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Wie diese 19 Leute sich vor ihren Großeltern geoutet haben, wird dich richtig glücklich machen

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„Als du acht warst und mir gesagt hast, dass du einfach mit einer Freundin in einer Waldhütte leben und Karotten anbauen möchtest, war ich mir sicher.“

BuzzFeed.de © Getty/BuzzFeed

Wir haben die BuzzFeed-Community gebeten, uns zu erzählen, wie ihr Coming-Out vor ihren Großeltern war – und puh, da sind ein paar irre Erfahrungen dabei. Nimm dir etwas Zeit und lies dir diese Geschichten durch. Ganz ehrlich: Mich haben sie zum Weinen gebracht.

1. Sofiyas Geschichte

Als ich mich vor meiner Oma geoutet habe, war sie ganz cool und hat mich umarmt... das eigentlich Tolle ist aber, dass sie mir, weil sie ziemlich weit weg wohnt, zu jedem Feiertag (außer Weihnachten, weil sie uns dann besucht) ein Paket schickt. Seit meinem Outing packt sie etwas in Regenbogenfarben hinzu.

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2. Lizas Geschichte

Ich war mit meiner damaligen Freundin verlobt und hatte mich vor dem Großteil meiner Familie schon geoutet. Meiner Großmutter, die sehr konservativ war, ging es gesundheitlich nicht besonders gut. Während der Hochzeit eines meiner Cousins kam meine Tante zu mir und hat mir erzählt, meine Großmutter wüsste, dass ich verlobt bin und würde es gerne von mir selbst hören. Sie wollte, dass ich mich vor ihr oute, bevor sie stirbt und hat unbeirrbar darauf bestanden. Die Reaktion meiner Mutter darauf werde ich nie vergessen. Sie war sprachlos, dass meine Großmutter nicht nur Bescheid wusste, sondern es auch akzeptieren wollte.

Noch in derselben Woche habe ich meine Großmutter zu Hause besucht und mich mit meinem Großvater und ihr ins Wohnzimmer gesetzt und ihnen nervös erzählt, dass ich lesbisch und verlobt bin. Meine Großmutter hat meine Hand ergriffen und mir gesagt, dass sie sich so sehr für mich freue. Sie wolle nichts mehr, als dass ich es ihr sage, und solange ich glücklich sei, wäre alles andere egal. Dann hat sie angefangen zu weinen, als sie mir gesagt hat, dass sie nicht glaube, bis zu meiner Hochzeit durchzustehen. Sie hat sich so schlecht gefühlt, dass sie nicht würde teilnehmen können, aber sie hat mich sehr geliebt und wäre gerne dabei gewesen. Wenige Monate später ist meine Großmutter gestorben und das war sehr hart für unsere Familie. Ich werde ihre Worte nie vergessen und dass sie darauf bestanden hat, dass ich mich vor ihr oute, damit sie mir sagen kann, dass sie mich genau so liebt, wie ich bin. Ihre Worte haben mir so viel Kraft geschenkt und mich ermuntert, mich selbst zu lieben – komme, was wolle.

Nachdem sie gestorben war, habe ich eine Menge durchgemacht und gemerkt, dass ich in meiner damaligen Beziehung nicht glücklich war. Am Ende habe ich die Verlobung gelöst und bin wieder nach Hause zu meiner Familie gezogen. Es ist jetzt fast fünf Jahre her, dass sie von uns gegangen ist. Ich schätze mich sehr glücklich, mit der tollsten Frau der Welt verlobt zu sein. Ich bin traurig, dass meine Oma meine Verlobte nicht kennenlernen kann, aber ich weiß, dass ich nicht wäre, wo ich jetzt bin, wenn nicht alles so gekommen wäre, wie es ist. Ich vermisse meine Oma jeden einzelnen Tag und wünschte mir so sehr, dass ich sie noch einmal umarmen und ihr sagen könnte, wie viel mir jener Tag bedeutet hat.

