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Sitcom – Friends, The Big Bang Theory und Co.

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Simon Helberg, Jim Parsons, Johnny Galecki, Kaley Cuoco & Kunal Nayyar Characters: Howard Wolowitz, Sheldon Cooper, Leon
Big Bang Theory mit Simon Helberg, Jim Parsons, Johnny Galecki, Kaley Cuoco und Kunal Nayyar Characters als Howard Wolowitz, Sheldon Cooper, Leonard Hofstadter, Penny und Raj Koothrappali © Mary Evans AF Archive Cbs / IMAGO

Friends, Full House oder Modern Family haben in TV und Streaming Millionen von Fans. Das macht Sitcoms noch heute so erfolgreich.

Sitcoms sind schon seit den 40er-Jahren ein Teil der TV-Welt und haben sich im Fernsehen und auf Netflix & Co. etabliert. Darum sind die lustigen Unterhaltungsserien so erfolgreich.

Definition: Was heißt „Sitcom“ eigentlich?

Der Begriff Sitcom ist eine Abkürzung für die englische Bezeichnung „Situation Comedy“, was auf Deutsch so viel heißt wie „Situationskomik“. Das bedeutet, dass sich die Charaktere immer wieder in komödiantischen Momenten wiederfinden, lustige Wortwitze gemacht werden oder andere amüsante Gags in die Geschichte eingebaut sind. Eine Sitcom hat dabei aber eine hintergründige Handlung, die die Show vorantreibt und unterscheidet sich so von der klassischen Comedy-Show, in der sich lediglich Gags aneinanderreihen.

Die meisten Sitcoms werden in Studios aufgezeichnet, in denen für so manche Serie schon ganze Wohnhäuser nachgebaut wurden. Die Zimmer haben allerdings immer nur drei Wände und sind offen einsehbar für Publikum, dass bei manchen Sitcoms auch live im Studio dabei ist. Das Lachen oder andere Reaktionen des Publikums werden später als O-Töne im Schnitt gelassen. Gefilmt wird ebenfalls immer aus der Zuschauer-Perspektive, sodass für den TV-Zuschauer der Eindruck eines normalen Wohnhauses entsteht. Das Live-Publikum wird nicht gezeigt und die meisten Handlungen spielen sich an diesen immer wiederkehrenden Schauplätzen ab.

Inhalte von Sitcoms: Leichte Komik soll unterhalten

Inhaltlich befassen sich Sitcoms meist mit lockeren und leichten Themen des Alltags wie Familienleben oder Freundschaft. Besonders tragische Schicksalsschläge haben die Charaktere von Sitcoms meistens nicht zu erleiden, da es seichte Unterhaltung sein soll, die dem Zuschauer Spaß macht.

Trotzdem gibt es immer wieder einzelne Episoden in Shows, in denen auch ernsthaftere Themen angegangen werden. Ein paar Beispiele: In der 90er-Jahre Sitcom „Full House“ leidet die junge DJ in einer Folge an großen Selbstzweifeln im Hinblick auf ihren Körper und entwickelt eine Essstörung. Mit Hilfe ihrer Schwester Stephanie, die gegen DJs Willen den Erwachsenen Bescheid gibt, kann das Problem auf verständnisvolle Weise gelöst werden. In der Serie „Friends“ leiden Monica und Chandler darunter, keine Kinder bekommen zu können und entschließen sich dazu, ein Baby zu adoptieren. Auch die 2010er-Serie „Modern Family“ beschäftigt sich auf humorvolle und liebevolle Weise immer wieder mit ersten Themen wie Vorurteilen gegenüber anderen Menschen, ungewollten Schwangerschaften oder dem Tod eines geliebten Familienmitglieds.

Geschichte der Sitcom: So entstand die lustige Nachmittagssendung in den 40er-Jahren

Sitcoms, wie man sie heute kennt, entstanden in Amerika bereits in den 40er-Jahren. Schon in den 1930er-Jahren gab es Sendungen wie „The Goldbergs“ mit lustiger Handlung im Radio zu hören. Als Vorreiter für die komödiantisch-leichte Unterhaltung im Fernsehen gilt die Kultserie „I Love Lucy“ mit der Komikerin Lucille Ball in der Hauptrolle. 1948 hatte Ball bereits in einer Radiosendung eine verrückte, etwas verpeilte Ehefrau gesprochen und das Hörfunk- und Fernsehnetzwerk CBS bat die Künstlerin darum, ein ähnliches Konzept auch für den TV-Bildschirm zu erschaffen.

