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Schwarze Menschen erzählen davon, wie es ist, von weißen Familien adoptiert zu werden

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„Ich bin als schwarzes Kind in einer weißen Familie aufgewachsen. Meine Eltern sind großartig, aber ich habe von ihnen nie etwas über meine Kultur erfahren.“

Wir haben kürzlich Mitglieder der BuzzFeed-US-Community zu ihren Erfahrungen und nach Ratschlägen bezüglich der Adoption in weiße Familien befragt. Hier sind ihre sehr aufschlussreichen Antworten:

1. „Die Ängste von Schwarzen werden von weißen Familienmitgliedern oft nicht verstanden.“

„Ein Familienmitglied hat mir beispielsweise einmal gesagt, dass meine Angst, wegen meiner Hautfarbe getötet zu werden, eine irrationale Angst sei. Und das selbst, nachdem ich gesehen habe, wie unterschiedlich die Menschen behandelt werden.

Es kann eine Herausforderung sein, denn irgendwann kommt der Punkt, an dem man mit Identitätsproblemen zu kämpfen hat. Manchmal passt man nicht in die Familie, weil die Interessen, die Musik und die Kultur unterschiedlich sind und es ist schwer, in die Schwarze Gemeinschaft zu passen, weil man sich vielleicht nicht ‚Schwarz genug‘ fühlt. In der weißen Familie hingegen ist man nicht weiß genug.“ -Anonym

Schwarze Frau posiert neben orangen Container für Bild.
„Die Ängste von Schwarzen werden von weißen Familienmitgliedern oft nicht verstanden.“ © IMAGO / Cavan Images

2. „Meine Erfahrungen waren absolut schrecklich. Ich hatte ständig mit Mikroaggressionen seitens meiner Familie zu kämpfen und manchmal auch mit unverhohlenem Rassismus.“

„Es wurde immer negativ über meinen Körper gesprochen und auch über meine Haare. Das hat bei mir zu einer starken Körperdysmorphie geführt, die ich nur sehr schwer wieder ablegen konnte. Ich wurde als ‚wütendes Schwarzes Mädchen‘ abgestempelt. Mir wurde auch mehrfach gesagt, ich solle aufhören, mich wie die Freundin eines Rappers zu kleiden. Vor allem, wenn ich Creolen oder Kleider getragen habe, die ich persönlich für süß gehalten hatte und in denen ich mich gut gefühlt habe.

Von mir wurde erwartet, dass ich immer gut gelaunt bin, sonst war ich böse und widerspenstig. Das hat dazu geführt, dass ich eine Angststörung bekommen habe und es immer allen recht machen wollte. Ich wurde für die Lebensmittel, die ich essen wollte, verspottet und habe bis heute noch ein ungesundes Verhältnis zu Essen. Ich war immer der Meinung, dass es ein besseres System geben sollte, bevor weiße Menschen Schwarze Kinder adoptieren können. Ich wurde jahrelang misshandelt und hatte zu viel Angst, mich an jemanden zu wenden, weil die Menschen um mich herum alle wie die ausgesehen haben, die mich misshandelt haben." -Anonym

3. „Bitte lernt, wie man unsere Haare pflegt. Meine Adoptivmutter konnte nicht mit ihnen umgehen und hat sie daher ständig abschneiden lassen.“

Kleines Schwarzes Mädchen mit Zöpfen spielt mit einem Hula-Hoop-Reifen
„Bitte lernt, wie man unsere Haare pflegt.“ © IMAGO / Science Photo Library

-kroxdz

4. „Ich habe ein weißes und ein Schwarzes Elternteil und bin selber hellhäutig. Meine Adoptiveltern haben ‚dieses Problem‘ dadurch gelöst, dass sie mich mein ganzes Leben lang als weiß ausgegeben haben.“

„Ich habe erst mit Mitte 20 herausgefunden, dass ich zum Teil Schwarz bin. Aber das auch nur, weil ich nach meinen leiblichen Eltern gesucht und daher meine Genealogie zurückverfolgt habe. Ich habe einfach angenommen, dass meine Adoptiveltern das nicht wussten. Bis ich es ihnen erzählt habe und sie mit den folgenden Worten fast explodiert sind: ‚Du hast doch nicht vor, den Leuten davon zu ERZÄHLEN, oder?‘ Sie haben behauptet, dass sie mich ‚schützen‘ wollten, um ‚mir die Schande zu ersparen‘.

