16 Verkäufer:innen aus Luxusboutiquen teilen ihre Erfahrungen mit superreichen Kund:innen

„Ich hatte mal einen Typ im Laden, der drei mal den gleichen Artikel gekauft hat– für seine Frau und seine zwei Geliebten.“
Wir haben kürzlich die Leute aus der BuzzFeed-Community, die im Luxuseinzelhandel gearbeitet haben, gebeten, uns zu verraten, welche Erfahrungen sie dort mit Kund:innen gemacht haben. Hier sind einige der überraschenden Antworten:
1. „Ich habe in einer Boutique gearbeitet, die sich an Maserati fahrende Soccer Moms richtet. Eine kam mit ihrem 80-jährigen Sugar-Daddy herein, der auf alles zeigte, was sie tragen sollte, und etwa 1120 Dollar für ihre Outfits ausgegeben hat.“
„Ein oder zwei Wochen später kam sie dann mit ihrem Mann herein, so als würden wir sie nicht vom Mal davor wiedererkennen. Wenn wir uns an jemanden erinnern, dann an die Leute, die einen vierstelligen Betrag für Kleidung ausgegeben haben.“
-fartmelons

2. „Ich habe mal bei Michael Kors gearbeitet, und wie viel da gestohlen wurde, ist einfach unglaublich.“
„Während der Arbeit ist einmal nachts eine Gruppe bekannter Straftäter:innen in den Laden gekommen und hat Handtaschen gestohlen, während sie den Angestellten zu verstehen gegeben haben, dass sie nichts dagegen tun könnten.
Sie haben jeden bedroht, der auch nur daran gedacht hat, sie aufzuhalten. Die Kund:innen waren wie erstarrt vor Angst. Am Ende sind sie mit Waren im Wert von Tausenden von Dollar geflohen. Ich habe die Polizei des Einkaufszentrums gerufen, die wiederum die Stadtpolizei eingeschaltet hat, aber die Diebe waren längst verschwunden.
Als ich meine Vorgesetzte informiert habe, war ihre erste Frage: ‚Wie viel haben die denn mitgehen lassen?‘ Sie hat nicht ein einziges Mal gefragt, ob es allen gut geht! Ihre Hauptsorge galt der Ware, die versichert ist und ersetzt werden kann. Drei Wochen später habe ich gekündigt.“
-39, Texas
3. „Ich habe lange Zeit in einer hochwertigen Einzelhandelskette in mehreren Einkaufszentren gearbeitet. Ich hatte ein paar Kund:innen, die mit ihrer Frau und später mit ihrer Geliebten kamen.“
„Das war in den frühen 2000ern. Viele hatten schwarze American Express Kreditkarten. Uns haben auch wöchentlich Bam Margera und seine damalige Freundin besucht.“
—stephanieschur

4. „Ich habe sechs Jahre lang für ein sehr hochwertiges Luxuskaufhaus gearbeitet. Ich kann euch sagen, dass jede einzelne Person, mich eingeschlossen, zwielichtige Dinge tut und getan hat.“
„‚Versehentlich‘ wurden Artikelpreise heruntergesetzt, Lagerbestände versteckt, gestohlen, mit anderen Mitarbeiter:innen und Kund:innen im Lager rumgemacht, in den Umkleidekabinen gekokst, Artikel absichtlich an die falsche Adresse liefern lassen usw.
Das Schlimmste war, dass wir herausgefunden haben, dass unser Filialleiter das Kundenbuch benutzt hat, um Kreditkartennummern zu stehlen, und daraufhin verhaftet wurde. Aber echt tolle Designerkleidung gab‘s hier.“
—29, Las Vegas, Nevada
5. „Ich habe für einen hochwertigen Einzelhändler für Wohnungseinrichtung gearbeitet. Sooo viele Kund:innen haben das Gespräch mit mir damit begonnen, ihren Jobtitel zu nennen, was so einen richtigen ‚Ich glaube, ich bin wichtiger als du‘-Vibe hatte.“
„Ich wurde von vielen ‚Anwält:innen‘ beschimpft und bedroht, weil es Lieferrückstände oder beschädigte Artikel gab, worauf ich nicht einmal Einfluss hatte. Mir wurde gesagt, wie ‚wichtig‘ die Bestellung sei, und die Leute fragten, ob sie in der Bestellschlange nach oben versetzt werden könnten, weil sie die Ware für eine ‚VIP-Party‘ oder irgendeinen anderen Blödsinn brauchten.
Das Unternehmen selbst ist auch ziemlich zwielichtig gewesen, was die Herstellungspraktiken anging. Sie haben das Etikett ‚Made in USA‘ missbraucht, da nur ein Teil der Möbel in den USA hergestellt werden musste, damit sie dieses Etikett tragen durften. Einige Teile haben sie aus China geholt, was die Leute wirklich verärgert hat, als sie das entdeckt haben. Ich bin so froh, dass ich diesen Job schon lange hinter mich gelassen habe.“
-panda_13

