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Energiekrise und Inflation: Erste Bio-Supermärkte gehen pleite

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Von: Pia Seitler

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Leerer Geldbeutel und ein Regal in einem Bio-Supermarkt.
Preissteigerungen haben das Einkaufsverhalten verändert. © Panthermedia/Shotshop/Imago/Collage BuzzFeed

Energiekrise und Inflation haben scheinbar Auswirkungen auf das Einkaufsverhalten. Besonders hart trifft es Bio-Supermärkte, Reformhäuser und Naturkostläden.

2020 war ein Bio-Rekordjahr: Um 22,3 Prozent legten Bio-Lebensmittel damals zu, hieß es vom Bund Ökologische Lebensmittelwirtschaft (BÖLW). Auch 2021 gaben die Deutschen wieder mehr Geld für Bio-Produkte aus, nämlich rund 16 Milliarden Euro. Bio schien auf einem Erfolgskurs, eroberte Discounter-Regale und Bio-Supermärkte boomten. BuzzFeed News Autor Mika, erzählt hier, von seinem Vorsatz nur noch bio und unverpackt zu kaufen.

Doch Energiekrise und hohe Inflation lassen die Kund:innen zurückhaltender werden. Sie wollen Strom und Gas sparen und beim Lebensmitteleinkauf wird auf den Preis geschaut: „Deutsche Verbraucher kaufen weiter nachhaltig ein, aber eben günstiger“, sagt Robert Kecskes vom Marktforschungsinstitut GfK gegenüber dem Handelsblatt.

Bio-Supermärkte gehören zu den Verlierern der (Energie)Krise

Bio-Lebensmittel und nachhaltige Produkte vom Discounter und Handelsmarken haben demnach deutlich zulegt, „während Herstellermarken kräftig verloren haben“, heißt es beim Handelsblatt. Beispielweise neun Prozent Umsatz bei verpackten Bio-Nahrungsmittel. BuzzFeed News hat hier nachgefragt, wie gut die Bio-Produkte bei Aldi, Lidl und Co. wirklich sind.

Auch bei anderen Lebensmitteln werden die Eigenmarken, wie „Ja“ oder „Gut&Günstig“ immer beliebter. Sie liegen zwar meist preislich unter den Angeboten der bekannten Markenhersteller, aber wie die Deutsche Presse-Agentur berichtet, hat die Sache einen Haken: Auch die Eigenmarken der Handelsketten werden teurer – und die Preissteigerungen waren hier zuletzt sogar höher als bei den Markenprodukten.

Reformhauskette Bacher, Superbiomarkt und „Original Unverpackt“ müssen Insolvenz anmelden

Die Verschiebung hin zu günstigerem Konsum betrifft allerdings nicht nur die Hersteller der nachhaltigen Produkte, sondern auch die Fachmärkte für diese Produkte. Der Umsatz in Bio-Supermärkten brach laut GfK im ersten Halbjahr um 16,5 Prozent ein. Naturkostläden und Reformhäuser verloren sogar 39,1 Prozent.

Einige trifft es so hart, dass sie Insolvenz anmelden mussten. Die Reformhauskette Bacher zum Beispiel, wie das Handelsblatt berichtet und die Handelskette Superbiomarkt, die auf Insolvenz in Eigenverwaltung stellte. Weniger Umsatz aufgrund des veränderten Kaufverhaltens der Kund:innen und die enorm gestiegenen Kosten wegen der Energiekrise waren zu viel.

Bereits im Juni verkündete das 2014 gegründete Berliner Unternehmen „Original Unverpackt“, das verpackungsfreie Lebensmittel verkauft, dass es offiziell Insolvenz angemeldet habe. Dass es dazu gekommen ist, liege auch hier an den äußeren Umständen. „Die aktuellen Krisen sind einfach zu viel“, sagt Geschäftsführerin Milena Glimbovski im Gespräch mit Buzzfeed News Deutschland.

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