1. BuzzFeed
  2. Buzz

Wir haben die „Victoria‘s Secret“-Badeanzüge für dich anprobiert

Erstellt:

Kommentare

Oben die Models von Buzzfeed mit den Badeanzügen, unten die „original“ Werbefotos
Wir haben die „Victoria‘s Secret“-Badeanzüge anprobiert. © victoraissecret.com / Kirsten King for BuzzFeed

Nach Jahren der Bewunderung der „Victoria‘s Secret“-Models haben wir uns dazu entschieden, einfach selbst Models zu werden.

Als junge Mädchen haben wir die Frauen bewundert, die wir in Zeitschriften gesehen haben und gehofft, dass wir vielleicht eines Tages als Erwachsene in den Spiegel schauen und die gleiche Schönheit erblicken würden.

Jeden Sommer werden wir mit den perfekten und makellosen Bildern der „Victoria‘s Secret“-Models konfrontiert. Und jeden Sommer fragen wir uns, warum wir uns nicht so perfekt fühlen, wenn wir den bestellten Badeanzug anziehen.

Wir haben beschlossen, unser eigenes Badeanzug-Fotoshooting am Strand von Malibu zu machen. Jede von uns hat ein Model ausgewählt und dann versucht, ihre Pose nachzumachen. Uns war das sehr wichtig, weil wir finden, dass Frauen aller Körpertypen, Größen und Ethnien diese Badeanzüge rocken können und ein genaues Bild davon bekommen sollten, was ein Strandkörper wirklich ist. Also haben wir genau das getan.

Nina:

Ich habe quasi einen Tauchgang am Nordpol gemacht, alles im Namen der Schönheit. Bitteschön!

Rechts das originale Werbefoto, links das nachgestellte Foto von Nina
Nina als „Victoria‘s Secret“-Model. © victoriassecret.com / Macey J. Foronda for BuzzFeed

Ehrlich gesagt, ich würde mir wünschen, dass wir wieder die alten Badeanzüge, die alles bedecken, tragen könnten. Ich habe ziemlich große Brüste und es ist wirklich schwer, einen Anzug zu finden, in dem ich mich bewegen kann, ohne dass sie raushüpfen. Ich habe naiverweise gedacht, dass diese Models einfach geschminkt werden, den Badeanzug anziehen, eine Pose einnehmen und sich fotografieren lassen. Ganz einfach. Aber es war nicht einfach. Der Sand war wirklich hart und tat mir an den Knien weh. Es war verdammt kalt an diesem Tag, und ich wollte meine Haare nicht im Pazifik-Eiswasser nass machen. Es war super schwierig, meinen Körper auch nur annähernd so aussehen zu lassen wie den der Models, egal wie sehr ich es auch wollte.

Der Anblick dieser Models hat mich ständig daran erinnert, dass ich in meinem gesamten Leben halt noch nie so dünn oder weiß gewesen bin, also kann ich auch nicht so tun, als wäre ich sie. Und das ist sche*ße, weil es verschiedene Arten gibt, "Bikinikörper" und Schönheit im Allgemeinen darzustellen. Aber wir werden mit einem bestimmten Bild manipuliert. Ich wünschte, ich könnte mal jemanden wie mich in einer Zeitschrift sehen, aber ich warte immer noch darauf.

Zitat von Nina: I wish I could see someone like me in a magazine, but I‘m still waiting.
„Ich wünschte, ich könnte mal jemanden wie mich in einer Zeitschrift sehen, aber ich warte immer noch darauf.“ © Kirsten King for BuzzFeed

Allison:

Links das originale Werbefoto, rechts die Nachstellung von Allison
Allison als „Victoria‘s Secret“-Model. © www.victoriassecret.com / Macey J. Foronda for BuzzFeed

Ich fühle mich eigentlich immer ziemlich unwohl, wenn ich einen Badeanzug trage, vor allem wenn es ein Bikini ist. Zum Glück habe ich einen Einteiler bekommen. Ich wäre wirklich nervös gewesen, wenn ich einen Bikini hätte tragen müssen, weil ich mich darin sehr nackt und entblößt fühle. Auch wenn ich nicht fotografiert werde. Jede:r hat Cellulite, Dehnungsstreifen und Fettpölsterchen. Nur du selbst konzentrierst dich auf deine "Problemzonen" - alle anderen interessiert das nicht. Ein Foto ist irreführend, weil es nur eine Millisekunde einfängt. Alles ist gebeugt oder gestaucht (oder mit Photoshop bearbeitet), also nicht echt. Es ist wichtig, das im Hinterkopf zu behalten.