Das sagt doch schon alles! Ich wurde lange nach der Zeit der ethnischen Segregation geboren, also ist 'beschützen' eine Lüge. Leute, ihr solltet eure adoptierten Kinder NIEMALS anlügen. Sie werden euch nie wieder vertrauen, denn wie oft habt ihr sie noch angelogen, weil ihr sie 'so sehr liebt'?" -Anonym

5. „Unsere Adoptiveltern sind unsere Eltern. Bitte nennt unsere biologischen Eltern NICHT unsere ‚richtigen Eltern‘.“

„Und noch eine andere Sache: Anstatt sich über die Tatsache lustig zu machen, dass wir unsere Haare nicht machen können, bietet uns Salons in der Gegend an, die sich auf Schwarzes Haar spezialisiert haben.“

Junger schwarzer Mann sitzt auf Friseurstuhl und entspannt während der Friseur daneben steht.
„Bietet Salons in der Gegend an, die sich auf schwarzes Haar spezialisiert haben.“ © IMAGO / Westend61

-Anonym

6. „Das ist auch als TRA bekannt: Transracial Adoption (Adoption aus einer anderen ethnischen Gruppe). Viele TRAs (Adoptivkinder aus einer anderen ethnischen Gruppe), die von WAPs (weißen Adoptiveltern) adoptiert werden, werden als ‚weiß‘ erzogen und haben oft nur Personen im Umfeld, die ihre Genetik oder Herkunft widerspiegeln.“

„Sie können auch Rassismus, Mikroaggressionen und Vorurteile erleben, und zwar nicht nur von irgendwelchen zufälligen Personen, sondern auch von ihren weißen Adoptivfamilien. Hinzu kommt, dass TRAs diese rassistischen Erfahrungen oft im Stillen machen und ihren weißen Adoptivfamilien nicht immer mitteilen, was ihnen widerfährt.

Das geschieht oft nur, weil sie nicht wissen, wie sie auf die Erlebnisse reagieren sollen. Manchmal erkennen sie den Rassismus nicht einmal, weil sie diesen schon so verinnerlicht haben. Das passiert zum Beispiel, wenn sie einen Druck durch die ‚Sei doch dankbar‘-Erwartung verspüren oder wenn sie zu Hause keine Unterstützung durch ihre weißen Adoptivfamilien haben, die das nicht verstehen. Wie soll man das verstehen und nachvollziehen, wenn die Menschen, die einem gegenüber rassistisch sind, in der Regel die weiße Adoptivfamilie repräsentieren?“ -katek4161e6ae2

7. „Ich bin 22 und weiß nicht, wie ich mit anderen Schwarzen sprechen soll. Ich kann weder AAVE (Afroamerikanisches Englisch) noch würde ich es jetzt noch wagen, es jetzt zu lernen.“

„Ich fühle mich nicht auf dem Laufenden, was meine eigene Kultur angeht. Ich habe nicht dieselben Fernsehsendungen gesehen, nicht dieselbe Musik gehört und habe auch nicht die grundlegenden Lebenserfahrungen gemacht, die meine Schwarzen Altersgenoss:innen teilen.