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3. Marys Geschichte

Meine Mutter hat es meiner Oma am Telefon gesagt und meine Oma meinte: „Okay. Wie lautet der Plan für Weihnachten, Liebes? Ich kann es nicht ausstehen, dass du mit der Planung immer bis zur letzten Minute wartest.“

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4. Matts Geschichte

Ein paar Hintergrundinformationen....

Ich wohne in West Virginia, das historisch betrachtet nicht den besten Ruf als Ort für Vielfalt oder Inklusion besitzt. Die Stadt, in der ich wohne, ist allerdings wirklich proaktiv und unterstützt die LGBTQ-Community. Wir haben viele Initiativen ins Leben gerufen, die unterrepräsentierte Bevölkerungsschichten innerhalb der Community in den Genuss zusätzlicher Mittel, Veranstaltungen etc. kommen lassen.

Meine Oma hatte mit diversen Leiden und Gesundheitsproblemen zu kämpfen, die sie nicht nur körperlich an ihr Heim/Bett gefesselt haben, sondern auch Teile ihrer Persönlichkeit, Denkweise und geistigen Gesundheit verändern sollten ...

Unser Bürgermeister hatte mich gebeten, bei einer Veranstaltung über das Leben als Teil der LGBTQ-Community in Appalachia und speziell West Virginia zu sprechen. Ich hatte ein ungutes Gefühl bei der Sache, weil ich mich vor meinen Großeltern und entfernteren Verwandten noch nicht geoutet hatte. Doch ich dachte, ich könnte es locker und maßvoll angehen und keine große Sache daraus machen.

Zum Glück ist es dazu nicht gekommen. Einen Tag vor der Veranstaltung gab es einige Nachrichtenberichte darüber und ich wurde von mehreren Journalisten angerufen. Außerdem habe ich einen Anruf von meiner Mutter bekommen. Sie bat mich, heimzukommen. Sie fand es nicht fair meiner Familie (mit der ich ein tolles Verhältnis habe) gegenüber, wenn sie in den Nachrichten erführen, dass ich schwul bin.

Ich kann mich noch daran erinnern, dass ich auf dem einstündigen Nachhauseweg besorgt war, wie meine Oma reagieren würde. Ich wusste, dass sie mich in ihrem Herzen lieben würde, war mir angesichts ihrer Gesundheitsprobleme aber nicht sicher, wie sie reagieren oder was sie sagen würde.

Als ich zu Hause ankam, schlief sie, und ich musste eine gefühlte Ewigkeit warten, um mit ihr sprechen zu können. Als sie endlich aufgewacht war, hat sie mich zu ihr auf die Veranda gebeten.

Wir haben darüber gesprochen, dass die Sonne endlich rausgekommen war, ihre Blumen angefangen hatten zu blühen und dass die Vögel lauter waren als sonst.

Dann kam eine Pause in unserer Unterhaltung auf und ich habe es gesagt.

„Oma, ich bin schwul.“

Ohne zu zögern und ohne die Unterhaltung zu unterbrechen hat sie meine Hand genommen und einfach gesagt: „Es gibt für jeden einen Platz auf dieser Welt und mehr als genug Liebe. Ich hab' dich lieb.“

Ich habe sofort angefangen zu weinen und sie hat hinzugefügt, dass sie nur wolle, dass ich glücklich bin. Sie hat gefragt, ob ich in einer Beziehung sei und was mich veranlasst hatte, mich zu outen. Als ich ihr von der Veranstaltung erzählt habe und dass ich eine Rede halten sollte, sind ihr die Tränen gekommen und sie hat mir gesagt, wie stolz sie auf mich sei und dass wir das an einem Sonntag nach der Kirche feiern sollten.

Als es am nächsten Tag Zeit für meinen Vortrag war, ging ich ans Podium und bemerkte etwas Bewegung hinten im Raum. Das war meine Oma, deren Rollstuhl von meiner gesamten Familie hereingeschoben wurde. Da sind mir natürlich die Tränen gekommen.

Nach der Veranstaltung bin ich zu ihnen gegangen und sie hat mir erzählt, dass sie das für nichts in der Welt verpasst hätte und dass sie noch in dem Augenblick, da ich ihr Haus verlassen hatte, den Rest der Familie angerufen hat, um ihnen zu sagen, dass sie alle mit ihr kommen würden.

