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Wie ich versuche von Kaffee süchtig zu werden, obwohl ich ihn abgrundtief hasse

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So. Viel. Koffein.

Hallo Welt. Mein Name ist Stephen und ich bin kein Kaffeetrinker.

Tatsächlich HASSE ich Kaffee – ich habe darüber sogar schonmal einen Post bei BuzzFeed geschrieben.

Screenshot: „Coffee is actually terrible and people who drink it are even worse“, „This is an intervention“, Autor ist Stephen LaConte
Meine Meinung zu Kaffee ist eindeutig © BuzzFeed

Tja, einige Leute, die meinen Artikel gelesen haben, waren total meiner Meinung. Aber die meisten Kommentare sahen eher so aus:

Screenshot, Kommentar: „Fuck You“
Manche waren einfach anderer Meinung © BuzzFeed US

Ich habe auch ein paar meiner kaffeesüchtigen Liebsten verärgert, unter anderem meinen engen Freund, ehemaligen Mitbewohner und BuzzFeed US Kollegen Sam.

Selfie von zwei Freunden, links Sam, rechts Stephen.
Sam ist ziemlich cool, auch wenn er Kaffee mag © Stephen LaConte

Sam trinkt so 18 Kaffees am Tag. Nach vier Jahren Freundschaft weiß ich, dass ich ihn nicht mal ANSCHAUEN darf, bevor er genügend Koffein intus hat.

Also hat Sam mir eine Challenge gestellt: Trinke eine Woche lang mega viel Kaffee und schau, ob du ihn danach vielleicht doch magst. Und das ist passiert:

Die Regeln

1. Trinke zwei Kaffees pro Tag, jeden Tag.
2. Probiere verschiedene Kaffeearten von verschiedenen Läden.
3. Esse außerdem jeden Tag einen Snack mit Kaffeegeschmack.

Tag 1

Also, ich bin wirklich nicht dramatisch*, aber Tag eins dieser Challenge war der schlimmste Tag meines Lebens.

Selfie: Mann hält einen Starbuckskaffee in die Kamera.
Hinter dieser fröhlichen Fassade habe ich mein Leid versteckt © Stephen LaConte

*Manchmal bin ich eventuell etwas dramatisch.

Der Tag hat ganz okay angefangen. Ich habe zum ersten Mal Kaffee bestellt und war sehr stolz auf mich.

Falls man es noch nie gemacht hat, ist Kaffee bestellen tatsächlich ziemlich verwirrend. Ich dachte, ich gehe zur Theke und sage, „Ich hätte gerne einen Kaffee, bitte“. Aber dann stehen auf dem Menü so Sachen wie „Macchiato“, „Flat White“ und „Starbucks“.

Nach einem kurzen Moment der Panik, habe ich mich schließlich für einen einfachen schwarzen Eiskaffee entschieden, weil es das einzige auf dem Menü war, dass ich verstanden habe.

Aber dann ging die Hölle los:

Stellt sich heraus, dass mein Körper ziemlich heftig auf Koffein reagiert.

Mir war schlecht und ich habe geschwitzt, mein Herz hat wie wild geschlagen und meine Ängste waren schlimmer als sonst. Kennst du diesen kurzen Adrenalinkick, den man bekommt, wenn man auf einer Treppe eine Stufe übersiehst? So habe ich mich gefühlt ... acht Stunden lang.

Ich habe mich echt gefragt, ob ich diese Woche durchhalten kann.

via GIPHY

Aber Sam hat mir versichert, dass sich mein Körper nur ein bisschen Zeit braucht, um sich daran zu gewöhnen. Also habe ich mir ein Poptart mit Kaffeegeschmack in den Mund gestopft und gebetet, dass ich diese Woche lebend überstehe.

Tag 2

Ich bin an Tag 2 aufgewacht und war fest entschlossen, diese Challenge zu schaffen. Milliarden Menschen trinken jeden Tag Kaffee. DANN KANN ICH DAS AUCH.

Zwei junge Männer trinken Kaffee und lachen.
Wie macht ihr das??? © Westend61/IMAGO

Und es war (zumindest teilweise) ein erfolgreicher Tag: Mir haben beide Getränke geschmeckt.