Zitat von Allison: A photograph is so misleading because it‘s just capturing a millisecond.
„Ein Foto ist irreführend, weil es nur eine Millisekunde einfängt.“ © Kirsten King

Sheridan:

Links ist das originale Werbefoto zu sehen, rechts das nachgestellte Foto von Sheridan
Sheridan als „Victoria‘s Secret“-Model. © victoriassecret.com/ Macey J. Foronda for BuzzFeed

Das wird sich jetzt wirklich verrückt anhören, aber ich bin tatsächlich kein „Victoria‘s Secret“-Model. Ich weiß, das ist ein Riesenschock. Ich wünschte, dass ich von mir sagen könnte, dass ich eine sehr selbstbewusste 13-Jährige war, die sich nicht für „Victoria‘s Secret“-Engel interessiert hat. Aber dann würde ich mich selbst belügen. Ich habe immer Fotos von diesen Mädchen gesehen und gehofft, dass ich eines Tages auch so aussehen würde. Vor allem wie die, die immer gesagt haben: „Oh, ich mache gerne leichte Dehnübungen beim Training und ich liebe Burger.“ Was?! Wer zum Teufel bist du?

Ich war noch nie eine große Liebhaberin von Badeanzügen. Warum sind die so eng? Warum stützt keiner davon meine Brüste? (Oh und an die Leute, die sich jetzt um meine Gesundheit „sorgen“: Spart euch den Kommentar, dass ich einfach abnehmen soll, wenn ich keine Badeanzüge in meiner Größe finde). Stell dir also vor, wie aufgeregt ich war, als ich einen f*cking Badeanzug an einem f*cking Strand anziehen musste, auf dem mein f*cking Foto neben dem von Behati Prinsloo, einem namibischen Supermodel, die f*cking Adam Levine geheiratet hat, zu sehen war.

Ich sag‘s dir, das Posen tat so weh, ich kann es gar nicht richtig beschreiben. Der harte Sand, der Druck auf meine Knie, der unangenehme Griff an die Innenseite der Oberschenkel und die andere Hand an dem hinteren Knöchel. Ich war so was von fertig danach. Sehe ich sexy aus? Denn ich kann den Schmerz in meinen Augen sehen. Meine Brüste sehen auch so aus, als wollten sie aus ihrem engen Gefängnis ausbrechen - oh wait, sorry, ist das zu früh? Oh, hallo Bauchnabel!

P.S. Ich musste mir dafür die Beine rasieren, und das war ... eine ganze Weile her.

Zitat von Sheridan: I used to see photos of these girls and hope that one day I could look like that.
„Ich habe immer die Fotos dieser Frauen gesehen und gehofft, eines Tages so auszusehen wie sie.“ © Kirsten King for BuzzFeed

Lara:

Die Haare des Modells, das ich nachstellen musste, waren nass. Das bedeutet, dass ich meinen Kopf ins Meer tunken musste, was viel schwieriger ist, als man denkt.

Links das originale Werbefoto / Links das nachgestellte Foto von Lara
Lara als „Victoria‘s Secret“-Model. © www.victoriassecret.com / Macey J. Foronda für BuzzFeed

Badeanzüge und ich sind nicht wirklich gute Freundinnen. Eher Bekannte, die sich nie auf einen Kaffee treffen werden. Ich leide unter starken Bauchschmerzen und Blähungen, deshalb bin ich auch sehr unsicher, wenn es um meinen Bauch geht. Der Gedanke daran, dass sowas während des Shootings passieren könnte, hat mich nervös gemacht.

Außerdem ein großes Lob an Mutter Natur, dass sie mich mit einer Periode ausgestattet hat, die nur einige Stunden bevor ich einen weißen Mesh-Bikini tragen musste, losgelegt hat. Ich habe Endometriose, also ist meine Monatsblutung wirklich einfach nur die Hölle. Es war mir unangenehm, meinen Unterkörper zu zeigen. Ich hatte Schmerzen, aber vor allem wollte ich herausfinden, wie zur Hölle sie ihre Arme so bewegen konnte. Ich weiß es immer noch nicht, um ehrlich zu sein.

Ich glaube, dass es wirklich schwer ist, die Frauen in der Zeitschrift anzuschauen und sich mit ihnen zu identifizieren. Ich meine, sie sind wirklich makellos. Lange Zeit dachte ich, dass ich eines Tages so aussehen könnte wie sie, wenn ich mich einfach nur genug anstrengen würde. Nur noch eine Wanderung oder 30 Minuten mehr auf dem Laufband und ich würde es schaffen. Aber ich hab‘s nie geschafft. Ich möchte eine Zeitschrift, in der ich mir die Frauen ansehe und sagen kann: „Oh mein Gott, so bin ich“, und nicht: „Oh mein Gott, ich wünschte, das wäre ich.“