Ich kann bis heute nicht darüber sprechen ohne dass mir die Tränen kommen. Ich war schon immer ein Oma-Kind und habe definitiv eine besondere Bindung zu ihr. Jetzt ist sie sogar noch ein bisschen enger.

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BuzzFeed.de © Harpo Productions

5. Elaines Geschichte

Meine Großeltern wohnen ungefähr vier Stunden entfernt, deshalb habe ich sie angerufen. Ich saß in der Studentenbude einer Freundin, total verängstigt, und habe ihre Nummer gewählt. Meine Oma war extrem verständnisvoll, hat aber immer wieder gefragt: „Bist du dir sicher, dass das nicht nur eine Phase ist?“ Und mein Opa hat sich das Gleiche gefragt. Ich denke sie wollten nicht einsehen, dass ich lesbisch bin. Doch als ich ihnen erzählte, dass ich mich in eine tolle Frau verliebt hatte, haben sie sich sehr für mich gefreut und sie mit offenen Armen empfangen. Meine Großeltern sind sehr konservativ, haben mich aber vollständig akzeptiert. Ich hatte großes Glück mit ihnen und denke, unsere Verbindung ist jetzt stärker als zuvor.

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6. James' Geschichte

Ich hatte nie vorgehabt, es meiner Oma zu erzählen. Doch eines Tages hatte sie genug und schrieb mir, um zu fragen, ob ich schwul sei. Sie hat mir dann 20 Tage in Folge geschrieben, sodass ich schließlich „Ja“ geantwortet habe. Jetzt schreibt sie mir jede Woche und fragt, ob ich schon einen Freund habe.

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7. Clints Geschichte

Meine Großmutter ist gestorben, bevor ich mich vor ihr outen konnte. Sie war Zeit ihres Lebens hingebungsvoll religiös und der LGBT-Community gegenüber ablehnend. Ungefähr ein Jahr nach ihrem Tod habe ich zum ersten Mal ihr Grab besucht und mich einfach hingesetzt und ihr von mir erzählt. Ich habe ihr gesagt, dass ich jetzt viel glücklicher bin und wie sehr ich wünschte, dass sie noch hier wäre, um mehr darüber zu erfahren, wer ich bin. Ob sie mich akzeptiert hätte oder nicht, spielt keine große Rolle für mich. Doch nur davon, es laut auszusprechen, ist mir ein großer Stein vom Herzen gefallen.

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BuzzFeed.de © Harpo Productions

8. Lunas Geschichte

Ich habe meiner Oma erzählt, dass ich bi bin, und sie hat mich für ungefähr eine Minute angesehen, ihren Kopf geneigt und „Hm?“ gesagt. Ich habe mich wiederholt und sie meinte: „Was ist das? Ach was, ich schlag's einfach nach.“ Jetzt befindet sich meine Oma also in einem regelrechten Forschungsprojekt darüber, was Bisexualität ist.

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9. Reeds Geschichte

Meine Nanners (so nenne ich meine Großmutter) und ich hatten schon immer ein sehr enges Verhältnis. Sie ist meine liebstes Familienmitglied und ich ihres, die ganze Familie hat das schon mitbekommen. Wir tischlern zusammen, besuchen Flohmärkte und haben insgesamt ähnliche Interessen. Sie war schon immer die eine Konstante in meinem Leben. Selbst wenn ich niemanden hatte, wusste ich, dass ich sie hatte und sie mich. Dennoch war ich wie versteinert, wenn es darum ging, ihr zu sagen, dass ich lesbisch bin. Wenn ich sie verlieren würde, wäre ich wirklich am Boden zerstört.

