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9 Dinge, an denen du merkst, dass du in Österreich bist

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Von: Fabienne Mayer

Grenzschild zur Grenze von Österreich mit einem verwirrten Emoji.
Ein Grenzschild ist ein gutes Indiz, dass du nun in Österreich bist. Es gibt aber auch noch andere Hinweise. © CHROMORANGE/imago

Klar, wenn du über die Grenze fährst, ist es offensichtlich. Aber es gibt auch noch andere Hinweise.

1. Sprache - Irgendwie sprechen die hier komisch

Du merkst, du bist noch im deutschsprachigen Raum. Aber trotzdem verstehst du irgendwie nur jedes zweite bis siebte Wort. Je nach Bundesland ist die Verständigung mal mehr oder weniger schwer. Selbst innerhalb von Österreich tun sich die Bewohner:innen schwer, die Leute aus Vorarlberg oder gewissen Teilen Tirols einwandfrei zu verstehen. Während man sich in Salzburg Stadt oder Teilen Wiens bemüht, eine Art österreichisches Hochdeutsch zu sprechen, versteht man aus manchen Teilen Kärntens oder aus dem Burgenland nur die Hälfte. Aber keine Sorge: Erstens gewöhnt man sich an das Gebelle, Genuschle und die langgezogenen Vokale. Und zweitens: Es bleibt dir auch nichts anderes übrig, weil die meisten einfach trotzdem so weiterreden, wie ihnen der Mund gewachsen ist.

2. Die Kellner*innen sind nicht immer sehr freundlich

Du hast es nun - trotz der Sprachbarriere - geschafft, dich in ein Restaurant mit österreichischer Hausmannskost zu setzen. Du hast Platz genommen, bist in der Karte fündig geworden und wartest nun darauf, bestellen zu können. Der Kellner jedoch ignoriert dich KOMPLETT! Er hat dich gesehen, schaut auch immer wieder in deine Richtung, aber macht keinerlei Anstalten, an deinen Tisch zu kommen.
Es ist alles gut: Wenn es ein alteingesessenes Restaurant, beispielsweise ein Wiener Kaffeehaus ist, gehört das sogar zur Customer-Experience dazu. Kellner:innen genießen den Ruf, oft ziemlich unfreundlich zu sein. Trotzdem wollen sie am Ende deines Besuches ein gutes Trinkgeld sehen.
Die besten österreichisches Gerichte, die du bestellen kannst, findest du übrigens hier.

3. Dessert als Hauptgang

In Österreich ist es völlig akzeptiert, Gerichte, die eigentlich wie ein Dessert klingen (und auch schmecken) als Hauptspeise zu essen. In vielen anderen Landesküchen setzt man darauf, im Hauptgang etwas Deftiges und Salziges zu servieren. In Österreich weiß man aber, dass man manchmal einfach Lust auf etwas Süßes hat. Aus diesem Grund ist es völlig okay, sich Kaiserschmarrn mit einer fetten Schicht Puderzucker (oder wie der Österreicher sagt: Staubzucker) oder einen Apfelstrudel als Mittagessen zu gönnen! Man weiß hier einfach, wie man sich das Leben versüßt!

4. Kaffeebestellungen sind kompliziert

Wenn man sich schon etwas Süßes gönnt, ist der Kaffee meist nicht mehr sehr weit. Doch aufgepasst! In Österreich ist ein Kaffee nicht gleich ein Kaffee. Willst du ihn stark oder nicht ganz so stark? Willst du ihn mit oder ohne Milch? Willst du einen „normalen“ Kaffee oder eine der noch spezielleren Kaffeespezialitäten (mit Sahne, mit Alkohol etc.)?

