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Diese Frau wurde gefeuert, nachdem sie ihr Gehalt in einem TikTok genannt hat

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„Ich glaube, unsere Generation ist entschlossen, das Lohngefälle zu beseitigen.“

Liebes Internet, das hier ist Lexi Larson, eine 25-jährige Senior Account Managerin aus Denver, Colorado. Sie hat in einem ihrer TikToks aufregende Neuigkeiten verkündet: Vor kurzem hatte Lexi einen Job in der Tech-Branche angenommen, wodurch ihr Jahresgehalt um 40.000 US-Dollar erhöht wurde.

In den Kommentaren zu ihren TikToks wird Larsons Offenheit in Bezug auf Themen wie einen Karrierewechsel, Gehaltsverhandlungen und das Leben in der Tech-Branche gelobt. Jedoch waren es diese inzwischen gelöschten Videos, die dazu geführt haben, dass sie gefeuert wurde.

Lexi Larson sitzt in einem TikTok auf einer Couch, über ihr steht: „Ich wurde für einen meiner TikToks gefeuert :)“.
„Ich wurde wegen eines meiner TikToks gefeuert :)“ © TikTok: @itslexilarson

„Also, mein TikTok hat dazu geführt, dass ich gefeuert wurde“, erklärte Lexi in dem inzwischen gelöschten Video

Dieses hatte über eine Million Aufrufe.

„Vor ein paar Wochen habe ich angefangen, darüber zu berichten, wie ich einen Job in der Tech-Industrie bekommen habe. Nun, ich arbeite nicht mehr in diesem Job, weil ich gefeuert wurde.“

Anmerkung: Larson sagt, dass sie die Videos über ihre Kündigung aufgrund von Online-Belästigungen inzwischen entfernt hat.

Lexi Larson im TikTok: „Bekomme meinen ersten Job im Technik-Feld mit einem 40.000 Dollar Gehaltsanstieg.“
„Bekomme meinen ersten Job im Technik-Feld mit einem 40.000 US-Dollar Gehaltsanstieg.“ © TikTok: @itslexilarson

„Ich musste einen Haufen Sachen unterschreiben, deshalb bin ich wirklich nervös, hier zu sehr ins Detail zu gehen. Aber um es zusammenzufassen: Mein Arbeitgeber hat meine TikToks gefunden und es hat ihm überhaupt nicht gefallen, dass ich mein Gehalt und solche Dinge geteilt habe“, erklärte sie.

„Obwohl ich mir sehr wohl darüber bewusst bin, dass es staatlich geschützt ist, über sein Gehalt zu sprechen – man kann dafür nicht gefeuert werden – habe ich die Videos entfernt. Es war nun mal mein Arbeitgeber und ich wollte nicht, dass das Unternehmen sauer auf mich ist oder sie mich nicht mehr mögen oder so.“

Lexi Larson im TikTok: „Werde 2 Wochen später gefeuert.“
„Werde 2 Wochen später gefeuert.“ © TikTok: @itslexilarson

„Aber dann, etwa zwei Tage später, nachdem sie mit mir über meinen TikTok-Account gesprochen haben, haben sie mich gefeuert.“

Lexi erzählt weiter: „Sie sagten, dass mein Konto ein Sicherheitsproblem sei, weil ich vertrauliche Dinge des Unternehmens auf meinem TikTok-Account posten könnte.“

„Und ich habe ausdrücklich gefragt: ‚Habe ich gegen irgendwelche Richtlinien verstoßen? Habe ich etwas auf TikTok gepostet, das ein Sicherheitsrisiko darstellt?‘ Und sie sagten: ‚Nein, dieses Mal nicht, aber es könnte jederzeit in der Zukunft passieren, also werden sie dieses Risiko mit mir nicht eingehen.‘“

Obwohl es nicht ungewöhnlich ist, dass Arbeitnehmer:innen sich entmutigt fühlen, offen über ihr Gehalt zu sprechen, sichert das nationale Arbeitsbeziehungsgesetz den Bürger:innen der USA das Recht zu, dies zu tun.

Laut dem Bundesausschuss zur Regelung der Beziehungen zwischen Arbeitnehmer:innen und Arbeitgeber:innen haben „Arbeitnehmer:innen das Recht, mit anderen Arbeitnehmer:innen an ihrem Arbeitsplatz über ihre Löhne zu sprechen. ... Wenn elektronische Kommunikationsmittel wie soziale Medien genutzt werden, sollte bedacht werden, dass der Arbeitsplatz möglicherweise Richtlinien gegen die Nutzung der Unternehmens eigenen Geräte hat. Richtlinien, die ausdrücklich die Diskussion über Löhne verbieten, sind jedoch rechtswidrig.“