Ich hatte Angst davor, dieses Risiko einzugehen, aber erreichte den Punkt, an dem es mir vorkam, als würde ich sie belügen. Ich konnte es nicht ausstehen, der wichtigsten Person in meinem Leben gegenüber nicht ehrlich zu sein. Wir waren also eines Tages bei ihr zu Hause und haben ein paar Möbelstücke abgeschliffen, und ich meinte zu ihr: „Ich muss dir etwas sagen.“ Sie hat mich ganz besorgt angeschaut und ich meinte: „Ich gehe mit jemandem aus.“ Ihre Reaktion war: „Wer ist sie?“ Ich habe es ihr erzählt während wir das Holz weiter abgeschliffen haben. Danach hat sie es einfach völlig akzeptiert und zwischen uns war alles beim Alten. Seitdem stellt sie auf Hochzeiten und Familienveranstaltungen immer allen Leuten meine Freundin vor und pfeift darauf, ob denen das passt oder nicht. Das will schon etwas heißen, wenn man bedenkt, dass ich aus einem kleinen Ort in Tennessee komme. Sie ist wahrlich eine meiner allerliebsten Personen. Ich weiß wirklich nicht, was ich ohne sie tun würde. ❤️

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10. Angelas Geschichte

Ich bin seit über sechs Jahren mit meiner Verlobten zusammen. Wir werden im März heiraten. Ich hatte mich vor meiner Oma noch nicht geoutet, weil meine Mutter Angst vor ihrer Reaktion hatte. Sie sind beide Latinas und katholisch. Meine Mutter hat ihr gegenüber meine Verlobten immer eine „gute Freundin“ oder „Mitbewohnerin“ genannt. Wir waren in der Stadt und ich habe meiner Oma beiläufig gesagt, sie solle sich den Termin für meine Hochzeit freihalten und: „Also Daphney und ich heiraten dann nächstes Jahr.“ Sie meinte nur: „Ach wirklich?“ und hat die Einladungskarte bewundert, sowie um drei weitere zum Einrahmen gebeten.

Später habe ich erfahren, dass sie meine Tante angerufen hat, um etwas Dampf abzulassen. Sie meinte, ihr Hauptanliegen sei gewesen: „Aber wie haben die Sex?!“

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11. Jessicas Geschichte

Eigentlich hat meine Mutter mich vor meiner Großmutter geoutet – auf die beste Weise! Meine Großmutter ist sehr katholisch und meine Mutter und ich sind zu dem Schluss gekommen, dass sie nicht wissen brauche, welche sexuelle Orientierung ich habe oder wen ich date. Sie war schon Ende 80, wieso also ihr Herz damit belasten? Naja, meine Mutter hat sich so sehr an mich und meine Freundin gewöhnt, dass sie, als meine Oma sich während ihres allabendlichen Telefongesprächs nach mir erkundigt hat, herausposaunt hat: „Ach, die ist auf einem Date mit Marianne.“

Ups.

Überraschenderweise sind meine Großmutter und meine Freundin aber wirklich super miteinander ausgekommen. Meine Großeltern haben sie und ihre Familie ins Herz geschlossen. Sie haben Dinnerpartys für sie geschmissen und umgekehrt. Das ging so weit, dass ich anfing Zweifel zu haben, ob sie verstanden hatten, dass sie meine Partnerin ist, aber meine Mutter hat das zu 100% bestätigt. Meine Großmutter hat wirklich ihre schützende Hand über sie gehalten und meine Mutter wiederholt gefragt, ob meine Schwestern uns auch nicht ausgrenzen, hahah! Eine 90-jährige Katholikin, die sich darum sorgt, dass es ihren kleinen Lesben gut geht! Jahre später, als besagte Freundin und ich schon seit ungefähr zwei Jahren getrennt waren, hat meine Oma mich gefragt, ob es okay wäre, wenn sie Marianne um iPad-Nachhilfe bitten würde, denn sie sei „so geduldig und der Apple Store so laut.“ Ich sagte natürlich Ja. Marianne war eine hervorragende Lehrerin und hat ihr sogar eine Anleitung für die Bedienung ihrer E-Mails und ihres Facebook-Profils angefertigt. Sie sind noch immer ganz vernarrt ineinander und unterhalten sich gelegentlich über Messenger.

