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Ist deine Periode zu stark? Wir haben Antworten für dich!

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Wie viel Blut ist eigentlich wirklich zu viel?

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BuzzFeed.de © Crystal Ro / Anna Aridzanjan / BuzzFeed

Wenn deine Periode eher stärker ist, fragst du dich wahrscheinlich, wie viel Blut eigentlich "zu viel" Menstruationsblut ist. Also haben wir zwei Frauenärztinnen alles gefragt, was du bezüglich starker Perioden so wissen wolltest und was man dagegen tun kann.

Auf die häufigsten Fragen haben Dr. Mary Jane Minkin, klinische Professorin für Geburtshilfe, Gynäkologie und reproduktive Wissenschaft an der Yale School of Medicine, und Dr. Cindy Basinski diese Antworten gegeben:

1. Was genau macht eine "normale" Periode aus?

Ein Muster gelegt aus pinken Menstruationstassen.
Was macht eine „normale“ Periode aus? © Westend61/Imago

Weil jeder Körper und jede Periode anders ist, ist es schwierig, eine Schwarz-Weiß-Definition für eine "normale" Periode abzugeben, so Minkin. Trotzdem gibt es ein paar Kriterien für eine typischerweise gesunde Periode:

• Sie kommt ziemlich regelmäßig, d. h. ca. einmal im Monat (das kann von 21 Tagen bis 35 Tage reichen).

• Sie dauert in der Regel etwa sechs Tage oder weniger.

• Wenn du deine Periode hast, benötigst du nicht mehr als einen Tampon oder eine Binde alle paar Stunden. Oder, falls du eine Menstruationstasse benutzt, blutest du nicht mehr als etwa 80 Milliliter pro Periode (was du je nach Fassungsvermögen deiner Tasse überprüfen kannst).

2. Was bedeutet es dann also, eine starke Periode zu haben?

Tampons, Binden und eine Menstruationstasse aus der rote Sternchen auslaufen.
Eine starke Periode? © Panthermedia/Imago

Es gibt zwei Möglichkeit, zu viel zu bluten: die tatsächliche Menge an Blut und die Anzahl der Tage, die du blutest. Medizinisch gesprochen besteht die Definition einer starken Periode darin, dass du mehr als 80 Milliliter im Laufe deiner Periode blutest bzw. deine Periode eine ganze Woche oder länger dauert.

Da du aber wahrscheinlich nicht die Angewohnheit hast, dein Menstruationsblut zu messen, kannst du stattdessen nach praktischen Anzeichen Ausschau halten: "Wenn du während deines Zyklus mehrfach Flecken auf vielen Klamotten hinterlässt oder Handtücher auf Möbel oder Bettwäsche legen musst, um Blut aufzufangen, ist es wahrscheinlich, dass du während deiner Periode mehr blutest als der Durchschnitt", sagt Basinski. "Wenn du deinen Tampon oder deine Binde an einem beliebigen Tag mehr als alle paar Stunden wechselst (bzw. deine Menstruationstasse entleerst), hast du wahrscheinlich eine starke Blutung."

3. Und wie sieht es mit den guten alten Blutklumpen aus?

Eine aufgefaltete Binde mit zwei roten Rosen darauf.
Die guten alten Blutklumpen © Panthermedia/Imago

Jawohl, diese erfüllen höchstwahrscheinlich auch die Kriterien für starke Blutungen: Achte auf Klumpen, die so groß wie eine 50-Cent-Münze oder größer sind, denn wenn du diese siehst, dann verlierst du wahrscheinlich während deines Zyklus überdurchschnittlich viel Blut, erklärt Basinski.

4. Okay - aber wie stark ist wirklich "zu" stark?

Ein Tampon eingehüllt in rotem Glitzerstaub.
Was ist „zu“ stark? © Panthermedia/Imago

Ehrlich gesagt ist das total subjektiv. Minkin hatte Patientinnen, die eine ziemlich normale Blutung hatten, aber überzeugt waren, dass es aus ihnen herausströmen würde wie bei den Niagarafällen, während andere Patientinnen tatsächlich auf Wasserfallniveau waren, sich aber gar nicht darum kümmerten.

