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„Keine Kontrolle, was mit meinen Büchern geschieht“: Autor:innen finden Geschäftsmodell von Blinkist problematisch

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Von: Jana Stäbener

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Collage von Nora Imlau und Blinkist auf einem Smartphone.
Die Autorin Nora Imlau (rechts) kritisierte in einem Instagram-Statement Ende Mai 2022 das Geschäftsmodell von Blinkist. © Panthermedia/Westend61/IMAGO/Maria Herzog/Canva Collage

Bei Blinkist liest man in 15 Minuten mal schnell ein ganzes Sachbuch. Einige Autor:innen kritisieren das – sie sehen für die Zusammenfassungen ihrer Bücher keinen Cent.

Wir leben in einer Gesellschaft, in der sich jede:r an jeder Ecke selbst optimiert. Auch beim TikTok-Trend #thatgirl setzen wir uns unter Druck, das perfekte Leben zu führen: Morgens Yoga, mittags eine gesunde Quinoa-Bowl mit Avocado und abends dann bitte mindestens zwanzig Seiten (am besten bei Kerzenschein) lesen – denn Weiterbildung ist ja „so wichtig“. Doch wie ist das bei einer 40-Stunden-Woche, Sport, Sozialkontakten und Familie zu schaffen? Dafür haben Apps wie Blinkist oder auch getAbstract die Lösung. „Mehr Wissen in weniger Zeit“ – das ist das Werbeversprechen von Blinkist.

Das Unternehmen mit Hauptsitz in Berlin fasst Sachbücher in sogenannten 15-minütigen Blinks (als Text oder Hörbuch) zusammen und ermöglicht seinen Nutzer:innen so, „mehr Bücher zu lesen“. „Bilde dich weiter: auf dem Weg zur Arbeit, im Auto [...] beim Entspannen“, steht auf der Website des Start-ups. Mehr Wissen in weniger Zeit – das ist doch eigentlich eine gute Sache, oder? Die Sachbuch-Autorin Nora Imlau sieht das nicht so. Am 25. Mai 2022 teilt sie in einem Instagram-Statement, warum sie das Geschäftsmodell von Blinkist problematisch findet. BuzzFeed News DE hat sich ihre Kritik genauer angeschaut.

Blinkist: Autorin Nora Imlau kritisiert die App auf Instagram

In ihrem Statement erklärt Nora Imlau, die über Kindererziehung und Familien-Themen schreibt, dass sie als Autorin von sogenannten „Tantiemen“ lebt. Dies bedeute, sie bekomme vom Erlös jedes verkauften Buches, E-Books oder Hörbuches einen vereinbarten Prozentsatz von den Verlagen. Für die Zusammenfassungen ihrer Bücher bei Blinkist sehe sie keinen Cent, kritisiert Imlau die größtenteils kostenpflichtige App, die nach eigenen Angaben über 12 Millionen Nutzer:innen hat.

Blinkist verweise immer wieder auf die Verlage, denen das Start-up angeblich Pauschalen für die Verwendung der Original-Cover zahle. Das Unternehmen behaupte, es sei ja nicht deren Schuld, dass die Verlage uns Autor:innen nichts abgeben, so Imlau auf Instagram. Das Problem: Blinkist kaufe nicht das Nutzungsrecht an den Manuskripten, sondern bediene sich diesen einfach so, weshalb Verlage dann auch keine Erlöse weitergeben könnten. „Deshalb: Meidet bitte Blinkist. Und erzählt es weiter“, beendet Imlau ihr Statement.

Instagram-Statements scheinen gängige Formate zu sein, um auf Missstände hinzuweisen. So beschweren sich auf Social Media immer wieder Designer:innen wie @therese_nothing, dass ihre Designs bei Shein auftauchen – das Unternehmen hat dutzende Klagen am Hals.

„Keinerlei Kontrolle darüber, was mit meinen Büchern geschieht“

„Die allermeisten Leute waren sehr überrascht über meinen Post. Sie haben nicht verstanden, wie es sein kann, dass Autor:innen für Zusammenfassungen ihrer Bücher überhaupt nichts bekommen“, erzählt Nora Imlau BuzzFeed News DE. Viele Autor:innen finden das Geschäftsmodell von Blinkist komisch, so die 39-Jährige. Da man nicht wisse, wie viel Blinkist den eigenen Büchern in Sachen Marketing bringe, hätten einige jedoch Sorgen, mit Kritik an die Öffentlichkeit zu gehen.

