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Darum kosten uns Männer so viel mehr Geld als Frauen

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Von: Jana Stäbener

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Männer fahren größere Autos und verursachen mehr Verkehrsunfälle, so ein Ökonom. Deswegen kosten sie jährlich rund 63 Milliarden Euro mehr.
Männer fahren größere Autos und verursachen öfter Verkehrsunfälle, so ein Ökonom. Deswegen kosten sie jährlich rund 63 Milliarden Euro mehr. © Panthermedia/IMAGO

Der Schaden, den Männer verursachen, beläuft sich laut einem Ökonomen auf 63 Milliarden Euro im Jahr. Aber warum ist das eine Geschlecht so viel teurer als das andere?

„Männer und ihr Verhalten kosten den Staat Milliarden“, sagt der Wirtschaftsforscher Boris von Heesen der Welt. Er berät Männer in Krisen und forscht zum Thema kritische Männlichkeit – so wie Männlichkeitsforscher Rolf Pohl, der im Gespräch mit BuzzFeed News DE warnte, dass es zwischen Flirten und Sexismus keine fließenden Grenzen gibt. „Das Patriarchat kostet. Deshalb müssen wir endlich über Geld reden“, lautet das Motto des Ökonomen.

„Männer verursachen Milliarden mehr Kosten als Frauen“

Der Schaden, den Männer verursachen würden, belaufe sich auf 63 Milliarden Euro pro Jahr, so von Heesen. Um auf diese Zahlen zu kommen, habe er sich alle möglichen Daten angeschaut, sagt er im Interview mit der Welt. Verkehrsunfälle, Gefängniskosten, Alkoholtote und Wirtschaftskriminalität: In diesen Bereichen seien Männer die hauptsächlichen Kostenverursacher.

Auch beim Klimawandel merke man dies: Männer würden größere Autos fahren als Frauen, mehr Gas geben und doppelt so viel Fleisch essen, merkt von Heesen an. Darüber berichtete im September 2022 auch die Tierschutzorganisation Peta. Laut einer Studie sollen Männer aufgrund ihres Essverhaltens 41 Prozent mehr Treibhausgase verursachen als Frauen.

„Männer richten insgesamt also einen großen Schaden an und verursachen Milliarden mehr Kosten als Frauen“, so von Heesen bei der Welt. Strukturelle Gründe (zum Beispiel der Gender-Pay-Gap, der mit Berufserfahrung wächst) sieht er dafür weniger als Grund, als „ungesundes, gesellschaftlich schädliches Verhalten“, das von Männern heute noch oft ausgehe.

Patriarchat-Kritiker: Es braucht einen „umfassenden Gleichstellungsmonitor“

„Ich finde es enttäuschend, dass wir uns über Jahrzehnte damit abgefunden haben, dass Männer häufiger im Gefängnis landen, häufiger süchtig werden und früher sterben“, so der Wirtschaftsforscher. Er arbeite seit 30 Jahren in der sozialen Arbeit und erlebe jeden Tag, wie Männer sich und anderen schaden. „Wir sind als Gesellschaft aufgefordert, dieses Problem anzugehen und nach Lösungen zu suchen.“

Nur welche Lösungen gibt es, fragt Welt den Patriarchat-Kritiker. Es brauche einen „umfassenden Gleichstellungsmonitor“, so von Heesen. „Dann können wir die einzelnen Bereiche spezifischer an den Bedürfnissen von Männern ausrichten, zum Beispiel die Suchthilfe.“ Auch brauchen es „flächendeckende Männerberatung“, die toxische Männlichkeit verhindere, indem sie präventiv in Krisensituationen helfe.

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