Gemeinsam mit ihrem Mann Desi Arnaz erschuf sie „I Love Lucy“, die als eine der ersten Fernsehsendungen sogar auf Film aufgenommen wurde, was damals noch eine meist fürs Kino reservierte Aufnahme-Technik war. Die Sendung wurde vor einem Live-Publikum gespielt und mit drei Kameras in einem Graben zwischen Bühne und Publikum gleichzeitig aus drei verschiedenen Perspektiven aufgenommen. So konnte Ball ihr komödiantisches Talent wie auf einer Theaterbühne ausleben. Durch die Lacher des Publikums, die man in den Aufnahmen hörte, entstand auch für den Fernsehzuschauer zu Hause das Gefühl, man sei bei einer Live-Veranstaltung dabei.

Seit den 90er-Jahren gibt es aber immer mehr Sitcoms, die ohne Live-Publikum und wie normale Serien mit einer Kamera gedreht werden. Die Perspektivwechsel entstehen durch öfter gedrehte Aufnahmen, die später zusammengeschnitten werden. Die Lacher des Publikums fehlen entweder ganz oder werden später künstlich eingefügt. Manche Sitcoms wie „How I Met You Mother“ werden auch einem Live-Publikum nach dem Dreh gezeigt, wobei das Lachen aufgenommen wird.

Nach Deutschland kamen die Sitcoms in den 60er- und 70er-Jahren. ARD und ZDF zeigten damals amerikanische Sendungen wie „Bezaubernde Jeannie“ oder „Gilligans Insel“. Die erste deutsche Serie, die wie die amerikanischen Sitcoms gedreht wurde, war „Ein Herz und eine Seele“, die zwischen 1973 und 1976 im WDR lief.

Sitcom-Formate: Ein Ober-Thema dominiert die Handlung

Bei Sitcoms gibt es verschiedene Grundthemen, um die sich die jeweiligen Serien drehen und von denen die Shows nicht abweichen. Es gibt zum Beispiel WG-Sitcoms wie „Friends“, „How I Met Your Mother“ oder „New Girl“, in denen es zumeist um eine bunte Gruppe von Freunden oder WG-Kollegen geht, die sich mit dem ganz normalen Alltags-Wahnsinn herumplagen müssen. Familien-Sitcoms wie „Modern Family“, „Full House“, „Die Nanny“, „Prinz von Bel-Air“, „Die Wilden Siebziger“ oder „Das Leben und ich“ beschäftigten sich mit den Geschehnissen rund um eine Familie, die zusammen das ein oder andere Drama und meist auch das Erwachsenwerden von Kindern durchlebt.

Andere Sitcoms beschränken sich auf einen Arbeitsplatz der Charaktere. Es gibt zum Beispiel Krankenhaus-Sitcoms wie „Scrubs“, Büro-Sitcoms wie „Das Büro“ oder „Stromberg“ oder Gastronomie-Sitcoms wie „Two Broke Girls“. In „Hotel Zack & Cody“ geht es um die ein junges Zwillings-Paar, dass in einem Hotel lebt und dort sämtliche Angestellte und Bewohner in den Wahnsinn treibt. Die Handlung der Polizei-Sitcom „Brooklyn Nine Nine“ folgt einer Gruppe Detectives in einem Polizeirevier in New York.

Weitere Sitcom-Arten sind Fantasy wie „Bezaubernde Jeannie“ oder „Best Friends – Zu jeder Zeit“, Musik wie „Big Time Rush“ oder „Victorious“, oder LGBTQ+ wie „Will & Grace“ oder „Unter Brüdern“.

Schema einer Sitcom-Folge: So sind die einzelnen Episoden aufgebaut

Zwar gibt es mittlerweile verschiedene Macharten für Sitcoms, die entweder mit der klassischen Drei-Kamera-Methode vor Live-Publikum aufgenommen werden, gedreht und später einem Live-Publikum gezeigt werden oder wie normale Serien in mehreren Takes gedreht und dann zusammengeschnitten werden. Auch Details wie zum Beispiel Blicke in die Kamera oder Kommentare der Charaktere zur Handlung, wie zum Beispiel bei „Modern Family“, sind nutzbare aber keine vorgeschriebenen Sitcom-Elemente. Lachen aus dem Publikum ist ebenfalls optional und die Themen verschiedener Sitcoms können stark variieren.