Als Newbie kann man da schon mal überfordert sein. Deshalb hier ein kleiner Basic-Kaffee-Guide:

5. „Zweite Kassa bitte“

Du hast deinen Restaurant-Besuch ohne große Zwischenfälle hinter dich gebracht. Jetzt willst du noch eine Kleinigkeit einkaufen gehen. Manche Produkte heißen in Österreich anders: Nach Auberginen kannst du hier lange suchen - hier sind es Melanzani. Sahne ist Obers und die Tomaten sind oft als Paradeiser gelabelt. Wenn du dich durch das Produktsortiment durchgekämpft hast, machst du dich auf den Weg zur Kasse bzw. Kassa. Du wirst merken, auch wenn nicht so viele Menschen anstehen, dauert es nicht lange bis ein ungeduldiger Geist in der Schlange ruft: „Zweite Kassa bitte!“ Das Bitte ist hier rein rhetorisch zu verstehen.

Wichtiger Tipp: Wenn du nicht daran gedacht hast, dir einen Stoffbeutel oder Ähnliches mitzunehmen - frag NIEMALS, wirklich unter keinen Umständen NIE-MALS (!), nach einer Tüte! Es heißt Sackerl!

6. „Geht si scho aus“

Das alles klingt erst mal ziemlich uptight. Doch wenn mans genau nimmt, ist man in Österreich eigentlich seeeeehr gemütlich unterwegs. Kommt ein Zug mal nicht : „Mei, wird schon a anderer kommen.“ Regt man sich hier über etwas auf, zuckt der ein oder andere vielleicht kurz aus (= regt sich furchtbar auf), aber danach ist das Thema des Ärgers quasi schon wieder vergessen. Und alles, was man mit einem langgezogenem „Oiiiiiidaaaa...“ kommentieren kann, ist meist nicht so schlimm, wie es im ersten Moment aussieht.

7. Gemütlichkeit

Die Gemütlichkeit der Österreicher:innen geht mit dem vorherigen Punkt einher. Man stresst sich einfach nicht so krass. Man weiß, die Mühlen in den Magistraten (=Amtshäusern) mahlen einfach furchtbar langsam. Anstatt sich darüber aufzuregen, sitzt man sich einfach gemütlich in ein Kaffeehaus in der Nähe und wartet auf seinen Termin. Bevor man sich in Wien ewig lang bei irgendeinem fancy Club anstellt, bleibt man lieber in seinem Lieblings-Beisl (Wirtshaus) sitzen und trinkt dafür dort noch den ein oder anderen Spritzer.

8. Grant (vor allem in Wien)

Der Grant. Vor allem in den österreichischen Großstädten und da noch einmal besonders in Wien zu finden. Die Menschen dort sind nicht weniger gemütlich. Auch nehmen sie das Leben per se nicht schwerer oder ernster als anderswo. Man grantelt nur einfach gerne über alles und jeden, was sich einem an einem Tag in den Weg stellt. Im krassen Gegensatz dazu steht die Freundlichkeit, die einem vor allem auf dem österreichischen Land entgegenkommt. Man wird auf der Straße gegrüßt und mit einem Lächeln bedacht. Tipp: Mach das lieber nicht in Wien - du wirst jeden verstören, der dir entgegenkommt.

9. „Dienstag z´Mittag is. Gehma haam!“

In Österreich wird gearbeitet. Tüchtig und hart. Man erfüllt sein Arbeitspensum und ist kein Faulpelz. ABER: Man weiß auch ganz genau, wann man es gut sein lassen kann. Wenn der Arbeitstag bis 17.30 (haha sind wir uns ehrlich 17 Uhr ) geht, wird sicher nicht eine halbe Stunde früher mit etwas Neuem begonnen. Man weiß, wie wichtig Mittags- und Kaffeepausen sind. Socializen, oder auf Österreichisch: ein bisserl Tratschen, ist genauso wichtig, wie das morgendliche Team-Meeting. Man weiß hier einfach, wie man sich Ressourcen besonders effizient einteilen muss, um so viel wie möglich vom Tag zu haben. Um dann zu einer vernünftigen Uhrzeit auf einen Feierabend-Spritzer oder Ähnliches gehen zu können.

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