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„Gefährlicher Trend“: Schornsteinfeger warnen vor Teelichtofen

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Von: Robert Wagner

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Ein Mann wärmt sich an einem Teelichtofen die Hände, Feuerwehrleute löschen einen Brand. Collage.
Taugt allenfalls, um sich die Hände zu wärmen, ist aber zugleich ein gefährliches Brandrisiko: Teelichtöfen sind kein Ersatz für eine Heizung. © Panthermedia/Bihlmayerfotografie/Imago/Collage/BuzzFeed

Feuerwehren und Schornsteinfeger raten, von Teelichtöfen die Finger zu lassen. Sie sind gefährlich und nutzlos.

Mit den steigenden Energiepreisen wächst das Interesse an alternativen Heizmethoden, mit denen sich vermeintlich Geld sparen lässt. Besonders Teelichtöfen erfreuen sich großer Beliebtheit. Das ist im Grunde ein umgedrehter Blumentopf über ein paar Teelichtern, an dem man sich die Hände wärmen kann. Die Baumarktkette Obi wirbt aktuell in Hamburg gezielt für solche Teelichtöfen als Alternative für‘s Heizen. Was man in dieser Werbung allerdings nicht findet, sind Sicherheitshinweise, denn Feuerwehren und Schornsteinfeger warnen eindringlich: Teelichtöfen sind nicht sicher.

Bereits seit September läuft die Kampagne „Sicher Heizen im Winter – keine Wärm-Experimente im Haus“ des Deutschen Feuerwehrverbandes in Zusammenarbeit mit dem Bundesverband des Schornsteinfegerhandwerks. Beide Verbände erhalten wegen der stark gestiegenen Heizkosten viele Anfragen zu möglichen Alternativen zur üblichen Gasheizung. Viele Menschen suchen nach Einsparmöglichkeiten, die von der Regierung beschlossene Gaspreisbremse wird von vielen als unzureichend kritisiert.

Teelichtofen als Heizquelle: „Wir erkennen hier einen gefährlichen Trend“

Im Zentrum steht dabei die Aufklärung über Risiken und Gefahren improvisierter Heizquellen. Ein Augenmerk wird auf die harmlos wirkenden Teelichtöfen gelegt, da diese zurzeit in den sozialen Medien besonders viel Aufmerksamkeit bekämen, wie der Sprecher des Schornsteinfegerverbandes Andreas Walburg der Deutschen Presse-Agentur (dpa) mitteilte.

Frieder Kircher, Vorsitzender eines gemeinsamen Ausschusses von Feuerwehrverband und Brandschutzvereinigung, erklärte der dpa, dass sich die einzelnen Teelichter in einem Teelichtofen durch den fehlenden Abstand zueinander schnell entzünden könnten. Dies führe wiederum zu einem gefährlichen Wachsbrand, der schnell zu einer Verpuffung oder einem Wohnungsbrand führen könne.

Auch andere improvisierte Heizmethoden wie Outdoor-Geräte können dem Schornsteinfegerverband zufolge gefährlich sein. „Plötzlich kommt alles infrage, was in irgendeiner Form Wärme abgibt. Wir erkennen hier einen gefährlichen Trend“, sagte Verbandssprecher Walburg laut dpa.

Als Heizquelle ist ein Teelichtofen ohnehin nutzlos: „Lasst es!“

Der brandenburgische Landkreis Märkisch-Oderland warnte die Bürger:innen bereits per Warnapp vor einer Nutzung von Teelichtöfen. Ein Sprecher des Landkreises sagte der dpa, die Heizleistung von Teelichtöfen reiche ohnehin nicht zum Beheizen von Wohnräumen. Darauf macht auch das Medienformat Funk auf Instagram aufmerksam. Deren Fazit: „Lasst es!“ Wer ausführlich erklärt haben möchte, warum ein Teelichtofen als alternative Heizquelle nicht taugt, kann das Ergebnis eines Selbstversuchs bei der WirtschaftsWoche nachlesen.

Auf die Frage nach Sparmöglichkeiten beim Heizen riet ein Sprecher des Landkreises Märkisch-Oderland davon ab, auf ungeprüfte Ratschläge zu vertrauen: „Wahrscheinlich ist es am sinnvollsten, zunächst das bisherige Heizsystem weiterhin zu nutzen und die Temperatur um ein bis zwei Grad zu reduzieren, bevor überstürzt völlig andere Heizkonzepte eingeführt werden“, sagte der Sprecher des Landkreis Märkisch-Oderland der dpa.

Auch wenn deine WG von einer fetten Gaspreis-Erhöhung betroffen sein sollte, solltest du von einem Teelichtofen also besser die Finger lassen.

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