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Geleaktes Dokument: Russlands Geheimdienst spricht von „Totalversagen“ im Ukraine-Krieg

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Von: Mika Engelhardt

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Wladimir Putin sitzt bei einer Besprechung und ukrainische Soldaten begutachten ein zurückgelassenes russisches Fahrzeug
Frustrierter Blick: Kreml-Insidern zufolge läuft Putins Krieg ganz anders, als der russische Präsident erwartet hätte. © Collage/dpa

Ein geleaktes Dokument lässt kein gutes Wort an den russischen Kriegstaktiken. Dass Russland den Ukraine-Krieg gewinnt, glaubt offenbar kaum noch jemand.

Das Erscheinen eines geleakten Dokuments des russischen Geheimdienstes schlägt gerade große Wellen - und lässt das sonst so erhobene Haupt Wladimir Putins noch mehr als sonst wie eine Show aussehen. Bei Facebook und auf der Anti-Korruptions-Webseite gulagu.net wurde dieses Schreiben öffentlich gemacht. Laut dem Magazin Spiegel wird das Dokument als glaubwürdig eingestuft. Und es zeichnet ein sehr negatives Bild, was die russische Position im Ukraine-Krieg angeht.

Der Autor bezeichnet laut einer Übersetzung im Spiegel die Lage Russlands als „wie die [Lage] Deutschlands zwischen 1943-44 – nur, dass es unser Startpunkt ist.“ Dem Dokument zufolge wurde der Geheimdienst vor der Invasion nicht genau über die Kriegspläne informiert und steht bis heute mehr oder weniger im Dunkeln da. Zum Beispiel wisse man gar nicht, wie viele Tote es auf der Seite Russlands bislang gebe. Der Kreml spricht von weniger als 500, aber die Quelle legt nahe, es könnten schon über 10.000 sein. Der Kontakt zu wichtigen Divisionen sei abgebrochen.

Ukraine-Krieg: Kein positives Zukunftsszenario für Russland denkbar

Kein positives Wort lässt sich demnach in dem Dokument finden, das die russische Militäroperation als „Totalausfall“ bezeichnet. Der russische Geheimdienst FSB betrachtet die Lage mit großer Sorge, aber da Putin sich offenbar nicht in die Karten schauen lässt, fehlt der Einblick in die genauen Pläne. Aber selbst die Frustration des russischen Präsidenten soll in den vergangenen Tagen gewachsen sein, wie der amerikanische Geheimdienst zu wissen scheint.

Zum Schluss wird in dem Dokument noch auf mögliche Zukunftsszenarien geblickt. Russland kommt in keinem davon gut weg. Die Quelle ist der Meinung, dass selbst bei einer Tötung des ukrainischen Präsidenten Selenskyj die Ukraine nicht langfristig zu halten wäre. Der Widerstand der ukrainischen Bevölkerung wurde offenbar unterschätzt. Die Quelle geht davon aus, dass man mindestens 500.000 Soldat:innen dauerhaft in der Ukraine stationieren müsste, um diese zu halten. Dazu kommen noch Lieferungskosten für Nachschub und Logistik. Ein unglaublich aufwendiges und teures Unterfangen.

Ukraine-Krieg: Leise Hoffnung auf ein Ende des Blutvergießens

Natürlich muss man bei einer anonymen Quelle, die sich nicht vollends verifizieren lässt, immer vorsichtig sein. Aber die Berichte decken sich mit dem, was in den vergangenen Tagen schon über interne Vorgänge in der russischen Regierung ans Licht gekommen ist. Wenn Russland, wie die Quelle es formuliert, wirklich „keinen Ausweg mehr“ für einen für Russland positiven Ausgang der Invasion hat, dann könnte das zur Hoffnung beitragen, dass das Blutvergießen bald ein Ende hat.

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