Imlau stört sich daran, dass Blinkist den Sinn ihrer Bücher teilweise sogar verdrehe. Schon einige Male habe sie Leserbriefe bekommen, die fragten, ob sie eine Sache denn wirklich so gemeint habe – zum Beispiel bei ihrem „Familienkompass“, in dem sie das sensible Thema „Gewalt in der Erziehung“ behandelt.

„Natürlich kann man Gedanken nicht patentieren. Was mich aber stört, ist, dass ich keine Kontrolle darüber habe, was mit meinen Büchern geschieht.“ Wenn sie falsch zusammengefasst werden, dann bekomme sie selbst „nur die entsetzten Leserbriefe und keinen Cent“ für ihre Arbeit. Schon mehrfach schrieb sie Blinkist deswegen Beschwerde-E-Mails, auf die sie zunächst keine Antwort erhielt.

Nora Imlau Sachbuchautorin.
Nora Imlau äußert sich kritisch zu Apps wie Blinkist – der Verlag deutscher Schriftstellerinnen gibt ihr recht. © Maria Herzog

Blinkist zu Urheberrechten: Bei Blinks handelt es sich um „Originalwerke“

Auf seiner Website beantwortet das Blinkist die Frage „Was ist mit den Urheberrechten?“ so: „Obwohl der Inhalt unserer Blinks auf Sachbüchern basiert, ist die in unseren Blinks angewandte Sprache einzigartig und der Blink ein in sich schlüssiger, eigenständiger Text. Das bedeutet, dass es sich bei den Blinks um Originalwerke handelt.“ Die Verlage und Autor:innen würden von einer „erhöhten Sichtbarkeit ihrer Titel“ profitieren, schreibt Blinkist.

Qualität sei das oberste Ziel des Unternehmens, antwortet Blinkist auf Anfrage von BuzzFeed News DE zu den unzureichenden Zusammenfassungen. „Dennoch passieren auch uns Fehler – selbst wenn es so etwas wie die einzig ‚objektiv richtige‘ Kurzfassung vermutlich nicht gibt.“ Man arbeite daran, den Autor:innen und Verlagen einen besseren Kommunikationskanal anzubieten, als das momentan vielleicht noch der Fall sei.

Bei manchen Büchern schließe das Unternehmen Lizenzvereinbarungen mit den Verlagen – dies erkenne man an den Original-Covern. Auch für Originalzitate aus den Büchern zahle man den Verlagen Geld. Auf unsere Nachfrage, wie sich die Zahlungen berechnen, erklärt Blinkist, Verlage bekommen eine titelbezogene Ausschüttung aus einem Gesamtpool. „Dieser Pool besteht aus zehn Prozent der Abogebühren, die wir von unseren zahlenden Nutzer:innen erhalten.“

Werbung oder Klau? – Bücher ohne Original-Cover bei Blinkist

Scrollt man ein wenig durch die App, dann findet man jedoch immer wieder Cover, die aussehen, als seien sie eben nicht die Original-Cover. So beispielsweise das Cover von Franziska Rubins „7 Minuten am Tag – Endlich gesünder leben“. Als BuzzFeed News die Autorin fragt, ob sie wusste, dass ihr Buch als Blink verfügbar ist, verneint sie. Ihr sei nicht bewusst gewesen, dass Blinkist seinen Service so ausgeweitet habe, schreibt sie uns. Das sei entweder Werbung oder Klau, findet sie.

