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EU rechnet mit mehr als einer Million Geflüchteten, sollte in der Ukraine Krieg ausbrechen

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Von: Pia Seitler

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Ein Kind steht neben ukrainischen Soldaten und imitiert ihre Haltung, die während der Nationalhymne stramm stehen.
Angesichts von US-Warnungen vor einem russischen Einmarsch hat die Ukraine einen „Tag der nationalen Einheit“ gefeiert. © dpa/AP/Vadim Ghirda

Die Situation an der ukrainischen Grenze spitzt sich zu. EU-Kommissar Margaritis Schinas warnt davor, dass Geflüchtete gegen die EU als Druckmittel eingesetzt werden könnten.

Die Ukraine-Russland-Krise verschärft sich weiter. Der Vizepräsident der EU-Kommission Margaritis Schinas sagt, die EU sei bereit, „eine bedeutende humanitäre Hilfe zu mobilisieren und beim Zivilschutz zu helfen“. Das berichtet die dpa unter Berufung auf einen Text in der Zeitung Die Welt. Russland hatte in den vergangenen Monaten mehr als 100.000 Soldaten an der Grenze zur Ukraine versammelt. Bei einer Eskalation des Konflikts könnten „zwischen 20.000 und mehr als einer Million Flüchtlinge kommen“.

Schinas warnte zugleich davor, dass der Migrationsdruck auf die Europäische Union steigen könnte, wie AFP berichtet. Er sagte, dass Geflüchtete gegen die EU instrumentalisiert und bewusst als Druckmittel eingesetzt werden könnten. In der Ukraine leben 20.000 EU-Bürger und eine große in der EU verwurzelte Bevölkerungsgruppe, so der EU-Kommissar.

Viele Geflüchtete aus der Ukraine könnten im Kriegsfall nach Polen kommen

Da Polen eine 535 Kilometer lange gemeinsame Grenze mit der Ukraine besitzt, wird angenommen, dass die ukrainischen Geflüchteten zunächst vor allem nach Polen kommen könnten. In Polen leben schon heute etwa eine bis eineinhalb Millionen Ukrainer:innen. Im Falle einer Invasion könnten Millionen weitere dazukommen.

Die Zeitung Die Welt berichtet, dass laut eines Beraters des polnischen Präsidenten das Land vorbereitet sei. „Polen wird natürlich so viele Flüchtlinge aufnehmen, wie es nur kann, aber wir sind wohl nicht imstande, alle aufzunehmen.“ Er forderte Unterstützung und Solidarität von allen EU-Ländern.

Eskaliert die Situation in der Ostukraine?

Aus der Ostukraine meldete das ukrainische Militär derweil Verstöße gegen den Waffenstillstand. Das Dorf Stanyzia-Luhanska werde mit schwerer Artillerie beschossen. Die Angriffe seien in der Ortschaft zu hören, berichteten Reporter der Nachrichtenagentur AFP am 18. Februar von vor Ort. Auch die Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE) stellte vermehrte Verstöße gegen die vereinbarte Waffenruhe fest. Die vom Westen mit Waffen und Munition ausgerüsteten ukrainischen Regierungstruppen stehen dort den von Russland unterstützten Separatisten gegenüber.

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