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„Phantastische Tierwesen“: Filmstudio schneidet für China Szene raus, in der Dumbledores Homosexualität vorkommt

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Von: Nils Tillmann

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Albus Dumbledore in Phantastische Tierwesen 3.
Jude Law spielt im Film „Dumbledores Geheimnisse“ Professor Albus Dumbledore. © Warner Bros. /IMAGO

In „Phantastische Tierwesen: Dumbledores Geheimnisse“ wird Dumbledores sexuelle Orientierung thematisiert. Für den chinesischen Markt wurde der Dialog entfernt.

Das Filmstudio Warner Bros. hat auf Aufforderung der chinesischen Regierung sechs Sekunden aus dem neuen Film der „Phantastische Tierwesen“-Reihe herausgeschnitten. Die Filme, die die Welt der „Harry Potter“-Buch- und Filmreihe weitererkunden, drehen sich unter anderem um den Konflikt zwischen einem jungen Dumbledore und dem Zauberer Grindelwald, mit dem er romantisch involviert war. Zwei Zeilen, die dies zum ersten Mal explizit machten, wurden aus der chinesischen Version des Films entfernt: „Weil ich dich geliebt habe“ und eine Referenz zum Sommer, in dem die beiden Charaktere sich verliebten.

Joanne K. Rowling, die Autorin der „Harry Potter“ Bücher, hatte bereits 2007 auf Anfrage eine:r Leser:in bestätigt, dass der Charakter Albus Dumbledore schwul sei. Dieser Fakt wurde jedoch bis zur Veröffentlichung des neuesten Films der „Phantastische Tierwesen“-Reihe nie thematisiert. Mit solchen nachträglichen Ergänzungen hat Rowling schon oft für Verwirrung und Kritik gesorgt. In jüngerer Vergangenheit ist die Autorin von Harry-Potter-Fans für ihre Trans-feindlichen Aussagen kritisiert worden.

Homosexualität aus „Phantastische Tierwesen“ entfernt: Warner Bros. verteidigt Entscheidung

In Bezug auf den dritten Teil der „Phantastischen Tierwesen“-Filme rechtfertigte das Filmstudio Warner Bros. die Entscheidung damit, dass es notwendig gewesen sei, um einen Release auf dem chinesischen Markt zu ermöglichen. Warner Bros. sieht die Integrität des Films durch die Schnitte nicht beeinträchtigt. Auf eine Anfrage von Variety teilte das Studio mit: „Unsere Hoffnung ist es, unsere Filme weltweit so wie von ihren Machern bereitgestellt zu veröffentlichen, aber mussten wir uns schon immer kleinen Änderungen in lokalen Märkten stellen.“

Hollywood Zensur ist in China nichts Neues

Sechs Sekunden stellen zwar nur einen Bruchteil der Gesamtlaufzeit von deutlich mehr als zwei Stunden dar, aber die Zensur gleichgeschlechtlicher Beziehungen in der chinesischen Medienlandschaft hat System. Homosexualität ist in China nicht gesetzlich verboten, aber Darstellungen gleichgeschlechtlicher Zuneigung oder Sexualität in Massenmedien werden trotzdem oft zensiert. So wurden für den chinesischen Markt zuletzt einige Szenen aus dem Film „Bohemian Rhapsody“ entfernt, wie Reuters berichtete. Auch die chinesische Social-Media-Plattform TikTok ist für die Zensur von LGBTIQ+-Themen in Kritik geraten.

Aber auch andere Themen sorgen bei den chinesischen Behörden für Anstoß. So gab es keine Berichterstattung über den Oskargewinn der chinesisch-stämmigen Regisseurin Chloé Zhao, nachdem diese sich in einem alten Interview kritisch über das Land geäußert hatte. Vor Kurzem waren chinesische Zensor:innen unter anderem zum Ziel von Hohn geworden, als ein alternatives Ende für den Film „Fight Club“ online seine Runden machte, bei dem die letzte Szene durch eine Textkarte ersetzt worden war, die das Ende durch einen gelungenen Polizeieinsatz wegerklärte.

Alles Wissenswerte zur Filmreihe „Phantastische Tierwesen“ findest du hier.

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