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Unsere Community teilt toxische Kommentare ihrer Mütter, die sie nicht vergessen können

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Von: Michelle Anskeit

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Eine schwangere Frau, die auf dem Sofa sitzt und den Kopf in den Händen hält. Sie sieht traurig aus. Text: Ein Zitat von Gundula H. auf Facebook: „Als ich schwanger wurde, meinte meine Mutter, dass sie das mit dem Kinderkriegen ja leider nicht verhindern konnte.“
Solche Aussagen von Müttern sind schmerzhaft und können lange Folgen nach sich ziehen. © photothek/IMAGO

„Meine Mum hat rumerzählt, dass ich eine total vermatschte Figur hätte. Gar keine Taille. Da war ich 11.“

Neulich haben wir in einem Post toxische Kommentare von Müttern geteilt, die Töchter nicht überwinden können. Daraufhin haben viele Mitglieder aus unserer BuzzFeed Deutschland-Community ihre eigenen Geschichten kommentiert und erklärt, welche Aussagen sie selbst von ihren Müttern gesagt bekommen haben und welche Folgen diese hatten.

Die Kommentare waren sehr offen und erschütternd, aber viele aus der Community haben sich auch gegenseitig gestärkt und erklärt, wie sie selbst mit den Spuren umgegangen sind, welche diese Aussagen hinterlassen haben. Mehrmals wurde auch gesagt, dass es hilft zu wissen, dass man nicht allein ist.

Genau aus dem Grund wollen wir einige der Kommentare und Geschichten teilen.

Hinweis: In den Beiträgen werden Fehlgeburten, Abtreibungen, Essstörungen und Bodyshaming behandelt.

1. „Wenn ich in den Keller geschickt wurde, um ein paar Sachen zu holen und eine davon vergaß, sagte meine Mutter regelmäßig, ich sei zu blöd zu allem und aus mir würde nie etwas werden.“

„Im Streit warf sie mir mal an den Kopf, ich hätte ja nie auf die Welt kommen sollen. Egal, was man einem Kind sagt, negatives wie positives, es bleibt hängen und begleitet einen lange. Wohl dem, der das Negative abschütteln kann und keine Folgen davon trägt.“ -Barbara H.

Eine Frau in einem blauen Hoodie, die von hinten zu sehen ist und auf den Boden guckt.
Egal, was man einem Kind sagt, negatives wie positives, es bleibt hängen und begleitet einen lange. © imagebroker/IMAGO

2. „Als ich meiner Mutter gesagt habe, dass sie zum ersten Mal Oma wird, hat sie gesagt, dass sie das mit dem Kinderkriegen ja leider nicht verhindern konnte.“

„Mit anderen Worten: Sie hat mich nicht gewollt.“ -Gundula H.

3. „Meine Mum hat rumerzählt, dass ich eine total vermatschte Figur hätte. Gar keine Taille. Da war ich 11.“

„Ich hatte, bis ich Mitte zwanzig war, mit Magersucht zu kämpfen. Heute geht es mir gut, aber es gibt nach wie vor Phasen, in denen ich wenig esse.“ -Britta G.

4. „Meine Mutter hat mir häufiger gesagt, dass ich nicht so offen zeigen darf, dass ich intelligent und eigenständig bin. Das mögen Männer nicht. Da war ich 12.“

-Amelia P.

Ein Mädchen mit zwei Zöpfen und einer pink-gemusterten Jacke, das von hinten zu sehen ist.
„Meine Mutter hat mir häufiger gesagt, dass ich nicht so offen zeigen darf, dass ich intelligent und eigenständig bin.“ © photothek/IMAGO

5. „Als ich das zweite Mal schwanger war und das Kind in der 23. Woche verloren habe, sagte meine Mutter zu mir, das sei die Strafe dafür, dass ich die erste Schwangerschaft aus gesundheitlichen Gründen abgebrochen habe.“

-Birgit H.

6. „Meine Mama sagte, ich sei zu klein und zu pummelig, um Tänzerin zu werden …“

„Ich unterrichte seit 15 Jahren Kinder in Tanz und Rhythmus.“ -Jass P.

7. „Meine Mutter hat mir immer fein gesagt, dass ich nichts bin, nichts kann und nach nix aussehe.“

„Mittlerweile geht‘s, aber mit 20 hab ich 50 Kilo gewogen und hab mich extrem fett gefühlt, obwohl ich super schlank war. Ihr Narzissmus hat meine Psyche kaputtgemacht und damit werde ich ein Leben lang zu tun haben.“ -Jasmin H.

Eine Frau, die von hinten zu sehen ist. Sie hat lange schwarze Haare, trägt einen Mantel und sitzt vor einem See auf einer Parkbank.
„Mit 20 hab ich 50 Kilo gewogen und hab mich extrem fett gefühlt, obwohl ich super schlank war.“ © McPHOTO/IMAGO

8. „Oh mein Gott. Ich hab X-Beine, eine Hühnerbrust, Schaufelzähne, eine Hakennase, schreckliche Frisuren sowieso immer, bin zu dürr, diese Liste könnte ich unendlich fortführen!“

„Mir ist zum Glück schon früh gelungen, mich davon zu lösen und es an mir abprallen zu lassen. Ich habe erkannt, dass es eben nicht mein Problem ist!“ -Claudia F.

