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„Jetzt schulden sie ihm 450.000 $“ – Ein Mann hat das Gerichtsverfahren nach einer Geburtstagsfeier auf der Arbeit gewonnen

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„Niemand will deine Party, Janet!“

In Kentucky wurde ein Mann dafür gefeuert, dass er auf seiner Geburtstagsparty auf der Arbeit eine Panikattacke bekommen hat.

Nun wurden ihm in einem Gerichtsverfahren 450.000 US-Dollar zugesprochen. Der Mann hatte seine Arbeitskolleg:innen darum gebeten, ihm aufgrund seiner Angststörung KEINE Geburtstagsparty zu schmeißen, aber sie haben es trotzdem getan.

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Der Mann hatte die Party nicht gewollt, weil seine Angststörung dazu führt, dass er Panikattacken bekommt, wenn die Aufmerksamkeit allein auf ihn gerichtet ist. Seine Arbeitgeber:innen sagen, dass sie seine Bitte vergessen und ihm deshalb trotzdem eine Geburtstagsparty geschmissen haben. Der Mann hat sich dazu entschieden, in seinem Auto Mittag zu essen, anstatt die Party zu besuchen.

Aber dann, am nächsten Tag, wurde er in ein Meeting gerufen und, wie in der Klage beschrieben wird, wurde er dort damit „konfrontiert und dafür kritisiert“, wie er auf die Party reagiert hat. Die Party, über die er ihnen ausdrücklich gesagt hat, dass sie bei ihm zu einer Panikattacke führt. Ein paar Tage später wurde er gefeuert.

Viele Menschen auf Twitter hoffen, dass diese Klage den Arbeitgeber:innen 450.000 Gründe gibt, die mentale Gesundheit von Arbeitnehmer:innen ernst zu nehmen.

„Es tut mir leid, dass er dadurch musste, aber es muss an Arbeitsplätzen wirklich verstanden werden, dass mentale Gesundheitsprobleme real sind. Vielleicht helfen 450.000 US-Dollar ja dabei, dass sie es besser verstehen.“

Und andere haben sich auf die Details in der Geschichte fokussiert, die am Meisten in Rage versetzen. Berichten zufolge soll der Mitarbeiter dafür beschuldigt worden sein, dass er seinen Kolleg:innen die „Freude genommen“ hat, als er die Party abgelehnt hat.

„Diese Passagen [des Gerichtsdokuments] haben mich am meisten wütend gemacht. ‚Er hat anderen Kolleg:innen die Freude genommen‘. ‚Gewalt am Arbeitsplatz‘. ‚Als ein Arbeitgeber, der seine Mitarbeiter:innen an erster Stelle stellt.‘ ‚Meine Mitarbeiter:innen waren die Opfer‘.“

Manche Menschen mit einer Angststörung teilen mit, wie betrogen und panisch sie sich an seiner Stelle gefühlt hätten. Eine Panikattacke kann sich tatsächlich so anfühlen, als ob man vor Angst stirbt – es lohnt sich also nicht, jemanden diesen Schmerz durchleben zu lassen, nur weil man ein Stück Kuchen möchte.

Twitter Kommentar von einer Person, die eine Sozialphobie hat und auch nicht damit klarkommen würde, wenn ihr eine Party geschmissen würde.
Niemand will deine Party, Janet! © Twitter: Annonym

„Ich habe eine Soziale Phobie. Mein größter Albtraum ist es, wenn viel Aufwand um mich gemacht wird und gesungen wird und ich in einem Raum voller Menschen Geschenke aufmachen muss. Und das alles, während ich eine schlechte Buffet-Auswahl essen und so tun muss, als wäre ich dankbar. Niemand will deine Party, Janet!“

Und weil Gespräche über mentale Gesundheit am Arbeitsplatz noch nicht ganz normalisiert sind, müssen Arbeitgeber:innen und Mitarbeiter:innen wirklich lernen, zu respektieren, wenn Menschen offen kommunizieren, was sie brauchen.

Twitter Kommentar darüber die Wichtigkeit, Grenzen zu respektieren.
Grenzen müssen respektiert werden! © Twitter: Annonym

„Ich würde mir wirklich wünschen, dass mehr Leute verstehen, dass wenn jemand mit einer Angststörung eine Grenze setzt, diese Person das nicht sagt, weil sie nicht will, dass du dir die Mühe machst. Es bedeutet, dass diese Person sich nicht wohl damit fühlt und dieses hohe Level an Angst/Panik nicht erleben möchte. Jemand, der keine Angststörung hat, würde vielleicht denken, dass es keine große Sache ist, aber einige von uns können mit so viel Stimulation nicht gut umgehen und fühlen uns damit nicht wohl. Es ist wirklich Bullsh*t, dass sie ihn gefeuert haben, obwohl er ihnen gesagt hat, dass er sich mit der Party nicht wohlfühlt.“

Andere haben darauf hingewiesen, dass manche Menschen tiefgreifende persönliche oder religiöse Gründe dafür haben, ihren Geburtstag nicht feiern zu wollen, und dass andere diese Wünsche respektieren sollten.