Blinkist Screenshot (links) von „7 Minuten am Tag – Endlich gesünder leben“ (rechts).
Das Buch „7 Minuten am Tag – Endlich gesünder leben“ landete ohne Kenntnis der Autorin auf Blinkist. Links das Blinkist-Cover, rechts das Orginal-Cover. © Screenshots Blinkist/Hugendubel

Rechtsanwalt findet Blinkist moralisch „höchst fragwürdig“

„Laut einem Grundsatzurteil des Bundesverfassungsgerichts zum Online-Magazin ‚Perlentaucher‘ darf man Texte zusammenfassen – allerdings müssen die Regeln des Zitatrechts beachtet werden“, erklärt der Fachanwalt für Urheberrecht und Medienrecht Tobias Sommer von der Kanzlei B2.legal BuzzFeed News DE. Buchkritiken seien also erlaubt, wenn sie nicht zu nahe am Original dran seien. Deswegen sei auch das Geschäftsmodell von Blinkist per se legal. „Bei den Buchcovern ist das schon wieder eine andere Sache: Neutrale Cover zu nutzen, um Bücher zusammenzufassen – das müsste ein Richter entscheiden, ob das in Ordnung ist. Ich glaube, das wäre ein Präzedenzfall“, so der Anwalt.

Allgemein müsse man sich jedes Buch und jeden Blink einzeln anschauen. „Wenn natürlich Blinks die Bücher unzureichend oder falsch zusammenfassen, dann dürfte das aller Voraussicht nach Urheber- und Persönlichkeitsrechte der Autor:innen verletzen“, sagt Sommer zur Kritik von Nora Imlau. Das wäre dann der Fall, wenn etwas falsch zitiert wird, oder wenn ein Blink so sehr den Sinn entstelle, dass es rufschädigend sei. Ein sehr wackliges Geschäftsmodell also. Er würde jedem, der das machen will, sagen: „Ja, kannst du schon machen, es gibt aber bei jedem einzelnen Buch ein Restrisiko.“

Sommer findet nicht, dass man das Urheberrecht in unserer digitalen Welt weiter verschärfen sollte: „Informationen sind eben frei und niemand hat Anspruch auf ein Wissensmonopol. Ich finde das auch gut.“ Trotzdem sieht er das, was Blinkist macht, kritisch. „Zumindest moralisch finde ich Blinkist höchst fragwürdig. Das hat schon etwas von ‚Ich klaue dir deine Arbeit, deine Gedanken und Ideen und mir ist auch egal, wie viel Schweiß da drin steckt. Das ist so wie ein Radfahrer, der bei der Tour de France nur im Windschatten fährt“, sagt der Fachanwalt.

Mehr zum Thema Urheberrecht? Hier liest du, wie Experten Plagiatsvorwürfe gegen Springer-Chef Mathias Döpfner erheben, weil seine Arbeit auffällige Parallelen zu Texten aus der NS-Zeit hat.

Wie stehen deutsche Buchverlage zum Geschäftsmodell von Blinkist?

„Geht man mit dem Problem ‚Blinkist‘ auf Verlage zu, dann sind die eher verschwiegen und sagen: ‚Finde dich damit ab – konzentriere dich auf das, was du beeinflussen kannst‘“, erzählt uns Nora Imlau. Soweit sie wisse, könnten die Verlage das Geld, das sie von Blinkist für die Verwendung von Covern und Zitaten als Pauschalen bekommen, nicht einzeln an die Autor:innen auszahlen. Aber stimmt das? BuzzFeed News DE fragt bei mehreren Verlagen nach und bekommt von einigen nur sehr zögerlich eine Antwort. Zwei Verlage, die wir für diese Recherche kontaktierten, wollen sich sogar explizit nicht zu diesem Thema äußern.

„Uns haben auch schon einige Beschwerden zu Blinkist erreicht“, teilt uns der Börsenverein des Deutschen Buchhandels mit, der als Dachverband die Interessen deutscher Buchverlage vertritt. Trotzdem könne man einzelne Geschäftsmodelle nicht bewerten. „Voraussetzung für uns ist natürlich, dass das Urheberrecht gewahrt bleibt und das muss im Einzelfall genauer angeschaut werden.“

„Blinkist verfolgt sicherlich einen zeitgemäßen Ansatz: Informationen schnell konsumierbar zu machen. Das greift aber aus unserer Sicht zu kurz, denn Bücher werden oft nur auf die absolute Kerninformation reduziert. Aus unserer Sicht braucht es die komplexen Zusammenhänge, die individuelle Sprache und Form, die Bücher ausmachen“, so der Börsenverein des Deutschen Buchhandels.

