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Nächstes „Sofagate“? Ursula von der Leyen bei Afrika-Gipfel bloßgestellt - „toxische Männlichkeit in Reinform“

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Von: Anna-Katharina Ahnefeld

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Ursula von der Leyen erlebt ein Déjà-Vue: Erneut wird die ranghöchste EU-Politikerin bloßgestellt. Und EU-Ratspräsident Charles Michel greift wieder nicht ein.

Ursula von der Leyen wird von einem Politiker links liegen gelassen. Kommt einem wie ein Déjà-Vu vor, oder? Unvergessen der diplomatische Eklat bei ihrem Türkei-Besuch, als die EU-Kommissionschefin abseits auf dem Sofa sitzen musste, während EU-Ratspräsident Charles Michel den Platz direkt neben dem türkischen Staatschef Recep Erdogan einnahm. Der peinliche Vorfall wurde später als „Sofagate“ bekannt. Von der Leyen sagte damals: „Dies zeigt, wie weit der Weg noch ist, bis Frauen als Gleiche behandelt werden“.

Der Satz ist immer noch aktuell. Denn erneut gab es eine solchen Szene, diesmal während des EU-Afrika-Gipfels. Eigentlich sollte es bei diesem ersten Gipfeltreffen angesichts der zunehmenden chinesischen Einfluss auf dem afrikanischen Kontinent um Milliardeninvestitionen der EU gehen. Eigentlich. Denn ein Vorfall stahl der Agenda die Show. Während der offiziellen Begrüßung ignorierte der ugandische Außenminister Jeje Odongo die ranghöchste EU-Politikerin.

Ursula von der Leyen wird bei Begrüßung ignoriert: Erinnerungen an Sofagate kommen hoch

Die WDR-Journalistin Georgine Kellermann machte unter anderem auf den Eklat aufmerksam und postete das dazugehörige Video. „Ich fasse es nicht“, schreibt sie. Zu sehen ist, wie Ursula von der Leyen, Charles Michel und der französische Präsident Emmanuel Macron aufgereiht nebeneinander stehen und Politiker der afrikanischen Union begrüßen. Dann kommt Odongo ins Bild und marschiert schnurstracks an von der Leyen vorbei – die sich sichtlich für eine formale Begrüßung bereit macht – und schüttelt nur Michel und Macron die Hand.

Der ugandische Außenminister bemerkt offenbar seinen Fauxpas gar nicht, sondern positioniert sich zunächst für das Foto – Ursula von der Leyen immer noch ignorierend. Während Charles Michel nur betreten daneben steht, macht Macron den Minister auf die Kommissionschefin aufmerksam. Erst, nachdem der französische Staatschef mit einer erneuten Geste auf von der Leyen zeigt, dreht sich der ugandische Politiker zu ihr um, begrüßt sie mit einem Kopfnicken und sagt ein paar Worte, die im Video nicht zu verstehen sind.

Georgine Kellermann empört über Vorfall bei EU-Afrika-Gipfel: Ursula von der Leyen links liegen gelassen

Kellermann twitterte dazu: „ich fasse es nicht. Toxische Männlichkeit in Reinform. Und @CharlesMichel ist schon wieder dabei. Dieser ungehobelte Politiker hat da nichts zu suchen. Wo lernt Mann, sich so daneben zu benehmen? 😡 Merci a @EmmanuelMacron“. Der Seitenhieb gegen Charles Michel bezieht sich offenbar auf das „Sofagate“. EU-Ratspräsident Michel wurde damals stark dafür kritisiert, nicht entschieden Partei für Ursula von der Leyen ergriffen zu haben. Beobachter:innen argumentierten, er hätte ihr seinen Platz anbieten müssen, anstatt einfach sitzen zu bleiben und warfen ihm Sexismus und Feigheit vor. Und auch dieses Mal ist es nicht Michel, der die Situation rettet, sondern Macron.

Andere User:innen stimmen Kellermanns Interpretation des Vorfalls zu und lassen ihrer Entrüstung freien Lauf.

„Die Gleichstellung der Geschlechter ist einer der Grundwerte der EU“

(Übersetzung: Die Gleichstellung der Geschlechter ist einer der Grundwerte der EU Diskriminierung von Frauen hat in Europa keinen Platz. Meine aufrichtige Unterstützung für @vonderleyen, zum zweiten Mal Opfer von Sexismus in der Öffentlichkeit. Keine Entschuldigung, @eucopresident! #Sofagate)

„Übrigens scheint @CharlesMichel seine Lektion hier nicht vom #sofagate gelernt zu haben, oder?“

(Übersetzung: „Wie unglücklich vom ugandischen Außenminister, @vonderleyen so zu übersehen, und Gott sei Dank, dass @EmmanuelMacron sie darauf hingewiesen hat! 😡 Übrigens scheint @CharlesMichel seine Lektion hier nicht vom #sofagate gelernt zu haben, oder?“)

„Du kannst ein Staatsmann sein – aber nur, indem du dich wie ein Staatsmann verhältst.“

Und eine Userin hat einfach nur Respekt für von der Leyens Pokerface.

Doch es gibt auch Stimmen, die nach einer anderen Interpretation des Vorfalls rufen.

Bislang gibt es von keiner der beteiligten Personen eine Stellungnahme zu diesem Vorfall.

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