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Telekom und Vodafone: Streamen, ohne Datenvolumen zu verbrauchen, wird in der EU verboten

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Von: Ines Alberti

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Telekom Logo und Handy mit Spotify-App
Die Bundesnetzagentur verbietet der Deutschen Telekom und Vodafone ihre Nulltarif-Streamingangebote. © Oliver Berg/dpa; Mikko Stig/dpa

Musik und Filme streamen, ohne Datenvolumen zu verbrauchen – diese Option im Mobilfunkvertrag kann Gold wert sein. Doch sie ist bald verboten.

Mobilfunkanbieter wie Vodafone oder die Deutsche Telekom haben Nulltarif-Optionen im Portfolio. Mit denen können Kund:innen etwa Videos oder Musik streamen, ohne im WLAN sein zu müssen oder Datenvolumen zu verbrauchen. Das kommt Verbraucher:innen gelegen, denn sie können dadurch weniger sparsam mit den oft stark begrenzten mobilen Daten umgehen - etwa im Zug, wenn das WLAN wieder einmal nicht mitspielt. Doch das hat bald ein Ende.

Die Bundesnetzagentur verbietet der Deutschen Telekom und Vodafone die Vermarktung ihrer Mobilfunk-Tarife „Telekom StreamOn“ und „Vodafone Pass“. Ab Juli dürfen sie nicht mehr vertrieben werden, wie die Aufsichtsbehörde am Donnerstag (28. April 2022) mitteilte. Auch Bestandskunden sind betroffen: Wer bereits einen Vertrag hat, in dem der Nulltarif enthalten ist, kann die Option nur noch bis Ende März 2023 nutzen. Spätestens bis dahin müssen bestehende Verträge abgewickelt werden.

Telekom StreamOn und Vodafone Pass verstoßen gegen Netzneutralität

Die sogenannten Zero-Rating-Tarife oder Nulltarif-Optionen verstoßen nach Einschätzung der Bundesnetzagentur gegen die Netzneutralität. Denn bei ihnen werden bestimmte Dienste und Anwendungen – etwa Video- oder Musikstreaming – bevorzugt. Sie werden nämlich im Gegensatz zu anderen Anwendungen nicht auf das monatliche Datenvolumen angerechnet.

Der Präsident der Bundesnetzagentur, Klaus Müller, sagte, er gehe davon aus, dass das Verbot dieser Angebote eine positive Auswirkung auf den deutschen Mobilfunkmarkt haben werde. „Wir erwarten, dass die Anbieter nun Tarife mit höheren Datenvolumina oder günstigere Mobilfunk-Flatratetarife anbieten. Verbraucherinnen und Verbraucher werden davon profitieren.“

Die Bundesnetzagentur verwies darauf, dass der Europäische Gerichtshof bereits am 2. September 2021 entschieden habe, dass die Zero-Rating-Tarife mit dem Grundsatz der Gleichbehandlung des Datenverkehrs unvereinbar seien. (ial/dpa)

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