9. „Meine Mutter gibt mir auch heute noch gern einen mit. Es ist immer nur eine Frage der Zeit, wenn man sich mal sieht.“

„Aber es kommt immer ein Klopper. Da ist schon klar, dass ich sie möglichst wenig treffe.“ -Heike K.

10. „‚Guck die doch an, die fette Kuh‘ ... ‚Wer von uns beiden die Hübschere ist, brauchen wir ja nicht zu diskutieren‘ ... Ich war 15. Es waren sooo viele schlimme Worte.“

-Diana B.

Eine Person, die auf einer Waage steht. Die Person und die Waage sind etwas unscharf. Im Vordergrund des Bildes liegt ein Maßband, das scharfgestellt im Fokus ist.
„Ich war 15. Es waren sooo viele schlimme Worte.“ © Panthermedia/IMAGO

11. „Ein paar Mal wollte ich als Kind meine Mutter umarmen, aber sie hat mich jedes Mal weggeschoben. Sie sagte, sie kann das scheinheilige Lieben nicht gebrauchen.“

-Helga R.

12. „Nach meiner vierten Fehlgeburt sagte meine Mutter: ‚Nicht, dass du mal einer anderen Frau das Kind klaust“.

„Jahre später in IKEA war ich sechs Wochen vor Geburtstermin in der Kinderabteilung und suchte Regale. Ich schaute, nahm wieder den Wagen und lief los und schaute weiter... Erst ein paar Sekunden später bemerkte ich, dass es der falsche Wagen war. Da lag im Maxi-Cosi ein Baby drin. Der Schock schlechthin.

Der Vater kam gerade, beruhigte mich, aber es half nichts. 30 Minuten voll geheult und Wehen bekommen. Unser Großer ist heute fast 12 Jahre – aber das sitzt sooo tief.“ -Nicole T.-W.

13. „Ich wollte mit einer Freundin auf die Kirchweih. Ich war 21 oder 22 Jahre alt, trug ein Dirndl und hatte mir die Haare von der Mutter meiner Freundin zu einem Kranz flechten lassen. Ich sah so schön aus, dachte ich.“

„Bin kurz vorm Losfahren nochmal zu meiner Mum, ihre Worte als sie mich sah: ‚Willst du dich blamieren?! Du siehst aus wie eine Presswurst!‘ Ich war entsetzt.

... seither habe ich nie wieder ein Dirndl getragen.“ -Beatrice R.

Drei Frauen in Dirndl, die von hinten zu sehen ist. Eine Frau hält hinter ihrem Rücken eine Blume.
„Ich sah so schön aus, dachte ich.“ © blickwinkel/IMAGO

14. „Schon mein ganzes Leben lang gibt meine Mutter mir immer wieder das Gefühl, dass ich so wie ich bin, nicht richtig bin.“

„Das sind keine richtig geäußerten konkreten Beleidigungen, sondern eher immer abwertende Randbemerkungen. Das Schlimmste, das sie immer mal wieder seit meiner Kindheit zu mir sagt, ist, dass ich ‚sowieso ein komischer Mensch sei‘.

Vortrefflicher kann man das Selbstbewusstsein / Selbstwertgefühl eines Kindes nicht kaputttreten.“ -Emma S.

15. „Mir hat sie eine Fettabsaugung angeboten, als ich 18 war, obwohl ich das nicht gebraucht habe.“

„Und die ganzen Beschimpfungen, wie sie mich und meine Kinder bezeichnet hat. Ich wünsche niemandem solche Mütter. Zum Glück kein Kontakt seit Jahren. Meinen Kindern erspare ich das.“ -Diana M.

Eine Frau mit braunen Haaren und einem roten Kleid, die vor einem Spiegel steht. Sie ist von hinten zu sehen und ihr Spiegelbild ist verschwommen.
„Ich wünsche niemandem solche Mütter.“ © Westend61/IMAGO

Vielleicht hast du selbst schon solche Kommentare gehört oder musst sie dir heute noch oft anhören. Niemand hat es verdient, solche Dinge gesagt zu bekommen. Falls du Hilfe brauchst, derartige Aussagen zu verarbeiten, kannst du dich bei einer Telefonseelsorgestelle melden, die zu jeder Tages- und Nachtzeit anonym Beratung am Telefon anbietet. Die bundeseinheitlichen Telefonnummern 0800-1110111 oder 0800-1110222 sind kostenlos.

Die Telefonseelsorge bietet auch Beratung im Internet an.

Vielleicht hilft es dir auch zu wissen, dass Distanz, Zeit oder neue Perspektiven Eltern oft dazu bringen, derartige Aussagen noch einmal zu überdenken:

„Ich werde es meine Tochter lesen lassen und ich hoffe, dass ich ihr nie das Gefühl gebe oder gegeben habe, nicht gut genug zu sein.“

„Ich kann mir aber leider vorstellen, dass ich ohne diese Absicht vielleicht etwas gesagt habe, was sie verletzt hat.“ -Annbritt R.

Abschließend bleibt noch zu sagen:

„An all die Frauen da draußen, die sich sowas anhören mussten: Ich wünschte, ich könnte euch in den Arm nehmen.“

„Ich bin bei einer tollen, sehr unterstützenden Mutter aufgewachsen und gebe das auch so an meine Tochter weiter. Wenn ich könnte, würde ich euch hier aufnehmen. Frauen MÜSSEN einander unterstützen! Lasst euch nicht unterkriegen!“ -Melissa B.

Die Antworten wurden teilweise gekürzt und/oder der besseren Verständlichkeit halber bearbeitet.

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