6. „Sei als Kund:in immer nett zu der Person, die dir die Schuhe zeigt.“
„Ich habe in einem Luxuskaufhaus gearbeitet, und es kam so oft vor, dass Kolleg:innen von mir in den Lagerraum kamen, nicht nach einem Schuh suchten und den Kund:innen einfach sagten, dass wir ihn nicht hätten. Das war dann, weil er oder er sie 1) nicht glaubte, dass die Person den Schuh kaufen würde, 2) die Person ihn innerhalb einer Woche zurückgegeben hätte oder 3) er oder sie diese Person einfach nicht mochte.“
—hayleys40f3254e8
7. „Viele ‚Luxusartikel‘ werden in Asien hergestellt, aber viele Marken lassen es so aussehen, als ob sie in Europa oder in den USA hergestellt worden wären.“
„So will man den Eindruck erwecken, dass es sich nicht um eine Massenproduktion handelt. Vor Jahren sind einige Marken, die ihre Handtaschen in Indien herstellen lassen und sie erst in Europa fertiggestellt haben, in die Kritik geraten. Aber darüber wurde nur in der Branche gesprochen – nicht in der Öffentlichkeit. Viele hochwertige ‚amerikanische‘ Schmuckstücke werden in Hongkong hergestellt.
Designermarken haben alle unverschämte Preisaufschläge. Sie könnten sie mit einem Preisnachlass von 80 Prozent verkaufen und immer noch Geld an ihnen verdienen, aber sie gewähren nur selten große Rabatte, weil sie nicht wollen, dass sie von ‚den falschen Leuten‘ gekauft werden. Deshalb wird der unverkaufte Bestand normalerweise vernichtet.“
-Anonym, Toronto, Kanada

8. „Ein Sugar-Daddy kam mit seinen beiden ‚Babys‘ – beides Schwestern – in unseren Laden. Sie hatten ihn beim Mittagessen betrunken gemacht und sind durch den Laden gestreift, um Kleider, Handtaschen und Schuhe auszusuchen.“
„Jedes Mal, wenn er nach dem Preis von etwas fragte, küssten sie ihn auf die Wange und flüsterten ihm Dinge ins Ohr, um ihn zum Schweigen zu bringen. Richtig beunruhigend. Am Ende hat er ungefähr 19.000 Euro für sie ausgegeben. Wer weiß, was er getan hat oder woher er das Geld hatte. Am Ende sahen alle glücklich aus, also hat‘s wohl geklappt?`“
—26, Kalifornien
9. „Ich habe mal als Assistentin eines Personal Shoppers in einem High-End-Kaufhaus in Beverly Hills gearbeitet.“
„Einige dieser extrem wohlhabenden Kund:innen wollten keine Kleidungsstücke kaufen, die nicht mit der Größe gelabelt waren, von der sie dachten, dass sie sie tragen würden. Ich wurde also mit mehreren Couture-Kleidungsstücken in die Änderungsschneiderei geschickt, bei denen die Größenetiketten ‚ausgetauscht‘ werden mussten.
Ich brachte ihnen Kleidungsstücke in Größe 4 und sie entfernten die Labels an der Innenseite und nähten neue Designer-Etiketten, auf denen stattdessen Größe 34 stand. Und das, obwohl die Frau, die die Kleidung gekauft hat, auf jeden Fall nicht Größe 34 trug.
Ich war schockiert, dass mein Chef von mir wollte, dass ich sowas mache und hatte das Gefühl, dass ich irgendeine Art von Betrug begehen würde. Wenn ich jetzt darauf zurückblicke, dann habe ich Mitleid mit den Frauen, die nur mithilfe einer Lüge Kleidung kaufen konnten.“
—48, Los Angeles, Kalifornien

