde, bekam ich Depressionen. Meine Eltern wollten, dass ich in einer psychiatrischen Einrichtung aufgenommen werde. Sattdessen ging ich zur Therapie. Seitdem habe ich die bewusste Entscheidung getroffen, keine eigenen Kinder bekommen zu wollen. Ich hoffe, später adoptieren oder ein Pflegekind aufnehmen zu können.“

12. „Seitdem ich 12 war, habe ich für meine Mutter gesorgt. Vor Kurzem bin ich 18 geworden und sie ist eine Woche später verstorben.“
„Jetzt bin ich der Vormund meines jüngeren Bruders und sorge für ihn. Kinder zu haben würde bedeuten, mich den Rest meines Lebens um jemanden kümmern zu müssen. Ich glaube, das möchte ich nicht. —zoeostle

13. „Ich habe jahrelang mit einer Essstörung und Körperdysmorphie zu kämpfen gehabt.“
„Das habe ich mehr oder weniger überwunden. Doch kann ich mir nicht vorstellen, mich von den Veränderungen durch Schwangerschaft und Geburt körperlich oder mental zu erholen. Ich fürchte, das würde mich zurückwerfen. So könnte ich meinem Kind nicht die Liebe und Fürsorge zuteil kommen lassen, die es verdient.“ —lawpwn

14. „Ich hatte nie den Drang mich fortzupflanzen. Diese Erwartung an mich war mir immer sehr unangenehm.“
„Ich finde, Leute sollten nur Mutter werden, wenn sie sich kein anderes Leben vorstellen können. Dauerhaftigkeit sorgt bei mir für Unwohlsein und ein Kind ist nun mal ein sehr dauerhafter Lebenswandel. Außerdem halte ich es für sozial unverantwortlich. Überbevölkerung gepaart mit Klimawandel schreit nur so nach Katastrophen, Hunger und Tod. Ich finde, Regierungen sollten für Ein-Kind-Familien und Adoption werben, falls Leute wirklich unbedingt Kinder haben wollen. Der Planet kann uns nicht ernähren, wenn wir so weitermachen wie bisher.“ —gemmad4bac2a9ec

15. „Ich habe einen Traumjob, der viel Zeit und Energie fordert.“
„Er bedeutet mir sehr viel. Ich habe vor, den Job über mein Privatleben zu stellen. Da möchte ich kein Kind dazu zwingen, in einem Haus großzuwerden, in dem die Mutter den Job wichtiger findet. Wegen meiner Arbeit muss ich mich wirklich zwischen Kindern und meinem Traum entscheiden. Ich könnte Kinder kriegen und es trotzdem versuchen, aber ich hätte einfach nicht genug Zeit und Energie ein gutes Elternteil zu sein. Ich habe lange auf diesen Traum hingearbeitet und könnte mir nicht verzeihen, wenn ich ihn aufgeben würde.“ —mermaid04

Lächelnde Frau mit Sonnenbrille

Job oder Familie? Viele entscheiden sich für die Arbeit. © Imago

16. „Ich arbeite mit erneuerbaren Energien und versuche zu tun, was ich kann. Noch ist nicht alle Hoffnung erloschen. Und ich muss es einfach versuchen, meinen Nichten und meinem Neffen zuliebe.“
„Ich war wirklich wütend auf meine Schwester, als sie ihre dritte Schwangerschaft verkündet hat. Ich habe mich einfach damit abgefunden, Menschen nicht zu sagen, dass ich keine Kinder möchte. Ich bin schon nach dem zweiten oder dritten Date sitzen gelassen worden, wenn das Thema zur Sprache kam. Doch ich finde es wichtig, sich gegen gesellschaftliche Erwartungen zu stellen.“ —divillayoukay

17. „Ich arbeite mit Kindern, die sehr schwere Behinderungen haben. Ich habe sie sehr lieb, aber ich hätte nicht die Geduld, so ein Kind selbst großzuziehen.“
„Das Risiko, ein Kind mit Behinderungen zu bekommen, ist immer da. Das ist nichts gegen Menschen mit Behinderungen. Wir sind alle unterschiedlich. Doch so einem Kind das bestmögliche Leben zu bieten ist eine Menge Arbeit. Ich bewundere die Eltern meiner Schüler*innen, weil sie ihr Bestes geben und sich immer für ihre Kinder einsetzen. Ich könnte das nicht.“ —theveeveemcq

18. „Ich will nicht unterbewusst wie meine Mutter werden. Sie hat mich emotional und verbal missbraucht, ist manipulativ und hat ihre Fehler nie eingesehen.“
„Als ich sie damit konfrontiert habe, hat sie mir ein schlechtes Gewissen einreden wollen, weil sie das große Opfer gebracht hat, Mutter zu werden. Sie hat meinen Geschwistern eingeredet, ich sei undankbar für alles, was sie für mich getan hat. Ich bin 15, tut mir leid, dass du mir Obdach und Nahrung geben musst, Mutter.“ —retrxjooviter

Eine lachende Frau

Manche Frauen verbringen einfach nicht gern viel Zeit mit Kindern. © Imago

19. „Ganz ehrlich? Ich mag die meisten Kinder nicht.“
„Ich finde, sie sind laut, nervig und unordentlich. Ich liebe meine Nichte und meine Neffen und verbringe gerne Zeit mit ihnen. Nach ein paar Stunden bin ich aber müde und fertig. Alle sagen, mit den eigenen Kindern ist das was anderes ... aber was, wenn nicht? Ich will nicht riskieren, ein Kind zur Welt zu bringen und nicht genau zu wissen, dass ich es hundertprozentig lieben und vergöttern werde.“ —winterwednesday9

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