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Achtklässlerin bekommt Ärger, weil sie in der Schule Hijab trägt

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Junge Frau mit Hijab hält Bücher in der Hand.
Schüler:innen dürfen unter bestimmten Umständen religiöse Kleidung in Amerika tragen (Symbolbild). © Panthermedia/Imago

Eine Bürgerrechtsorganisation verurteilt das Vorgehen einer Schule, eine Schülerin wegen ihres Hijabs zurechtzuweisen.

Eine Schule in Massachusetts, USA, sieht sich mit Kritik konfrontiert, nachdem ein:e Lehrer:in eine Schülerin aufgrund eines Uniformverstoßes zurechtgewiesen hatte. Die Schülerin hatte am ersten Tag der achten Klasse einen Hijab getragen hatte.

In einem Facebook-Post, der inzwischen viral gegangen ist, lud ein Familienmitglied des Mädchens eine Kopie des Uniformverstoßes der Schule in Malden, einem Vorort von Boston, hoch. In der Beschreibung des Verstoßes wurde das Kopftuch, das von vielen muslimischen Mädchen und Frauen getragen wird, fälschlicherweise als „Jihab“ bezeichnet.

„Sie kam weinend und in einem sehr emotionalen Zustand nach Hause und weigert sich, am nächsten Tag zur Schule zu gehen“, schrieb das Familienmitglied. In Deutschland werden Bewerberinnen mit Kopftuch benachteiligt, zeigt eine Studie.

Unterstützung durch Bürgerrechtsorganisation

Der Ortsverband Massachusetts des Council on American-Islamic Relations (CAIR), eine Bürgerrechtsorganisation, teilte in einer Erklärung mit, dass dieser mit der Familie in Kontakt stehen würde und die Angelegenheit untersuche. „Die Familie hat uns gebeten, ihnen mitzuteilen, dass die Situation unter Kontrolle ist, da die Schülerin ihren Hijab in der Schule tragen darf“, sagten CAIR-Mitarbeiter:innen.

„Wir werden weiterhin untersuchen, was passiert ist, die Richtlinien der Schule überprüfen und die geltenden Landes- und Bundesgesetze recherchieren. Wir werden auch Zeug:innen befragen und unsere Partner:innen in der Gemeinde anhören“, so die Mitarbeiter:innen. „Wir sind alle zu Recht besorgt um diese junge Schülerin und wollen sicherstellen, dass sie sicher ist und dass ihre religiösen Rechte respektiert und geschützt werden.“

Schulleiter meldet sich nach Hijab-Diskussion zu Wort

Schulleiter Alex Dan erklärte gegenüber BuzzFeed News-US, dass die Schüler:innen religiöse Kleidung tragen dürfen, wenn sie ein Schreiben „von einem Mitglied ihrer Religionsgemeinschaft“ vorlegen. In einer Stellungnahme sagte er, die Schule bedauere, wie der Vorfall „falsch gehandhabt“ worden sei.

„Wir möchten wiederholen, dass der geschätzte Mitarbeiter, der den gesamten Prozess beaufsichtigt hat, keine Verantwortung für das Geschehene trägt. Auch verstehen wir, dass unser Umgang mit der Situation als unsensibel empfunden wurde. Wir freuen uns darauf, diesen Moment als Lernmöglichkeit zu nutzen und unsere Richtlinien sowie Verfahren zu verbessern“, sagte Dan.

Bürgermeister von Malden meldet sich wegen Hijab-Diskussion

Auch der Bürgermeister von Malden, Gary Christenson, erklärte, dass er den Vorfall mit Bedauern zur Kenntnis genommen habe und mit der Schule in Kontakt stehe, um die Uniformvorschriften zu ändern. „Ich verstehe, dass die Schule konsequent an ihrer Uniformpolitik festhält, aber wie ein führendes Mitglied unserer muslimischen Gemeinschaft erklärte, ist das Tragen des Hijab ein geschütztes Recht. Es ist nicht Teil einer Uniform und sollte nicht als solches betrachtet werden“, so Christenson.

Schulleiter Dan sagt, dass die Schule begonnen habe, religiöse Ansprechpersonen zu kontaktieren, um zu erfahren, wie sie in Zukunft mit solchen Situationen umgehen könnten.

Die Schule sah sich schon in der Vergangenheit mit Diskriminierungsvorwürfe konfrontiert

Dies ist nicht das erste Mal, dass es einen Aufschrei oder Medienaufmerksamkeit für die Schule gibt, der in der Zeitung Boston Globe „ein beunruhigendes Muster in Bezug auf Rassismus“ vorgeworfen wurde.

Im Jahr 2017 beschwerten sich die Eltern von zwei Schwarzen Teenagerinnen an der Schule, dass ihre Töchter für ihre Haarverlängerungen bestraft wurden. Tatsächlich werden weiße für dieselben Frisuren nur selten kritisiert. Die Schule gab daraufhin diese Regel auf. Der Vorfall veranlasste die Gesetzgeber:innen des Bundesstaates in diesem Jahr, ein Gesetz zu verabschieden, das die Diskriminierung von Frisuren in der Schule oder am Arbeitsplatz verbietet.

Autor ist David Mack. Der Artikel erschien am 22. August 2022 auf buzzfeednews.com. Aus dem Englischen übersetzt von Mine Hacibekiroglu.

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