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Heutige Männer haben weniger Kraft als ihre Väter - Frauen dagegen werden stärker

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Von: Jana Stäbener

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Eine Frau und ein Mann machen Armdrücken. Die Griff-Kraft der Männer ist heute weniger stark, als bei früheren Generationen.
Bei den heutigen Millennials packen fast alle weniger fest zu als früher – nur die 30 bis 34-jährigen Frauen sind gleich stark. © Westend61/IMAGO

Laut einer Studie von 2016 haben Männer heute weniger Kraft als früher. Die Situation könnte sich sechs Jahre später noch verschlechtert haben, vermutet die Autorin.

In der klinischen Forschung der Ergotherapie werden immer wieder Untersuchungen durchgeführt, in denen die „Greif- und Kneif-Kraft“ der Proband:innen gemessen wird. So auch in bei einer im Jahr 2016 im Journal of Hand Therapy veröffentlichten Studie, die bei 237 Menschen im Alter von 20 bis 34 die Griffkraft maß. Die Ergebnisse sind interessant: Im Vergleich mit 1985 ließ diese bei fast allen Millennials nach – vor allem jedoch bei den jungen Männern. Erklärt werden konnten die Studienautor:innen die Ergebnisse laut Stern damit, dass in der heutigen Arbeitswelt die Berufe dominieren, bei denen die Hände nicht mehr richtig zupacken müssten.

Männer haben weniger Kraft als früher – 30- bis 34-jährigen Frauen sind gleich stark

Was jedoch aus diesem Raster fällt, sind die Ergebnisse der 30- bis 34-jährigen Frauen. Die konnten ihre Griffkraft im Vergleich mit 1985 sogar signifikant verbessern. Laut Stern sehen die Studien-Autorinnen den Grund dafür darin, dass die Kraft-Unterschiede in der täglichen Arbeit bei Frauen nicht so groß sind, wie bei Männern. Vielleicht auch deswegen, weil Frauen trotz gutem Verdienst immer noch mehr im Haushalt machen.

Wichtig ist es, die Ergebnisse der Griffkraft-Studie nicht zu bewerten. Es ist nicht unbedingt negativ, dass die Kraft der heutigen Männer nachlässt. Geschlechter-Stereotypen, die das suggerieren, sind in unserer Gesellschaft leider immer noch weit verbreitet. In den USA quälen sich manche Männer sogar durch Bootcamps und stellen sich brutalen Aufgaben. Sie befeuern damit die Idee von „Toxischer Männlichkeit“, also der Vorstellung, dass Aggressionen zum Mann-Sein gehören.

Corona-Pandemie könnte den Kraft-Unterschied noch vergrößert haben

Die Studienautorin Elizabeth Fain von der Pfeifer University in North Carolina vermutet, dass der Kraft-Unterschied bei allen Teilnehmer:innen noch einmal signifikant schwächer wäre, wenn man solch eine Studie jetzt, nach zwei Jahren Pandemie, noch einmal durchführen würde. Die Wissenschaftlerin ist Dekanin der Gesundheitswissenschaften an der Pfeiffer Universität und leitet das Ergotherapie-Programm. Sie begründet ihre Vermutung in der Zunahme sitzender Tätigkeiten und der eingeschränkten Aktivitäten im Freien, insbesondere während des Höhepunkts der Corona-Pandemie.

„Ich denke auch, dass diese abgenommene Griffkraft langfristige Auswirkungen auf die Gesundheit hat. Sie ist nämlich ein korrelativer Prädiktor für Krankenhausaufenthalte und Gebrechlichkeit“, erklärt Fain. Natürlich könne man nicht alle Menschen über einen Kamm scheren: Wer auf einem Bauernhof lebe, der habe sicherlich mehr Kraft in den Händen, als ein Stadtmensch, der oder die nur am Computer sitzt, sagt die Ergotherapie-Expertin. „Das sind alles Spekulationen auf der Basis von Trends“, fügt sie hinzu.

Die Corona-Pandemie hat uns also angeblich schwächer gemacht. Trotzdem war die Stimmung in den Lockdowns nicht so schlecht, wie gedacht, zeigt eine Twitter-Analyse.

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