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Studie: Wenn du unter 40 bist, solltest du komplett auf Alkohol verzichten

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Von: Jana Stäbener

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Junger und alter Mann trinken Bier und Wein.
Für alle unter 40 birgt Alkohol die größten gesundheitlichen Risiken – ältere Menschen hingegen können anscheinend mit weniger Bedenken zu einem Glas Wein greifen. © agefotostock/IMAGO/Westend61/IMAGO/Collage

Alkohol schadet jungen Menschen besonders? Eine Studie erklärt, warum. Und: Ältere dürfen dagegen öfter zum Glas greifen.

Kein Alkohol ist auch keine Lösung? Doch – vor allem für alle unter 40, zeigt eine neue Studie. Erst seit einigen Jahren ist allgemein bekannt, dass jedes Glas Alkohol negative Auswirkungen auf unseren Körper hat, ein Glas Wein am Tag also schon eins zu viel ist. Zu diesem Ergebnis kam vor vier Jahren unter anderem die „Global Burden of Diseases-Studie“, ein fortlaufendes Projekt der University of Washington in Seattle. Jetzt aktualisieren die Forscher:innen ihre Ergebnisse jedoch noch einmal: Vor allem für junge Menschen bis 40 sei Alkohol schädlich. Ältere ohne gesundheitliche Probleme könnten von einer kleinen Menge Alkohol sogar profitieren.

Kein Wunder haben junge Menschen nach ihrem Rausch einen fetten Kater. Momentan nehmen viele das Durchfall-Mittel Elotrans als Anti-Kater-Mittel – Ärzte warnen.

Alkohol bei jungen Menschen ist keine gute Idee – im Alter sinkt das Gesundheitsrisiko

„Unsere Botschaft ist einfach: Junge Menschen sollten nicht trinken, aber ältere Menschen können vom Trinken kleiner Mengen profitieren“, sagte die Hauptautorin Emmanuela Gakidou dem Guardian. Weil Alkohol besonders für junge Menschen schlecht ist, fordert eine Suchtexpertin ein Werbeverbot für Alkohol. Die Studienautor:innen würden dies sicher unterstützen, denn sie schlagen vor, dass jedes Land Empfehlungen für Alkoholkonsum aufstellen soll, die sowohl auf Ort als auch auf dem Alter basieren. „Es ist zwar nicht realistisch, dass junge Erwachsene auf das Trinken verzichten, aber wir halten es für wichtig, die neuesten Erkenntnisse zu kommunizieren, damit jeder fundierten Entscheidungen über seine Gesundheit treffen kann“, so Gakidou.

Die Studienergebnisse, die auch in der Fachzeitschrift „Lancet“ veröffentlicht wurden, zeigten, dass vor allem Männer zwischen 15 und 39 Jahren schädliche Mengen an Alkohol trinken. Außerdem würde die Menge an Alkohol, die man konsumieren könne, ohne ein Gesundheitsrisiko einzugehen, mit dem Alter zunehmen. Das bedeutet, dass ein Mann unter 40 nur 0,136 eines Standardgetränks (zum Beispiel 100 Milliliter Rotwein mit 13 Prozent Alkoholgehalt) pro Tag trinken kann, ein 40 bis 64-Jähriger hingegen 0,5 bis zwei Standardgetränke. Bei über 65-Jährigen sei ein Gesundheitsrisiko sogar erst bei mehr als drei Standardgetränken erreicht.

Junge Menschen trinken in Deutschland immer weniger Alkohol – dafür kiffen sie mehr

Wichtig sei, die Ergebnisse nicht als Freifahrtschein für Alkoholkonsum zu betrachten, sagt Richard Piper, Geschäftsführer von „Alcohol Change UK“, dem Guardian. Auch ältere Menschen müssten weiterhin vorsichtig sein. „Alkohol schadet dem menschlichen Körper in vielerlei Hinsicht“, meint er und betont, dass man auf keinen Fall mehr als 3,4 Liter Bier oder 1,5 Flaschen Wein in der Woche trinken sollte – niemals mehr als 1,5 Liter Bier am Tag.

Gute Nachrichten gibt es in Deutschland, was den Alkoholkonsum junger Menschen anbelangt. Denn die Anzahl an Jugendlichen, die regelmäßig Alkohol tranken, reduzierte sich im Zeitraum von 2001 bis 2021 bei den unter 12- bis 17-jährigen Jugendlichen laut der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) um etwa 30 Prozentpunkte. Auch das Rauschtrinken ging langfristig zurück. Dafür ging der Cannabis-Konsum in den Jahren von 2015 bis 2021 nach oben und auch das regelmäßige Kiffen scheint heute laut der BZgA weiter verbreitet zu sein.

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Sie werden wohl auch ein Grund sein, warum unser Gesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) die Cannabis-Legalisierung mit dem Prinzip „Safety First“ angehen will – der Hanfverband stimmt ihm zu.

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