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6 Fasten-Ideen, mit denen ihr euch UND der Umwelt etwas Gutes tut

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Von: Mika Engelhardt

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Nudeln in einem verpackungsfreien Supermarkt, ein Radfahrer und voll gepackte Plastik-Müllsäcke
Man kann so viel tun: Die Fastenzeit ist die perfekte Startrampe, um sich für die Umwelt einzusetzen. © Collage/dpa

Es muss nicht immer der Verzicht auf Süßigkeiten oder Alkohol sein - 6 Methoden zum Fasten, die euch und der Umwelt helfen.

1. Vegetarisch oder vegan leben

Viele denken darüber nach, viele tun es schon. Aber für einige Menschen ist die Hemmschwelle zum vegetarischen oder veganen Lifestyle immer noch zu groß. Da kommt die Fastenzeit genau richtig. Denn von Anfang an ist ein Ende in Sicht, sollte es sich nicht als gute Entscheidung herausstellen. Sechs Wochen sind lang genug, um wirklich zu merken, ob das vegetarische oder vegane Essen gut für den eigenen Körper ist. Es ist der perfekte Zeitpunkt, um es einfach mal unverbindlich auszuprobieren. Ich habe zwei Wochen vegan gelebt - und viele Erkenntnisse gewonnen.

Gut für die Umwelt ist eine solche Lebensweise ohnehin. Es wird davon ausgegangen, dass Veganer:innen rund zwei Tonnen Treibhausgase im Jahr allein durch ihre Ernährung einsparen. Ein:e Durchschnittsdeutsche:r stößt rund elf Tonnen im Jahr aus, durch veganes Leben sind es nur noch neun. Je nachdem, ob man regional oder eher Importware einkauft, kann man den ökologischen Fußabdruck um bis zu 73 Prozent verkleinern. Aber natürlich nicht, wenn man jeden Tag importierte und eingeflogene Avocados oder Mangos futtert. Trotzdem: Vegetarisch oder vegan leben macht Spaß - und tut etwas Gutes.

2. Nichts bestellen in der Fastenzeit

Ja, ich meine wirklich gar nichts. Kein Essen - und auch nichts von Amazon, Zalando und Co. Den meisten Menschen ist gar nicht bewusst, welch großen Einfluss gelieferte Pakete auf die Umwelt haben. Viele Produkte, die in Retoure gehen, werden einfach direkt weggeworfen und sind somit völlig grundlos produziert und versendet worden. Durch Versand durch die Luft und über See landet Amazon regelmäßig auf Listen der größten Umweltsünder.

Eine junge Frau trinkt Bier und isst einen Burger.
Weg mit Alkohol und Fastfood - jetzt ist Fasten angesagt. © imago

Und auch bestelltes Essen produziert vor allem viel, viel Müll. Beim Pizzakarton mag das nach in Ordnung (weil recycelbar) sein, aber bei Asia oder indischem Essen wird es schon schwieriger. Denn diese Speisen kommen meist in Schaum- oder Aluminiumverpackungen und sind zusätzlich dick in Plastiktüten verpackt. Bis sich diese Verpackungen wieder aufgelöst haben, vergehen schonmal ein paar tausend Jahre. In den sechs Wochen der Fastenzeit kann man super ausprobieren, wie es sich ohne Bestellungen leben lässt. Vielleicht öffnet die Aktion ja sogar das eine oder andere Auge.

3. Keine To-Go-Produkte

Hier bewegen wir uns auf ähnlichem Terrain wie beim Bestellen. Wie oft denkt man sich am Bahnhof: Ach, jetzt noch schnell einen Kaffee. Dann hat man den Becher mit Plastikabdeckung oder gar ganz aus Plastik auch schon in der Hand. So geht es mir auf jeden Fall mit viel zu vielen Produkten. Wenn der Dönerladen beim Vorbeigehen so verführerisch riecht, ist sehr schnell ein Dürüm oder eine Portion Pommes gekauft - schön in Alu verpackt. Selbst der zusammengestellte Salat bei Rewe und Co. wirft am Ende erstaunlich viel Müll ab.

