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Millennials und Generation Z: Die verbreitetsten Vorurteile im Faktencheck

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Eine Frau liegt auf einer Mauer und bedient ein Smartphone.
Millennials sind Smartphone-süchtig? Vorurteile gibt es eigentlich über jede Generation. © IMAGO / Westend61

Welche Klischees über Millennials (Generation Y) und die Generation Z stimmen und welche nicht?

„Millennials sind verweichlicht, nicht ehrgeizig genug beziehungsunfähig‘.“ und „Die Generation Z hängt nur auf Social Media rum, ist faul und stellt zu hohe Ansprüche am Arbeitsplatz“. Mit solchen Behauptungen sind bestimmt viele von uns schon konfrontiert worden. Doch entsprechen sie der Realität? Wir haben diese Mythen auf den Probestand gestellt.

Fakten zur Generation Z

Die Generation Z, auch „Generation Greta“ genannt, ist der Nachfolger der Generation Y, also der Millennials. Zur Gen Z zählen die Menschen, die ungefähr zwischen den Jahren 1995 und 2010 geboren sind. Eine genaue Abgrenzung ist schwierig. Die Übergänge zwischen den Generationen sind fließend. Die Gen Z gilt als Generation mit eigenen Wertevorstellungen und hohen Ansprüchen an den Arbeitgeber, wie es der Personalmanager Christian Scholz in der Sendung „ZDFheute“ erklärte.

Gegenüber der Gesellschaft und Unternehmen sind sie eher kritisch eingestellt. Themen wie Umweltpolitik, soziale Gerechtigkeit und der Kampf gegen die Klimakrise spielen eine große Rolle. Die Generation Z ist stark von der Fridays-For-Future-Bewegung und Greta Thunberg beeinflusst.

Fakten zur Generation Y (Millennials)

Die Generation Y (Millennials) wird als die Generation bezeichnet, die zwischen 1981 und 1998 geboren wurde. Die Generation Y ist mit der Digitalisierung aufgewachsen. Sie sind das, was der spezialisierte Arbeitsvermittler „Avantgarde Experts“ unter den „Digital Natives“ versteht. Sie sind global vernetzt und ihre Zeit war von vielen internationalen Krisen geprägt, beispielsweise der Finanzkrise und dem aufkommenden Terrorismus. Laut The Guardian ist das der Grund für die immer latent vorhandene Unsicherheit der Millenials. Im Zuge der miterlebten Globalisierung legt diese Generation auf Entfaltung und Entscheidungsfreiheit sehr viel Wert.

Die größten Vorurteile gegenüber den Generationen Y und Z im Faktencheck

„Die Generation Z ist faul, onlinesüchtig und stellt am Arbeitsplatz zu hohe Ansprüche“: Dieser Meinung sind zumindest viele von Deutschlands Arbeitgebern. In einer Umfrage der Deutsche Industrie- und Handelskammertag (DIHK) im Jahr 2019 warfen sie der Gen Z unter anderem vor, unrealistische Berufswünsche wie Influencer:innen, Superstar oder Model zu haben.

Für Lorenz Schlotter, einem Experten für die Generation Z, sind diese Vorbehalte dagegen haltlos. Die beruflichen Wertvorstellungen seien sogar „relativ traditionell und konservativ“, sagt der Leiter des privaten Instituts für Generationenforschung. „Die jungen Leute wollen Achtstundentage mit geregelten Arbeitszeiten und einer strikten Work-Life-Balance. Dass die Generation Z ihre Zeit nur am Smartphone verbringt, liegt wohl an der ausgeprägten Technikaffinität. Da sie zu den Digital Natives gehört, die bereits mit Computern und Internet aufgewachsen sind, ist der selbstverständliche Umgang mit Internet und Social Media nicht verwunderlich.

„Millennials sind einsam“: Einsamkeit scheint bei der Generation Y durchaus weit verbreitet zu sein. Das zeigt eine Studie von YouGoV America, einem internationalen Meinungsforschungsinstitut. Die Millennials werden generell als eine eher unglückliche Generation betrachtet. Als Ursache vermuten Forscher unter anderem den hohen Medienkonsum und den selbst auferlegten Zwang nach Optimierung und Persönlichkeitsentfaltung. An diesem Vorurteil scheint also was dran zu sein.

„Millennials sind nicht ehrgeizig genug“: Für diese Aussage gibt es keinen Beleg. Laut dem Report „Millennial Myths and Realities“ des internationalen Marktforschungsinstituts Ipsos ist sogar das Gegenteil der Fall und die Millennials scheuen keine Arbeit: Im Alter von 27 Jahren arbeiteten die Angehörigen dieser Generation im Durchschnitt 40,2 Stunden in der Woche. Bei der vorherigen Generation X verhielt es sich ähnlich (40 Stunden). Auch die Arbeitsmoral scheint bei den Millennials nicht geringer auszufallen. So behauptet jede fünfte Person (19 Prozent) in Deutschland unter 30 Jahren von sich, eine steigende Motivation bei der Arbeit zu haben. Bei den älteren Generationen über 30 behaupten das nur sieben Prozent.

Fazit zu den Vorurteilen gegenüber den Generationen Y und Z

Die Generationen Y und Z haben unterschiedliche Ansprüche und Wertesysteme. Ihre Erwartungen an die Gesellschaft, den Arbeitsplatz und an sich selbst variieren. Jede Generation wächst unter unterschiedlichen Bedingungen auf, die sie prägen. Das hat zur Folge, dass sich zwar gewisse Tendenzen bei den Mitgliedern ableiten lassen. Doch darf man diese nicht verallgemeinern. Der Arbeitspsychologe Hannes Zacher von der Universität Leipzig geht sogar so weit, zu betonen, es gäbe überhaupt keine Unterschiede zwischen den Generationen. Es existierten einfach keine wissenschaftlichen Belege dafür. Die Probleme seien lediglich eine Erfindung der „Generationsindustrie“, um mehr Ratgeber verkaufen zu können.

Übrigens: Die aktuelle jüngste Generation ist unter dem Namen Generation Alpha bzw. Generation α bekannt. Das Institut für Generationenforschung definiert sie als diejenigen, die ab 2010 geboren wurden. Diese Zielgruppe gilt als zu jung, um wirklich Aussagen über sie treffen zu können. Es gilt jedoch als gesichert, dass die aktuelle Corona-Pandemie einen Einfluss auf die psychische Gesundheit der Generation Alpha hat. Zu diesem Urteil kommt die COPSY (Corona und Psyche)-Studie des Universitätsklinikums Hamburg Eppendorf (UKE). Wie die junge Generation diese Situation langfristig bewältigen wird, ist noch ein unbeschriebenes Blatt.

Robert Pohl ist Gastautor bei Buzzfeed.de

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