10. „Ich habe bei Nordstrom in der Innenstadt von San Francisco in der Designerabteilung gearbeitet. Ein berühmter Nachrichtenreporter (der verheiratet war) kam mit einer jüngeren Freundin herein und hat ihr innerhalb von acht Minuten Kleidung im Wert von etwa 3.000 Dollar gekauft.“
„Die Kund:innen bei Nordstrom sind meist freundlich gewesen, aber es gab auch mal einen Mann, der versucht hat, ein Paar Schuhe aus dem Jahr 1993 zurückzugeben. Und ja, ich habe sie zurückgenommen, aber ich habe ihm nur den Wert gegeben, den sie heute noch haben. Oh, und ich habe die Mutter von Michael Kors getroffen, als sie kam, um eine neue Kollektion von ihm vorzustellen.“
-30, Kalifornien
11. „Ich habe Christian Slater in einem Kunstgeschäft gesehen, in dem ich gearbeitet habe. Eines der ausgestellten Bilder war von ihm aus ‚Heathers‘. Er sagte, er würde es kaufen, wenn ich ihm einen Rabatt geben könnte.“
—34, Texas

12. „Ich hatte einen Kunden, der dreimal den gleichen Artikel gekauft hat – einen für seine Frau, die anderen beiden für seine Geliebten.“
„Er sagte, er kaufe dieselben Dinge, damit er nicht vergesse, wem er welchen Gegenstand geschenkt habe, oder durcheinander komme und seine Tarnung somit auffliegt. Und es gab viele, viele von diesen Typen, die das Gleiche gemacht haben. Bei vielen Bareinkäufen waren sogar noch Drogenrückstände auf den Scheinen zu sehen.“
—39, Pennsylvania
13. „Ich habe in einer Frauenboutique in einer wohlhabenden Gegend außerhalb von San Francisco gearbeitet.“
„Es war einfach, die Reichen von den Wohlhabenden daran zu unterscheiden, wie sie unsere Verkäufer:innen behandelten, wenn die Besitzerin grade mal nicht da war. Reiche Kund:innen gehörten zu den unhöflichsten und schrecklichsten Menschen, denen ich in meiner Arbeit im Einzelhandel je begegnet bin.
Man hat Schuhkartons nach mir geworfen und volle Weingläser auf Designer-Handtaschen verschüttet, ohne sich auch nur zu entschuldigen. Im Gegensatz dazu waren die wirklich Wohlhabenden am bescheidensten und dankbarsten.
Wir haben viele einsame Hausfrauen von Tech-Millionären (und Milliardären), die regelmäßig in unseren Laden kommen, um zwischen Spinning-Kursen und Wellness-Pausen ein oder zwei Stunden zu quatschen. Das sind die besten.“
-30, Kalifornien

