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Bio vom Discounter: So gut sind die Produkte bei Aldi, Lidl und Co. wirklich

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Von: Pia Seitler

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Collage mit Aldi Filiale und Kühe.
Discounter legen bei Bio-Milch oder Bio-Gemüse zu. © imago/Wassilis Aswestopoulos/dpa/Jens Büttner/Collage

Immer mehr Kund:innen wollen Bio-Produkte. Discounter reagieren. Aber sind die Produkte dort genauso gut wie im teuren Supermarkt?

Immer mehr Kund:innen und Betriebe haben sich 2021 für Bio-Lebensmittel entschieden. Die Deutschen gaben nach Angaben des Bundes „Ökologische Lebensmittelwirtschaft“ (BÖLW) rund 16 Milliarden Euro für Bio-Lebensmittel aus. Das entspricht einem Plus von knapp sechs Prozent im Vergleich zum Rekordjahr 2020. Vor allem bei Fleisch- und Milchalternativen und Butter sei die Nachfrage groß.

Interessant sei der deutliche Trend jüngerer Käufer:innen zu pflanzlichen Alternativen zu Milch, Fleisch und Eiern. Das ist laut BÖWL generell so, aber besonders bei Bio. Auch mehr Bauern, Lebensmittelhersteller:innen und Händler:innen setzten 2021 auf Bio. Rund 14 Prozent aller Höfe in Deutschland sind Bio-Betriebe. Discounter wie Aldi und Lidl passen ihr Sortiment ebenfalls an. Sie legen vor allem bei Frischeprodukten wie Bio-Milch oder -Gemüse zu.

Bio-Lebensmittel vom Discounter - sind sie genauso gesund?

Mehr Bio heißt auch weniger Tiere auf den Höfen, die dafür aber mehr Platz bekommen. Synthetische Pestizide oder Dünger sind tabu. Mit Bio-Produkten im Einkaufskorb essen die Menschen gesünder, gentechnikfrei und klimafreundlicher, so Tina Andres, Vorstandsvorsitzende des BÖWL.

Und das alles gilt auch für die meist günstigeren Bio-Produkte vom Discounter. Die können wir laut Peter Röhrig, geschäftsführender Vorstand des BÖLW, überall mit gutem Gewissen kaufen. „Für alle Bio-Lebensmittel gilt, dass sie nach den strengen Vorgaben der EU-Öko-Verordnung produziert und engmaschig staatlich kontrolliert werden. Wer die gesetzlichen Bio-Regeln nicht einhält, darf seine Produkte nicht „Bio“ oder „Öko“ nennen“, so der Vorstand. Die EU-Öko-Verordnung sei der strengste gesetzliche Standard für Lebensmittel. Die Standards der deutschen Bio-Verbände gehen mit ihren Anforderungen noch einmal über den gesetzlichen Standard hinaus, so Röhrig gegenüber Buzzfeed News Deutschland.

Die Ernährungswende muss jetzt der Energiewende folgen. Und Bio ist die erneuerbare Energie der Lebensmittelwirtschaft und Ernährung!

Tina Andres, Vorstandsvorsitzende des BÖWL

Im vergangenen Jahr stellten 320 Betriebe in Deutschland auf Bio um und bereits 2020 betrug die Bio-Fläche mit 1,7 Millionen Hektar etwas mehr als zehn Prozent der gesamten Agrarflächen in Deutschland. 20 Prozent der Bäuer:innen wollen auf Bio umstellen, so viel wie nie, so Andres. Das ist zwar schon ein großer Schritt nach vorn, aber längst nicht genug. Denn in ihrem Koalitionsvertrag haben sich SPD, Grüne und FDP selbst das ambitionierte Ziel von 30 Prozent ökologische Landwirtschaft bis 2030 gesetzt.

Um das Ziel einzuhalten, müsse die Politik jetzt „die gesamte Lebensmittelkette in den Fokus nehmen, insbesondere die Bio-Verarbeitung“, so Peter Röhrig geschäftsführender Vorstand des BÖLW.

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