Dennoch folgen die meisten Sitcoms einem gemeinsamen Muster für ihre einzelnen Folgen, an das sich in der Regel alle Serien aus jedem Themenbereich halten: Zunächst wird eine kurze Szene gezeigt, die das Thema der Folge andeutet und mit einem Witz, einer lustigen Situation oder einem komischen Dilemma endet. Danach wird der Vorspann mit der dazugehörigen Musik eingespielt, der einen Wiedererkennungswert beim Publikum haben sollte. Nach der Episode folgt oft der Abspann mit der gleichen Musik, manchmal wird auch noch mal ein Bild, ein Moment aus der Folge oder eine verpatzte Szene gezeigt.

Episoden von Sitcoms sind in der Regel in sich abgeschlossen und enden nicht wie bei einer Seifenoper jedes Mal mit einem Cliffhanger. Zwar hat eine Sitcom-Staffel immer einen größeren Handlungsstrang und es gibt eine fortlaufende Geschichte. Zum Anschauen einzelner Folgen braucht man diesen aber nicht zwangsläufig. Sitcom-Folgen sind meist zwischen 20 und 30 Minuten lang.

Erfolgreiche Beispiele: Diese Sitcoms sind noch heute große Hits in TV und Streaming

Eine der auch heute noch erfolgreichsten Sitcoms ist die 90er-Jahre-Serie „Friends“, die von 1994 bis 2004 lief und in der die Freunde Monica, Chandler, Rachel, Ross, Phoebe und Joey sich immer wieder den Tücken des Lebens, der Liebe und der Freundschaft stellen. Die Serie hat insgesamt 236 Folgen in zehn Staffeln und ist auch 20 Jahre später noch immer ein Serien-Hit.

„How I Met Your Mother“ lief von 2005 bis 2014, hat neun Staffeln mit 208 Folgen und ist die Geschichte von Ted Mosby, der sich eines Tages hinsetzt und seinen Kindern im Detail erzählt, wie er ihre Mutter kennengelernt hat und auf dem Weg dahin alle möglichen Abenteuer mit seinen Freunden erlebte. Bis zum Ende der neunten Staffel blieb die Identität der Mutter ein Geheimnis.

„The Big Bang Theory“ handelt von den vier nerdigen Freunden Leonard, Sheldon, Rajesh und Howard, die neben ihren wissenschaftlichen Berufen und Interessen auch mit ganz normalen Alltagsproblemen klarkommen müssen. Die hübsche Nachbarin Penny ist auch immer dabei. Die Sitcom lief von 2007 bis 2019 und hat in zwölf Staffeln insgesamt 279 Folgen.

In „Boy Meets World“, oder im Deutschen „Das Leben und ich“, muss sich Cory Matthews der Herausforderung stellen, vom Kind zum Erwachsenen heranzuwachsen und dabei sämtliche Hürden mitzunehmen, über die ein Teenager im Leben so stolpern kann. Die Serie lief von 1993 bis 2000 und hat 158 Folgen in sieben Staffeln. Von 2014 bis 2017 gab es eine drei Staffeln lange Fortsetzung über Corys Tochter Riley mit dem Titel „Girl Meets World“.

Von 1987 bis 1995 wurden acht Staffeln mit 192 Folgen von der beliebten Serie „Full House“ ausgestrahlt. Darin muss ein alleinerziehender Vater sich um seine drei kleinen Töchter kümmern. Zur Hilfe ziehen der Onkel Jesse und der beste Freund Joey ein, was nicht immer unbedingt alles leichter macht. Auch diese Serie war so beliebt, dass von 2016 bis 2020 eine Neuauflage mit beinahe allen ursprünglichen Besetzungsmitgliedern gedreht wurde.

„Modern Family“ ist eine der neueren Sitcoms mit 250 Folgen in elf Staffeln, die in den 2010er-Jahren eine ganze Generation geprägt hat. Im Mittelpunkt steht die Familie Dunphy-Pritchett, deren drei Kinder unterschiedlicher nicht sein könnten und auch die Eltern haben ihre ganz eigenen Macken. Der Großvater hat eine viel jüngere Ehefrau aus Kolumbien, die ebenfalls einen Sohn hat, und der schwule Onkel hat mit seinem Lebenspartner eine Tochter aus Vietnam adoptiert. Diese bunte Familienzusammenstellung sorgt immer wieder für Zoff und Probleme, bringt aber auch ganz viel Offenheit und die Beseitigung von vielen Vorurteilen für Charaktere sowie Zuschauer mit sich.

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