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BuzzFeed.de © Harpo Productions

12. Abbys Geschichte

Ich wollte meiner Großmutter sagen, dass ich nicht binär bin. Ich dachte, ich hätte den Mumm dazu und müsste nur den richtigen Zeitpunkt und Ort abpassen. Dann ist sie, praktisch ohne Vorwarnung, gestorben. Meine Familie und ich waren am Boden zerstört. Nicht nur, dass ich mich vor ihr nicht geoutet hatte – auch meine Pläne, mich vor meiner restlichen Familie zu outen, hat das über den Haufen geworfen. Ich hatte zunächst gezögert, mich zu outen, weil ich mir nicht sicher war, wie sie reagieren würde. Doch rückblickend muss ich sagen, dass sie mich in jedem Fall geliebt hätte. Mich ihr gegenüber nicht zu outen, war der größte Fehler meines Lebens –weil es ihr eine Gelegenheit verwehrt hat, mich wirklich zu verstehen und unsere Bindung vor ihrem Tod zu stärken.

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13. Sophias Geschichte

Ich habe mich mit einem Facebook-Beitrag geoutet, und wollte nicht, dass meine Großeltern es auf diese Weise erfahren. Deswegen habe ich sie angeschrieben und ihnen von mir erzählt. Sie haben geantwortet: „Denk immer daran, du bist unsere Enkeltochter und wir werden dich immer lieben, komme, was wolle. Naja, es sei denn du magst Trump.“

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14. Dylans Geschichte

Ich war 14 Jahre alt. Ich hatte mich wenige Monate zuvor vor meinen Eltern, meinen Freunden und der Schule geoutet. Meine Großeltern haben ein paar Stunden entfernt gewohnt und ich habe im Sommer immer eine Woche oder zwei bei ihnen verbracht.

Nun, als 14-jähriger Junge hatte ich die Angwohnheit, gewisse Webseiten zu besuchen, zu denen ich mir mittels der dreisten Lüge, ich sei bereits 18, Zutritt verschaffte – um es mal so zu sagen. Bevor ich mich auf den Weg gemacht habe, hat mich meine Mutter zur Seite genommen und mir eingeschärft, dass wenn ich auch nur daran DENKEN würde, IRGENDEINE „dieser Webseiten“ aufzusuchen, würde das umgehende und ernste Folge haben. Und ich bin bis heute ERSTAUNT, dass ich mich tatsächlich an meinen Teil der Abmachung gehalten habe. Ich war hauptsächlich auf Seiten wie LiveJournal (haha), NeoPets (HAHA) und AOL IM (GOTT BEWAHRE) unterwegs.

Nun ja, offenbar ist meine Oma über mein LiveJournal gestolpert. Wichtig: Mein Name lautete ,thespian_queen' (zu Deutsch in etwa: Theaterkönigin). In diesem Blog hat sie meine Posts über all die Jungs gelesen, in die ich alles andere als heimlich verliebt war.

Sie IST. KOMPLETT. AUS. DER. HAUT. GEFAHREN.

Sie hat mich gefragt warum ich mir schmutzige Webseiten anschaue, wieso ich „so“ sei etc. etc. etc.

Sie rief meine Mutter an und verlangte von ihr, dass sie die kompletten vier Stunden herfährt, um „mich aus ihrem Haus zu schaffen“. Ich verbringe also die nächsten vier Stunden eingesperrt im Gästezimmer meiner Oma.

Erst hörte ich das Auto meiner Mutter draußen anhalten. Dann schlug sie die Autotür zu und platzte durch Schiebetür der Küche ins Haus – schreiend! Ihre Mutter ANSCHREIEND: „Was glaubst du eigentlich, was du machst, VERDAMMTE SCHEISSE!? Wir alle wussten schon seit er DREI ist, dass er schwul ist, Mama. Was glaubst du, wie er sich jetzt fühlt?!“

Meine Oma hat nur geweint und gesagt, dass sie mir das nicht wünsche und geflennt, dass sie „das ja nicht wissen konnte.“ Meine Mutter hat mit Bestimmtheit gesagt: „Ganz toll, Mama, aber dein Enkelsohn ist schwul und denkt deinetwegen, das sei irgendwie verkehrt, und ich möchte nicht, dass mein Sohn das von sich denkt!“ Ein paar Kraftausdrücke später rief meine Mutter den Flur runter, ich solle mir meine Sachen schnappen, weil „wir gehen, JETZT.“

Irgendwann ist mein Opa nach Hause gekommen, hat erfahren, was passiert war, meine Mutter angerufen und gebeten, mich zu sprechen.