Natürlich sind Schwarze Menschen und Schwarze Kultur nicht homogen, aber ich habe immer wieder das Gefühl, dass mir die Schlüssel fehlen, um eine Tür zu öffnen, und diese Tür könnte das Schwarzsein sein? Oder mich mit meiner ethnischen Identität wohlzufühlen? Ich weiß es nicht. Ich habe an einigen Panels über TRAs teilgenommen. Ich liebe es, über Adoption zu sprechen und sie zu verarbeiten. Jedes Adoptionskind verdient die Chance, das zu tun.“ -ORyngo

8. „Es ist extrem isolierend und emotional sehr anstrengend. Meine beiden älteren Brüder und ich sind alle adoptiert, aber ich bin die einzige Schwarze Person in der Familie.“

„Meine Adoptiveltern glauben auch an einige wirklich schädliche Dinge über Schwarze Menschen und haben einen großen ‚white savior‘-Komplex.

Dazu kommt, dass ich die einzige Person bin, die eine Beziehung zu meiner leiblichen Familie hat. Ich habe schon mein ganzes Leben lang den Wunsch geäußert, sie als Erwachsene kennenzulernen. Als es dann so weit war, hatte ich das Gefühl, Angst vor den Gefühlen und Frustrationen der Eltern von allen Seiten zu haben.

Ich habe versucht, alle bei Laune zu halten, aber als das alles angefangen hat, war ich erst 15. Mein leiblicher Vater hat schließlich geleugnet, dass ich sein Kind bin. Meine leibliche Familie hat jahrelang immer wieder aufgehört und dann wieder angefangen, mit mir zu sprechen. Ich bin jetzt 33 Jahre alt, und bis heute verarbeite ich das Trauma meiner Adoption, das wirklich groß ist. Ich ertappe mich immer noch dabei, dass ich weine und mich verloren und allein fühle." -Anonym

Familie sitzt auf Bank und redet miteinander. Zwei Kinder sitzt Schwarz. Die restlichen Familienmitglieder sind weiß.
„Es ist extrem isolierend und emotional anstrengend.“ © IMAGO / Cavan Images

9. „Mein Vater, ein 55-jähriger alleinstehender weißer Mann, hat uns drei afroamerikanische Kinder adoptiert, als wir damals 10 Jahre alt waren.“

„Für meine Brüder und mich war es immer seltsam, mit ihm in der Öffentlichkeit zu sein.

Einmal waren wir auf einer Reise nach Alabama und meine Brüder und ich wurden beschuldigt, meinen Vater überfallen zu wollen. Wir waren Schwarze, die mit einem weißen Mann spazieren gegangen sind und als 11-Jähriger habe ich nicht ganz verstanden, was vor sich ging, bis ich etwas älter wurde. Solche Erinnerungen bleiben einem für immer.“ -Anonym

10. „Meine weißen Adoptiveltern haben sich nicht darum gekümmert, das Nötige zu tun und sich und uns zu informieren. Sie haben meine Schwester und mich nach der Geburt adoptiert, also hatten sie eigentlich viel Zeit dafür.“

„Unser ‚Vater‘ ist in den Ruhestand, als wir 11 Jahre alt waren. Aus diesem Grund wurde beschlossen, dass wir zurück in eine Kleinstadt in Ohio ziehen werden. Sie haben uns dann in eine K-12-Schule (primäre und sekundärer Bildungsbereich in den USA) mit insgesamt weniger als 750 Kindern eingeschrieben. An der gesamten Schule hat es nur sieben farbige Schüler:innen gegeben.

Wir waren so vielen Mikroaggressionen ausgesetzt und das lange bevor wir überhaupt die Worte gekannt haben, um zu beschreiben, was da überhaupt mit uns passiert, weil uns das nicht erklärt wurde. Meine Eltern haben immer nur gesagt, dass es keinen Rassismus gäbe, dass sie ‚keine Farbe sehen‘ würden und dass die anderen Kinder nur nicht mit uns befreundet sein wollten, weil wir neu waren. Nicht wegen unserer Hautfarbe.