Meine Freundin von der Arbeit wollte keine Geburtstagspartys, weil ihr Vater an ihrem Geburtstag gestorben ist. Wir haben ihren Wunsch jahrelang respektiert, bis ein Überflieger angestellt wurde, der mit seinen Geschenken und Gefallen immer im Mittelpunkt stehen musste und ihr jedes Jahr, in dem sie da war, eine Party geschmissen hat.“

Es wurde auch darüber diskutiert, warum in manchen Berufen darauf bestanden wird, dass eine persönliche Geburtstagsfeier für Angestellte geschmissen wird.

„Viele Jobs tun solche Dinge, damit du dich am Arbeitsplatz wohler fühlst und es so einfacher ist, deine Arbeit auszunutzen. Ich meine, es ist gut, wenn du deinen Arbeitsplatz magst, aber die Motive dahinter sind nicht immer die, von denen Leute denken, dass es sie sind.“

Andere haben von ihren eigenen frustrierenden Erfahrungen berichtet, wie ihre total angemessenen Wünsche am Arbeitsplatz missachtet wurden.

„Arbeitsplätze MÜSSEN auf ihre Mitarbeiter:innen hören. Ich hatte einmal ein Training etc. und hab ihnen gesagt, dass ich es bevorzuge, mir selbst Mittagessen aus den Läden in der Nähe zu holen. Sie haben darauf bestanden, mir etwas zu holen, das letztendlich nicht einmal gut geschmeckt hat. Ich habe so viel Respekt für sie verloren. Lasst die Leute doch so sein, wie sie es wollen.“

Und es gab noch so viele weitere ärgerliche Geschichten, wie von dieser Person, deren HR dachte, dass es völlig in Ordnung sei, eine christliche Weihnachtsfeier für alle obligatorisch zu machen.

„Wir hatten eine HR-Frau, die uns sagte, dass wir eine Weihnachtsparty haben würde und dass diese verpflichtend wäre. Als ich ihr sagte, dass wir eine beträchtliche Anzahl an jüdischen, hinduistischen und muslimischen Mitarbeitern haben und wir es vielleicht einfach einen ‚Feiertag‘ nennen sollten, wurde sie sehr wütend und sagte ‚Sie kommen schon drüber hinweg‘.“

Und diese Person, die sich tatsächlich einen neuen Job gesucht hat, um einer Geburtstagsparty zu entkommen.

„Ich schätze diese Geschichte sehr. Ich hatte einmal eine Vorgesetzte, die sagte, dass alle dazu verpflichtend sind, ihren Geburtstag zu feiern. Ich hab ihr gesagt, dass ich das nicht tun werde. Sie sagte, dass es alle tun müssen. Ich hatte dann zwei Monate vor meinem Geburtstag einen neuen Job.“

Und von diesem zutiefst unmenschlichen Manager, der sauer auf einen Mitarbeiter wurde, der einen Krampfanfall bekommen hat.

Ein Twitter Kommentar.
Hallo, er hatte einen Krampfanfall?! © Twitter: Annonym

„Same energy wie mein alter Manager, der sauer auf meinen Kollegen wurde, weil er im Hinterraum einen Krampfanfall bekommen hatte.“

Und dieser wandelnde Idiot von einem Chef, der nicht verstehen konnte, warum Mindestlohnarbeitende ihr Geld nicht für Wichtelgeschenke ausgeben wollen.

Twitter Kommentar: von der Geschäftsleitung wurde von einer armen, schwangeren Person mit Mindestlohn verlangt beim Wichteln mitzumachen.
Gehts noch? © Twitter: Anonym

„Oh man, das erinnert mich an meinen alten Chef. Ich habe ihm gesagt, dass ich nicht beim Wichteln mitmachen würde, weil ich arm und schwanger war und für einen Mindestlohn gearbeitet habe und er wurde richtig salty und sagte mir, dass ich keine Wahl hätte. Meine Kolleg:innen mussten es ihm ausreden.“

Zusammenfassend: respektiert die Grenzen von anderen und glaubt ihnen, wenn sie über Bedenken aufgrund ihrer mentalen Gesundheit sprechen. Wenn einem zugehört und man respektiert wird, fühlt es sich besser an als wenn einem eine Million Geburtstagsfeiern im Büro geschmissen werden. Danke fürs Zuhören.

Übersetzt von einem Post von Megan Liscomb.

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