Es ist also dann zu viel, wenn es dich in deinem Alltag einschränkt und stört. "Zum Beispiel musst du sehr oft ins Bad gehen, weil du die ganze Zeit Angst hast, Flecken zu hinterlassen", sagt Basinski. "Oder du sagst Pläne ab, weil du deine Tage hast und das Gefühl hast, das Haus nicht verlassen zu können. Oder dein Sexleben und deine Beziehungen werden dadurch gestört. Es gibt keine wissenschaftliche Grenze, die du überschreiten musst: Wenn sie DIR zu stark ist, dann ist sie zu stark.

5. Ähem, klingt ganz nach mir! Sollte ich mir Sorgen machen?

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Mach dir keine Sorgen, geh aber definitiv zu deiner Ärztin oder deinem Arzt, damit du anfangen kannst, was dagegen zu tun! Starke Menstruationsblutungen sind weit verbreitet: Etwa ein Drittel der Frauen werden laut dem American College of Obstetricians and Gynecologists deswegen behandelt. Und während eine starke Blutung ein Zeichen für ein Gesundheitsproblem sein kann, das behandelt werden sollte, solltest du nicht die Nerven verlieren, bis du weißt, was los ist.

6. Alsooooo: Warum haben manche Leute höllische Alptraum-Perioden, während andere total gut mit Tampons lite und Slipeinlagen klarkommen?

Ein Muster gelegt aus Binden mit roten Flecken darauf.
„Manche Menschen bluten einfach stärker als andere.“ © Westend61/Imago

Ehrlich gesagt ist der Grund für eine starke Periode manchmal unbekannt: Manche Menschen bluten einfach stärker als andere, sagt Minkin. Dennoch gibt es ein paar Dinge, die mit starken Menstruationsblutungen in einen Zusammenhang gebracht werden (wenn auch nicht immer):

Strukturelle Abnormalitäten wie Myome und Polypen, welche in der Gebärmutter wachsen. Weitere Informationen zum Unterschied zwischen beiden findest du hier.

Ein unregelmäßiger Eisprung, der durch die Pubertät und Perimenopause oder Gesundheitsprobleme wie das polyzystische Eierstock-Syndrom bzw. eine Schilddrüsenunterfunktion verursacht wird. Denn wenn du keinen regelmäßigen Eisprung hast, kann die Gebärmutterschleimhaut sehr dick werden. Und wenn du deine Periode dann endlich bekommst? "Dann ist es ein Blutbad", sagt Minkin.

Endometriose. Auch bekannt als eine Erkrankung, bei der das Gewebe, das normalerweise das Innere der Gebärmutter auskleidet, außerhalb der Gebärmutter wächst (typischerweise in deinen Eierstöcken, Eileitern oder Beckenorganen).

Beckenentzündungskrankheit. Auch bekannt als Infektion der weiblichen Geschlechtsorgane, was meist (aber nicht immer) die Komplikation einer Geschlechtskrankheit ist.

Blutungsstörungen, die dazu führen, dass das Blut nicht richtig gerinnt.

Bestimmte Medikamente wie Blutverdünner und Aspirin.

Endometriumkrebs. Dies ist jedoch selten und wird für gewöhnlich bei Frauen diagnostiziert, die die Wechseljahre schon hinter sich haben — dies bedeutet, dass eine starke Menstruationsblutung definitiv ein Zeichen dafür ist, dass etwas nicht in Ordnung ist.

Das klingt nach ziemlich viel — danke, Körper — falle aber dennoch nicht auf Dr. Google herein. Deine Ärztin oder Arzt hilft dir dabei, herauszufinden, was wirklich los ist.

7. Meine Ärztin hat mir gesagt, dass meine Periode normal sei. Ehrlich gesagt fühlt sie sich aber nicht normal an. Was sollte ich tun?

Muster gelegt aus roten, vollgesogenen Tampons.
„Hol dir eine zweite Meinung.“ © Westend61/Imago

Die meisten Ärzte möchten dir wirklich helfen. Sorge also dafür, dass du bei deinem Termin so viele Informationen wie möglich zu deinen Symptomen bereithältst, rät Basinski. Je genauer die Angaben sind, die du zu deinem Menstruationszyklus machen kannst, umso besser. Daher ist es echt hilfreich, eine App oder einen Kalender zu nutzen, um deine Periode zu tracken und einen Überblick darüber zu behalten. Falls nicht, dann ist das auch okay. Sei aber darauf vorbereitet, Fragen zu deinen letzten paar Zyklen zu beantworten, wie zum Beispiel die, wie lange dein Zyklus gedauert hat, wie viele Tage du geblutet hast, die Intensität der Blutung usw.