„Wir haben dich lieb“, hat er gesagt. „Wir werden dich immer lieb haben, egal, was passiert. Deine Oma kommt nur aus einer anderen Zeit und war nicht bereit, das zu verarbeiten.“

Wir spulen ein paar Monate vor. In fast der ganzen Zeit hat niemand aus meiner Familie mit meinen Großeltern gesprochen. Allerdings war unsere Familie an der Reihe, das Thanksgiving-Essen auszurichten. An dem Tag, als meine Großeltern ankamen, kam die Angst wieder in mir auf. Ich wollte nicht schuld an einem ruinierten Essen sein. Als meine Oma aus dem Auto stieg, hatte sie ein eingepacktes Geschenk in der Hand. Sie hat es mir wortlos überreicht, mir aber bedeutet, es zu öffnen. Es waren die gesammelten Werke von William Shakespeare. Innen stand die simple Nachricht: „Für meine Theaterkönigin. Ich werde dich immer lieb haben.“ Ich habe geweint. Sie hat geweint. Meine Mutter hat geweint.

Als ich während des nächsten Sommers wieder zu Besuch war, hatte meine Oma die Originalversion von Queer Eye und Will & Grace aufgenommen, die wir dann zusammen geschaut haben, wobei sie mich gelegentlich nach Diesem und Jenem gefragt hat.

Das ist jetzt im wahrsten Sinne ein halbes Leben her und ich bin froh sagen zu können, dass meine Großmutter nichts weniger geworden ist, als die liebende Unterstützung, die ich immer brauchte, wollte und jetzt auch habe.

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15. Sullys Geschichte

Ich hatte Angst, deswegen habe ich meine Eltern es meinen Großeltern beibringen lassen. Meine eine Oma war nicht glücklich darüber, hat aber gesagt, damit leben zu können. Meine Großeltern von der anderen Seite der Familie waren zunächst schockiert und konnten nicht glauben, dass ich mir sicher war. Seitdem haben sie sich mehr damit abgefunden und haben meine Freundin mehrmals getroffen. Jedes Mal wenn meine Oma erfährt, dass eine ihrer Freundinnen eine LGBT-Enkelkind hat, schickt sie mir eine Nachricht.

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16. Jenns Geschichte

Ich war eine unsichere 19-Jährige, deswegen habe ich meine Mutter gebeten, es ihren Eltern und der Mutter meines Vaters zu erzählen. Ich hatte nie die Sorge, nicht geliebt zu werden oder so. Doch sie waren alle in den 30ern geboren worden und ich war mir nicht sicher, wie meine Oma Ann damit zurecht kommen würde.

Ich saß in meiner Studentenbude als meine Mutter mich anrief, um mir zu erzählen, dass sich Oma Ann nicht daran störe und sie mich sehr lieb hat! Sie war eine schwierige Dame und hatte ihre Eigenheiten, aber in dieser Nacht war sie die beste Person der Welt. Ich war so aufgeregt, dass ich den Flur des Studentenwohnheims rauf- und runtergerannt bin und mich gefühlt habe, als würde mein Herz jeden Moment explodieren! Ich habe wirklich großes Glück und kann mich sehr glücklich schätzen. Das ist eine Nacht, die ich nie vergessen werde.

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17. Geschichte von hipsterindisguise

Sie wohnt in Texas und ich habe während meines ersten Jahres am College in Südkalifornien gewohnt. Wir hatten eine sehr enge Beziehung zueinander, weil sie nach dem Tod meiner Mutter für den Großteil meiner Kindheit bei uns gewohnt hatte. Deswegen hielt ich es für eine gute Idee, sie einzuweihen.