Zitat von Lara: I want a magazine that I can pick up and look at the women and say, “Oh my god, that’s so me,” not “Oh my god, I wish that was me.”
Ich möchte eine Zeitschrift, in der ich mir die Frauen ansehe und sagen kann: „Oh mein Gott, so bin ich“, und nicht: „Oh mein Gott, ich wünschte, das wäre ich.“ © Kirsten King für BuzzFeed

Kirsten:

Links ist das originale Werbefoto zu sehen, rechts das nachgestellte Foto von Kirsten
Kirsten als „Victoria‘s Secret“-Model. © www.victoriassecret.com/swimwear/bikinis / Macey J. Foronda für BuzzFeed

Ich glaube, ich habe die gleichen Ängste wie die meisten Frauen, wenn es darum geht, in etwas herumzulaufen und zu posen, das kaum den Hintern bedeckt. Mir war klar, dass ich aus meiner Komfortzone raus musste. Ich hätte aber nicht gedacht, dass ich in den Wellen planschen oder mein Haar im Wind wehen lassen würde, während im Hintergrund ein Calvin Harris-Song läuft. Außerdem habe ich direkt vor dem Shooting einen Fertigkuchen gegessen, was ich dann die ganze Zeit über bereut habe.

Das Schlimme an diesen Magazinen ist, dass man sich einfach sche*ße fühlt, wenn man sie anguckt. Man sieht sich die Badeanzüge und die Models an und der eigene Körper taucht einfach nirgendwo auf. Und das ergibt auch Sinn, denn es werden ja auch nicht Frauen nachgestellt, wie sie wirklich aussehen. Es ist ungesund, wenn Frauen nur ein einziges Bild davon haben, was ein "Bikini-Body" ist. Weil der Bikini-Body nicht der Körper eines Models ist, sondern DEIN Körper in einem Bikini.

Zitat von Kirsten: It‘s unhealthy for girls to only have one image of what a „bikini body“ is. Because a bikini body isn‘t a model‘s body, it‘s YOUR body in a bikini.
„Es ist ungesund, wenn Frauen nur ein einziges Bild davon haben, was ein ‚Bikini-Body‘ ist. Weil der Bikini-Body nicht der Körper eines Models ist, sondern DEIN Körper in einem Bikini.“ © Kirsten King

Kristin:

Links ist das original Werbefoto zu sehen, rechts das nachgestellte Foto von Kristin
Kristin als „Victoria‘s Secret“-Model. © www.victoriassecret.com / Macey J. Foronda für BuzzFeed

Zunächst einmal war dieser Badeanzug der Hammer. Ich hatte leider keine Pose, die zeigen konnte, wie toll er sich anfühlt. Aber ich hatte ihn den ganzen Tag an, bin damit rumgelaufen, habe Selfies gemacht und einfach Spaß gehabt. Ich glaube, dass ich gar nicht gemerkt habe, wie lang der Arm dieses Models eigentlich ist, bis ich versucht habe, die Pose nachzumachen - und mein eigener Arm auf halbem Weg über die Brüste stecken geblieben ist. Das ist wie die Pose, die man einnimmt, wenn man versucht, in der Gegenwart des Crushes ganz natürlich zu wirken und sich deshalb die Arme so um den Körper schlingt, dass man wie in einer Zwangsjacke aussieht. Damit meine ich, dass "natürliche" Posen bei vielen Menschen einfach nicht natürlich aussehen.

Ich glaube, alle dickeren Mädchen und Frauen lernen ziemlich schnell, welche "Posen" sich für Fotos am besten eignen. Das lernt man, wenn man viel Zeit damit verbringt, schlechte Bilder von sich selbst auf Facebook zu enttagen. Dann findet man das ziemlich schnell heraus. Für mich hat sich diese beinahe schon absichtlich unvorteilhafte Pose angefühlt, als würde ich mich selbst sabotieren. Es war wie: "Was machst du da, Kristin? Jetzt wird jede:r dein DUUUNKLES GEHEIMNIS kennen, dass deine Arme und Oberschenkel AUS MARSHMALLOOWWWSSSS sind."

Aber ehrlich gesagt: Das ist nicht schlimm. Marshmallows sind toll und ich bin es auch. Und du bist es auch.

Zitat von Kristin: For me, posing in a way that was almost intentionally unflattering felt like I was sabotaging myself.
„Für mich hat sich diese beinahe schon absichtlich unvorteilhafte Pose angefühlt, als würde ich mich selbst sabotieren.“ © Kirsten King für BuzzFeed
Bild mit Schrift: Final Thoughts
Abschließende Gedanken. © Kirsten King

Nina: Ehrlich gesagt, war es gar nicht so schlimm, wie ich dachte. Es macht mich nervös, meinen Körper fremden Personen im Internet zu zeigen und ich habe Angst davor, beurteilt zu werden. Aber wie bei den meisten Dingen in der Modebranche gilt auch hier, dass man sich nicht mit dem Model vergleichen sollte. Nur sehr wenige von uns allen sind überhaupt Models. Ich glaube, wenn ich nicht ein paar Tage lang vor dem Shoot die ganze Zeit dieses Bild angeguckt hätte, hätte ich mich selbstbewusster gefühlt. Man muss nicht wie das Model aussehen, um in diesen Badeanzügen hammer auszusehen!