Mehrere 50 Euro scheine werden aus einem Geldbeutel genommen oder hineingelegt,
Die Kommunikation über Gehälter darf in den USA nicht verboten werden ©  artursfoto / Panthermedia / Imago

Mit diesem Wissen haben einige Zuschauer:innen Larson geraten, sich rechtliche Hilfe zu suchen:

Kommentar auf das TikTok.
Kommentare auf TikTok versuchten, Lexi zu ermutigen © TikTok: @itslexilarson

„Du solltest dir einen Anwalt holen. Sie haben dir gesagt, dass sie wütend darüber sind, dass du dein Gehalt geteilt hast und dich dann deshalb gefeuert.“

Während andere sich über das von Larson beschriebene Vorgehen des Unternehmens empörten und sagten: „Sie hatten Angst, dass du etwas aufdecken würdest … und jetzt, wo sie dich zu Unrecht gefeuert haben, hast du es!“

Kommentar auf das TikTok.
Das Unternehmen ist selbst schuld © TikTok: @itslexilarson

Um mehr über die Situation zu erfahren, habe ich mich mit Larson in Verbindung gesetzt

Sie erzählte BuzzFeed US, dass sie an jenem Morgen überrascht war, als sie ins Büro kam, an einer morgendlichen Besprechung teilnahm und dann nach der Besprechung vom Management in einen Konferenzraum gebeten wurde. „Die Personalabteilung und der Vizepräsident waren per Zoom zugeschaltet, und der Vizepräsident sagte mir, dass sie mich entlassen würden, weil mein Auftritt in den sozialen Medien ein ‚Sicherheitsrisiko‘ darstellte. Ich war völlig verblüfft. Zuvor hatte es keine Diskussion darüber gegeben, es kam also völlig unerwartet.“

Dieses Treffen fand Mitte Juni statt.

Nachdem sie gefeuert worden war, fuhr Larson nach Hause und „weinte mehrere Tage am Stück“. Schließlich rief sie bei ihrem früheren Vorgesetzten an. Aufgrund ihrer guten Arbeitsbeziehung half dieser ihr dann, ihren Job zurückzubekommen. Es ist jedoch wichtig zu wissen, dass „die Bezahlung viel geringer ist“, so Lexi gegenüber BuzzFeed US.

Lexi arbeitet seit dem 18. Juli wieder bei dem Unternehmen.

Trotz der Ereignisse glaubt Larson noch immer daran, wie wichtig Transparenz im Bezug auf Gehälter ist.

Sie sagt: „Gehaltstransparenz ist der Weg der Zukunft. Es ist ein wachsender Trend unter den Millennials und der Generation Z, und ich glaube, dass sich unsere Generation dafür einsetzt, das Lohngefälle zu beseitigen.“

„Gehaltstransparenz ist eines der wichtigsten Mittel, mit denen wir das erreichen können. Eine Diskussion über Gehälter ist der einzige Weg, wie Frauen und People of Color erfahren können, ob sie unterbezahlt sind. Ich glaube, dass die Unternehmen, die sich gegen Lohntransparenz wehren, sich gegen einen positiven Wandel wehren. Und man wird sich an sie erinnern, weil sie auf der falschen Seite der Geschichte stehen.“

Bei einer Überlegung zu den Maßnahmen, die Unternehmen ergreifen sollten, um mehr Transparenz beim Gehalt zu schaffen und das Lohngefälle zu verringern, sagte Larson: „In vielen Branchen gibt es Tabellen mit entsprechenden Gehältern, die öffentlich zugänglich sind. Dies wäre ein wirklich einfacher Weg, um sicherzustellen, dass jeder auf der Grundlage seiner Erfahrung, seiner Fähigkeiten und seines Bildungsniveaus fair bezahlt wird.“

„Derzeit halten viele Unternehmen die Gehälter geheim, was dazu führen kann, dass Menschen mit ähnlichem Hintergrund für dieselbe Arbeit sehr unterschiedlich bezahlt werden“, schloss sie.

Im Dezember letzten Jahres hat die Stadt New York ein Gesetz verabschiedet, das Unternehmen verpflichtet, bei allen Stellenangeboten, Versetzungen und Beförderungen eine Gehaltsspanne anzugeben – ein kleiner, aber notwendiger Schritt hin zu landesweiter Transparenz.

Wenn du über das, was Lexi Larson tut, auf dem Laufenden gehalten werden möchtest, dann kannst du ihr auf TikTok und Instagram folgen.

Fast das Gegenteil dieser Geschichte hat eine andere TikTokerin namens Carly Swanson neulich auf ihrem Kanal gepostet: Sie hatte auf eine Job-Absage mit einem Meme reagiert und wurde dann zu einem Gespräch eingeladen.

Dieser Post von Alexa Lisitza wurde aus dem Englischen übersetzt.

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