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Karte zeigt, welche Städte in Europa schon 2050 überflutet sein könnten

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Von: Ines Alberti

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Landkarte
Rot eingefärbte Gebiete würden im Jahr 2050 unter Wasser liegen. © Climate Central

Küstenregionen blicken durch den steigenden Meeresspiegel in eine ungewisse Zukunft. 2050 könnten bereits einige Gebiete überflutet sein – auch in Deutschland.

Extreme Trockenheit, Flutkatastrophen, Stürme: Wetterphänomene, die jetzt noch als außergewöhnlich gelten, dürften in den kommenden Jahrzehnten gewöhnlicher für uns werden. Denn die Klimakrise schreitet voran; in den nächsten drei Jahren wird sich entscheiden, ob das Ruder noch herumgerissen werden kann. Eine Folge der Erderwärmung ist bekanntlich der durch schmelzendes Eis steigende Meeresspiegel, der irgendwann Landstriche unter sich begraben wird.

Obwohl sich auch in Deutschland Umweltkatastrophen mehren, scheinen Folgen des Klimawandels, die erst in ein paar Jahrzehnten sichtbar sein werden, sehr weit weg. Die US-amerikanische Klimaforschungsorganisation Climate Central versucht, sie mit Visualisierungen zu veranschaulichen. So zeigt eine interaktive Landkarte auf, welche küstennahen Städte künftig regelmäßig mit Hochwassern zu kämpfen haben werden oder komplett unter dem Meeresspiegel verschwinden könnten.

Steigender Meeresspiegel in Deutschland: Nordsee-Inseln droht Überflutung

Dabei sind bei Weitem nicht nur Gebiete wie die Niederlande, Venedig oder die Malediven gefährdet. Auch von Teilen Deutschlands können wir uns verabschieden, wenn die Erderwärmung und damit der Anstieg des Meeresspiegels nicht eingedämmt wird. Inseln wie Föhr und Pellworm und auch beliebte Ferienorte auf dem Festland wie Sankt Peter-Ording und Büsum wird die Nordsee 2050 geschluckt haben, wenn nicht einschneidende Maßnahmen ergriffen werden.

Auch Bremerhaven, Bremen und besonders das westlich der Weser gelegene Umland würden dann von der Landkarte verschwinden. Um das Jahr 2100 hätte auch Hamburg mit dem steigenden Meeresspiegel zu kämpfen, wie in den Karten, die auf dem Programm „CoastalDEM“ basieren, sichtbar ist.

„Wir wissen zum Beispiel aus den Niederlanden, dass dort die Küstenschutzmaßnahmen sich bereits verändert haben und auch Land aufgegeben wird. Deutschland hat gerade seine Deiche erhöht und wird hier erst einmal sicher sein. Das sieht in anderen Ländern dieser Welt ganz anders aus“, sagte eine Sprecherin des Alfred-Wegener-Instituts gegenüber dem Portal Travelbook.

Die Marshall-Inseln könnten in einigen Jahrzehnten komplett vom Meerwasser bedeckt sein.
Die Marshall-Inseln könnten in einigen Jahrzehnten komplett vom Meerwasser bedeckt sein. © Andrew Woodley/Imago

Marschall-Inseln: Drei von vier Menschen könnten wegen Klimawandel Zuhause verlieren

Weltweit könnten 200 Millionen Menschen bis 2100 ihre Heimat verloren haben, weil die Gebiete permanent unter Wasser sind. Das geht aus Berechnungen von Climate Central hervor, die die Organisation 2019 in einer Studie veröffentlicht hat. Auch Asien wäre davon in weiten Teilen betroffen. In China, Bangladesch, Indien, Vietnam, Indonesien und Thailand leben demnach die meisten Menschen, deren Wohngebiete von permanenter Überflutung gefährdet sind.

Gerade Bewohner:innen kleiner Inselstaaten sind gefährdet: Auf den Marschall-Inseln leben laut der Studie etwa schon jetzt drei von vier Menschen auf Gebiet, das in den nächsten 80 Jahren bereits unter Wasser liegen könnte. Der steigende Meeresspiegel kann daher auch enorme Fluchtbewegungen nach sich ziehen, weil Lebensräume verloren gehen.

Hochwasser wegen steigendem Meeresspiegel regelmäßiger

Doch nicht nur permanente Überflutung stellt eine Gefahr dar. Auch Hochwasser stehen in Küstenregionen vermehrt bevor. Der Studie zufolge werden Gebiete, die derzeit Wohnraum für 300 Millionen Menschen bieten, ab 2050 im Schnitt mit einem Hochwasser im Jahr rechnen müssen. Insgesamt könnten bis zum Ende des Jahrhunderts Gebiete, die heute bis zu 640 Millionen Menschen eine Heimat bieten, von chronischem Hochwasser oder permanenter Überflutung betroffen sein.

„Tiefgreifende, sofortige Kürzungen weltweiter Emissionen würden die Gefahr, die vom steigenden Meer ausgeht, in diesem Jahrhundert genügsam reduzieren“, erklären die Forschenden in der Studie. Die Zahl der Menschen, die zum Ende des Jahrhunderts durch Hochwasser und Überflutung gefährdet sind, könne demnach um 20 Millionen reduziert werden.

Climate Central resümiert: „Der steigende Meeresspiegel ist eine zeitnahe Gefahr: Die heutige Gesellschaft muss nicht nur für künftige Generationen Entscheidungen treffen, sondern auch für sich selbst.“

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