Mach dir auch gerne Notizen, damit du nichts vergisst – sowohl zu deinen Fragen, als auch zu Infos zu deiner Menstruation. Und bitte: Spiele die Symptome nicht herunter. Es ist nämlich Fakt, dass sexistische Klischees einer richtigen Diagnose im Weg stehen können: Symptome von Frauen werden leider immer noch weniger ernst genommen als die von Männern. Und Frauen wurden von Beginn an dazu erzogen, Schmerzen und Symptome zu "ertragen" und als nicht so wichtig zu betrachten.

Und wenn du keine gute Erfahrung mit deiner Ärztin oder deinem Arzt machst oder ihr einfach nicht gut zueinander passt: Hol dir eine zweite Meinung und wechsle die Praxis, wenn nötig. Ärztinnen und Ärzte möchten dir gerne helfen und eine gute Patientinnenbindung aufbauen.

8. Kann ich bezüglich der starken Blutung irgendwas tun oder muss ich halt einfach so leben?

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Es gibt eine Menge Dinge, die du tun kannst! Eine starke Blutung, die deinen Alltag einschränkt, sollte behandelt werden, egal ob du gelernt hast, dass beschissene Perioden einfach etwas sind, womit du umgehen musst. Natürlich wird deine Ärztin oder dein Arzt die Person sein, der dir zur besten Behandlung raten wird. Aber nur zu deiner Info kommen hier ein paar Optionen, die genannt werden können:

Hormonbehandlungen wie z. B. die Antibaby-Pille, Hormonspiralen und Hormonspritzen. "Diese Behandlungen funktionieren gut bei jungen Frauen, weil diese oftmals rückgängig gemacht werden können und die Fruchtbarkeit aufrechterhalten, falls diese Frauen einen Kinderwunsch haben", sagt Basinski.

Andere Medikamente, die den Blutfluss steuern. Dinge wie Ibuprofen können laut Basinski den Blutfluss in moderatem Maß verringern. Desweiteren gibt es Medikamente wie Tranexamsäure (wie Lysteda), die du während deiner Periode einnimmst und die deine Blutgerinnung unterstützen.

Eine OP, um Myome und Polypen loszuwerden, falls du diese hast.

Uterusmyom-Embolisation, die zur Behandlung von Myomen verwendet wird. Dabei werden Blutgefäße zur Gebärmutter blockiert, so dass Myome nicht wachsen können. Da der Arzt einen Katheter verwendet, um embolische Wirkstoffe in die Gebärmutterarterien zu spritzen, die die Blutzufuhr unterbrechen, ist dies eine Alternative für alle, die keine OP zur Behandlung von Myomen wünschen, erklärt Minkin.

Endometriumablation, welche eine Prozedur ist, bei der die Gebärmutterschleimhaut zerstört wird, um die Menstruationsblutung zu stoppen bzw. zu reduzieren. Laut Basinski stehen mehrere verschiedene Technologien zur Endometriumablation zur Verfügung. Die meisten davon dauern wenige Minuten und können ambulant durchgeführt werden, obwohl manche Ärzte auch den OP-Saal nutzen. Obwohl dies auch die Fruchtbarkeit einschränkt, bestehen hier nicht die OP-Risiken einer Hysterektomie. "Man nimmt nicht das ganze Organ heraus, sondern entfernt nur die innere Funktion eines Organs", sagt Basinski.

Eine Hysterektomie, d. h. die operative Entfernung der Gebärmutter. Laut Basinski finden Patientinnen Hysterektomien deshalb attraktiv, da diese zu 100% effektiv sind: Keine Gebärmutter, keine Perioden! — und diese werden in der Regel für ernstere Fälle abnormaler Blutungen diskutiert, wenn andere Behandlungsmöglichkeiten versagen oder keine Option darstellen.

9. Wunderbar! Gibt es sonst noch etwas, das ich wissen sollte?

Wir haben so ziemlich alles abgedeckt! Nochmal ganz deutlich: Starke Perioden sind ätzend, und es gibt stets Wege, deine Lebensqualität zu erhöhen. Sprich also mit Profis.

Vielen Dank! Generell können wir mehr und offener über unsere Periode sprechen. Schreib uns also gerne in die Kommentare, was du schon immer wissen wolltest. Und wenn du jetzt noch mehr Ratschläge zum Thema Menstruation suchst, kannst du dir diese Menstruationstassen-Tipps von Menschen durchlesen, die sie tatsächlich benutzen.

Dieser Artikel erschien zuerst auf Englisch.

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