Blinkist auf einem Smartphone.
Autor:innen wie Nora Imlau stört, dass sie bei Blinkist weder finanziell noch inhaltlich an den Zusammenfassungen (Blinks) beteiligt werden. © Rüdiger Wölk/IMAGO

Verlage erhalten von Blinkist „überschaubare Beträge“ für die Verwendung von Covern

Eine Sprecherin des Fischer Verlags sagt uns, man würde seit Beginn dieses Jahres mit Blinkist zusammenarbeiten und die pauschale Lizenzzahlung an die Autor:innen wie „auch sonst bei digitaler Nutzung“ weitergeben. Viele Verlage scheinen dies jedoch nicht zu tun – oder bekommen gar kein Geld von Blinkist, weil die Original-Cover nicht genutzt werden. Unter anderem auch Verlage, über die Nora Imlaus oder Franziska Rubins Bücher vertrieben werden.

Die Penguin Random House Verlagsgruppe erklärt, dass Blinkist für die Nutzung von Buchcovern in der Vergangenheit Gebühren gezahlt habe. Dies seien aber „überschaubare Beträge“ und keine „klassischen Lizenzzahlungen, die in Honorarabrechnungen mit unseren Autor:innen hätten verrechnet werden können“. Deswegen sei man schon vor Monaten dazu übergegangen, die Nutzung von Original-Covern nur noch im Ausnahmefall und auf ausdrücklichen Wunsch der jeweiligen Autor:innen zu gestatten.

„Blinkist vermarktet seine Buchzusammenfassungen als eigenständige Produkte“, sagt uns ein Pressesprecher des Verlags. „Damit tritt neben eine von uns gewünschte Aufmerksamkeitswirkung für das Buch eine indirekte und daher nicht lizenzierbare Nutzung von Inhalten. Diese ist urheberrechtlich zwar nicht angreifbar, dennoch betrachten wir diesen Punkt mit zunehmender Skepsis.“

Verband deutscher Schriftsteller:innen (VS) sieht Blinkist sehr kritisch

Wir fragen beim Verband deutscher Schriftsteller:innen (VS) von Verdi nach, der die Interessen von Autor:innen in Deutschland vertritt. Die VS-Vorsitzende Lena Falkenhagen sagt uns, sie sehe die Praxis von Blinkist sehr kritisch. „Der Anbieter zielt klar darauf ab, Bücher für Kund:innen so aufzubereiten, dass eine Lektüre der Originale nicht mehr notwendig ist. Auch ein Kauf ihrer Bücher erscheint überflüssig, eine entscheidende Einnahmequelle geht verloren“, so Falkenhagen.

Blinkist mache Geld mit der Arbeit der Autor:innen, während diese für ihre Arbeit nicht vergütet würden. „Das Argument, Autor:innen sollten dankbar für kostenlose Werbung sein, wird sehr oft benutzt, um ihnen ihre angemessene Beteiligung zu verweigern“, sagt Falkenhagen. Diese Begründung von Blinkist weise der VS vehement zurück. „Autor:innen brauchen keine Almosen, sondern ein Einkommen, von dem sie leben können“, so Falkenhagen.

Autorin Nora Imlau, die manchmal auch Kinderbücher schreibt, geht es neben dem Einkommen aber auch um Transparenz und Mitbestimmung. Ihrer Meinung nach müsste es für Blinks Abrechnungsmodelle geben, die sich an den Downloads orientieren. „Autor:innen könnten dann wenigstens abschätzen, wie viele Menschen ihre Bücher über Blinkist konsumieren.“ Bei Spotify gebe es so eine Art Lizenzmodell, für oder gegen das sich Verlag und Autor:in bewusst entscheiden könnten. „Im Unterschied zu Blinkist fragt Spotify vorher und nimmt nicht einfach“, so Imlau.

Blinkist zum Vorwurf der „Intransparenz“

Als BuzzFeed News DE Blinkist mit diesem Vorwurf der „Intransparenz“ konfrontiert, verweist das Unternehmen auf die titelbezogene zehnprozentige Ausschüttung, die man mit einigen Verlagen praktiziere. Diese Beteiligung sei die langfristige Strategie des Unternehmens. Sie sei aber nur dann möglich, wenn eine Vertragsbeziehung zwischen Blinkist und dem Verlag, bestehe. Man arbeite daher stetig daran, die Anzahl der Verlagspartner zu erhöhen, so Blinkist.

