Anders als in Deutschland: Blitzer-Warnung im Ausland oft erlaubt

Aktualisiert:

Von: Maik Schneider

Uns auf Google folgen

Im Gegensatz zu Deutschland, das Blitzer-Apps streng verbietet, verfahren andere europäische Staaten ganz anders – einige unterstützen Radarwarner sogar.

Für zahlreiche Autofahrer sind Blitzer-Apps mittlerweile unverzichtbare Begleiter geworden. Diese Anwendungen informieren rechtzeitig über Geschwindigkeitsmessungen und unterstützen dabei, Strafzahlungen zu umgehen. Allerdings ist deren Verwendung am Steuer eindeutig verboten – und das nicht nur für Fahrzeugführer, sondern sogar für Mitfahrende. Bei einer Kontrolle drohen mindestens 75 Euro Bußgeld sowie ein Eintrag im Fahreignungsregister. Andere europäische Staaten handhaben dies jedoch völlig unterschiedlich. Radarwarner sind teilweise gestattet, werden geduldet oder sogar staatlich gefördert.

So unterschiedlich sind die Bestimmungen in Europa

Die europäische Gesetzeslage präsentiert sich als buntes Mosaik verschiedener Regelungen. Während Deutschland, Frankreich, die Schweiz und Tschechien besonders rigoros sind und schon den einfachen Besitz oder das Dabeihaben ahnden, zeigen sich andere Nationen deutlich nachsichtiger.

Autofahrerin wird geblitzt
Wer zu schnell ist, sammelt Punkte in Flensburg: Autofahrerin wird geblitzt. © IMAGO

In Belgien, Dänemark, Finnland, Luxemburg, Norwegen, Schweden, Spanien oder Großbritannien sind GPS-basierte Radarwarner zulässig. Sie zugreifen teilweise auf öffentlich zugängliche Datenbanken zurück und alarmieren vor bekannten Positionen. Ein konkretes Beispiel: In Großbritannien darf nicht nur jeder eine Radar-Anwendung nutzen, viele Navigationssysteme zeigen die Positionen sogar automatisch an. In Spanien gibt es sogar eine eigene Anwendung der Verkehrsbehörde mit allen festen Messgeräten.

Anders sieht es in Frankreich aus: Hier genügt schon das einfache Dabeihaben eines Radarwarners für eine Strafe von bis zu 1.500 Euro und die Beschlagnahmung des Fahrzeugs.

Praktische Tipps für Reisen mit dem Auto

Die Vorschriften ändern sich schnell und sind oft vielschichtig. Wer mit dem Fahrzeug ins Ausland fährt, sollte sich vorab beim ADAC oder anderen Automobilclubs informieren. In Staaten mit strengen Vorschriften empfiehlt es sich, die Radar-Anwendung zu deinstallieren oder das Gerät im Hotel zu lassen. Strafzahlungen aus dem EU-Ausland können übrigens auch in Deutschland vollstreckt werden, sobald sie über 70 Euro liegen.

Die Verwendung von Radarwarnern bleibt in Deutschland ein Tabu. In vielen europäischen Staaten sind sie dagegen ein ganz normaler Reisebegleiter. Wer sich an die Vorschriften hält und vor der Fahrt informiert, kommt entspannt und ohne böse Überraschungen ans Ziel. Am sichersten ist es aber nach wie vor, einfach die Tempolimits einzuhalten – so bleibt der Geldbeutel verschont und die Fahrt stressfrei. Google Maps kann übrigens das aktuelle Tempolimit anzeigen.

Kommentare

$Teilen