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EU-Parlament bricht Kontakt zum Iran ab – „danke so sehr“, schreibt iranische Aktivistin auf Instagram

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Von: Jana Stäbener

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Das EU-Parlament habe in Zukunft keinen direkten Kontakt mehr zum Iran, verkündete Parlamentspräsidentin Roberta Metsola. Eine iranische Aktivistin feiert sie dafür.

Die Proteste im Iran dauern an, das Regime versucht immer noch, diese mit massiver Gewalt zu beenden. Für Abgeordnete des Europaparlaments ist das Grund genug, um den offiziellen Kontakt zu iranischen Stellen abzubrechen. Eine davon ist Parlamentspräsidentin Roberta Metsola. Sie hielt bei der Eröffnung der Plenartagung am Montagabend, 21. November, eine Rede, in der sie dazu aufrief, alle Verbindungen zum Iran abzubrechen. Die iranische Aktivistin Sarah Ramani, die Klaas Heufer-Umlaufs Instagram benutzt, bedankt sich bei ihr für diesen Schritt (siehe Beitrag unten).

Iran-Aktivistin zur Parlamentspräsidentin: „Ich danke dir so sehr, Roberta Metsola“

Joko und Klaas hatten zwei Iranerinnen ihre Instagramreichweite geschenkt, um weiter über die Proteste im Iran zu informieren. Ramani will vor allem, die „Stimmer der Iraner:innen“ sein. „Wir können nicht mit euren Regierungen sprechen, aber ihr könnt das tun“, beendet sie ihren damaligen Auftritt bei „Joko und Klaas 15 Minuten live“. Am Montagabend, 21. November, reagierte sie sofort auf Roberta Metsolas Ankündigung. „Ich danke dir so sehr, Roberta Metsola“, schreibt Ramani zu ihrem Instagram-Video.

In der Eröffnungsrede (siehe Tweet unten) sagt Metsola: „Das Europäische Parlament akzeptiert die Bestrafung und die gewalttätige Unterdrückung legitimer Proteste in keinster Weise. Ich appelliere dringend an das iranische Regime, hier und jetzt sofort mit der Gewalt aufzuhören.“ Sie erklärte, dass es als Reaktion auf die Sanktionen des Iran gegen einige EU-Abgeordnete bis auf Weiteres keinen direkten Kontakt zwischen dem Parlament und den offiziellen iranischen Amtskollegen geben werde.

„Wir werden nicht die Augen verschließen, nicht vor denen, die von Irans Straßen zu uns blicken. Wir sind bei euch. Wir bleiben bei euch“, beendet die Parlamentspräsidentin ihre Rede. Für die iranische Aktivistin Ramani bedeutet das Statement viel. Sie ist entschlossen, durch ihren Protest etwas im Iran zu bewirken. Diese Entschlossenheit könnte einer der fünf Gründe sein, warum Frauen das iranische Regime besiegen könnten.

Auch über die Flüchtlingswellen aus der Ukraine und die Energiekrise haben wir mit der EU-Parlamentspräsidentin Roberta Metsola gesprochen. Sie sagte zu uns: Menschen könnten „nicht nur ihre Arbeit verlieren, sondern auch ihre Wohnungen“.

Mahsa Amini: Der Auslöser für die Proteste im Iran

Seit Wochen dauern Demonstrationen im Iran an, deren Auslöser der Tod von Mahsa Amini war. Die 22-Jährige war von der Sittenpolizei festgenommen worden und starb am 16. September im Polizeigewahrsam. Bei den landesweiten Protesten im Iran sind laut Deutscher Presse-Agentur (dpa) bislang nach Schätzungen von Menschenrechtlern mindestens 360 Menschen getötet worden.

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