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Kim de‘l Horizon erklärt der NZZ, warum neue Definition von „Mann“ und „Frau“ keine Ideologie ist

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Von: Felicitas Breschendorf

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Instagram-Post/ Kim de‘l Horizon/ Auf Instagram ärgert sich der Autor Kim de‘l Horizon über den transfeindlichen Post der NZZ.
Auf Instagram ärgert sich der Autor Kim de‘l Horizon über einen laut ihm transfeindlichen Post der NZZ. © Instagram/ Kim de‘l Horizon/ Hartenfelser/ Imago

Das Cambridge Dictionary bezieht in der Definition von „Mann“ und „Frau“ trans* Personen mit ein und wird von der NZZ kritisiert. Der Autor Kim de‘l Horizon wehrt sich dagegen. 

Was ist die Definition einer Frau, was ist die eines Mannes? Diese Frage bietet seit geraumer Zeit eine Fläche für Hass gegen trans* Personen. Ein Beispiel ist Marie-Luise Vollbrecht, die die Ansicht vertritt, es gäbe nur zwei biologische Geschlechter, und damit zumindest Hass gegen trans* Personen schüren dürfte.

Das Cambridge Dictionary, ein englisches Wörterbuch, hat sich dazu entschieden, in seiner Definition von „Frau“ und „Mann“ nun auch trans* Personen miteinzubeziehen. Die Neue Zürcher Zeitung (NZZ) wirft dem Wörterbuch deshalb vor, eine „Ideologie mittels Sprache“ zu vertreten. Der Autor Kim de‘l Horizon, der in diesem Jahr den Buchpreis gewann, entlarvt diese Reaktion auf Instagram als transfeindlich.

NZZ wirft Cambridge Dictionary eine Ideologie vor, die den Begriff „Frau“ verdränge

Das englische Wort „man“ wird im Cambridge Dictionary als „an adult male human being“ definiert, also als „erwachsener männlicher Mensch“. Seit Oktober, wie CNN berichtet, folgt in dem Wörterbuch noch eine zweite Definition: „an adult who lives and identifies as male though they may have been said to have a different sex at birth“. Also eine erwachsene Person, die als Mann lebt und sich als Mann definiert, obwohl ihr bei der Geburt ein anderes Geschlecht zugewiesen wurde.

Bei „Frau“ kommt neben der Definition als „erwachsener weiblicher Mensch“ ebenfalls ein neuer Abschnitt hinzu: „erwachsene Person, die als Frau lebt und sich als Frau definiert, obwohl ihr bei der Geburt ein anderes Geschlecht zugewiesen wurde.“ Das Cambridge Dictionary begründet die Änderung gegenüber CNN damit, dass die Wörterbuch-Autor:innen sich ausführlich angeschaut haben, wofür man das Wort „Frau“ brauche. Für Menschen, die Englisch lernen, sei wichtig, alle diese Definitionen zu kennen, „um zu verstehen, wie die Sprache funktioniert“.

Autor:innen der NZZ stören sich an der Definition des Cambridge Dictionary, wie aus deren Instagram-Post (siehe unten) deutlich wird. Das Wörterbuch vertrete eine Ideologie, die den Begriff der „Frau“ in der Sprache verdrängen würde. „Da ist dann von ‚menstruierender Person‘ oder ‚Körper mit Vagina‘ die Rede, damit sich auch Menschen mitgemeint fühlen, die sich als non-binär oder – trotz Vagina – als Mann identifizieren“, heißt es in dem Post. „Durch eine ideologische Sprache versucht man alles, was mit dem Wort ‚Frau‘ assoziiert ist, auszulöschen.“

Hier erklärt unsere Autorin, warum wir häufiger Mensch mit Uterus als Frauen sagen sollten.

Kim de‘l Horizon bezeichnet NZZ-Post als „problematisch“

In einem Instagram-Post kritisiert Kim de‘l Horizon den NZZ-Post als „problematisch“. Ideologie wird als „eine wertende Weltanschauung, die an eine soziale Gruppe/Kultur/System gebunden ist“ definiert, zitiert er den Duden. Der Autor hält der NZZ damit den Spiegel vor: Die Zeitung tue so, als ob ihr eigenes Verhalten „nicht ideologisch sei“, also „zu sagen, dass zur Kategorie ‚Frau‘ nur Personen gehören, denen bei der Geburt das weibliche Geschlecht zugewiesen wurde“.

In Wahrheit sei es nicht das Cambridge Dictionary, sondern die NZZ, die eine Ideologie vertrete – eine, die trans* Personen ausschließe und sich gegen sie richte. Die Zeitung schreibe laut De‘l Horizon aus der „wertenden Weltanschauung der heteronormativen Mehrheitsgesellschaft“ heraus. „Liebe @nzz: Bitte verschleiert nicht, dass ihr auch eine klare Ideologie verfolgt“, schreibt Kim de‘l Horizon und fordert die NZZ dazu auf, den Post zu ändern. Bisher ist nichts dergleichen passiert.

In Deutschland nimmt der Hass gegenüber trans* Menschen zu, sagte Georgine Kellermann erst kürzlich gegenüber BuzzFeed News DE.

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