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Keine Impfpflicht wegen #Papiermangel? Mit genialen Memes werden Krankenkassen verspottet

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Von: Jana Stäbener

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Tweet zeigt Michael Scott von „The Office“. Nutzer:innen auf Twitter und Instagram machen sich seit einigen Tagen darüber lustig, dass gesetzliche Krankenkassen in Deutschland die Impfpflicht aufgrund von Papiermangel nicht durchsetzen können.
Die Charaktere der Serie „The Office“ sind perfekt, um sich über das Papiermangel-Problem deutscher Krankenkassen lustig zu machen. © Günter Schneider/IMAGO, @NetflixDE (Collage)

Die Krankenkassen haben offenbar nicht genug Papier für die Umsetzung einer Impfpflicht. Die Reaktionen auf diesen #Papiermangel im Netz sind unbezahlbar.

Der Verband der gesetzlichen Krankenkassen (GKV) sorgt für Trubel: Die Kassen äußerten am Anfang der Woche Bedenken bei der Umsetzung einer Impfpflicht, für die sich die Mehrheit der Deutschen einsetzt. Eines dieser Bedenken sei der aktuelle Papiermangel in Europa, aufgrund dessen Material für 120 Millionen Schreiben fehlen würde. Aber warum braucht es überhaupt Papier, um die Impfpflicht durchzusetzen? Social-Media-Nutzer:innen sind sich einig: Der #Papiermangel zeigt mal wieder, wie weit Deutschland in Sachen Digitalisierung hinterherhinkt.

Keine Impfpflicht wegen Papiermangel? Diese:r Twitter-User:in stellt die berechtigte Frage: Was hat das miteinander zu tun?

Viele Memes unter dem Hashtag #Papiermangel kritisieren den GKV für seine Aussage. Es wirke, als wären die gesetzlichen Krankenkassen gegen eine Impfpflicht – und das zur Freude aller Impfgegner:innen und Querdenker:innen.

Der Verband „Die Papierindustrie“ und ein Sprecher des Bundeswirtschaftsministeriums zeigten sich über die Aussage des GKV überrascht – zu einem akuten Papiermangel lägen beiden keinerlei Hinweise vor. Im Gegenteil: Bei einer kurzen Umfrage innerhalb des Papier-Verbands ergab sich laut dpa, dass sogar ein einzelnes Papierunternehmen diese verhältnismäßig kleine Menge an Papier (600 Tonnen) stemmen könne.

Passt wie die Faust aufs Auge: Einige Twitter-Nutzer:innen posten ironische Vorschläge, wer das Papier-Problem lösen könnte. Sie beginnen mit Loriot alias Heinrich Lohse, der mit dem Satz „Mein Name ist Lohse, ich kaufe hier ein“, in die deutsche Comedy-Geschichte eingegangen ist...

... und erreichen ihren Höhepunkt in einem Netflix-Tweet zum einzig wahren Retter der Papier-Krise: Michael Scott aus der Sitcom „The Office“, dessen Gesicht in puncto Meme-Potential sowieso alle Preise abräumt.

The Office ist gefundenes Fressen für jeden, der zu dieser Situation einen humoristischen Kommentar abgeben will. Besonders Dwight Schrute (durch und durch seltsam, wenn ihr mich fragt) tummelt sich als GIF oder Meme des Öfteren unter dem Hashtag #Papiermangel. Vielleicht auch deswegen, weil er all das verkörpert, was das Papierproblem bei den Krankenkassen ausmacht: Bürokratie, Kleinkariertheit und Zurückgebliebenheit.

Die Kritik an den Krankenkassen und ihrem Versagen, was digitalen Fortschritt anbelangt, hat einen ernsten Beigeschmack: Politisch sieht es mittlerweile nicht gut aus für eine Impfpflicht, vor allem nicht für die ab 18 Jahren. FDP-Politiker Andrew Ullmann schlug beispielsweise vor, eine Beratungspflicht für alle Erwachsenen einzuführen und eine Impfpflicht erst für alle Menschen ab 50 Jahren zu beschließen.

Am Donnerstag (17. März 2022) hatte der Bundestag das erste Mal über die verschiedenen Gesetzentwürfe und Anträge zu einer allgemeinen Impfpflicht debattiert. Bis im April die Entscheidung fällt, soll nun nach einem Kompromiss gesucht werden. Die Aussage der gesetzlichen Krankenkassen, es gäbe nicht genug Papier, um eine allgemeine Impfpflicht ab 18 Jahren umzusetzen, sende ungewollt ein falsches Signal an Impfgegner:innen, finden die Social-Media-User:innen:

Noch gestern (21. März 2022) machte der Verband der gesetzlichen Krankenkassen jedoch deutlich: Er sei nicht per se gegen eine Impfpflicht. Vorstandsvorsitzende Doris Pfeiffer erläuterte: „Wir haben uns in unserer Stellungnahme an keiner Stelle gegen die Einführung einer Impfpflicht ausgesprochen.“ Der GKV habe lediglich auf praktische Schwierigkeiten bei der Umsetzung durch die Krankenkassen hingewiesen. Laut WDR stört die Krankenkassen vor allem, dass sie die Impfpflicht allgemein verwalten und Ausreißer an Bußgeldstellen melden müssen.

Noch mehr Tweet-Listen gefällig? Dann schau dir die Reaktionen auf Robert Habecks Besuch in Katar an, bei dem er sich vor dem Energieminister verbeugt und als „Bückling“ bezeichnet wird.

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