Über 60 Prozent der deutschen Titel seien lizenziert, teilt das Start-up mit. Aber was passiert dann bei den 40 Prozent, bei denen kein explizites Einverständnis vorliegt? „Wenn es eine solche Vereinbarung mit dem jeweiligen Verlag beziehungsweise zu einem bestimmten Titel noch nicht gibt, oder der Verlag keine Freigabe erteilt, wird der Blink ohne Originalcover und ohne Zitate, unter Beachtung aller Urheber- und Nutzungsrechte von Verlagen oder Autor:innen, erstellt. Die so erstellten Blinks stellen urheberrechtlich gesehen wiederum eigenständige Werke dar.“

Auch hier verlinke man jedoch die Original-Bücher, betont Blinkist. „Es ist absolut nicht unser Ziel, Bücher zu ersetzen. Das wird auch nie ein Argument in unserer Kundenkommunikation sein. Wir sehen die Blinks als eine Art ‚Filmtrailer‘ – einige der besten Szenen sind drin, aber die Vorschau kann nie den Film ersetzen.“ Aus Umfragen mit Kund:innen wisse man, dass diese bereits Bücher gekauft haben, nachdem ihnen der Blink gut gefallen habe.

„Blinkist ist ein Symptom unserer Zeit“

Auch Autor und Neurowissenschaftler Henning Beck ist es wichtig, dass von seinen Büchern möglichst keine Blinks gemacht werden. Er erzählt BuzzFeed News DE, dass er seine Bücher bewusst so schreibe, dass sie „unzusammenfassbar“ seien, weil sie selbst schon die wichtigsten Inhalte zusammengefasst transportieren. Besonders wichtig ist ihm das auch deswegen, weil er in seinen Büchern exakt das Problem beschreibt, immer effizienter und schneller neues Wissen aufzunehmen.

In seinem neusten Buch „Das neue Lernen heißt Verstehen“ gehe er direkt auf diese „Blinkist-Unart“ ein, schreibt er uns. „Blinkist ist ein Symptom unserer Zeit“, sagt der Neurologe. Die Menschen lieben Aufzählungen, weil sie „Opfer eines getriebenen Zeitgeistes“ seien und sich „gar keine Zeit mehr nehmen, um wirklich zu lesen.“

Das Problem von Zusammenfassungen wie bei Blinkist sei auch, dass man gar nicht zum wichtigen Teil, dem Leseprozess, komme. „Es geht beim Lesen nicht nur um das Buch, sondern darum, sich Gedanken über dessen Inhalt zu machen. Der größte Effekt ist nicht zu wissen, was im Buch steht, sondern es tatsächlich gelesen zu haben“, erklärt Beck.

Blinkist entschuldigt sich im Gespräch bei Nora Imlau

Für Nora Imlau sind das Hauptproblem nicht die Zusammenfassungen. „Auch von meinen Büchern gibt es gekürzte Hörbuchzusammenfassungen. Der Unterschied ist da, dass das Hörbuch hier offiziell von meinem Verlag herausgegeben wird, ich einen festgelegten Betrag dafür bekomme und auch die gekürzten Hörbuchfassungen selbst erstelle“, sagt die 39-jährige Autorin im Gespräch mit BuzzFeed News DE. Ihr sei es einfach wichtig, dass ihre Bücher in ihrer Form und Sprache gelesen und gehört werden.

Blinkist kontaktierte die Sachbuch-Autorin kurz nach ihrem Instagram-Statement übrigens – ebenso einer der Verlage, über die Imlau ihre Bücher vertreibt. Mit Nora Imlau habe ein sehr produktives Gespräch stattgefunden, worüber man sich sehr gefreut habe, schreibt uns Blinkist. In diesem Gespräch soll Blinkist Imlau mitgeteilt haben, dass all ihre Bücher nun nicht mehr als Blinks in der App verfügbar seien. Für Imlau zwar ein Erfolg – das Gespräch sei aber nicht in die Tiefe gegangen, sagt sie zu BuzzFeed News DE. „Sie haben mir ein kostenloses Abo angeboten und sich dafür entschuldigt, dass meine E-Mails nicht beantwortet wurden. Ich hatte das Gefühl, sie wollten mich ein wenig beschwichtigen und ins Boot holen.“

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