Wir hatten uns nie wirklich über über die LGBTQ-Community oder ihre Meinung dazu unterhalten, doch sie ist eine SEHR traditionsbewusste Frau, die ihre Bibel liebt. Sie rief mich jeden Sonntag an, um sich mit mir zu unterhalten, und ich hatte beschlossen, dass heute der Tag gekommen war.

Ich hatte einen Plan ausformuliert, falls sie ablehnend reagieren sollte, nämlich dass ich drüberstehen und mich gefasst geben würde. Das Telefon klingelt und wir gehen das übliche Geplauder durch und ich warte gespannt darauf, „Betty, ich bin eine Lesbe und das ist einfach großartig!“ sagen zu können.

Es kommt also zu einer Pause und ich nehme mich zusammen und sage: „Oma, ich habe dich lieb und wollte dir nur sagen, dass ich eine Lesbe bin und eine feste Freundin habe. Ich würde mich sehr über deine Unterstützung freuen, weil du ein wichtiger Teil meines Lebens bist, könnte aber verstehen, wenn du nichts mehr mit mir zu tun haben willst.“

Es kam keine Antwort vom anderen Ende der Leitung und ich dachte schon, dass sie Sorge hätte, „übers Telefon mit der Homopest angesteckt worden zu sein“ oder sowas in der Art. Ich habe sie gefragt, ob sie mich verstanden hat, und habe erst dann gemerkt, dass sie am Lachen war. Sie meinte: „Schätzchen, das ist keine Überraschung. Als du vier warst und nicht aufhören konntest, über die Mädchen an deiner Schule zu sprechen, habe ich habe deinem Vater gesagt, dass du lesbisch bist. Als du acht warst und mir gesagt hast, dass du einfach mit einer Freundin in einer Waldhütte leben und Karotten anbauen möchtest, war ich mir sicher. Ich liebe dich von ganzem Herzen und nichts wird daran je etwas ändern können. Gott liebt dich, das darf man auch nicht vergessen. Lass dir von diesem Mädel nicht das Herz brechen, von junger Liebe wird das Herz ganz fragil.“

Dann habe ich geschluchzt, weil ich darauf nicht vorbereitet war. Ich hätte mir nicht träumen lassen, dass sie so aufgeschlossen sein würde.

Fun fact: Sie hat mich im Juni zum Altar geführt, weil dieses Mädel tatsächlich nie mein Herz gebrochen hat. Ich liebe meine Frau und bin meiner 76 Jahre alten Großmutter so dankbar.

hipsterindisguise

BuzzFeed.de © Harpo Productions

18. Kenz' Geschichte

Ich musste es meiner Oma vor der Hochzeit meiner Schwester sagen, weil mich ein Mädel begleiten würde. Ihre Antwort war: „Okay, schön und gut, aber wirst du trotzdem ein Kleid tragen?“

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19. Taylors Geschichte

Meine Oma und ich waren schon immer unzertrennlich, daher war ich bei meinem Outing als Lesbe mit 23 sehr besorgt, dass sie es mir verübeln und unsere Beziehung darunter leiden würde.

Jetzt, fast zwei Jahre später, bin ich mir nicht sicher, wieso ich besorgt war. Ich bekomme regelmäßig Anrufe von ihr, dass sie auf Facebook ein Beitrag gesehen hat, dass jemand eine Tochter/Enkelin/Cousine/wasauchimmer vom anderen Ufer hat und ob sie anrufen soll, um ein Date zu vereinbaren.

Das erste Mal, als sie das versucht hat, war ich zwar beschämt von der Vorstellung, dass meine Oma fremde Leute anruft, um mir ein Date zu beschaffen. Doch ich war auch zu Tränen gerührt, dass sie so bemüht war, mir bei der Partnersuche zu helfen, selbst wenn es nicht die Sorte Partner war, mit der sie immer gerechnet hatte. Mir kommen immer noch die Tränen, wenn ich Leuten erzähle, wie fantastisch meine Oma ist.

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Diese Geschichten wurden hinsichtlich ihrer Verständlichkeit und/oder Länge bearbeitet.

Dieser Artikel erschien zuerst auf Englisch.

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