Leerer to-go Becher.
Zweiter Kaffee des Tages © Stephen LaConte

Ich hatte ein Starbucks-Espresso-Drink aus der Dose, der wie Schokoladenmilch geschmeckt hat. Der war ganz in Ordnung. Dann hatte ich Cold Brew mit Kokosnuss und Meersalz aus einem schicken Café namens Rubies & Diamonds. Dieses Getränk war sogar schon in der Vogue. Wenn es gut genug für Anna Wintour ist, ist es auch gut genug für mich!!!

Mein „Snack“ des Tages war ein Werther‘s Original mit Kaffeegeschmack. (Zählen Werther‘s Original eigentlich als Snack?)

Alles in allem habe ich mich wegen des Koffeins immer noch ziemlich elendig gefühlt.

Ich konnte mich bei der Arbeit kaum konzentrieren. Ich war hibbelig, schusselig und viel gestresster als sonst. Ist es nicht der Sinn von Kaffee, dass er einen produktiv macht? Ich bin kaum klargekommen.

Wenigstens habe ich Tag zwei überstanden. Das Schlimmste ist jetzt bestimmt vorbei.

Tag 3

Das Schlimmste war noch nicht vorbei.

via GIPHY

An Tag drei habe ich einen FATALEN FEHLER gemacht. Ich hatte morgens meinen ersten Kaffee (einen ganz normalen schwarzen Kaffee, der absolut schrecklich geschmeckt hat) und dann meinen täglichen Snack (einen Joghurt mit Kaffeegeschmack, hat auch schrecklich geschmeckt) UND DANN ...

Mann in weißem Tshirt ist Joghurt.
Joghurt mit Kaffeegeschmack ist absolut NICHT empfehlenswert!!! © Stephen LaConte

Um 21 Uhr ist mir aufgefallen, dass ich meinen zweiten Kaffee des Tages VERGESSEN hatte.

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Also habe ich um 21:04 Uhr eine ganze Tasse Kaffee getrunken. Und ehrlich gesagt, ich habe gedacht, ich schlafe nie wieder.

Tag 4

Die vierte Stufe der Trauer soll ja Akzeptanz sein. Und an Tag vier dieser Challenge habe ich mein Schicksal akzeptiert.

Nach einer schlaflosen Nacht habe ich am nächsten Morgen unbedingt Kaffee gebraucht, um wach zu bleiben.
Dabei war es Kaffee, der mich vom Schlafen abgehalten hat. Kaffeesucht ist ein tückischer Kreis!!!

Ich hatte meinen ersten „lustigen“ Kaffee an Tag vier. So einer, der im Endeffekt geschmolzenes Eis in einem Becher ist. War gut, aber ... sehr, sehr süß.

Selfie: Mann mit to-go Kaffeebecher
Wirklich sehr, sehr süß ... © Stephen LaConte

Ich habe mich wie 13 gefühlt, als ich das getrunken habe, aber vielleicht auf eine gute Art und Weise.

Tag 5

Das war der erste Tag, an dem ich tatsächlich Lust auf Kaffee hatte.

Selfie: Mann sitzt in einem dunklen Flugzeug.
Nach diesem Nachtflug habe ich Kaffee gebraucht ... © BuzzFeed US

Okay, diese Challenge war während einer ziemlich verrückten Woche. Ich musste nachts von Kalifornien nach Boston fliegen und musste dann den ganzen Tag arbeiten.

Nachdem ich am Morgen aus dem Flugzeug gestiegen bin, habe ich mich direkt auf den Weg zu Dunkin‘ Donuts gemacht – schließlich war ich in Neuengland. Was ist aus mir geworden???

Es ist lustig, weil ich DACHTE, dass der Kaffee mich an diesem Tag zu einer normalen, funktionierenden Person gemacht hat. Aber wenn ich mir meinen Vlog so anschaue ... ein bisschen verrückt schaue ich schon aus.

Mann schaut verrückt in die Kamera.
Mir gehts gut, wirklich! © BuzzFeed US

Genau den gleichen Gesichtsausdruck habe ich schon bei SO vielen Kaffeesüchtigen, die ich über die Jahre bemitleidet habe, gesehen. Ich bin wie die Kaffeetrinker geworden, über die ich mich immer lustig gemacht habe, ohne es wirklich zu merken.

