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Leute sprechen darüber, was andere eventuell nicht übers Armsein wissen, und ich find‘s augenöffnend

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Eine gestresst wirkende Frau sitzt vor ihrem Laptop und macht sich scheinbar Sorgen
Auf Reddit tauscht sich die Community darüber aus, was andere über Armut wissen sollten. © Imago

„Geld ist praktisch alles, woran du denken kannst.“

Auf Reddit haben sich kürzlich Leute darüber ausgetauscht, was Armsein für sie bedeutet, und was andere daran oft nicht verstehen. Hier eine Auswahl der Antworten mit den meisten Votes. (Die Beiträge wurden mit Hinsicht auf die Lesbarkeit überarbeitet).

1. „Armsein ist so furchtbar erschöpfend. Es schlaucht dich sowohl mental als auch körperlich. Dabei brauchen doch alle mal etwas Glück. Das ist in diesem Fall manchmal nur, sich ein Essen oder einen Kinobesuch leisten zu können. Ja, es gibt immer noch Rechnungen zu bezahlen, aber jede*r braucht mal eine Pause. Du kannst nicht ohne Pause kämpfen.“ —u/BogeyBogeyBogey

2.Geld ist praktisch alles, woran du denken kannst. Geld macht zwar nicht glücklich, aber kein Geld zu haben sorgt definitiv für Angstzustände.“ —u/pajamakitten

3.Es dauert zwei- bis dreimal so lang, deine Erledigungen mit dem Bus statt mit einem eigenen Auto zu machen. Du musst also früher los zur Arbeit und kommst auch erst später nach Hause. In vielen Gegenden fahren die Busse am Wochenende nicht oft. Einkaufen mit dem Bus bedeutet, dass du nicht auf Vorrat kaufen kannst, schließlich musst du das alles tragen. Du musst also öfter gehen, was wiederum mehr Wartezeit bedeutet.“ —u/old-father

4. „Du musst wahrscheinlich monatlich Überziehungsgebühren für dein Konto bezahlen.“ —u/old-father

Ein*e User*in spricht über Angst
Wenn die Geldsorgen deinen Alltag bestimmen. © Imago

5. „Die Angst. Die Angst, dass irgendwas Unerwartetes passiert, was dein Budget sprengt. Die Angst vor Schuldeneintreiber*innen. Die Angst davor, entscheiden zu müssen, welches deiner Kinder heute mehr als einmal essen darf. Angst vor den Tagen, an denen du hungrig bleibst, damit deine Kinder überhaupt essen können.“ —u/flossgoat2

6. „Du kannst einen Job haben und immer noch arm sein. Wenn du zum Beispiel 1000 Dollar pro Monat verdienst, aber deine Miete zwischen 600 und 700 kostet, du 100 fürs Essen ausgibst, deine Rechnungen, die Autoversicherung (falls du ein Auto hast) und das Benzin bezahlst, was bleibt dir danach? Du kannst gar nichts machen.“ —u/glez_fdezdavila_

7. „Alles, was du kaufst, hat Zinsen. Denn du nutzt dieses Geld NICHT, um deine Schulden abzubezahlen.“ —u/Kanedi4s

8. „Wenn wir Geld ansparen und es dann aus irgendeinem Grund ausgeben müssen, ist das wie ein Teufelskreis.“ —u/Chicago1202

9. „Als Kind war‘s für mich die Langeweile. Alle meine Freund*innen hatten Interessen. BMX fahren, jagen, Ninja-Zeug, Action-Held*innen, Videospiele ... Ihre Eltern haben sie darin unterstützt und ihre Hobbys und ihren Sport finanziert. Manches hatte ich auch, aber nicht diese beständige Investition, um wirklich einem Hobby nachzugehen. Alles war aus zweiter Hand, fake, brandkopiert, hat nur halb funktioniert und so weiter.“

Jemand spricht über die Gefahren der Obdachlosigkeit
Arm sein ist buchstäblich lebensbedrohlich. © Imago

10. „Körperlich in Sicherheit zu sein, ist ein Privileg. Ein paar Stunden nicht bei Bewusstsein zu sein, birgt Risiken. Wenn du obdachlos bist und irgendwo schläfst, denkst du nicht an morgen. Du denkst: ,Was, wenn ich aufwache, und mir hält jemand ein Messer vor‘s Gesicht?‘“ —u/xisnotx

11. „Dass arme Menschen keine Vorteile an Sales oder Vorratsangeboten haben. Was sie haben, geben sie für das absolut Nötigste aus. Arm zu sein ist ein Teufelskreis, der viele Opfer erfordert, um ihn zu durchbrechen.“ —u/kotran1989

12. „Wir können uns von den meisten Sachen nicht trennen, weil wir sie in der Zukunft vielleicht wirklich brauchen, und sie lieber nicht nochmal kaufen müssen wollen.“ —u/thejynerso

13. „90 Prozent der Zeit darfst du nicht scheitern oder dir Fehler erlauben. Denn falls doch, dauert es Jahre, um sich davon zu erholen.“ —u/aspluiz

14. „Manche müssen wegen des Jobs ständig umziehen, oder weil die Miete zu hoch ist. Als Kind habe ich ein bis zwei Jahre irgendwo gewohnt. Da habe ich mir nie die Mühe gemacht, Freundschaften zu knüpfen.“

Ein*e User*in sagt, dass einfach kündigen nicht geht
„Einfach kündigen“ können sich viele gar nicht leisten. © Imago

15. „Ich kann nicht ,einfach kündigen‘, und mir ,was Besseres suchen‘. Bewerbungen brauchen Zeit, die ich nicht habe. Ich kann nicht einfach nicht zur Arbeit und stattdessen zu einem Vorstellungsgespräch gehen.“ —u/Juan_Tutri

16. „Gutes, gesundes Essen ist verflucht teuer, nachdem du alle Rechnungen beglichen hast. Aber durch billiges Essen fühlst du dich scheiße.“ —u/TheSexySovereignSeal

Und zum Schluss ...

18. „Armut ist keine Frage von schlechten Entscheidungen, sondern der Umgebung. Schlechte Straßen, arme Städte und Verwaltungen. Sie ist ein Mangel an vererbtem Wohlstand. Der fehlende Zugang zum Supermarkt, zu Ärzt*innen, Krediten, Anwält*innen, Schulen und so weiter – sowohl örtlich als auch finanziell. Es ist die Verzweiflung in deinem Umfeld, die durch vergessene und zerfallende Gebäude entsteht, in denen früher Familien gelebt und Geschäfte floriert haben. Du bist zu arm, um zu gehen. Du siehst, wie andere kämpfen, doch kannst selbst nicht helfen, weil auch du kaum den Kopf über Wasser halten kannst.“

übersetzt aus einem Post von Shelby Henrich

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