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Angriffe auf Asylsuchende werden immer gewalttätiger

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Von: Pia Seitler

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In Berlin warten geflüchtete Menschen aus der Ukraine an einer Erstanlaufstelle.
In Berlin warten geflüchtete Menschen aus der Ukraine an einer Erstanlaufstelle. © F. Anthea Schaap/Imago

Aus einer Antwort des Bundesinnenministeriums geht hervor, dass es 2022 zwar weniger Angriffe auf Asylbewerber gab, aber mehr Verletzte.

424 Angriffe auf Asylbewerber verzeichnet die Behörden im ersten Halbjahr 2022 und das Dunkelfeld ist groß. Damit liegt die Zahl der überwiegend rechtsmotivierter Straftaten zwar unter der des Vorjahreszeitraums, aber es wurden mehr Menschen verletzt. Das zeigt eine Antwort des Bundesinnenministeriums auf eine Kleine Anfrage der Linke-Fraktion, von der die Neue Osnabrücker Zeitung berichtet.

Im ersten Halbjahr 2021 gab es demnach 576 registrierte Straftaten, bei denen Asylbewerber Opfer von Angriffen wurden. Die meist rechtsradikalen Täter verletzten damals 62 Menschen bei den Attacken außerhalb der Unterkünfte für Asylsuchende. 2022 wurden die Taten gewaltvoller: 86 Menschen wurden im ersten Halbjahr bei den Angriffen verletzt, geht aus der Antwort des Bundesinnenministeriums hervor.

Zahl der Angriffe auf Asylbewerber geht zurück, aber kein Grund zur Entwarnung

Bei einem Viertel der Angriffe auf Asylbewerber handelte es sich laut Neuer Osnabrücker Zeitung um Gewalttaten wie Körperverletzung, Brandstiftung und den Einsatz von Sprengstoff und Waffen. Außerdem gab es 43 Anschläge auf Unterkünfte für Geflüchtete und zwölf Angriffe gegen Hilfsorganisationen und Helfern.

Die Zahl der erfassten Übergriffe auf Asylbewerber geht seit 2015 immer weiter zurück. Damals wurden im Schnitt allein drei Angriffe gegen Unterkünfte von Geflüchteten am Tag registriert. Für das ganze Jahr 2020 gab es laut Zahlen des Bundesinnenministeriums 1606 Angriffe auf Asylbewerber, also im Schnitt etwa 800 pro Halbjahr.

Auch wenn die gemeldeten Angriffe weniger werden, gibt es keinen Grund zur Entwarnung. Die Angriffe auf Asylbewerber seien meist rechtsmotiviert und der Verfassungsschutzbericht 2021 zeigt, dass die Zahl der Menschen mit rechtsextremistischen Einstellungen erneut leicht gestiegen ist. Clara Bünger ist fluchtpolitische Sprecherin der Linksfraktion, die die Anfrage beim Bundesinnenministerium zu den Angriffen auf Asylbewerber gestellt hatte. Sie fordert laut Neue Osnabrücker Zeitung „von Bund und Ländern, rassistische Straftaten konsequent aufzuklären und endlich geeignete Schutzkonzepte zu entwickeln, um Betroffene zu schützen.“ Notwendig sei auch ein „Bleiberecht für Opfer rechter und rassistischer Gewalt.“

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