Tag 6

Äh ja, das ist dann wohl der Punkt, an dem ich über Kacke rede.

Emoji: Ein Haufen Kacke.
Sorry Leute ... © Emojipedia

Am sechsten Tag der Challenge haben auch meine Freund:innen und meine Familie mitbekommen, was ich mache, und alle wollten dasselbe wissen: Wie läuft es auf dem Klo?

Und obwohl ich normalerweise ~CLASSY~ bin und über solche Dinge nicht öffentlich rede, weiß ich, dass sich viele von euch das auch fragen. Also, lasst mich einfach sagen: In dieser Abteilung ist alles ganz normal! Allerdings ...

Ich musste so viel pinkeln.

Ich habe eigentlich nur noch aus Pisse bestande. Den ganzen Tag, jeden Tag. Pipi, Pipi, Pipi. Es war fast schon lächerlich. Wenn ich in die richtige Richtung gezielt hätte, hätte ich einen kleinen Waldbrand löschen können.

Also ja, Tag sechs saß ich eigentlich nur auf dem Klo.

Tag 7

Und am siebten Tag machte er Kaffee.

Am letzten Tag der Challenge, habe ich beschlossen, das Unmögliche zu versuchen: Herausfinden, wie man eine Kaffeemaschine bedient.

Mann hält Telefon in der Hand und steht vor einer Kaffeemaschine.
Mama hat geholfen © BuzzFeed US

Diese Maschinen waren mir schon immer ein absolutes Rätsel. Aber nach einem kurzen Kampf (und einem panischen Anruf bei meiner Mutter) habe ich es tatsächlich herausgefunden.

Spoiler-Alarm: Gieß das Wasser nicht direkt über den Kaffeesatz, sonst wird es unangenehm. Hinten gibt es einen geheimen kleinen Tank!!!

Hier ist ein Bild von mir beim Kaffeetrinken, während ich Kaffee mache, weil das Leben einfach komisch ist:

Selfie: Mann hält to-go Kaffeebecher, im Hintergrund ist eine Kaffeemaschine.
Kaffee machen und Kaffee trinken gleichzeitig © BuzzFeed US

Sieben Tage, 14 Kaffees und viele Snacks mit Kaffeegeschmack später, habe ich es endlich geschafft.

Fazit

Nach dieser Challenge hatte mein lieber Samuel genau eine Frage an mich: „Bist du jetzt ein Kaffeetrinker?“

Zwei Freunde sitzen vor einem Bücherregal.
Wir sind trotzdem noch befreundet. © BuzzFeed US

Und meine Antwort ist ... sorry, aber nein.

via GIPHY

Es ist jetzt ein paar Wochen her, dass die Challenge vorbei ist und ich habe seitdem keinen einzigen Kaffee mehr getrunken. Ich bin trotzdem froh, dass ich sie gemacht habe! Ich habe echt viel gelernt.

Hier sind die fünf wichtigsten Dinge, die ich gelernt habe:
1. Koffein hat bei jeder Person einen anderen Effekt. Mich persönlich hat es total verrückt gemacht. Ich habe auch ohne Kaffee schon total viel Energie und Koffein hat es so viel schlimmer gemacht. Vielleicht hätte ich koffeinfreien Kaffee probieren sollen?
2. Snacks mit Kaffeegeschmack sind ziemlich lecker. Außer Kaffeejoghurt, das ist eine Ausgeburt der Hölle.
3. Mir hat Kaffee besser geschmeckt, als ich dachte. Ein paar Varianten haben mir echt gut geschmeckt und das hat mich überrascht. Vielleicht war „Ich hasse Kaffee“ zu allgemein. Kaffee kann viele verschiedene Dinge sein!
4. Kaffee ist TEUER!!! Ich hatte Glück, dass BuzzFeed US während dieser Woche meine ganzen Kaffees gezahlt hat, aber wow ... da kommt ganz schön was zusammen.

Wenn du mich jetzt bitte entschuldigst, ich muss Sam überreden, eine Woche lang keinen Kaffee zu trinken. Bis Bald!

Dieser Post von Stephen LaConte und fernandopadron wurde aus dem Englisch übersetzt.

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