Allison: Ich finde, jede:r sollte sich einmal in seinem Leben im Badeanzug am Strand fotografieren lassen. Da fühlt man sich wirklich super glamourös. Selbst wenn man sich vorher unsicher ist, ist es eine wirklich lustige Erfahrung gewesen. Sie hat mir geholfen, alle Unsicherheiten zu überwinden und einfach Spaß zu haben.

Sheridan: IDK. Ich glaube, ich bin über die Angels-Bewegung hinweg. Ich denke, es ist offensichtlich, dass jede Größe sexy sein kann, egal ob man eine 0 oder eine 20 trägt. Ich habe mich nicht 100 % wohl in einem Anzug gefühlt. Der war so eng, dass meine Brustwarzen um Gnade schrien. Aber ich hoffe, dass ich den Menschen da draußen damit zumindest zeigen kann, dass es okay ist, zu dem eigenen Körper zu stehen. Man muss nicht wie Behati aussehen, um einen Badeanzug zu tragen.

Mach das, was dich glücklich macht und am Ende wirst du okay sein. Natürlich wird es da draußen ein paar Idiot:innen geben, die der Meinung sind, dass der Körper eines Models die einzige Art von Körper ist, die begehrenswert ist. Aber ganz ehrlich: Sche*ß auf sie. Wir sind alle schön, wir sind alle sexy, wir sind alle fantastisch. Mit unseren Knochen und Dehnungsstreifen und Narben. Ok, sorry für diese Klischees, ich höre jetzt auf.

Lara: Ich möchte jeden einzelnen Körper feiern können. In letzter Zeit scheint es, als ob sich jeder zweite Online-Artikel, den man sieht, in irgendeiner Weise mit dem Körperbild beschäftigt. Und weißt du was? Dafür gibt es einen Grund. Bei diesem Shooting wurde mir klar, wie weit wir mit diesen Themen gekommen sind ... und wie weit wir noch gehen müssen. Ich werde nicht aufhören, darüber zu reden, bis ich nicht mehr höre, dass sich kleine Mädchen Sorgen um ihr Aussehen machen.

Es ist schwer sich nach Außen zu präsentieren und Modeln ist viel schwieriger, als ich es mir je hätte vorstellen können. Deshalb sende ich 1.000 Beifallsbekundungen an alle Models und 1.000 Beifallsbekundungen an uns Normalsterbliche. Wir sind vielleicht nicht alle Models, aber die Welt ist ein Laufsteg für uns alle. Tschüss!

Kirsten: Das hier war alles zu 100 % außerhalb meiner Komfortzone. Wenn es nach mir ginge, würde ich auf diesen Fotos einen schön konservativen Leinensack tragen. Aber auch wenn es mir Angst macht, mich so zu zeigen, finde ich es wichtig, dass Frauen und junge Mädchen sich selbst (und ihre unterschiedlichen Körpertypen) in den Massenmedien sehen. Wenn ich mir die Fotos meiner Kolleginnen und Freundinnen ansehe, die diese Badeanzüge tragen und absolut selbstbewusst sind, hilft mir das, weniger kritisch mit mir selbst zu sein. Selbstbewusst zu sein und dieses Selbstbewusstsein auszustrahlen, macht dich schön - mit all deinen „Fehlern“.

Kristin: Ich glaube, wenn man die VS-Models fragen würde, was sie über unsere Bilder denken, würden sie wahrscheinlich Dinge sagen wie: „Oh, dein Haar war so schön. Ich wünschte, mein Haar wäre so!“ Oder: „Wow, ich wünschte, ich hätte deinen Bauch!“ Jeder wünscht sich bestimmte Körpermerkmale, die jemand anderes hat, sogar wir, sogar „hübsche“ Models. Es ist wirklich schwer, objektiv zu sein, wenn es um den eigenen Körper geht - wenn also jemand etwas Nettes über dich sagt, solltest du ihm glauben. Denn diese Person wünscht sich wahrscheinlich, dass er oder sie diese schönen Sachen selbst hätte. Außerdem habe ich gelernt, dass es sehr leicht ist, im Sand umzufallen, wenn man eine fancy Model-Drehung macht. Also props to you, Models!

Ganz wichtig: Egal wie viel du wiegst und wie du aussiehst, du bist toll!

Dieser Post von Lara ParkerKirsten KingSheridan WatsonNina MohanKristin ChiricoAllison BaggMacey J Foronda wurde aus dem Englischen übersetzt.

Auch interessant

Kommentare