Meine Eltern können bis heute nicht mit mir über das Weltgeschehen diskutieren, ohne etwas Rassistisches zu sagen. Ich war völlig unvorbereitet auf das Leben als Schwarze Frau in Amerika und das hätte nicht sein müssen, wenn sie nur versucht hätten, mit mir über diese Thematik zu reden.“ -Anonym

Schwarze Frau sitzt in Sportklamotten auf der Couch und bindet sich die Schuhe.
„Ich war völlig unvorbereitet auf das Leben als Schwarze Frau in Amerika“ © IMAGO / Wavebreak Media Ltd

11. „Achte darauf, jedem Kind seine oder ihre eigene Realität zu vermitteln. Derzeit genießen Schwarze in Amerika nicht die gleichen Freiheiten und Rechte wie weiße.“

„Kinder müssen verstehen, wie sie in der Welt sicher sein können. Auch als weißer Elternteil musst du die Realität ihrer Welt verstehen. Dazu gehört auch, einen safe space für sie zu schaffen, in dem sie Trost in der Schwarzen Gemeinschaft finden können. Und das auch auf Kosten deiner eigenen Komfortzone.

Unhöflich zu sein, 'NEIN' zu sagen, Fragen zu stellen und der Polizei oder Autoritätspersonen zu widersprechen, sind Dinge, die Schwarze Kinder umbringen. Bringen deinen Kindern bei, wie es ist und wie es sein sollte und vermittel ihnen die Mittel, um das Ziel einer Veränderung dieses Systems zu erreichen." -Anonym

12. „Versteht, dass wir erschöpft sind. Erschöpft davon, dass wir uns in Lebensräumen bewegen, die größtenteils weiß sind: in unserem Zuhause, in der Großfamilie, in unseren Gemeinden, in unseren Schulen, in den Regionen, in denen wir leben und dann noch in dem politischen und kulturellen Klima.“

„Die Mikroaggressionen, der verdeckte und der offene Rassismus, das Gaslighting, das Ignorieren unserer Gefühle und vieles mehr. Manchmal verinnerlichen wir das alles auch.

Vor diesem Hintergrund brauchen wir safe spaces. Spaces, in denen wir verstanden werden, in denen man uns zuhört und in denen wir Bestätigung bekommen und Zuspruch bekommen. Diese Spaces können Schwarze Gemeinden sein, Selbsthilfegruppen für adoptierte Kinder mit anderer Ethnie oder andere Schwarze Personen um einen herum sein, die uns das Gefühl geben, ein bisschen mehr wie unser authentisches Selbst zu sein.“ -Anonym

Zwei Frauen liegen mit geschlossenen Augen auf dem Boden im Freien.
„Versteht, dass wir erschöpft sind.“ © IMAGO / Westend61

13. „Die Mikroaggressionen sind real, und es war ätzend, als weiße Menschen, während ich im Raum war, über ihre Vorfahren sprachen, die Sklaven gehalten haben.“ -Anonym

14. „Ich möchte, dass die Leute wissen, dass weiße Eltern zu haben nicht unbedingt bedeutet, dass wir verwirrt darüber sind, wer wir sind. Es bedeutet auch nicht, dass wir weniger stolz darauf sind, Schwarz zu sein. Ich bin sehr stolz.“

Zwei junge Schwarze Frauen klatschen sich gegenseitig in die Hand.
„Ich bin sehr stolz.“ © IMAGO / Science Photo Library

-Anonym

15. „Ich wurde in eine weiße Familie adoptiert, als ich gerade einmal 3 Tage alt war. Ich bin so dankbar, dass ich eine so tolle Kindheit hatte, aber ich wünschte, meine Familie hätte sich mehr Mühe gegeben, mir beizubringen, was es bedeutet, in der heutigen Gesellschaft ein Kind mit einem weißen und einem Schwarzen Elternteil zu sein.“

„Während meiner Kindheit habe ich oft gehört, wie viel Glück ich hatte, dass ‚Rassismus nicht mehr so schlimm ist wie früher‘. Das war in der Regel die Reaktion, die ich bekommen habe, wenn ich selbst milden Rassismus erfahren habe.

