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„Berufliche Auszeit“ bei LinkedIn: Neues Feature soll Elternzeit oder Karrierepause normalisieren

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Von: Jana Stäbener

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Auf LinkedIn können User:innen unter der neuen Funktion „Berufliche Auszeit“ ab sofort angeben, wenn sie in Elternzeit gehen, eine gesundheitliche Pause nehmen oder ein Ehrenamt ausüben. Die Plattform will damit Karrierepausen normalisieren.
Im März hat LinkedIn ein neues Feature eingeführt, mit dem auch Vollzeit-Elternschaft und andere Karrierepausen angegeben werden können. ©  Jens Büttner/dpa, MASKOT/IMAGO (Collage)

Bei LinkedIn können wir seit einigen Wochen eine „Berufliche Auszeit“ angeben. Die Idee dahinter: Lücken im Lebenslauf endlich normalisieren.

Vor gut einem Jahr hatte das soziale Netzwerk LinkedIn bereits angekündigt, dass sie bald ein neues Feature einführen wollen: die „Berufliche Auszeit“. Seit März ist die neue Funktion nun verfügbar und User:innen der Networking-Plattform können auf ihrem persönlichen Profil nun eine von 13 beruflichen Auszeiten hinzufügen. Zur Wahl stehen neben der wohl klassischen „Vollzeit-Elternschaft“ auch „Trauerfall“, „Gesundheit und Wohlbefinden“ und viele mehr. Für viele Frauen (und auch Männer), die sich Elternzeit nehmen und zu Hause bleiben, könnte das neue Feature eine riesige Erleichterung darstellen.

Berufliche Auszeit bei LinkedIn: Zwei Drittel aller Arbeitnehmer:innen legen Karrierepause ein

Gegenüber der Washington Post sagte Camilla Han-He, Senior Product Manager bei LinkedIn, dass die Funktion „Berufliche Auszeit“ eingeführt worden sei, um Zeit außerhalb der Arbeitswelt anzuerkennen, die „genauso wichtig ist, wenn nicht sogar wichtiger, als traditionelle Arbeitserfahrungen.“ In einer Studie mit 23.000 Arbeitnehmer:innen und 4000 Personaler:innen habe LinkedIn herausgefunden, dass rund zwei Drittel aller Menschen irgendwann in ihrem Berufsleben schon einmal solch eine Pause eingelegt hätten.

Bisher habe es jedoch keine Möglichkeit gegeben, diese „Auszeiten“ positiv darzustellen und vielleicht auch zu erzählen, was man in der Zeit an neuen Erfahrungen gesammelt habe. Ein erster Schritt in Richtung der Normalisierung von Care-Arbeit sei, dass man diese im Lebenslauf angeben könne, ohne Nachteile zu befürchten. Hier seien natürlich vor allem die Unternehmen selbst gefragt, und diese müssten noch einen weiten Weg zurücklegen. Einen ersten Schritt in die Zukunft von „New Work“ macht sicher diese Unternehmerin, die sich bei den Jobsuchenden als Chefin bewirbt.

„Das ist eine so schädliche Botschaft, dass man immerzu arbeiten muss“

Immer noch werden heute vor allem Mütter bei Stellenausschreibungen übergangen, erhalten niedrigere Löhne oder bekommen gesagt: „Du kannst keine Karrierepause einlegen.“ Das zumindest musste sich Yahaira Castro aus Jersey City (USA) anhören, die lange Zeit im Hochschulwesen tätig war. „Das ist eine so schädliche Botschaft, dass man immerzu arbeiten muss – so ist das Leben nicht“, sagt sie im Interview mit der Washington Post.

Leider scheint das Leben doch immer noch so zu sein: In einer Studie der Fachzeitschrift Demography von 2020 ergab sich, dass Arbeitnehmer:innen mit vielen Beschäftigungslücken bis zu 40 Prozent weniger verdienen. Die neue Funktion bei LinkedIn will diese Ungerechtigkeit anpacken und die Gesellschaft nachhaltig in eine andere Richtung lenken – Care-Arbeit und andere Tätigkeiten würden schließlich auch zur Fähigkeitsentwicklung beitragen.

Die „Berufliche Auszeit“ ist eine Funktion auf LinkedIn, mit der Arbeitnehmer:innen aus 13 möglichen Auszeiten wählen können.
Die neue Funktion „Berufliche Auszeit“ auf LinkedIn ermöglicht, dass Lücken im Lebenslauf normalisiert werden. © Screenshot LinkedIn

„Personen mit Qualifikationen außerhalb Ihrer beruflichen Laufbahn können als gute Kolleg:innen, Sparringspartner:innen und Führungskräfte überzeugen“, schreibt LinkedIn direkt dort, wo man als User:in eine Karrierepause hinzufügen kann. Besonders Auszeiten, die die eigene mentale und körperliche Gesundheit betreffen, sollten nicht bestraft, sondern eher zelebriert werden – das ist zumindest die Grundidee des Buttons „Beruflichen Auszeit“. In diesem Text erzählt Marie, wie es ist, wenn junge Menschen an Parkinson erkranken – und eine Auszeit nehmen müssen.

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