Dass Verpackungen von To Go-Produkten ein Problem sind, zeigt schon ein kurzer Gang durch jede Innenstadt. Die Mülleimer quillen über, überall liegt Müll herum, der vom Wind mal hierhin, mal dahin geblasen wird. Ein Kaffeebecher mag auf die individuelle Person nach nicht viel Müll klingen, aber wenn 10.000 Menschen sich das denken, ist das nicht mehr so einfach. Dabei kann man mit Kaffee in der Thermoskanne oder Brot in der Dose Durst- und Hungerattacken perfekt vorbeugen.

4. Plastikfreies Einkaufen in der Fastenzeit

Plastikfrei einkaufen ist die Königsdisziplin. Eine beinahe Unmöglichkeit in deutschen Supermärkten. Aber doch eine Lebensweise, die einige Menschen erfolgreich durchziehen. Verpackungsfreies Einkaufen ist definitiv ein Trend, den auch die Supermärkte begriffen haben, denn immer häufiger wird auf umweltfreundliche Alternativen zum Plastik oder auf unverpackte Waren gesetzt. Somit fällt der Schritt aktuell wahrscheinlich leichter denn je und die Fastenzeit ist, wie bei vielen anderen Fastenmethoden in diesem Artikel, ein ideales Zeitfenster, um das einmal auszuprobieren. Denn aktuell sieht es in Deutschland mit dem Verpackungsmüll ziemlich schrecklich aus.

Laut Naturschutzbund sind im Jahr 2020 bundesweit rund 19 Millionen Tonnen Verpackungsmüll angefallen - Tendenz steigend. Zwar geht aus der Untersuchung hervor, dass der Anteil vorverpackter Ware leicht zurückgegangen ist (und Kund:innen so das Gefühl bekommen, verpackungsarmer einzukaufen), aber die Menge an Müll steigt trotzdem, da viele Produkte jetzt kleinteiliger und aufwendiger verpackt werden. Die Fastenzeit könnte für einige Menschen der Auslöser sein, um diesen Kreis zu durchbrechen und sich vor allem den Mengen an Plastik bewusstzuwerden, die man sonst einkauft.

5. Auf das Auto verzichten

Dieser Schritt scheitert bei einigen vielleicht an der individuellen Umsetzbarkeit. Viele Menschen sind nach wie vor auf das Auto angewiesen, um auf die Arbeit oder zum Einkaufen zu kommen. Wenn man keinen Singlehaushalt unterhält, wird es schwierig, die Lebensmittel in einen Rucksack und ein paar Jutebeutel zu quetschen. Aber für alle, die das Auto stehen lassen können, ist das eine gute Möglichkeit, um sechs Wochen lang das Klima zu schonen.

Über kaum etwas wurde in den letzten Jahren so viel gestritten wie um das Auto. Bei „Fridays For Future“ wurden Rufe nach einer Veränderung unseres Verkehrssystems laut - und heute sieht man immer mehr E-Autos auf den Straßen. Es ist ein kleiner Schritt, aber immerhin. Vielleicht entdecken ein paar Menschen auch in den sechs Wochen der Fastenzeit, dass man das Auto zumindest nicht so inflationär benutzen muss, wie viele es tun.

6. Kleiderfasten hilft dem ökologischen Fußabdruck

Zuletzt wollen wir noch auf einen Bereich gucken, der in Klimadiskussionen oft ausgelassen wird: die Kleidungsindustrie - und damit auch der eigene ökologische Fußabdruck. Ich persönlich bin immer wieder geschockt, wenn ich lese, wie viele hundert Liter Wasser für die Produktion einer Jeans oder eines T-Shirts verbraucht werden. Kleidung ist ein ziemlicher Klimakiller. Umso schöner ist es, dass sich mittlerweile ein richtiger Hype rund um Second-Hand-Kleidung entwickelt hat. Apps wie „Vinted“ erfreuen sich großer Beliebtheit und Flohmärkte wie „Vinokilo“ sind längst kein Szenetreff mehr.

Die Fastenzeit bietet sich also als Zeitpunkt an, um sechs Wochen über den eigenen Kleiderkonsum nachzudenken. Braucht es wirklich ein neues Top? Gibt es Alternativen? Natürlich kaufen die meisten von uns nicht innerhalb von sechs Wochen nicht Unmengen an neuer Kleidung, aber vielleicht kann man sich ja vornehmen, eine App zu installieren oder auf einen der Flohmärkte zu gehen. Dass man mit bewusstem Kleidungskonsum der Umwelt hilft, zeigt, auf wie viele Weisen man dem Planeten etwas Gutes tun kann.

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