Was mir am meisten auffällt, ist, dass jedes Mal, wenn ich jemanden mit in den Urlaub genommen habe, eine beliebige Person dieser Freundin oder diesem Freund gegenüber so etwas wie ‚Wie schön, dass deine Eltern erlaubt haben, dass du eine Freundin mitnehmen kannst‘ gesagt haben. Wir haben diese Leute dann immer korrigiert und darüber gelacht, aber ich habe es immer gehasst, wenn man mir das Gefühl gegeben hat, dass ich nicht dazugehören würde.“ -astrommen31

16. „Als Schwarzer Mensch, der von weißen Eltern adoptiert wurde, hatte ich das Gefühl, nirgendwo hinzugehören. Jede:r hat meine Familie angestarrt, wenn wir in der Öffentlichkeit unterwegs waren.“

„Ich wusste schon in sehr jungen Jahren, warum die Leute mich anstarrten. Ich hatte keinen Kontakt zu anderen Kindern, ob Schwarz oder weiß. Ich wurde sehr missverstanden. Ich habe mich wie ein Freak gefühlt und tue es immer noch.“

Drei Frauen stehen auf einer Treppe und starren in die Kamera.
„Jede:r hat meine Familie angestarrt“ © IMAGO / Westend61

-Anonym

17. „Nur weil meine Familie weiß ist, heißt das nicht, dass ich es auch bin. Leute haben zu mir gesagt, dass ich ja ‚als weiß durchgehen würde‘, um mich von People of Color-Spaces und -Freund:innen auszuschließen.“

„Das ist nicht nur extrem verletzend, sondern leugnet auch alle meine Erfahrungen als Schwarze Frau.“

-Anonym

18. „Als Schwarzes Kind, das in einer weißen Familie aufgewachsen ist, waren meine Eltern großartig. Dennoch habe ich von ihnen nie etwas über meine Kultur gelernt. Ich wünschte, in meinem Haushalt hätte es mehr davon gegeben, anstatt dass ich mir die Informationen selbst suchen musste.

Weiße Frau sitzt mit zwei Schwarzen Kindern am Tisch.
„Nie etwas über meine Kultur gelernt“ © IMAGO / Science Photo Library

-adriennes4e67d24f7

19. „Als Schwarzer, der als Baby von einer weißen Familie adoptiert wurde, hat es einige Höhen und Tiefen gegeben. Der ‚Vorteil‘ war, dass ich dadurch eine Berühmtheit wurde, da ich in den 80er Jahren in einer kleinen Stadt in Mississippi geboren wurde.“

„Die Kehrseite war, dass ich keinen Platz für mich gefunden habe. Ich hatte nie das Gefühl, dass ich mich so richtig von einer Gemeinschaft akzeptiert gefühlt habe. Ich habe mich zu ‚weiß‘ verhalten und gesprochen, um mich in der Schwarzen Gemeinschaft voll und ganz zugehörig zu fühlen. Wegen meiner dunklen Hautfarbe konnte ich aber auch nicht in die weiße Gemeinschaft passen. Ich fühle mich immer zwischen den beiden hin- und hergerissen.“ -thatjarhead222

20. „Es ist nicht so toll. Ich wurde in einem sehr jungen Alter adoptiert. Meine leibliche Mutter ist ich weiß nicht wie viele Kilometer gelaufen, um mich in ein Krankenhaus zu bringen, wo sie wusste, dass sich jemand um mich kümmern konnte.“

„Meine Adoptivmutter hat dort gearbeitet und mich dann aufgenommen. Ich verstehe das, meine Eltern waren wirklich zu 100 % der Meinung, dass sie das Beste für mich tun würden. Seit meinem 14. Lebensjahr bin ich immer wieder in Therapie und schon mein halbes Leben lang depressiv. Ich leide unter einer posttraumatischen Belastungsstörung sowie anderen psychischen Problemen, die wahrscheinlich darauf zurückzuführen sind, dass ich adoptiert wurde.