14. „Ich habe einmal hochwertige Designeruhren verkauft und hatte eine Kundin, die nicht so gut Englisch gesprochen hat. Die Mitarbeiterin, die sie bedient hat, war darüber frustriert und bat mich, zu übernehmen.“
„Am Ende hat die Kundin quasi den ganzen Ladentisch leergeräumt! Mit ein wenig Geduld kommt man sehr weit.
Außerdem hat sich herausgestellt, dass einige Mitarbeiter:innen neu eingeführte Produkte aufkaufen oder sie ‚hinten‘ verstecken, um sie dann auf eBay zu verkaufen.“
-conscientiousobservers
15. „Ich habe in einem großen Luxuskaufhaus in Großbritannien gearbeitet, und die Kund:innen, die kein Geld hatten, waren so unhöflich.“
„Wir hatten ein paar Stammkund:innen, die ab und zu kamen und eine Kerze oder einen Designerpullover kauften, und wenn man nicht alles nach ihrer Pfeife tanzen ließ, wurden sie so krass aggressiv. Die Kund:innen, die regelmäßig große Bestellungen bei uns aufgegeben oder täglich bei uns eingekauft haben, waren dagegen die nettesten und höflichsten Menschen, die ich je getroffen habe.
Eines Tages, kurz vor Weihnachten, ist eine Familie mit ihren Kindern zu uns gekommen und sie haben den Laden regelrecht terrorisiert. Als wir zu ihnen meinten, dass sie ihre Kinder im Zaum halten müssten, haben sie herumposaunt, dass sie viel Geld ausgeben würden und sich somit nicht an unsere Vorgaben halten müssten. Sie haben rund 200 Euro für die billigsten Dinge ausgegeben, die sie im Laden finden konnten.
Eine andere Kundin ist ebenfalls mit Kindern gekommen, und eines von ihnen hat aus Versehen eine ziemlich teure Vase zerbrochen. Sie hat darauf bestanden, für den Schaden aufzukommen (ich wusste, dass es für sie nicht viel sein würde), aber wir haben ihr gesagt, dass sie das wirklich nicht müsse, da es ein Unfall gewesen sei. Daraufhin hat sie allen unseren Mitarbeiter:innen je eine Flasche unseres besten Champagners (etwa 700 Euro) gekauft und hat uns ein frohes Weihnachtsfest gewünscht. Ich finde, das zeigt, dass man im Leben nicht weiterkommt, wenn man nicht nett zu anderen ist.“
-canunotmywaywardson

Und zu guter Letzt …
16. „Es gibt anspruchsvolle Kund:innen – vor allem solche, die fälschlicherweise vorgeben, Geld zu haben.“
„Viele der Stammkund:innen, vor allem aus der Oberschicht, kaufen oft teure Outfits, um sie zu einer Spendenaktion oder einem großen Ereignis zu tragen, und bringen sie ein paar Tage später aus den seltsamsten Gründen zurück. Diese Damen können nicht noch einmal in demselben Kleidungsstück gesehen werden, sodass sie Klamotten ständig einmal tragen und dann zurückgeben.
Einmal hat eine Dame ein teures Designerkleid zurückgebracht und behauptet, es nicht getragen zu haben. Sie wurde aber beim Lügen ertappt, als der Verkäufer ihr ein Foto von ihr in der Gesellschaftskolumne einer Zeitung zeigte. Sie war fassungslos und sagte, sie habe vergessen, was sie zu dieser Veranstaltung getragen hatte. Ich habe gesehen, wie Frauen teure Kleider anprobieren und sie in die Ecke der Umkleidekabine werfen, anstatt das Kleidungsstück wieder auf den Ständer zu hängen oder es auf den Stuhl im Raum zu legen. Es gibt auch Frauen, die das gleiche Kleidungsstück woanders im Angebot kaufen und es dann in den Laden zurückbringen, um den vollen Preis erstattet zu bekommen.“
-Anonym, 50 Jahre
Hast du schon einmal in einem Luxuseinzelhandelsgeschäft gearbeitet? Und falls ja, welche Erfahrungen hast du dort gemacht? Schreib es uns gerne in die Kommentare!
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Hinweis: Einige Antworten wurden aus Gründen der Länge und/oder der Klarheit bearbeitet.
Dieser Post von Liz Richardson wurde aus dem Englischen übersetzt.




