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Warum gerade alle über Sinti und Roma sprechen und wie du mehr zum Thema lernen kannst

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Von: Michelle Anskeit, Nadja Rödig

Wie wenig wir tatsächlich über die Verfolgung und Ermordung von Sinti und Roma während des zweiten Weltkriegs wissen, beweist ein ARD-“Meinungstalk“ von diesem Wochenende.

Vielleicht hast du schon etwas von der Wochenendausgabe der WDR-Talkshow „Die letzte Instanz“ gehört. Wenn nicht, hier nochmal das Wichtigste in Kürze: Ein Thema des „Meinungstalks“ war die Umbenennung der „Z*-Sauce“. Hintergrund hiervon war ein geschmackloser Witz von Barbara Schöneberger bei der Verleihung des Deutschen Radiopreises, bei dem sie sagte, man könne die Z*-Sauce ja nicht mehr so nennen, sondern müsse jetzt „Sauce ohne festen Wohnsitz“ sagen.

Die ausschließlichen weißen Gäste der Talkshow bildeten sich eine recht geschlossene Meinung zum Thema, die mit bereits bekannten Begründungen unterlegt wurden: Man darf ja gar nichts mehr sagen, die älteren Generationen haben das noch anders gelernt, es gäbe ja wichtigere Probleme etc.

Dass hinter diesem Thema noch viel mehr steckt, scheint den Gästen, aber auch vielen anderen Menschen nicht bewusst zu sein. Grund hierfür ist insbesondere, dass auch in der Schule zwar über den Zweiten Weltkrieg und den Holocaust gesprochen wird, die Gruppe der Sinti und Roma dabei jedoch häufig missachtet wird.

@FerdaAtaman spricht dieses Problem an und erhält darauf viele dieser Rückmeldungen, welche diese Missachtung bestätigen:

Auch beim Internationalen Gedenktag an die Opfer des Holocausts, der erst am 27. Januar stattfand, wird die Gruppe oft übersehen. Und das, obwohl allein in Europa über 500.000 Sinti und Romas ermordet wurden.

Aus diesem Grund bieten einige Menschen auf Twitter uns eine dringend benötigte Geschichtsstunde an, die über das aufklärt, was der Unterricht offensichtlich versäumt hat: Die Diskriminierung, Verfolgung und Ermordung der Sinti und Roma.

@_sgt_official erklärt, wieso das Z-Wort aus der Debatte so problematisch ist:

@rubenmcloop klärt über den Begriff „Porajmos“ auf:

@MelinaBorcak informiert über die lange Verfolgungsgeschichte der Roma und Sinti, die einen Höhepunkt im Porajmos fand:

Während des Porajmos wurden viele Roma und Sinti in Konzentrationslager gebracht, wo ihnen ein „Z“ tätowiert wurde, was eine Abkürzung für das Z-Wort war:

Wie weit diese Missachtung geht, zeigte ein Bau-Projekt der Deutschen Bahn, in welchem ein Mahnmal zu diesem Genozid entfernt werden sollte, um eine neue S-Bahn Station zu bauen.

Der Zentralrat der Sinti und Roma und seine Unterstützer kämpften jedoch hiergegen unter dem Hashtag #DasDenkmalbleibt an, wodurch der Bau angepasst und das Mahnmal geschützt blieb.

All das zeigt, dass es noch viel Aufklärungsarbeit braucht. Die hier gezeigten Twitter-Threads und die anhaltende Arbeit des Zentralrats der Sinti und Roma sind ein guter Anfang, um sich der Weite des Themas bewusst zu werden.

Informationen zum Thema sowie aktuelle Nachrichten, die sich hiermit beschäftigen, können auf der Internetseite des Zentralrats der Sinti und Roma abgerufen werden

Ein Screenshot der Homepage des Zentralrats der Roma und Sinti
Die Homepage des Zentralrats der Roma und Sinti, auf der über Aktuelles informiert wird © Screenshot von https://zentralrat.sintiundroma.de/

Die Bundeszentrale für politische Bildung hat zudem eine umfangreiche Themenseite zum Thema „Antiziganismus“ erstellt, über die sich ebenfalls informiert werden kann.

Die Themenseite der bpb zum Thema Antiziganismus
Die bpb klärt zum Thema in einer eigenen Themenseite auf. © Screenshot von bpb.de

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