Ich habe alles an mir gehasst und mir gewünscht, ich wäre als weißer Mensch geboren worden. Ich bin in einer Gemeinschaft aufgewachsen, in der die meisten Menschen mich nicht gemocht haben und ich habe auch nie dazugehört, weil ich eben anders aussehe. Und dann hab mich nicht mal Zuhause so gefühlt, als ich würde dazu passen.

Jetzt versuche ich nur, die verlorene Zeit mit meinen (Adoptiv-)Eltern aufzuholen, denn ich habe ihnen definitiv einiges zugemutet. Es fällt mir immer noch schwer zu akzeptieren, dass ich tatsächlich Schwarz bin und das wird sich vermutlich nie ändern. Als ich zur Schule gegangen bin, war ich fast immer das einzige Schwarze Kind. Die Leute haben mir gesagt, dass ich nicht mit meiner Familie zusammen sein sollte, weil ich Schwarz bin. Ich weiß nicht so viel über meine Kultur. Ich habe immer gelogen, wenn es darum ging, wo ich geboren wurde, weil ich mich geschämt habe.“ -Anonym

21. Und zum Schluss: „Das Erste, was ich teilen möchte, ist Folgendes: Nur weil man adoptiert wurde, heißt das nicht, dass man gleich ein großartiges, liebevolles und wunderbares Leben hat, nur weil man von jemandem ‚gerettet‘ wurde.“

„Adoption bedeutet nicht immer, dass man kein Trauma hat. Das Trauma beginnt für Adoptierte in dem Moment, in dem sie von ihrer Mutter getrennt werden. Dieses süße kleine Baby erlebt ein schweres traumatisches Ereignis. Die meisten Adoptiveltern verstehen das nicht und wissen nicht, was das für ihr ganzes Leben bedeutet.

Ich wurde zusammen mit einem weiteren Adoptivbruder (zwei verschiedene Adoptionen und nicht verwandt) in eine weiße Familie adoptiert. Sie haben wirklich versucht, die Verbindung zu meiner Schwarzen Herkunft und meinen indigenen Wurzeln zu erhalten. Sie haben ihr Bestes getan, aber sie hatten auch grundlegende Vorurteile und Fehlinformationen über die Kultur der Schwarzen und der amerikanischen Ureinwohner. Ich wurde von meiner Adoptivmutter körperlich, seelisch und geistig missbraucht.

Die Gemeinschaft, in der ich gelebt habe, war überwiegend weiß. Ich wurde durch die weiße Kultur und Geschichte einer Gehirnwäsche unterzogen. Ich fühlte mich von allen Kulturen ausgeschlossen und hatte nicht das Gefühl, irgendwo hinzugehören. Ich war entweder zu Schwarz oder zu sehr von den weißen assimiliert, um von irgendjemandem wirklich akzeptiert zu werden oder mich so zu fühlen.

Ich möchte nur, dass die Menschen wissen, wie wichtig es ist, zu recherchieren und die Kultur des Adoptivkindes zu respektieren. Man muss sich mit seinen Vorurteilen gegenüber anderen Kulturen auseinandersetzen und herausfinden, wie man sie erkennen und sich anpassen kann, um kostbare Leben nicht weiter zu gefährden." -Anonym

Schwarzer Junge spielt am Strand.
„Adoption bedeutet nicht immer, dass man kein Trauma hat.“ © IMAGO / Addictive Stock

Einige Antworten wurden gekürzt und/oder der besseren Verständlichkeit halber bearbeitet.

Mehr über den „Black History Month“ findest du hier!

Lichterbox auf der „BLACK HISTORY MONTH“ steht.
Black History Month © IMAGO / YAY Images

Wenn du selbst Schwarz bist und von einer weißen Familie adoptiert wurdest, welche Erfahrungen hast du gemacht? Teil uns deine Geschichte und Ratschläge in den Kommentaren mit.

Dieser Post wurde übersetzt von einem Post von Ajani Bazile.

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